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Author: wz_admin

„Ich will, wenn ­möglich, alles wissen“

 



Gesichter der Wasserwirtschaft

„Ich will, wenn möglich, alles wissen“

Jens U. Schmidt ist Experte für Wassertürme und hat zu tausenden Bauwerken intensiv recherchiert und Bücher veröffentlicht. Ein Gespräch über den Beginn der regionalen Wasserversorgung und was wäre, wenn Wassertürme sprechen könnten.

Jens U. Schmidt bewahrt die Geschichte der Wassertürme Deutschlands.

Foto: SEM Schmidt

Herr Schmidt, wann begann Ihre Begeisterung für Wassertürme?

Als Jugendlicher hatte mich die Astronomie fasziniert und in Hamburg-Winterhude gab es damals schon einen Wasserturm, der gleichzeitig Planetarium ist. Einmal im Monat wurden Vorträge angeboten – ich war immer dabei. So rückten die Wassertürme bereits während meiner Schulzeit in mein Bewusstsein. Bis heute interessieren mich diese Bauwerke und es lohnt sich, ihre Geschichte, die Technik, die Architektur, die damalige und heutige Nutzung näher zu betrachten.

Was verrät ein Wasserturm über die ­Geschichte einer Stadt oder Region?

Er markiert den Beginn der zentralen und hygienisch sauberen Wasserversorgung einer Region und wie groß der Wasserbedarf zur damaligen Zeit war. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts fing man in Deutschland an, Wasserwerke und damit auch Wassertürme zu bauen. Ein wichtiger Schritt, denn die Städte wurden größer und die Bewohner rückten enger zusammen. Zuvor wurde Wasser aus Brunnen genutzt und alle Menschen haben sich gewundert, dass sie an Typhus und Cholera erkrankten. Die Toilettenhäuschen waren meist nur ein paar Meter von der Wasserquelle entfernt. Damals wusste man noch nicht, dass Bakterien und Viren für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich sind. Die Größe des errichteten Wasserturms war immer dem Bedarf angepasst, in Kleinstädten waren es 200-500 Kubikmeter, in Großstädten 2000-3000 Kubikmeter. Der Wasserturmbau zeigte auch, ob eine Region viel Geld hatte oder nicht. Übrigens, in Zittau in Sachsen steht einer der ältesten Wassertürme Deutschlands, er wurde 1863 im klassizistischen Stil erbaut und ist bis heute noch in Betrieb.

Rücken auch die Wassertürme von Sachsen-Anhalt in Ihren Fokus?

Auf jeden Fall und es drängt ein wenig die Zeit. Während einer Exkursion mit der Deutsch Internationalen Wasserturmgesellschaft waren wir im Wasserturm von Bobbau, einem Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen. Der Bürgermeister fragte nach, ob es zum 100-jährigen Turmjubiläum im September 2027 ein Buch über die Wassertürme von Sachsen-Anhalt gäbe. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit meinen Co-Autoren Andreas Rudolph, Matthias Röthke und Jens Jeschke über alle Wassertürme in den einzelnen Bundesländern zu schreiben. Es fehlen noch sechs Bücher.

Welcher Turm von Sachsen-Anhalt ist ­Ihnen bereits besonders aufgefallen?

Den Wasserturm von Merseburg habe ich vor einiger Zeit sozusagen im Vorbeifahren entdeckt. Der Turm ist auf den Ruinen der Kirche Sankt Sixti gebaut. Diese wurde im 30-jährigen Krieg und immer wieder durch Blitzschlag zerstört. Einer der prächtigsten Türme von Sachsen-Anhalt ist für mich allerdings der Wasserturm von Halle an der Saale.

Der Wasserturm von Merseburg, Egeln und von Halle (Saale) sowie eine Veröffentlichung von Jens U. Schmidt (v. li.nach re.).

Fotos: Jens U. Schmidt

Welche Entdeckung hat Sie bei Ihren Recherchen am meisten überrascht?

