Nebeltor entschärft Hitze-Hotspot
Durch heiße Sommertage kommt besser, wer regelmäßig trinkt. So weit, so bekannt. Und auch eine kalte Dusche weckt die Lebensgeister. Dabei muss das Wasser nicht monsunartig strömen. Bereits ein feiner Wassernebel erfrischt unglaublich. Sie erleben es in Cottbus!

Das Medieninteresse am Nebeltor war groß: im Bild Marten Eger, Geschäftsführer der LWG, bei der offiziellen Einweihung. Fotos (2): LWG
Die Erfahrung besagt: Zum Cottbuser Stadtfest schraubt Petrus die Temperaturen hoch. Dieses Jahr war keine Ausnahme. Am Wochenende des kalendarischen Sommerbeginns – also Jahres-Höchststand der Sonne über der Lausitz – durften die Besucherinnen und Besucher bei strahlend-schönem Wetter die Attraktionen genießen. Dazu gehörte am 18. Juni für Oberbürgermeister Schick und LWG auch eine ganz besondere Einweihung: ein Nebeltor in Laufweite des Japanischen Pavillons im Puschkin-Park. Die Idee für das Projekt ging auf eine Initiative des Oberbürgermeisters der Stadt Cottbus zurück. Mit der LWG wurde ein leistungsfähiger und erfahrener Partner für die technische Umsetzung gewonnen.
„Wer sich eine Abkühlung wünscht, drückt den Knopf und wird mit feinstem Wassernebel angenehm erfrischt“, erklärt Projektleiter und LWG-Technikchef Jonas Krause die einfache Bedienung des Edelstahlbogens mit den feinen Sprühdüsen. „Wir wissen aus eigenem Erleben, dass sich der völlig unbeschattete Stadthallenvorplatz im Sommer erheblich aufheizt, daher sollte das Tor mit seinem kühlenden Effekt ganz in die Nähe.“
Ran ans LWG-Netz
Experimente haben es deutlich gemacht: Verdunstung kann die Umgebungstemperatur eines Hitze-Hotspots spürbar senken. „Daher ist ein Nebeltor eine unkomplizierte und universelle Ad-hoc-Lösung für Klimawandel-geplagte Innenstädte“, so der Wasser-Fachmann. Ähnlich wie die von der LWG installierten Trinkwasserspender soll auch das neue Tor von „O bis O“ in Betrieb gehen – von Ostern bis Oktober. Die Anschaffungskosten des Bogens und der Wasserverbrauch waren überschaubar. Relativ aufwändig gestaltete sich lediglich der notwendige Anschluss ans Versorgungsnetz, wofür die LWG Fördermittel aus dem Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zeiten“ beanspruchen konnte. „Wir mussten eine eigene Rohrleitung verlegen, also faktisch einen ‚Hausanschluss‘ herstellen, inklusive Schacht mit Wasserzähler.“ Dann konnte das gute Lausitzer Wasser fließen.
Mittelharte Tatsachen
Wie sich die sehr gute Qualität des Lausitzer Wasser – sein Reichtum an Mineralien – auf die feinen Düsen auswirkt, bleibt jedoch abzuwarten. „Unser mittelhartes Wasser ist super für Knochen und Zähne, könnte aber für den Wartungsaufwand eine kleine Herausforderung darstellen“, schmunzelt der Technische Leiter der LWG und strahlt Optimismus aus. „Es ist ein tolles Projekt, ich bin gespannt, wie es angenommen wird.“
Neben dem stationären Nebeltor hat die LWG zusammen mit der Stadt Cottbus ein weiteres, mobiles Nebeltor angeschafft. Es soll vor allem bei öffentlichen Sport-Veranstaltungen, die während heißer Wetterphasen stattfinden, als Mietobjekt zur Verfügung stehen. Seine ersten Bewährungsproben bestand es bei den OSTSEE Sportspielen und auf dem diesjährigen Cottbuser Stadtfest. Über zukünftige Einsatzorte entscheidet die Stadt Cottbus.


