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Author: wz_admin

20 Jahre WAL-Betriebsführung mit hohen Investitionen

 



Jubiläum für die WAL-Betriebsführung:
2 – 20 – 200

Nein, die gewählte Überschrift ist weder ein Rätsel noch höhere Mathematik: Hinter diesen drei Zahlen stecken 2 Unternehmen – WAL-Betrieb als Betriebsführer und der Wasserverband Lausitz, der in 20 Jahren mehr als 200 Millionen Euro im Verbandsgebiet investiert hat. Chapeau!

Partnerschaftlicher Händedruck: WAL-Verbandsvorsteher Christoph Maschek (r.) und Patrick Laurisch, Geschäftsführer WAL-Betrieb. Foto: WAL-Betrieb

Das vor zwei Jahrzehnten gewählte Konstrukt eröffnete dem Wasserverband Lausitz (WAL) auf einzigartige Weise die Chance, in herausfordernden Zeiten diese Investitionen mit dem Personal des Betriebsführers verlässlich zu realisieren. „Denn das ist nötig, um Trinkwasserversorgung und Schmutzwasserbeseitigung auf höchstem Niveau zu gewährleisten“, blickt Verbandsvorsteher Christoph Maschek auf die geradlinige Entwicklung der Partnerschaft. „Wir haben auch nicht vergessen, dass es mit der Ausgründung der Betriebsführungsgesellschaft gelungen war, den damals drohenden Personalabbau zu vermeiden.“ Alle 139 Mitarbeitenden behielten ihren Job.

Mit dem starken Dienstleister WAL-Betrieb an der Seite konnte der Wasserverband seine Leistungsfähigkeit in der Daseinsvorsorge auf einem qualitativ hohen Niveau unter Beweis stellen. „Jeder weiß, dass Personal das A und O jedes unternehmerischen Handels ist“, weist Christoph Maschek auf einen besonders erfreulichen Fakt hin: „Wir konnten Jahr für Jahr junge Frauen und Männer dafür begeistern, sich hier bei uns den Themen Trink- und Schmutzwasser beruflich zu widmen.“

Regional verbunden – überregional im Einsatz 

Patrick Laurisch, Geschäftsführer von WAL-Betrieb, pflichtet dieser Aussage rundweg bei. Er kann sogar punktgenau bilanzieren: „Wir haben in diesem Jahr den sage und schreibe 73. Ausbildungsvertrag seit 2006 für den Standort Senftenberg geschlossen. Viele der Jungfacharbeiter sind nach wie vor an Bord und übernehmen auch Führungsverantwortung.“

Das gut gefüllte Personaltableau von WAL-Betrieb stellt Betriebsführungen mittlerweile weit über die Lausitz hinaus sicher. „Wir haben Spezialisten für alle ‚Wasser-Fälle‘ an Bord“, versichert Patrick Laurisch schmunzelnd, „und können dadurch die regional und überregional übernommenen Aufgaben mit hoher personeller Flexibilität sicherstellen.“

Als Tochterunternehmen der EURAWASSER GmbH & Co. KG profitiert WAL-Betrieb dabei zusätzlich von einem starken Unternehmensverbund und einem deutschlandweiten fachlichen Netzwerk in der Wasserwirtschaft. Bestes Zeugnis der funktionierenden Betriebsführerschaft ist die Tatsache, dass beide Unternehmen ihren gemeinsamen Vertrag bereits vorzeitig bis 2030 verlängert haben.

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Das „Herz“ des WAL – stark und sicher

 



Wasserwerk Tettau: Entnahmerechte „entfristet“/Tag der offenen Tür am 4. Juli

Das „Herz“ des WAL – stark und sicher

Behördliche Entscheidungen rund um die Versorgung mit Trinkwasser bieten den Kundinnen und Kunden des WAL auf den ersten Blick wenig Spannendes. Doch dahinter steckt im aktuellen Fall nicht mehr und nicht weniger als langfristige Sicherheit. Und auch das können wir am 4. Juli im Wasserwerk Tettau gemeinsam feiern.

Das Wasserwerk Tettau gehört zu den größten Produktionsstätten des Lebensmittels Nr. 1 im Land Brandenburg, sowohl heute als auch für künftige Generationen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Foto: WAL-Betrieb

Wer den natürlichen Wasserkreislauf anzapfen möchte, benötigt dafür eine Genehmigung der zuständigen Behörden auf der Grundlage des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG). Der Weg dorthin ist alles andere als ein Selbstläufer. „Im Antragsprozess müssen wir nachweisen, dass die gewünschte Entnahmemenge nicht die natürliche Neubildung des Grundwassers übersteigt“, erläutert WAL-Verbandsvorsteher Christoph Maschek. „Wir sind dabei mit dem Wasserwerk Tettau in der erfreulichen Lage, auf einen überaus potenten Grundwasserleiter zugreifen zu können.“

Was die Anlage südlich von Lauchhammer täglich aus den Tiefen des Lausitzer Bodens holt und ins WAL-Netz einspeist, ist immens. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Trinkwasser. „Dennoch mussten wir fürs aktuelle Genehmigungsverfahren kein höheres Fördervolumen beantragen – wir sind mit den bisherigen Werten auf der sicheren Seite“, so Maschek. Dies begründet sich durch den Neubau dreier Bauwerke für den „Trinkwasserverbund Lausitzer Revier“: einerseits die beiden (energieautarken!) Druckerhöhungsstationen inklusive Hochbehälter des WAL in Allmosen und Lauchhammer, andererseits eine weitere neue Druckerhöhungsstation des länderübergreifenden Systems in Lauta (sächsischer Landkreis Bautzen) der ewag kamenz Energie- und Wasserversorgung AG.