Wassertürme wurden nicht nur unmittelbar für die Versorgung der Bürger gebaut. Sie entstanden auch außerhalb der Städte, nämlich für Einrichtungen, die man nicht in der Stadt haben wollte, wie zum Beispiel Militäranlagen, Psychatrien, Krankenhäuser, Gefängnisse, geruchsintensive Industriebetriebe oder Schlachthöfe. Auch Löschwasser wurde für Textilbetriebe gebraucht, denn Baumwolle ist bei maschineller Verarbeitung leicht entzündlich und es gab Brände. Wassertürme entstanden auch bei Eisenbahnanlagen. In dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ sieht man einen der typischen frühen amerikanischen Wasser-Holzhochbehälter für die Versorgung von Dampflokomotiven.

Warum sollte man sich für den Erhalt von Wassertürmen mehr einsetzen?

Das ist eine immer wiederkehrende Diskussion. Viele Türme verfallen oder werden abgerissen, weil die Sanierung so teuer ist. Bahnwassertürme beispielsweise stehen oft nicht unter Denkmalschutz. Zum Glück gibt es viele Vereine, wie zum Beispiel in Dessau, die sich um den Erhalt kümmern. Es sind die Einheimischen, die mit dem Wasserturm des Ortes verbunden sind, es erinnert an die Vergangenheit, es ist ein Stück Identität. Aber man muss auch sagen: Für alle Wasserversorger ist der Erhalt eines Wasserturms ein hoher Kostenfaktor.

Wenn Wassertürme sprechen könnten – was würden sie uns erzählen?

Sie würden sicher sagen, dass sie beachtliche Veränderungen miterlebt haben: Von archaischer hin zu moderner Technik in ihrem Inneren. In den Städten, auf die sie herunterschauen, fuhren einst Pferdekutschen und nun rauschen Autos vorbei. Dass die Städte extrem schnell wachsen. Sie haben die Kriege erlebt und überlebt, eine lange Zeit des Friedens und jetzt besteht wieder die Gefahr, dass es in ihrer und unserer Nähe wieder mehr Kriege geben könnte.

Was sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

Da ist das Sachsen-Anhalt-Buch zu nennen, das ich vorantreiben möchte. Ich ahne, dass die Sammlung für Nordrhein-Westfalen ein Mammutprojekt wird. Auch Bücher über Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hessen sind geplant. Sie sehen, es gibt noch viel zu tun. Und am liebsten würde ich, wenn möglich, alles über Wassertürme wissen.

Vita Jens U. Schmidt

  • Geboren 1952 in Leipzig, wuchs in ­Pinneberg auf, verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn
  • Studium der Psychologie in Berlin, ­Abschluss als Diplom-Psychologe
  • Referent für Bildung und Forschung und ­später Regierungsdirektor beim Bundespresseamt
  • Lebt seit 2012 in Fürstenwalde
  • Seit mehr als fünf Jahrzehnten ­Erforschung und Dokumentation von Wassertürmen
  • 2008 erste Veröffentlichung „Wassertürme in Schleswig-­Holstein“
  • Alle Buchprojekte werden privat ­finanziert
  • Seit 2023 Vorsitzender der Deutsch Internationalen Wasserturm ­Gesellschaft 2002 e.V. (DIWTG) www.watertowers.de
  • Archiv deutscher Wassertürme: private Datenbank zu über 2.500 Wassertürmen in Deutschland. Bezug der Bücher über:www.wassertuerme.com und wassertuerme@email.de

Die Formfamilie der Wassertürme

Historisch (1880–1914): Backsteinturm, ­Burgturm, Fachwerkturm, Ei-/Intze-Turm
Modern (1920–heute): ­Zylinderturm, Kegelturm, Pilzturm, ­Kugelturm (Aqua­globus), ­Schaftturm, Hyperboloidturm

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Eine gute Wahl gegen den Durst

 



Trinkwasser von Ihrem Wasserverband:

Eine gute Wahl gegen den Durst

Es liefert dem Körper wichtige Flüssigkeit, ist kalorienfrei und enthält, je nach Region, wertvolle Mineralstoffe: unser Leitungswasser ist ein hochwertiges Lebensmittel, das in Deutschland strengen Kontrollen unterliegt und regelmäßig auf seine Qualität geprüft wird.

Viel Wasser trinken heißt es auch in diesem Sommer, Leitungswasser ist eine gesunde Erfrischung. Im Unterschied zu Brunnenwasser wird das Wasser aus dem Hahn sorgfältig überprüft und muss vor der Nutzung viele Grenzwerte einhalten.

Foto: SPREE-PR/Wolf

Frisches Leitungswasser ist deutlich günstiger als Mineralwasser. Ein Liter Leitungswasser kostet mit Grundgebühren circa einen Cent während ein Liter Mineralwasser je nach Marke und Angebot meist zwischen 30 Cent und
einen Euro kostet. Damit ist Mineralwasser wesentlich teurer als Leitungswasser.
Trinkwasser aus der Leitung ist umweltfreundlich, da keine Plastikflaschen benötigt und lange Transportwege vermieden werden. Dann gibt es aber noch das Brunnenwasser. Dieses wird manchmal in privaten Haushalten zum Gießen, für die Toilettenspülung und zum Wäschewaschen genutzt. In der Landwirtschaft und in Gartenbaubetrieben kommt es beim Bewässern zum Einsatz. In einigen Fällen dient es aber auch zur Trinkwasserversorgung. Doch hier lauert die Gefahr, denn Brunnenwasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede und die Experten kommen zu Wort.

Trinkwasser im Vergleich zu Brunnenwasser – Wo liegen die Unterschiede?

  • Fakten zum Trinkwasser

    Trinkwasser ist Wasser, das die Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung erfüllt. Es darf keine gesundheitsschädlichen Stoffe oder Keime in bedenklichen Mengen enthalten. Trinkwasser kann stammen aus: Grundwasser, Quellen, Uferfiltrat, Talsperren, aufbereitetem Oberflächenwasser. Es wird von Ihrem Wasserversorger aufbereitet und überwacht.
  • Fakten zum Brunnenwasser

    Brunnenwasser ist Grundwasser, das über einen künstlichen Schacht oder Bohrungen an die Oberfläche gefördert wird. Es wird oft nicht regelmäßig kontrolliert und ist nicht automatisch Trinkwasser. Erst wenn das Brunnenwasser die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt, gilt es rechtlich als Trinkwasser. Brunnenwasser kann Belastungen enthalten, z. B.: Bakterien (u. a. durch Tierkot), Nitrat aus Landwirtschaft, ­Eisen oder Mangan, Pestizid­rückstände oder andere Schadstoffe. Ob Brunnenwasser als Trinkwasser geeignet ist, lässt sich nur durch eine Laboranalyse feststellen.

Trinkwasser wird streng kontrolliert. Das sagt der Laborexperte:

„Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV)…

…gibt vor, in einem Versorgungsgebiet zwischen 90 und ca. 130 Parameter mit Grenzwertbewertung in einem mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Rhythmus und in einer definierten Anzahl pro Jahr zu untersuchen. Die Spannweite ist abhängig von der Anzahl untersuchter Pflanzenschutzmittel sowie deren Metabolite bzw. Abbauprodukte in einem Wasserversorgungsgebiet. Für die Öffentlichkeit interessante Parameter sind seit vielen Jahren Coliforme Bakterien, Blei, Legionellen; gegenwärtig die neue Parametergruppe PFAS (künstliche Industriechemikalien mit extremer Langlebigkeit). Mit der Novellierung der TrinkwV im Jahr 2023 sind neue Qualitätsparameter wie z. B. Chlorit, Chlorat, Halogenessigsäuren, Bisphenol A, PFAS, somatische Coliphagen und Microcystin-LR verpflichtend zu untersuchen. Es kam zu einer Verschärfung bei den Grenzwerten für Blei, Chrom und Arsen. Die Einführung der Risikobewertung und des Risikomanagements für die komplette Versorgungskette vom Einzugsgebiet bis zur Übergabestelle an den Verbraucher muss bis 2029 abgeschlossen sein und mit den Wasserbehörden und Gesundheitsämtern abgestimmt werden. Je nach Parameterauswahl kann eine Analyse von der reinen Analytik, über die Auswertung bis zum Endergebnis einschließlich aller Qualitätssicherungsmaßnahmen von einem Tag für einige wenige mikrobiologische Parameter bis zu 14 Tage für einen vollständigen Parametersatz nach TrinkwV an Arbeitszeit beanspruchen.“

Dr. René Frömmichen

Dr. René Frömmichen,
Leiter Trinkwasser­labor der Trinkwasserversorgung ­Magde­burg GmbH/zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstelle ­Sachsen-Anhalt
Foto: privat


Das sagen die kommunalen ­Wasserversorger:

„Der WAZV ‚Bode-Wipper‘ bezieht durchschnittlich 2,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr von der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH aus der Colbitz-Letzlinger Heide. Rund 15.900 Haushalte werden von uns beliefert. Beim Thema Brunnenwasser ist es ein offenes Geheimnis, dass es Grundstückseigentümer gibt, die Eigenversorgungsanlagen haben und nutzen. Werden damit aber abwasserrelevante Einrichtungen genutzt, z. B. WC-Spülung, Dusche oder Waschmaschine, sind diese Mengen separat zu erfassen und Gebühren zu entrichten. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um eine Abgabenhinterziehung und Gebühren müssen nachberechnet werden.“

Andreas Beyer

Andreas Beyer,­
Verbands­geschäftsführer des WAZV „Bode-Wipper“
Foto: WAZV

„Der WAZV ‚Elbe-Elster-Jessen‘ gewinnt das Trinkwasser für rund 9.500 Haushalte aus Grundwasser. Dieses wird in den drei Wasserwerken des Verbandes in Jessen, Groß Naundorf und Mark Zwuschen aufbereitet. Leider gab es im Jahr 2025 Irritationen bei den Bürgern nach Pressemeldungen zur Analyse von Brunnenwasser bei Grundstücksbesitzern in der Region: Eine bundesweit agierende unabhängige Gewässerschutz-Initiative hatte Brunnenwasser auf Rückstände untersucht. Hier wurden leider falsche Rückschlüsse auf die Qualität von Grundwasser gezogen und Menschen verunsichert. Trinkwasser von uns regionalen Versorgern hat immer beste Qualität.“

Thomas Giffey

Thomas Giffey,
Verbandsgeschäftsführer des WAZV ­„Elbe-Elster Jessen“
Foto: SPREE-PR/Petsch

Für die Bereitstellung von frischem Trinkwasser arbeiten alle kommunalen Wasserversorger tagtäglich unter anderem mit diesen Vorschriften: Trinkwasser­verordnung, EU-Trinkwasserrichtlinie, Infektionsschutzgesetz, Landeswassergesetz, außerdem mit einer Reihe von DIN-Normen, z. B.: DIN EN ISO 5667

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Wein aus dem Herzen Mecklenburgs

 



Ein Ortsbesuch bei Familie Dähn zwischen 2.600 Reben

Wein aus dem Herzen Mecklenburgs

Sieben Prozent Steigung zeigt das Straßenschild am Ortsausgang von Dorf Mecklenburg. Hier ist’s also hügelig. Perfekt für einen Weinberg dachten sich Juliane und Wolfgang Dähn und pflanzten 2019 die ersten Reben an diesem Ort zwischen Ostsee und Schwerin. Wein aus dem Herzen Mecklenburgs gibt es seit 2022. Die WASSERZEITUNG besuchte das mutige junge Paar.

Juliane und Wolfgang Dähn mit Hofhund Dackeldame Frieda. Die zweifachen Eltern sind echte und begeisterte Mecklenburger Weinbauern.

Foto: SPREE-PR/Galda

Idyllisch ist es hier bei Dorf Mecklenburg. Insekten surren durch die Reben, Rosen blühen farbenfroh am Reihenende. Bergrunter sind die Flügel der Mühle im Ort zu sehen. Wein also. In Mecklenburg. Klingt verrückt? Ist aber durchaus eine Erfolgsgeschichte. Weiß, Rosé, Rot. Hier gepflanzt, gepflegt, gewachsen, geerntet, produziert, in Flaschen gefüllt. Alles lokal. „Wenn der Wein vom Hof rollt, tritt er seine erste Reise an“, lacht Wolfgang Dähn. Zu kaufen gibt es ihn direkt auf dem Berg in Dorf Mecklenburg, in einigen Hofläden und Gastronomiebetrieben in der Region. Auf der Mole in Hohen Wieschendorf (Wismarer Bucht) sind sie regelmäßig zu Besuch mit Weinverkostungen.

Die helle Solaris-Traube. Foto: privat

Kleiner Weinberg bringt guten Ertrag

„Bis zu 6.000 Flaschen im Jahr füllen wir ab“, erzählen sie. Damit sind sie ein kleiner Player im Weinland MV. „16 Betriebe gibt es, auf etwa 70 Hektar“, weiß Wolfgang Dähn. Das mit Abstand größte Weingut befindet sich in Rattey, dort wachsen auf 35 Hektar 175.000 Reben. In ihrer Heimat Dorf Mecklenburg, hier sind beide schon zur Schule gegangen, bewirtschaften die Dähns 0,6 Hektar. Und das kam so: Vor etwa zehn Jahren reifte bei dem jungen Paar der Gedanke, was Eigenes zu machen. Er, Wolfgang, ist gelernter und studierter Landwirt. Sie, Juliane, hat Soziale Arbeit studiert. Beide arbeiten hauptberuflich in ihren Fächern, die Landwirtschaft ist ein Nebenerwerb. 2018 gründeten die damals Endzwanziger ihren Betrieb, pachteten das Land und legten 2019 mit dem Pflanzen der ersten 2.000 von heute 2.600 Reben los. „Ausrichtung am Hang südwestlich, mit Bedacht gewählt“, betont Juliane Dähn.

Kontakt und weitere Infos			Weinberg Dähn GbR Feldweg 5a 23972 Dorf Mecklenburg https://www.wein-mv.de

Wein bedeutet Handarbeit, hier die Lese der Cabernet-Cortis-Traube.Foto: privat

Kleine Weinkunde Der Saft der Früchte ist farblos. Weißwein entsteht aus Mostgärung der weißen Trauben, Rosé aus roten. Rotwein erhält man aus der mehrere Wochen dauernden Maischegärung, bei der Alkohol die Farbstoffe aus der Schaale löst.

Nordisches Klima passt

Wieso Wein? „Wir wollten was Neues machen, Diversität in die Landwirtschaft bringen. Wein war eine gute Option.“ Passt das ins nordische Klima? „Hier wird‘s etwas später warm, rund um Eisheiligen Mitte Mai sind unsere Pflanzen noch nicht so weit ausgetrieben und darum nicht so gefährdet“, erklären sie. „Und wir haben tolle pilzwiderständige Neuzüchtungen gewählt für unseren Standort. Die Reben müssen zwar trotzdem vor Pilzbefall geschützt werden, aber wir arbeiten ohne Herbizide und Insektizide. Nachhaltig, bodenschonend und mit möglichst geringem Einfluss auf unsere Umwelt.“

Die Ressource Wasser setzen sie ebenfalls schonend ein. Einen Wasseranschluss hatte der lokale Zweckverband schnell gesetzt. Die Tröpfchenbewässerung ist aber hauptsächlich in den ersten drei Jahren für die Jungpflanzen eine Unterstützung. Später holen die Pfahlwurzler ihren Bedarf aus der Erde. „In der Kellerei muss für die Reinigung der Gerätschaften Wasser in Trinkwasserqualität vorhanden sein.“ Im Herbst geht es hier mit der Lese des 2026er-Weins und dessen Verarbeitung wieder hoch her.

Übrigens: Wer Lust hat, bei der Weinlese in Mecklenburg, die von Anfang September bis Ende Oktober läuft, mitzuhelfen, kann sich gern melden. „Wein ist Handarbeit“, unterstreichen die auch deshalb begeisterten Weinbauern.

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Ostseestrände mit Führungen neu entdecken

 



Reizvolle Führungen an der Küste

Ostseestrand einmal anders

Wer an den Strand denkt, hat meistens Urlaub, Sonne, Badespaß im Kopf. Doch wer mit Biologin Pauline Damer vom BUND MV eine Strandführung macht, entdeckt eine geheimnisvolle Welt mit cleveren Überlebenskünstlern, spannenden Naturgeschichten und unterschätzten Klimaschützern.

  • Einfach nur Sand? Von wegen! Bei Strandführungen erklären Experten, welche Überlebenskünstler es dort gibt.
  • Ein spannendes Projekt des BUND: Strandinseln geben heimischen Pflanzen und Tieren die Chance, sich zu entwickeln. Meersenf siedelt sich als erstes an.

  • Pauline Damer (links) erklärt einer Teilnehmerin die Muscheln.
Fotos (3): SPREE-PR/Krone; OSTSEESTIFTUNG

„Das ist eine Braunalge!“ – