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Author: wz_admin

Die WASSERZEITUNG wird digitaler

 




Grit Glanert

Foto: ZVWis

Editorial

Die WASSERZEITUNG wird digitaler


Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir auf das vor uns liegende Jahr blicken, sehen wir vor allem eines: Bewegung. Mit einem geplanten Investitionsvolumen von rund 7,33 Millionen Euro setzen wir ein deutliches Sig­nal. Wir verwalten nicht den Status quo, sondern wir bauen aktiv an der Zukunft unserer Region. Wir investieren dort, wo es notwendig ist, und nutzen dabei gemeinsam mit den Gemeinden des Verbandes jede Möglichkeit, Kosten zu sparen. Ob es die Erneuerung der Rohwasserleitung ist oder die umfangreichen Maßnahmen im Schmutzwasserbereich – jeder Euro fließt direkt in die Ver- und Entsorgungssicherheit Ihrer Haushalte sowie in den Schutz unserer Gewässer.

Besonders wichtig ist mir dabei die Botschaft der Stabilität. Durch strikte Energieeffizienz und vorausschauende Planung können wir die Gebühren auch für 2026 stabil halten. Das ist unser Beitrag zur Daseinsvorsorge: Verlässlichkeit, wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, und Verlässlichkeit beim Blick auf den Gebührenbescheid.

Doch nicht nur unter der Erde modernisieren wir uns, auch in der Art, wie wir mit Ihnen kommunizieren, gehen wir neue Wege. Sie halten gerade die bewährte gedruckte Ausgabe unserer Kundenzeitung in den Händen. Ab sofort gibt es unsere Verbandszeitung auch als digitales E-Paper.

Wir erweitern unser Angebot, damit Sie Nachrichten zu Baustellen, Wasserqualität und Verbandsentwicklungen bequem auf dem Smartphone oder Tablet lesen können. Die gedruckte Zeitung bleibt als haptisches Medium erhalten, wird aber durch die digitale Version zeitgemäß ergänzt. Das spart langfristig Ressourcen und erhöht die Reichweite unserer Informationen.

Ich lade Sie ein: Nutzen Sie unsere Angebote, informieren Sie sich über unsere Vorhaben. 2026 wird ein Jahr des Anpackens. Wir freuen uns darauf, es gemeinsam mit Ihnen zu gestalten.

Ihre Grit Glanert, Verbandsvorsteherin

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Wärmeplanung schafft Orientierung

 




Interview mit der Verbandsvorsteherin Grit Glanert

Wärmeplanung schafft Orientierung

Steigende Energiepreise, unsichere Weltmärkte – die geopolitischen Spannungen rund um den Konflikt im Nahen Osten erinnern daran, wie abhängig Deutschland von globalen Energielieferketten ist. Gleichzeitig läuft im Verbandsgebiet des ZV Wismar ein Pro­zess, der genau das ändern soll: die kommunale Wärmeplanung für 19 Gemeinden. Verbandsvorsteherin Grit Glanert erläutert, was dahintersteckt und was Kundinnen und Kunden jetzt wissen sollten.
Frau Glanert, viele Menschen hören „kommunale Wärmeplanung“ und denken sofort: Muss ich jetzt meine Heizung tauschen?

Grit Glanert: Das ist das Erste, was ich klarstellen möchte: Nein. Die Wärmeplanung ist kein Zwang. Sie ist eine Landkarte. Sie zeigt, wie die Wärmeversorgung in Ihrer Gemeinde heute aussieht und wo die Reise hingehen könnte. Wer ohnehin irgendwann eine neue Heizung braucht, bekommt damit eine ver­lässliche Grundlage für die eigene Entscheidung.

Verbandsvorsteherin Grit Glanert treibt die kommunale Wärmeplanung im Verbandsgebiet voran.


Foto: ZVWis

Worum geht es dann konkret?

Es geht darum, Klarheit zu schaffen. Wo gibt es heute schon Wärmenetze? Wie heizen die Menschen in unseren Gemeinden? Und wie können wir die Versorgung in Zukunft sicherer und bezahlbarer machen – unabhängig davon, was auf den Weltmärkten passiert? Der ZV Wismar ist seit Jahren Wärmeversorger in der Region. Dieses Wissen bringen wir in den Prozess ein.

Wie läuft das beim ZV Wismar konkret ab?

Bei uns laufen alle Fäden zusammen. Die Veranstaltungen haben zentral bei uns in Lübow stattgefunden. Wir haben Daten zusammengetragen, Akteure zusammengebracht und Informationen bereitgestellt – damit die Planerinnen und Planer ein realistisches Bild bekommen. Schornsteinfeger, Energieversorger, Wohnungsgesellschaften, Unternehmen: Alle haben mitgewirkt. Auch viele Bürgerinnen und Bürger haben sich über eine Online-Umfrage beteiligt – das hat uns sehr gefreut.

Und wie ist der aktuelle Stand?

Für die Stadt Neukloster und die Gemeinden liegen die Planentwürfe vor. Die haben wir kürzlich gemeinsam mit den Gemeinde- und Stadtvertretern im Zweckverband Wismar besprochen. Jetzt folgt die öffentliche Beteiligung, dann können alle Bürgerinnen und Bürger die Pläne einsehen und sich dazu äußern.

Alles Weitere gibt es unter www.zweckverband.trigenius.de.

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Fast eine Million Euro für sauberes Wasser

 




Fördermittel einwerben

Fast eine Million Euro für sauberes Wasser

Neue Pumpen, effizientere Kläranlagen, modernere Leitungsnetze – all das kostet Geld. Der ZV Wismar nutzt dafür gezielt Förderprogramme von Bund und Land. Mit Erfolg: Seit 2024 wurden Fördermittel in Höhe von knapp 957.250 Euro bewilligt. Doch bis das Geld fließt, braucht es vor allem eines: einen langen Atem.

Zwei Fördertöpfe stehen dem ZV Wismar offen. Der Bund unterstützt über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) Maßnahmen, die Treibhausgasemissionen spürbar senken – die Umsetzung läuft über die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG). Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert über das Landesförderinstitut (LFI) ebenfalls Klimaschutz und Energieeffizienz, wenn Emissionen um mindestens 30 Prozent gegenüber der bisherigen Situation sinken.


Foto: Pixabay

Bund und Land zahlen mit

Gefördert werden zum Beispiel Machbarkeitsstudien, Planungsleistungen und konkrete Investitionen – etwa neue Abwasserpumpwerke oder Druckerhöhungsstationen für das Trinkwassernetz. Nicht alle Kosten eines Bauvorhabens sind dabei förderfähig. Entscheidend ist der Nachweis, dass die Maßnahme tatsächlich Energie spart und über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgeht.

Die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen: Acht Studien zu Wasserwerken und Kläranlagen wurden mit rund 211.800 Euro vom Bund bezuschusst. Für investive Maßnahmen im Abwasserbereich – darunter ein Pumpwerk und eine Kläranlage – flossen weitere rund 456.200 Euro. Eine Druckerhöhungsstation im Trinkwassernetz erhielt gut 136.100 Euro, die Planung von Wärmenetzen weitere rund 153.100 Euro.

Vorbereitung ist alles – der Weg zur Förderung

Der Weg zu diesen Mitteln beginnt lange vor dem eigentlichen Bauvorhaben. Grundlage ist ein Fünf-Jahres-Investitionsplan, aus dem hervorgeht, welche Projekte in den kommenden Jahren anstehen. Dann folgen Machbarkeitsstudien, technische Nachweise und schließlich der Förderantrag – allein beim Bund dauert die Bearbeitung nach Antragstellung in der Regel rund fünf Monate.

„Der Aufwand ist hoch, aber er lohnt sich. Jeder Fördereuro, den wir einwerben, ist ein Beitrag dazu, unsere Gebühren stabil zu halten und gleichzeitig in die Zukunft unserer Infrastruktur zu investieren“, sagt Katrin Schünemann aus der Stabsstelle der Technischen Abteilung, die beim ZV Wismar für das Fördermittelmanagement verantwortlich ist.

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Neues Pumpwerk für Proseken

 




Neues Pumpwerk in Proseken

ZV Wismar investiert 1,3 Mio. Euro in Abwasserinfrastruktur

Kaum sichtbar für die Öffentlichkeit entsteht derzeit eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen im Verbandsgebiet des ZV Wismar: In Proseken baut der Verband ein neues Abwasserpumpwerk. Modern und energieeffizienter als sein Vorgänger. Gesamtinvestition: 1,3 Millionen Euro. Bauzeit: September 2025 bis Ende August 2026.

Ein Abwasserpumpwerk – kurz: eine Anlage, die Schmutzwasser aus tiefer gelegenen Bereichen hebt und zur Kläranlage weiterleitet – ist unsichtbare Daseinsvorsorge. Funktioniert es zuverlässig, merkt niemand etwas. Fällt es aus, entsteht schnell ein ernstes Problem für Mensch und Umwelt. Der ZV Wismar betreibt im gesamten Verbandsgebiet 123 solcher Pumpwerke. Viele davon stammen noch aus den 1990er-Jahren und müssen Schritt für Schritt erneuert werden.

Schweres Gerät im Gehölz für eine Infrastruktur, die niemand sieht: Ein Mobilkran hebt die Betonschacht-Elemente für das neue Abwasserpumpwerk in Proseken ein. Foto: ZVWis

Das alte Pumpwerk in Proseken hatte sein technisches Lebensende erreicht. Veraltete Technik, steigende Wartungskosten und ein hoher Energieverbrauch machten den Neubau unausweichlich. Die neue Anlage wird nicht nur zuverlässiger arbeiten, sondern auch deutlich weniger Strom verbrauchen – ein wichtiger Beitrag zur Energieeffi­zienz im Verbandsgebiet.

Schwerstarbeit im Wald

Die Baustelle in Proseken ist kein leichtes Pflaster. Der Standort liegt abseits befestigter Straßen, mitten im Gehölz. Für die Montage der schweren Betonschacht-Elemente – die das Herzstück des neuen Pumpwerks bilden – rückte im März 2026 ein Mobilkran der Firma Warnowkran an. Tonnenschwere Fertigteile wurden präzise in die vorbereitete Baugrube eingehoben. Parallel dazu wurde ein neues Steuerungsgehäuse installiert, das die gesamte Pumpentechnik überwacht und ferngesteuert werden kann – rund um die Uhr, auch aus der Leitwarte in Lübow.

Wenn das neue Pumpwerk Proseken Mitte 2026 in Betrieb geht, wird es unauffällig seinen Dienst tun. Das Schmutzwasser wird weiterhin auf die Kläranlage Wismar zur Reinigung übergeleitet. Hier besteht seit Jahrzehnten eine gute Zusammenarbeit mit der Hansestadt Wismar.

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Das Geld liegt im Boden

 




Millionen fließen in Instandhaltung der unterirdischen Infrastruktur

Das Geld liegt im Boden

Rohre rosten, Leitungen altern, Pumpen verschleißen. Was niemand sieht, kostet trotzdem viel Geld. Beim ZV Wismar stecken 76 Prozent des gesamten Anlagevermögens im Trinkwasserbereich unter der Erde, im Abwasserbereich sind es 65 Prozent. Das ist kein Problem. Es ist die Realität jeder modernen Wasserversorgung. Entscheidend ist, wie konsequent in dieses unsichtbare Vermögen investiert wird.

Der imposante Bau des Abwasserpumpwerks in Proseken.


Foto: ZVWis

Bundesweit liegt die sogenannte Netzerneuerungsrate, also der Anteil des Leitungsnetzes, der pro Jahr erneuert wird, bei durchschnittlich 0,4 Prozent. Der ZV Wismar liegt deutlich darüber. Im Trinkwasserbereich wurden in der Vergangenheit im Mittel 1,13 Prozent des Netzes pro Jahr erneuert. Für die kommenden zehn Jahre sind sogar 2,3 Prozent pro Jahr geplant. Das 784 Kilometer lange Trinkwassernetz und das 471 Kilometer lange Schmutzwasserkanalnetz werden Jahr für Jahr systematisch instand gehalten. Nicht reaktiv, wenn etwas bricht, sondern planmäßig und kontinuierlich.

Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet

Seit der Gründung des ZV Wismar im Jahr 1991 bis 2023 wurden im Trinkwasserbereich rund 54 Millionen Euro Anlagevermögen aufgebaut, im Schmutzwasserbereich sogar rund 106 Millionen Euro. Zahlen, die zeigen: Hier wurde nicht am falschen Ende gespart.

Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) schätzt, dass deutschlandweit zwischen 2025 und 2044 rund 10 Milliarden Euro in die Erhaltung von Ver- und Entsorgungsstrukturen investiert werden müssen. Das entspricht etwa 10.000 Euro pro Kopf über diesen Zeitraum. Auch beim ZV Wismar sind in den kommenden Jahrzehnten umfangreiche Investitionen notwendig.