Alle ziehen an einem Strang

„Duch diese Baumaßnahmen wird in der Fläche des Trinkwasserverbundes genügend Trinkwasser für Spitzenzeiten vorgehalten“, beschreibt der WAL-Verbandsvorsteher die komfortable Lage für die Mitglieder der kommunalen Arbeitsgemeinschaft. „Insofern war der Weg geebnet für die Erneuerung der wasserrechtlichen Genehmigung. Doch nicht nur das. Unsere Entnahmerechte aus dem Grundwasser sind sogar entfristet worden, was uns für das Wasserwerk Tettau eine langfristige Betriebssicherheit gibt.“

Verlässliche Daseinsvorsorge

Der Wasserverband Lausitz bedankt sich bei den beteiligten Mitarbeitern der oberen Wasserbehörde und beim Landkreis OSL für die gute Zusammenarbeit. „Das ist ein wahrer Segen angesichts der Bauprojekte, die wir vor der Brust haben“, freut sich Christoph Maschek und fügt hinzu: „Hier ziehen alle an einem Strang! Man ist sich bewusst, dass es um eine sichere Trinkwasserversorgung und letztlich auch eine verlässliche Daseinsvorsorge für alle geht!“ 

Lernen Sie das Wasserwerk Tettau kennen!

Wie der Wasserverband Lausitz das Grundwasser in Ihr Lebensmittel Nr. 1 „verwandelt”, können Sie am 4. Juli aus erster Hand erfahren. Am nächsten „Tag der offenen Tür” führen wir Sie durch die Hallen der Anlage und beantworten all Ihre Fragen. Vor den Türen des Werks soll es fröhlich und stimmungsvoll zugehen. Sie dürfen sich unter anderem – und einmal mehr beim WAL! – auf die meisterhaften Perkussionisten der „Weberknechte” aus Finsterwalde mit ihren Schlaginstrumenten freuen. Das Ensemble aus der Sängerstadt bringt Sie ganz gewiss in Bewegung. Darüber hinaus wird ein Schalmeien-Orchester aufspielen. Damit es für die Jüngsten aufregend wird, dafür sorgt neben einer Hüpfburg die Unterstützung durch eine regionale Kita mit Spiel & Spaß. Auch für Ihr leibliches Wohl ist selbstverständlich gesorgt. Der WAL freut sich auf Sie!

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Lausitzer Badespaß im neuen Seenverbund!

 



Unterstützt vom Wasserverband Lausitz (WAL):

Lausitzer Badespaß im neuen Seenverbund!

Wenn es um „Wasser“ und „Gemeinsinn“ geht, ist der WAL mit von der Partie! Unser Wasserverband selbst verbindet Menschen (bzw. ihre Kommunen) für einen existenziellen Zweck – die Versorgung mit dem flüssigen Schatz aus der Tiefe. Nun ist unser Lebenselixier auch oberirdisch ein Verbund. Lassen Sie uns das am 29. Juni feiern, indem wir zusammen baden gehen.

Ein beeindruckendes Panorama aus der Vogelperspektive: das Lausitzer Badegewässer-Quintett aus Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Großräschener und Sedlitzer See.
In welchen werden Sie am 29. Juni eintauchen?
Fotos: S. Rasche (Luftaufnahme)/Nada Quenzel (klein)

Für Ihre feucht-fröhliche Teilnahme an der „5-Seen-Challenge“ brauchen Sie neben der bevorzugten Kleidung nur noch eine Badekappe, eine BLAUE Badekappe. Diese wird Ihnen an den Info-Pavillons des Tourismusverbandes an den fünf Seen ab 15:00 Uhr ausgegeben. Die farbige Kopfbedeckung dient gleichermaßen als Erkennungszeichen der bis ins Nachbarbundesland Sachsen reichenden Aktion wie Sicherheitsfaktor für alle Beteiligten. Und Sicherheit wird an diesem Tag – bei aller in Aussicht stehenden Badebegeisterung – großgeschrieben: An den fünf Stränden, von denen die erwarteten Heerscharen an Wasserratten losstürmen, wachen Rettungsschwimmer mit wachsamen Augen über die Teilnehmenden. Schon jetzt können Sie sich online für den großen Spaß registrieren – auf www.lausitzerseenland.de/5-seen-challenge – und die Chance auf attraktive Preise sichern: Schifffahrten im Seenverbund, Restaurant- und Hotel-Gutscheine, exklusive 5-Seen-Produkte wie Schokolade, Gin und Kaffee sowie noch vieles andere mehr.

Und so läuft es ab!

Nach einem Warm-Up (ab 15:45 Uhr) an allen Seen, geht es um Punkt 16:00 Uhr am Badestrand Großkoschen für den Bereich Senftenberg „3 – 2 – 1!“ los. Es folgen im Viertelstunden-Takt Geierswalde, Klein Partwitz, Großräschen und abschließend Lieske (Sedlitzer See). Neben den Blaukappen sind auch lautstark anfeuernde Schlachtenbummler herzlich willkommen. Wer nicht selbst zur Challenge antreten kann, verfolgt die spritzige Staffel gerne im Livestream auf der genannten Webseite des Tourismusverbandes. Um 17:30 Uhr wird an allen Badestränden bekanntgegeben, wie viele Lausitzer und Gäste „blau“ waren und welcher See gewonnen hat. Übrigens können auch Bootsbesitzer die Aktion begleiten!

Die Lausitzer WASSERZEITUNG und der WAL wünschen allen aktiv und passiv Teilnehmenden der „5-Seen-Challenge“ einen unvergesslichen Tag!

Die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 5.300 Hektar. Eine komplette Runde auf dem Wasser ist etwa 50 km lang. Zur modernen touristischen Infrastruktur rund um die Seen gehören Marinas, Radwege, Strände und vielfältige Freizeitangebote.


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„Der Status quo wird in Zukunft nicht ausreichen“

 



SACHSENS PERSÖNLICHKEITEN

„Der Status quo wird in Zukunft nicht ausreichen“

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch über Wasserresilienz, Investitionen und weniger Bürokratie

Auch in dieser Ausgabe bittet die WASSERZEITUNG eine Persönlichkeit aus Sachsen zum Interview. Dieses Mal beantwortet der sächsische Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch die Fragen unserer beiden Herausgeber, dem AZV Parthe und dem ZV Torgau-Westelbien, zu aktuellen Themen rund ums Wasser.

Im Gespräch mit Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig
von Breitenbuch stehen Klimaanpassung, Wasserversorgung und Entlastungen
für kommunale Aufgabenträger im Mittelpunkt.

Foto: Alexander Fuhrmann

Wasser im Fokus: Umweltminister von Breitenbuch setzt auf Austausch vor Ort. Foto: Alexander Fuhrmann

Herr von Breitenbuch, ganz spontan: Was verbinden Sie mit den Schlagwörtern Wasser und Sachsen?

Wasser ist Leben und eine der wertvollsten Ressourcen, die es gibt. Wir haben im Freistaat eine sehr gute Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsinfrastruktur und sind auch im Hochwasserschutz gut aufgestellt. Jedoch stehen wir künftig vor großen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu gehören der Umgang mit zunehmenden Niedrigwasser- und Dürrephasen sowie eine abschließende Neuordnung der Gewässerbewirtschaftung in den Braunkohleregionen. Und nicht zuletzt brauchen wir zum Schutz von Grund- und Oberflächenwasser ein gut durchdachtes und nachhaltiges Wasserverfügbarkeitsmanagement. Das heißt auch, dass der Status quo unserer Wasserversorgungsinfrastruktur in der Zukunft nicht ausreichen wird. Deshalb müssen wir hier investieren, die Wasserversorgungsresilienz stärken und Vorsorge für Niedrigwasser und Dürre treffen.

Anfang Mai fand in Leipzig die Umweltministerkonferenz (UMK) statt. Welches Signal geht von diesem Treffen aus?

Meine Amtskollegen und ich haben uns klar zur Stärkung der Wasserresilienz und einem sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser bekannt. Dieses Thema haben wir aus Sachsen klar setzen können. Wir brauchen ein übergreifendes Dürre- und Niedrigwasserrisikomanagement als wesentlichen Baustein der Nationalen Wasserstrategie. Der Bund wurde gebeten, einen Forschungsschwerpunkt mit dem Thema Wasserverfügbarkeit und Wasserknappheit zu etablieren. Auch die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs ist eine gemeinsame Aufgabe der betroffenen Länder und des Bundes. Deshalb fordern wir die Gründung der im Bundeskoalitionsvertrag angekündigten Bund-Länder-AG.

Was braucht es für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft im ländlichen Raum?

Mit der sächsischen Förderrichtlinie öffentliche Trinkwasserinfrastruktur haben wir seit 2019 bereits eine wesentliche Verbesserung der Wasserversorgung in ländlichen Räumen erreicht. Mit unserer 2024 verabschiedeten Richtlinie Siedlungswasserwirtschaft flankieren wir zur Anpassung an den Klimawandel notwendige Investitionen in die öffentliche Wasserversorgungsinfrastruktur. Für lebenswerte ländliche Räume ist eine angemessene Wasserversorgung unabdingbar. Hier sind mit Blick auf klimatische sowie demografische Entwicklungen unter Umständen auch innovative Ansätze gefragt. Der Freistaat unterstützt in der gegenwärtigen Haushaltslage die kommunalen Aufgabenträger, die Abwasserreinigung zu verbessern, um zu einem guten ökologischen Gewässerzustand beizutragen.

Seit mehreren Jahren besteht die Problematik zur nicht ausreichenden finanziellen Beteilung der Straßenbaulastträger an den Straßenentwässerungskosten
von Bundes- und Staatsstraßen. Es geht um die Mitnutzung der Abwasseranlagen
der kommunalen Abwasserverbände. Weshalb tut sich der Freistaat als Straßenbaulastträger so schwer, hier eine ausreichende Kostenbeteiligung zu beschließen?

Aus Sicht meines Hauses als oberster Wasserbehörde ist das Bemühen um eine kostendeckende finanzielle Beteiligung der Straßenbaulastträger für die Mitbenutzung
kommunaler Abwasseranlagen berechtigt. Dieses wird ausdrücklich unterstützt, um
einen defizitären Betrieb der Anlagen zu Lasten der kommunalen Aufgabenträger
zu vermeiden. Alle bislang diskutierten Lösungswege setzen Änderungen des Sächsischen Straßengesetzes und/oder des Sächsischen Kommunalabgabengesetzes voraus,
die letztlich nur der Landtag beschließen kann. Selbstverständlich ist eine enge ressortübergreifende Abstimmung unerlässlich.

Was konnte bisher erreicht werden?

Das Sächsische Verkehrsministerium hat eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, in der auch wir aktiv mitwirken, ebenso wie der Sächsische Städte- und Gemeindetag mit Unterstützung der Aufgabenträger der Abwasserbeseitigung. Gemeinsames
Ziel sollte ein fairer finanzieller Ausgleich zwischen Straßenbaulastträgern und Abwasserentsorgungsträgern sein, der eine gesamtwirtschaftlich effiziente, umweltgerechte und nachhaltige Abwasserbeseitigung ermöglicht.

Maßnahmekonzepte, Gefährdungsbeurteilungen, Statistiken…Die kommunalen Betriebe fühlen sich im Hinblick auf die anwachsende Fülle der bürokratischen Anforderungen überfordert. Wird es einen Bürokratieabbau geben?

Das Sächsische Kabinett hat im März 2026 mit dem zweiten Bürokratieentlastungspaket auch einen umfassenden Abbau von Berichts- und Anzeigepflichten sowie Nachweispflichten beschlossen. Gegenwärtig werden alle landesrechtlichen Regelungen auf entsprechende Pflichten gesichtet, um im Anschluss den gebotenen Abbau zu prüfen. Gleichzeitig sollen bestehende Pflichten auf mögliche Bündelungen, die Vereinheitlichung von Stichtagen und die Verlängerung des Berichtsturnus überprüft werden. Damit wollen wir überflüssige Bürokratie abbauen. Da, wo wir Daten brauchen, wollen wir auf die konsequente Anwendung des Once-Only-Prinzips setzen: Daten sollen nur einmal gemeldet werden, auch wenn verschiedene Stellen sie brauchen.

Seit Anfang Dezember 2024 sind Sie Umweltminister von Sachsen. Das Handlungsprogramm „Zukunft Wasser für Sachsen“ wurde Anfang 2024 veröffentlicht, vor Ihrer Amtszeit. Wie steht es um dieses Programm? Was ist daraus geworden?

Die Inhalte des Programms stehen in einer langen Reihe sachlicher Entscheidungen zum Thema Wasser in Sachsen seit eigentlich 100 Jahren und leiten unser Handeln weiterhin – auch in Kombination mit der Nationalen Wasserstrategie des Bundes. Der Zugang zu sauberem Wasser und eine gesicherte Wasserver- und -entsorgung bleiben wichtige Aufgaben. Entscheidend ist, die Infrastruktur zu fördern und langfristig preisstabil und bedarfsgerecht zu gestalten. Der Erhalt von Trinkwasserschutzgebieten ist dabei eine vordringliche Aufgabe. Wir setzen die „Grundsatzkonzeption öffentliche Wasserversorgung 2030“ und die Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und damit die Aufgaben im Handlungsprogramm „Zukunft Wasser für Sachsen“ konsequent um. Gleiches gilt für das Handlungsfeld „Anpassung der Talsperreninfrastruktur für die Wasserversorgung“ und für das Thema Niedrigwasser inklusive eines Risikomanagements bis zum Ausbau von Systemverbünden und dem verstärkten Wasserrückhalt in der Fläche zur Erhöhung der Klimaresilienz und zur Unterstützung des Landschaftswasserhaushaltes.

Ein kurzer Ausblick: Welche wichtigsten Wasser-Themen stehen für Sachsen in den nächsten Jahren an?

Neben dem Erhalt von Trinkwasserschutzgebieten, der Anpassung bzw. dem Ausbau unserer Talsperren und Speicher ist die Umsetzung der überabeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie KARL eine Herausforderung. Sie stellt einen zusätzlichen Standard für den Gewässerschutz dar. Die erweiterte Herstellerverantwortung ist ein zentrales Instrument. Es ist wichtig, hierbei die jeweiligen Interessen der Aufgabenträger der Abwasserbeseitigung, des Gewässerschutzes, der Gebühren- und Beitragszahler und von Industrie- und Gewerbe bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht und den Vollzug zu berücksichtigen. Auch die Renaturierung der Oberflächengewässer, der Flussauen sowie der Wasserrückhalt in der Fläche und der Hochwasserschutz sind und bleiben eine Generationenaufgabe. Hinzu kommt die Mammutaufgabe, den Wasserhaushalt in den Bergbauregionen zu reparieren. Die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie sehe ich beim realen Klimawandel in Sachsen kritisch, hier sind wir in die Diskussion mit der EU getreten.

Viele Termine, viele Themen…Haben Sie zum Erholen Lieblingsorte am Wasser in Sachsen?

Meine Familie und ich leben seit langer Zeit südlich von Leipzig. Der Mausbach in Kohren-Sahlis und das Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche bei Frohburg gefallen mir besonders gut.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte WASSERZEITUNG-Redakteurin Ulrike Wolf im Mai 2026.

Georg-Ludwig von Breitenbuch

Georg-Ludwig von Breitenbuch
  • Geboren am 19. 6. 1971 in Göttingen, verheiratet, sechs Kinder
  • Gelernter Landwirt und Dipl. Volkswirt
  • Seit 1997 Mitglied der CDU, seit 1999 Stadtrat in Kohren-Sahlis und Frohburg
  • 2009 Mitglied des Sächsischen Landtags
  • 10 Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Landtagspräsidium
  • Mitglied in verschiedenen Ausschüssen des Landtags, u. a. Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Landwirtschaft
  • Seit 2024 Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft

Kurzinfo Straßengesetz

  • Das Straßengesetz des Freistaates Sachsen steuert den Bau, die Nutzung und die Verwaltung öffentlicher Straßen im Bundesland.
  • § 23 Abs. 5 regelt die Kosten bei der Straßenentwässerung. Wenn Regenwasser von Straßen über eine Abwasseranlage abgeleitet wird, die nicht dem Straßenbaulastträger selbst gehört, z. B. eine kommunale Kanalisation, muss sich der Straßenbaulastträger an den Kosten für Bau oder Erneuerung dieser Anlage beteiligen.
  • Die Kritik der kommunalen Abwasserverbände: Die einmalige finanzielle Beteiligung der Straßenbaulastträger ist zu gering, denn nicht berücksichtigt werden die Instandhaltungskosten z.B. der Entwässerungsgräben, Kanäle, Schachtabdeckungen und Pumpen über die gesamte Lebensdauer hinweg.

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„Heute handeln, um morgen geschützt zu sein“

 



Thüringen

„Heute handeln, um morgen geschützt zu sein“

Seit über drei Jahrzehnten ist das Thüringer Wasserkolloquium in Erfurt ein fester Treffpunkt für Fachleute aus Praxis, Forschung und Lehre der Wasserwirtschaft. Am 5. März 2026 knackte die Tagung mit 225 Teilnehmenden und 43 Ausstellern einen neuen Besucherrekord.

Teilnehmer des 31. Thüringer Wasserkolloquiums erhielten aktuelle Einblicke in Innovationen der Wasserwirtschaft.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

Das vielfältige Programm bot verschiedene Themenschwerpunkte und lud zum fachlichen Austausch und intensiven Diskussionen ein. Ein zentrales Thema ist nach wie vor die Trinkwasserkapazität in Thüringen in den Sommermonaten. „Spätestens seit dem extremen Trockensommer 2018 in Thüringen arbeitet die Branche intensiv daran die Versorgung auch in längeren Dürrephasen sicherzustellen“, erklärt Uwe Weiß, Vorsitzender Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) Landesgruppe Mitteldeutschland. Und fügt hinzu: „Gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUENF) entwickeln die Trinkwasserversorger gezielte Maßnahmen, um die Versorgungssysteme stabil zu halten.“

Die Vortragspausen nutzten Aussteller und Besucher für intensive Fachgespräche.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

Frühzeitig und flexibel reagieren

Wie das konkret aussehen kann, schilderte Thomas Dierkes, Geschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung am Beispiel der Niedrigwassersituation 2025 an der Oda-Thal-Sperre. Durch Flexibilisierung der Hochwasserrückhalteräume und Anpassung der Versorgungsstufen blieb die Trinkwasserversorgung stabil. „Aber wir haben unsere Grenzen erkannt und sind damit besser vorbereitet“, fasst Thomas Dierkes zusammen und verweist zudem auf die guten Ausgangsbedingungen Thüringens als Talsperrenland.

Digitale Sicherheit stärken

Die Grenzen seines Versorgungssystems kennen, um gezielt gegenzusteuern – das war auch das Fazit von André Jäger, jedoch mit Blick auf die digitale Sicherheit. Der Werkleiter vom Zweckverband Wasser Abwasser Suhl „Mittlerer Rennsteig” erläuterte in seinem Vortrag, die aktuellen Anforderungen an die Cybersicherheit der Zweckverbände. „Wir müssen uns heute dem Thema digitale Sicherheit zuwenden, um morgen ausreichend geschützt zu sein vor Hackerangriffen“, fasst André Jäger zusammen.

Konkret geht es um die NIS-2-Richtlinie (Netz- und Informationssicherheit): eine EU-weite Regelung, die speziell Unternehmen in kritischen Infrastrukturen wie die Wasserwirtschaft betrifft und im Dezember 2025 in Deutschland in Kraft getreten ist. Neu ist, dass Cybersicherheit ausdrücklich zur Pflicht der Unternehmensleitung wird und bereits für Betriebe ab 50 Mitarbeitenden gelten.

Großes Interesse fand auch das Thema digitale Wasserzählertechnologie. Susanne Kaiser, Geschäftsführerin der Thüringen Wasser GmbH, berichtete über den Umstieg von analogen auf digitale Wasserzähler. Die neue Technologie punktet mit einer längeren Nutzungsdauer und vereinfachten Ableseprozessen: Statt Vor-Ort-Terminen werden die Zähler per Drive-by-Verfahren – also vom fahrenden Fahrzeug aus – ausgelesen. Darüber hinaus ermöglichen präzisere Messmethoden eine schnellere Erkennung und Behebung von Leckagen, indem gelieferte und gemessene Verbrauchsmengen automatisch abgeglichen und Verluste frühzeitig sichtbar gemacht werden.

Einige Themen des 31. Thüringer Wasserkolloquiums: Einordnung der Niedrigwassersituation 2025 an der Ohratalsperre PFAS: Risiken, Bewertungen und Vorkommen im Trinkwasser  Umsetzung des Wassersicherstellungsgesetzes in Thüringen Umsetzung der NIS-2-Richtlinie am Beispiel eines Zweckverbands Aktuelle Einblicke in Forschung und Weiterbildung  Erfahrungswerte zum Zählertechnologiewechsel und Water Loss Management Generalinstandsetzung Talsperre Weida – aktueller Stand und Ausblick

Die Trinkwasserversorgung steht vor vielfältigen Herausforderungen. Konkret bedeutet das: Wir müssen Systeme flexibler vernetzen, Speicher strategisch bewirtschaften und Entnahmen noch stärker an hydrologische Entwicklungen anpassen. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Wassereffizienz, Digitalisierung und die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur weiter an Bedeutung. Das Thüringer Wasserkolloquium ist ein besonders wichtiges Forum, weil hier Versorger, Behörden und Fachleute gemeinsam praxisnahe Lösungen entwickeln und Erfahrungen austauschen, um die Versorgung auch langfristig zuverlässig und nachhaltig zu gestalten.

Prof. Dr. Martin Feustel

Prof. Dr. Martin Feustel
Abteilungsleiter Technischer Umweltschutz, Wasserwirtschaft und Bergbau am Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Kommentar der Herausgeber der WASSERZEITUNG

Die Lage ist ernst?

Wenn Thüringer Wasserversorger, die Fachhochschule Erfurt, Ministerien, Behörden und Fachaussteller zum Wasserkolloquium in Erfurt zusammenkommen, dann geht es um einen fachlichen Austausch zu aktuellen und relevanten Themen: Wie viel Wasser steht für die Grundwasserneubildung zur Verfügung? Wie geht man künftig mit Wasserinhaltsstoffen um? Welche Vorteile bietet der flächendeckende Einsatz digitaler Wasserzähler? Wie schützen sich Wasserversorger wirksam vor Cyber-Angriffen?

Diese und viele andere Themen wurden beim 31. Wasserkolloquium im März 2026 diskutiert. Dass das Angela Merkel zugeschriebene Zitat „Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst” aus der Coronazeit dabei immer wieder sinngemäß aufgegriffen wurde, wird der Situation der Trinkwasserversorgung in Thüringen eigentlich nicht gerecht und klingt pessimistischer als die Lage ist.

Die Wasserversorgung war in den letzten Jahren zu jedem Zeitpunkt gesichert. Es gibt natürlich viele neue Themen und viele Herausforderungen, mit denen die Wasserversorger umgehen müssen. Aber auf dem Wasserkolloquium wird eines klar: Man hilft sich gegenseitig und findet gemeinsam zu neuen Ideen. Das eint die Wasserwirtschaftsfamilie seit jeher.

Die Wasserversorgung funktioniert in Thüringen gut, doch es wäre wichtig, dass sich die Versorger wieder mehr auf ihre Kernthemen konzentrieren können, als die nächste Berichtspflicht zu erfüllen oder die nächste behördliche Statistik und Risikomanagementmaßnahme abzuspulen.

Besser wäre es zu sagen: „Die Lage der Thüringer Wasserversorgung ist stabil. Sorgen wir dafür, dass das so bleibt”.


Gerd Hauschild

Gerd Hauschild

Geschäftsleiter des ZV Mittleres Elstertal

Steffen Rothe

Steffen Rothe

Werkleiter des ZWA „Thüringer Holzland”

Andreas Stausberg

Andreas Stausberg

Geschäftsleiter des ZWA Saalfeld-Rudolstadt

Ralf Engelmann

Ralf Engelmann

Geschäftsleiter des ZWA „Obere Saale”

Fotos (4): SPREE-PR/Archiv

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Ab ans Wasser!

 



Thüringen

Ab ans Wasser!

Sie sind gern am Wasser und radeln gern? Sie lieben die Natur und suchen Tipps für einen Kurzurlaub in Ihrer Region? In Ostthüringen prägen Stauseen und Flüsse die Landschaft und bieten wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Für uns Menschen bedeutet dies Erholung vor der Haustür.

  • Foto: somengo, Thüringer Tourismus GmbH
  • Foto: Naherholung Portenschmiede
  • Foto: Naherholung Portenschmiede
  • Foto: Naherholung Portenschmiede

Der Hohenwarte-Stausee, auch Thüringer Meer genannt, gehört zu den beliebtesten Naherholungszielen Ostthüringens und bietet Seenlandschaft, Camping und Natur pur. Ein Geheimtipp ist der Campingplatz Portenschmiede in Wilhelmsdorf, mit Stellplätzen für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte. Außerdem gibt es kuschelige Familien-Pods für zwei bis vier Personen. Der neu errichtete Abenteuerspielplatz verspricht Spaß und Bewegung für die kleinen Gäste. 

Ein großes Meer, eine Wanderhilfe und ein echtes Abenteuer

  • Wanderbus Hohenwarte-Stausee

    Sie möchten den Hohenwarte-Stausee in Etappen oder Tagestouren erkunden? Der Wanderbus Thüringer Meer bringt Sie bequem zu den Startpunkten und danach wieder zurück, täglich ab Saalfeld. Aufgrund aktueller Straßensperrungen gilt eine geänderte Linienführung.

    Weitere Infos

  • Historische Flöße

    Auf historisch nachgebauten Flößen die Saale entlangschippern: Das geht von Kirchhasel nach Uhlstädt, vorbei am Schloss Weißenburg hoch oben auf dem Felssporn. In Weißen ist ein Stopp zur Verpflegung möglich. Am Ziel wartet das Flößereimuseum Uhlstädt direkt an der Anlegestelle. Kontakt: Saaleflößerei Philip und Oliver Thön. Telefon: 0176-47060166.

  • Saaleradweg

    Vorbei an romantischen Burgen und viel Natur: Der Saaleradweg ist rund 409 Kilometer lang. Auf neun Etappen geht es vom bayerischen Fichtelgebirge nach Thüringen, vorbei an Europas größtem zusammenhängenden Stauseegebiet, durch idyllische Naturparks sowie durch die Weinregion Saale-Unstrut. Nirgendwo anders thronen so viele Schlösser und Burgen auf den Hängen und Hügeln wie entlang der Saale. Nahe Schleiz verläuft die Etappe 3 von Blankenstein nach Ziegenrück. An der Bleilochtalsperre finden sich Campingplätze, Badestellen und Wanderwege.

    Weitere Infos

  • Campingplatz:

    Am Strandbad 1, ­Saalburg-Ebersdorf,
    Wohnmobil-Stellplatz: Saalburg­ Beach, Wetteraweg 2, Saalburg-Ebersdorf

  • Elster-Radweg

    Am besten geht’s mit Rückenwind! Frische Luft, weite Ausblicke und abwechslungsreiche Wege: Der Elster-Radweg begleitet die Weiße Elster von ihrer Quelle in Böhmen bis zur Mündung in die Saale südlich von Halle in Sachsen-Anhalt und ist rund 250 km lang. Der Fluss durchquert das thüringische Vogtland mit den Städten Greiz und Gera. Ab Greiz beginnt einer der schönsten Streckenabschnitte mit beeindruckenden Ausblicken. Die malerischen Routen entlang der Ufer der Flüsse Gera und Weiße Elster führen durch idyllische Auenlandschaften. Lange Rundwege können auch als kleine Teilstrecken befahren werden.

    • Malerisches Mühltal: Rundweg Eisenberger Mühltal – Meuschkensmühle ab Gera Hauptbahnhof
    • Runde von Gera-Zwötzen: Gute Kondition erforderlich: Ufer der Weißen Elster – Elsterwehr Neumühle, Runde von Gera-Zwötzen
    • Wildromantisches Flusstal: Greiz bis Neumühle/Elster
    • Waldgebiet und Tiergehege Greiz: Der Werdauer-Greizer Wald, auch Werdauer Wald genannt, ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete in Westsachsen und Ostthüringen. Empfehlenswert: Das Tiergehege Greiz in Mohlsdorf-Teichwolframsdorf.

    Tipps und Strecken unter:
    www.vogtland-tourismus.de → Radfahren
    www.greiz.de → Tourismus & Kultur / Tourismus / Aktiv / Radwandern


Zwei Tipps fürs Fahrradmieten

Bitte mit vorheriger Anmeldung!

City- und Tourenfahrräder, Mountainbikes und Kinderfahrräder

Die Fabrik Werk II – Jürgen Hohlbein

Lange Straße 52, 07551 Gera

Tel.: 0365 5523588 oder 0173 / 354 79 25

info@diefabrik-gera.de

E-Bikes

Tourist-Information Greiz

Burgplatz 12 / Unteres Schloss, 07973 Greiz

Tel.: 03661 703293

tourismus@greiz.de

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Regen kann man riechen!

 



Gewusst?

Kann man Regen riechen?

Hatten Sie ihn auch schon einmal in der Nase: diesen besonderen Geruch von Regen? Er entsteht vor allem dann, wenn es längere Zeit nicht geregnet hat und die Böden gut ausgetrocknet sind. „Ideal für einen intensiven Geruch sind Lehmböden“, heißt es auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Und so entsteht der besondere Duft: Bei Trockenheit produzieren Pflanzen ein bestimmtes Öl. Das lagert sich im Boden ab. Bei Regen verbindet sich das Öl mit Geosmin. Dieser Stoff verursacht den typischen Erdgeruch. Wie sehr es duftet, hängt neben der Bodenart auch von der Regenstärke ab. Ideal sei leichter Regen, so der DWD. Mit einer feinen Nase lässt sich Regen auch riechen, bevor er überhaupt da ist: Nähert sich ein Regengebiet, steigt in der Regel die Luftfeuchtigkeit. Das kann ebenfalls schon kleine Mengen des Duftstoffs freisetzen.

Der typische Geruch von Regen heißt fachsprachlich Petrichor – und ist sogar als Parfüm erhältlich.

Foto: SPREE-PR/Galda

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Ölgeruch im Kanal

 




Havarie in Neuburg

Ölgeruch im Kanal: Zweckverband war sofort vor Ort

Ein Samstagmorgen im Januar. Draußen liegt Schnee, die Temperaturen sind eisig. In einem Wohnhaus in Neuburg riecht es aus der Dusche nach Diesel. Was zunächst wie ein lokales Problem klingt, löst eine koordinierte Suchaktion aus und zeigt, wie der ZV Wismar im Ernstfall reagiert.
Samstag, 10. Januar, früher Vormittag.

Die Feuerwehr Neuburg meldet dem ZV Wismar einen Diesel- bzw. Heizölgeruch, der aus einer Dusche in der Gartenstraße dringt. Sofort rücken Einsatzkräfte der Feuerwehr und ZV-Mitarbeiter gemeinsam aus.

Vor Ort öffnen sie Schacht für Schacht: Wiesenweg, Gartenweg, Hauptstraße Ecke Birkenweg. Der Geruch ist da – aber keine sichtbaren Rückstände, kein Öl, kein Treibstoff. Die Suche nach der Ursache läuft. Das Heizhaus des ZV Wismar scheidet früh aus. Heizöltank, Rohrleitungen, Kessel – alles geprüft, alles unauffällig. Auch die Anwohner mit Ölheizungen werden befragt. Ergebnis: ebenfalls keine Verursacher. Der Geruch zieht sich durch das Kanalnetz und bleibt rätselhaft.

Vorsicht geht vor: Auf dem Vorspeicher ist ein Ölfilm zu sehen und starker Ölgeruch zu verzeichnen. Der ZV sperrt den Ablauf der Kläranlage. Das Abwasser bleibt auf der Anlage gespeichert. Die Polizei wird informiert.

Einsatzkräfte suchten akribisch nach der Ursache.


Foto: ZVWis

Sonntag, 11. Januar.

Ein ZV-Mitarbeiter überprüft die Kläranlage erneut. Der Geruch hat deutlich nachgelassen.

Montag, 12. Januar.

Eine Fachfirma zieht die Oberfläche des Vorspeichers ab. Das Institut für Umweltschutz und Qualitätssicherung Dr. Krengel GmbH nimmt Proben. Die Ergebnisse bestätigen: Belastetes Abwasser wurde zu keinem Zeitpunkt in die Umwelt eingeleitet. Der Januareinsatz in Neuburg ist abgeschlossen. Die Ursache des Geruchs bleibt bis heute ungeklärt.

Der ZV dankt den Einsatzkräften der Feuerwehr Neuburg für die Unterstützung. Die Verbandsvorsteherin Grit Glanert bittet Bürgerinnen und Bürger eindringlich: „Gehen Sie achtsam mit Heizöl, Diesel und Benzin um. Das gilt besonders in öffentlichen Bereichen. Das schützt die Umwelt und unser aller Trinkwasser auf lange Sicht.”

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Was kosten Wasser, Wärme und Abwasser 2026?

 




Gebühren

Was kosten Wasser, Wärme und Abwasser 2026?

Der ZV Wismar versorgt rund 35.000 Menschen mit Trinkwasser, kümmert sich um Abwasser und Fernwärme. Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Benutzungsgebühren. Wir erklären, was sich geändert hat – und was dahintersteckt.
Trink- und Schmutzwasser: Stabil und kalkulierbar

Für Trinkwasser zahlen Haushalte eine Grundgebühr von 8,56 Euro pro Monat und Wohneinheit sowie 1,67 Euro pro Kubikmeter Verbrauch. Die Schmutzwassergebühr liegt bei 11,50 Euro Grund­gebühr im Monat und 3,82 Euro je Kubikmeter. Wer an eine Kleinkläranlage mit jährlicher Abfuhr angeschlossen ist, zahlt 3,33 Euro Grundgebühr monatlich und 1,70 Euro je Kubikmeter. Bei Kleinkläranlagen mit mehrjähriger Abfuhr beträgt die Zusatzgebühr 1,50 Euro pro Kubikmeter und bei abflusslosen Sammelgruben 12 Euro pro Kubikmeter. Diese Gebühren decken den gesamten Aufwand für Betrieb, Wartung und Instandhaltung der Leitungsnetze und Anlagen ab – von der Wassergewinnung bis zur Kläranlage.

Fernwärme: Verlässliche Versorgung

Für Fernwärmekunden gilt eine jährliche Grundgebühr von 139,94 Euro pro Messeinrichtung – für Kleinabnehmer ebenso wie für Großabnehmer bis 120 Kilowatt Anschlussleistung. Die Arbeitsgebühr beträgt 18,9 Cent je Kilowattstunde für Kleinabnehmer, Großabnehmer zahlen 16,5 Cent. Hinzu kommt für Großabnehmer eine Leistungsgebühr von 3,17 Euro je Kilowatt und Monat.

Niederschlagswasser: Je nach Einrichtung

Für die Niederschlagswassergebühr – also die Entsorgung von Regenwasser, das von befestigten Flächen abfließt – gelten je nach Gemeinde unterschiedliche Sätze. Sie reichen von 0,36 Euro je Quadratmeter und Jahr in Barnekow bis 1,20 Euro in Lübow. Die Unterschiede zeigen die jeweiligen Infrastrukturkosten der einzelnen Einrichtungen. „Wir gestalten unsere Gebühren so, dass sie die tatsächlichen Kosten widerspiegeln – nicht mehr und nicht weniger. Unser Ziel ist es, die Versorgung dauerhaft zu sichern und dabei fair und transparent zu bleiben“, sagt Grit Glanert, Verbandsvorsteherin des ZV Wismar.

Die vollständige Gebührenübersicht finden Sie auf www.zvwis.de.

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Der ZV macht mit

 




„Cool bleiben”

Der ZV macht mit

Am Standort Windmühlenweg 4 in Lübow können Sie sich an heißen Tagen koste­los mit frischem Trinkwasser versorgen und kühle Innenräume nutzen – ganz ohne Anmeldung.

Möglich macht das ein Präventionsprojekt des Landkreises Nordwestmecklenburg „Cool bleiben!“. Das Projekt kar­tiert kühle Orte und Trinkwasserstellen digital – damit alle schnell Hilfe finden. Alle Anlaufstellen in der Region gibt es hier


Foto: ZVWis

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