Die Strategie dabei ist klar: Investitionen verstetigen, Substanz erhalten, Gebühren perspektivisch auskömmlich für unsere Kundinnen und Kunden halten – unabhängig von kurzfristigen politischen Vorgaben. Dafür arbeitet der Zweckverband Wismar eng mit den Verbandsmitgliedern zusammen, informiert transparent und bindet sie frühzeitig in konzeptionelle Planungen und Vorhaben ein. Denn die Zukunft der Wasserver- und -entsorgung lässt sich nur gemeinsam zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger gestalten.

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In Kirchdorf wird die Kläranlage energetisch modernisiert

 




Sauberes Wasser für die Insel Poel und 11.000 Gäste um Sommer

In Kirchdorf wird die Kläranlage energetisch modernisiert

Wer im Sommer nach Kirchdorf auf die Insel Poel fährt, trifft auf eine der beliebtesten Küstenregionen Mecklenburg-Vorpommerns. An Spitzentagen kommen bis zu 11.000 Tagesgäste, Urlauber, Radfahrer. Was die wenigsten wissen: Damit das Schmutzwasser gereinigt und das saubere Wasser wieder in die Natur zurückgeführt werden kann, arbeitet im Hintergrund eine Kläranlage, die seit dem Jahr 2000 ihren Dienst tut. Jetzt wird sie fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht.

Andy Zimmermann kennt die Kläranlage Kirchdorf als Fachkraft für Abwassertechnik zu allen Jahreszeiten.


Foto: ZvWis

Von 2026 bis 2028 saniert der Zweckverband Wismar die Kläranlage Kirchdorf grundlegend. Geplante Investitionssumme: 1,46 Millionen Euro. Das Geld fließt in die Erneuerung zentraler Anlagenteile, damit die Anlage auch künftig zuverlässig arbeitet, egal ob im Hochsommer mit tausenden Gästen oder in den ruhigen Wintermonaten, wenn die Einwohnerzahl auf rund 1.000 Menschen sinkt.

Von Spitzenlast bis Winterruhe

Genau das ist die besondere Herausforderung in Kirchdorf: Die Kläranlage muss einen extremen Belastungswechsel bewältigen. Im Sommer läuft sie auf Hochtouren, im Winter fließt deutlich weniger Abwasser durch die Becken. Für die Bakterien, die im sogenannten SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor – ein Verfahren, bei dem Abwasser in Schüben biologisch gereinigt wird) die Reinigungsarbeit übernehmen, ist das eine echte Herausforderung. Sie brauchen stabile Bedingungen, um effi­zient zu arbeiten.

Bakterien bei Laune halten

Die Steuerungstechnik der Anlage überwacht rund um die Uhr, dass die Mikroorganismen die richtigen Mengen an Sauerstoff und Nährstoffen bekommen – auch wenn sich die Zulauffrachten von Woche zu Woche drastisch verändern.

Das gereinigte Abwasser wird anschließend so aufbereitet, dass es den gesetzlichen Anforderungen der Abwasserverordnung entspricht und bedenkenlos in die Umwelt eingeleitet werden kann. Für eine Insel wie Poel, die in der Ostsee liegt, ist das kein Detail, sondern eine Grundvoraussetzung für den Tourismus und die Lebensqualität der Einheimischen.

Mit der Sanierung sichert der ZV Wismar nicht nur den laufenden Betrieb. Er investiert in eine Infrastruktur, die man kaum wahrnimmt, aber immer braucht.

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Aller-hand: Wasserreichster Nebenfluss mündet bei Verden in die Weser

 



Warum der wasserreichste Zufluss der Weser mehr ist als ein Nebenfluss

Mehr Wasser als gedacht – die Aller

Die Aller ist der wasserreichste Zufluss der Weser. An ihrer Mündung bei Verden führt sie im Schnitt 120 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit sich. Das macht sie zum größten Fluss Norddeutschlands, der nicht selbst ins Meer mündet. Wo die Aller in die Weser fließt, liegt das Verbandsgebiet des Trinkwasserverbandes Verden.

Die Aller fließt an der Stadt Verden vorbei. Nach der Schneeschmelze im Harz steigt der Pegel innerhalb von Stunden.

Foto: pixabay/bernswaelz

Auf ihren rund 260 Kilometern von der Magdeburger Börde durch Sachsen-Anhalt bis nach Niedersachsen schlängelt sich die Aller durch eine weite, flache Landschaft, die sie selbst geprägt hat. Ihren Ursprung hat sie nahe Seehausen in der Magdeburger Börde – nicht als sprühende Quelle im Gebirge, sondern als stiller Beginn in einer sanften Tiefebene. Dann zieht sie westwärts vorbei an Wolfsburg, Gifhorn und Celle, nimmt unterwegs die wasserreichen Nebenflüsse Oker und Leine auf und wird mit jedem Kilometer breiter und mächtiger. Das Einzugsgebiet der Aller umfasst rund 15.600 Quadratkilometer – gut ein Drittel des gesamten Wesereinzugsgebiets.

Charakteristisch ist ihr träger, fast sanfter Verlauf: Auf der gesamten Strecke überwindet die Aller nur etwa 40 Höhenmeter. Das ist es, was sie so eigentümlich schön macht – breit, beschaulich, mäandernd. Und doch kann sie im Winter nach der Schneeschmelze im Harz blitzschnell anschwellen. Oker und Leine bringen dann das Schmelzwasser vom Harz mit und treiben die Aller ans Limit: Bis zu 1.400 Kubikmeter pro Sekunde wurden bei extremen Hochwasserereignissen gemessen.

Die mehr als 1.000 Jahre alte Dom- und Reiterstadt Verden liegt direkt an der Allermündung und ist Sitz des Trinkwasserverbandes Verden.

Foto: pixabay/bernswaelz


Von der Verkehrsader zum Erholungsfluss

Die Unteraller zwischen Celle und der Mündung bei Verden ist heute als Bundeswasserstraße ausgewiesen. Früher wurde hier reger Güterverkehr betrieben. Kali, Erdöl und Getreide wurden per Schiff transportiert. Heute bestimmen Ausflugsdampfer und Kanufahrer das Bild. Die Aller ist zu einem Ort der Entschleunigung geworden.

Naturliebhaber haben besonders in den jüngsten Jahren allen Grund zur Freude: Im Landkreis Verden läuft seit 2022 eines der größten Flussrenaturierungsprojekte Niedersachsens. Unter dem Namen „AllerVielfalt Verden” arbeiten NABU, Landkreis Verden und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung daran, auf rund 30 Flusskilometern und einer Fläche von 2.350 Hektar naturnahe Strukturen zurückzubringen. Altarme werden wieder angeschlossen, Deiche zurückverlegt, Auenbiotope entwickelt. Bis 2031 stehen dafür knapp 17 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist ein Biotopverbund von nationaler Bedeutung – und ein Stück Fluss, das sich seiner eigenen Natur wieder annähert. Die „Alte Aller”, ein früherer Seitenarm direkt vor der Verdener Altstadt, soll dabei als verbindendes Element zwischen Vergangenheit und Zukunft dienen.

Wer die Aller erkunden möchte, hat viele Möglichkeiten: per Fahrrad auf dem gut ausgeschilderten Aller-Radweg, per Paddelboot durch stille Abschnitte mit Schilfgürtel und Libellen, per Ausflugsschiff ab Verden oder ganz einfach zu Fuß auf den Uferpromenaden der Stadt, die sich idyllisch zwischen Altstadt und Fluss entlangziehen.

Die Aller ist kein Vorzeigeobjekt aus dem Reiseführer. Sie ist ein Fluss zum Erleben – ruhig, eigenwillig und vielfältig.

  • Verden – Dom, Pferde und mehr

    Direkt an der Allermündung liegt die über 1.000 Jahre alte Dom- und Reiterstadt Verden. Wahrzeichen ist der gotische Dom St. Maria und Cäcilia, der die Stadtsilhouette weithin überragt. Wer mehr über die jahrhundertelange Verbindung zwischen Mensch und Pferd erfahren möchte, ist im Deutschen Pferdemuseum genau richtig.

    www.verden.de

  • Natur auf 2.350 Hektar

    In den Allerschleifen zwischen Wohlendorf und Hülsen, direkt vor den Toren Verdens, liegt seit 2004 ein Naturschutzgebiet. Wer still durch die Niederung läuft, entdeckt Eisvögel, Graureiher und im Frühsommer die charakteristischen Rufe des Braunkehlchens. Ein Naturerlebnis, das keine weite Anreise braucht.
  • Mit dem Schiff über Aller und Weser

    Die MS Stadt Verden verbindet per Ausflugsdampfer Aller und Weser miteinander. Eine gemütliche Möglichkeit, das Zusammenspiel der beiden Flüsse direkt zu erleben – von der Wasseroberfläche aus sieht die Landschaft noch einmal ganz anders aus. Das Schiff kann auch für Gruppen und Feiern gebucht werden.

    www.flotte-weser.de

  • Auf zwei Rädern an der Aller

    Der Aller-Radweg begleitet den Fluss auf 328 Kilometern von Verden bis zur Quelle nahe Magdeburg und beginnt direkt im TV-Verden-Verbandsgebiet. Wer nur einen Abschnitt erkunden will: Die Etappe von Verden bis Schwarmstedt (etwa 53 Kilometer) führt durch besonders naturnahe Abschnitte der Unteraller.

    www.allerleinetal.de

  • Fischweg zwischen Harz und Nordsee

    Die Aller ist das wichtigste Wandergewässer für Fische zwischen Nordsee und Harz. Lachs, Meerforelle und andere Wanderfische nutzen sie als Verbindungsroute. Das Renaturierungsprojekt „AllerVielfalt Verden” soll die ökologische Durchgängigkeit weiter verbessern, damit die Aller als Lebensader auch unter Wasser wieder funktioniert.

    www.allervielfalt.de

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Sicherung der guten Grundwasserqualität

 



Freiwillige Vereinbarungen und landwirtschaftliche Zusatzberatungen

Landwirte und Wasserversorger arbeiten eng zusammen

Um die Belange des Grundwasserschutzes in Trinkwassergewinnungsgebieten mit den Interessen der Landwirtschaft in Einklang zu bringen, arbeiten wir mit den in den Wasserschutzgebieten wirtschaftenden Landwirten eng zusammen.

Regelmäßig treffen sich alle Beteiligten zum Austausch.

Foto: TV Verden

Diese Kooperation, an der unter anderem auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie die Untere Wasserbehörde des Landkreises Verden beteiligt sind, existiert bereits seit vielen Jahren. Ihr Ziel ist die Sicherung der Grundwasserqualität, damit unsere Kunden auch in Zukunft weiterhin mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgt werden können.

Über sogenannte freiwillige Vereinbarungen verpflichten sich die Landwirte zur Einhaltung vorab vereinbarter Bewirtschaftungsregeln. Zu den Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen sollen, können zum Beispiel der Anbau einer Zwischenfrucht oder die umbruchlose Grünland­erneuerung gehören. Die Landwirte nehmen die Ertragseinbußen bzw. Mehraufwendungen in Kauf. Dafür erhalten sie Ausgleichszahlungen.

Neben der Umsetzung der freiwilligen Vereinbarungen ist die landwirtschaftliche Zusatzberatung ein zentraler Baustein für die nachhaltige Sicherung der Trinkwasserqualität. Für Landwirte der Kooperation Trinkwasserschutz Verden ist diese Beratung, die durch die Syker Zweigstelle der Ingenieurdienst Umweltsteuerung GmbH (INGUS) angeboten wird, ein kostenfreies Angebot.

Die finanziellen Mittel für den kooperativen Grundwasserschutz werden vom Land Niedersachsen bereitgestellt und durch Mittel der Europäischen Gemeinschaft unterstützt. Sie stammen zum Teil aus den sogenannten Wasserentnahmeentgelten, welche die Wasserversorger an das Land entrichten müssen.

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Digitale Wasserzähler für den Garten

 



Digitale Gartenwasserzähler mit Fernablesefunktion

Keine Fristen mehr verpassen

Für diejenigen, die ihren Garten regelmäßig wässern, dafür aber nicht genügend Regenwasser aus einer Zisterne oder Regentonne zur Verfügung haben, kann sich ein geeichter Gartenwasserzähler lohnen. Seit einiger Zeit bieten wir digitale Abzugszähler mit Fernablesefunktion an.

Kunden, die einen angemeldeten, geeichten Gartenwasserzähler   – auch Abzugszähler genannt – besitzen, müssen am Ende eines jeden Jahres daran denken, den Zählerstand in unserem Zählerstandsportal zu hinterlegen. Der spätmöglichste Termin für die Meldung des Zählerstandes, damit wir diesen für die Jahresverbrauchsabrechnung berücksichtigen können, ist der 15. Dezember.

Wer diese Frist nicht mehr verpassen möchte, kann bei uns einen geeichten Gartenwasserzähler mit Fernablesefunktion für aktuell 47,60 Euro (brutto) käuflich erwerben und diesen von unseren Monteuren oder einem Installateur seiner Wahl einbauen lassen. „Kunden, die den digitalen Abzugszähler nicht von uns einbauen lassen, müssen diesen noch bei uns anmelden“, informiert Melanie Pawlikowski, Leiterin Verbrauchsabrechnung. Die Anmeldung des Gartenwasserzählers erfolgt per E-Mail an info@tv-verden.de mit Angabe folgender Daten: Name des Grundstückseigentümers und Adresse des Grundstücks. Zudem sind ­Fotos vom alten (nur bei Bestandsanlagen) und neuen Zähler mit sichtbarem Eichjahr und Zählerstand sowie von der Einbausituation mit erkennbarem Leitungsverlauf hinter dem Gartenwasserzähler zu übermitteln.

Für diejenigen, die ihren Garten regelmäßig wässern, dafür aber nicht genügend Regenwasser aus einer Zisterne oder Regentonne zur Verfügung haben, kann sich ein geeichter Gartenwasserzähler lohnen. Seit einiger Zeit bieten wir digitale Abzugszähler mit Fernablesefunktion an.

Foto: TV Verden

Ausnahme Thedinghausen

Eine Besonderheit gibt es für ­Kunden, die im Gebiet der Samtgemeinde Thedinghausen wohnen. Sie teilen den Einbau eines Abzugszählers unter Angabe der oben genannten Informationen bitte ihrer Samtgemeindeverwaltung mit, die auch den Abwassergebührenbescheid erstellt.

Den Zählerstand des digitalen Abzugszählers erfassen wir als Dienstleistung für die Gemeinden und Städte im Rahmen unserer Gesamtauslesungen per Fernauslesung und berücksichtigen diesen auf dem Gebührenbescheid.

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Kündigung des Wasserversorgungsvertrages

 




Beendigung der Wasserversorgung

„Der Vertrag muss schriftlich gekündigt werden!“

Wer sein Haus verkauft, muss einiges bedenken. Melanie Pawlikowski, Leiterin Verbrauchsabrechnung, gibt im Kurzinterview einige Tipps bezüglich der Kündigung des Wasserversorgungsvertrages.

Melanie Pawlikowski

Foto: TV Verden

Worauf müssen Eigentümer hinsichtlich ihres Wasserversorgungsvertrages achten, wenn sie vorhaben ihr Haus zu verkaufen?

Sie müssen darauf achten, dass der Vertrag entsprechend AVBWasserV schriftlich gekündigt wird. Es reicht nicht aus, eine E-Mail zu schreiben. Wir brauchen das formlose Schriftstück im Original. Im Idealfall erfolgt die Kündigung direkt nach der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages. Laut unserer Ergänzenden Bestimmungen muss uns jeder Wechsel der Rechtsverhältnisse am Grundstück innerhalb eines Monats schriftlich mitgeteilt werden.

Welche Informationen werden noch benötigt?

Nach der Umschreibung im Grundbuch benötigen wir von den Hausverkäufern für die Erstellung der Schlussabrechnung noch folgende Informationen: Datum der Übergabe, Zählerstand bei Übergabe, Name und Anschrift des neuen Eigentümers, neue Adresse für die Schlussabrechnung und Kopie des Grundbuchauszuges. Sofern die Kündigung bereits vorab schriftlich bei uns eingegangen ist, reicht es aus, wenn uns diese Informationen per E-Mail zukommen.

Was passiert, wenn das Haus schon seit Monaten verkauft ist, der Wasserversorgungsvertrag aber nicht gekündigt wurde?

Dann ist laut AVBWasserV noch der alte Eigentümer, bis er seinen Versorgungsvertrag ordnungsgemäß gekündigt hat, haftend. Das heißt, er muss für die bis zu dem Zeitpunkt anfallenden Kosten aufkommen.

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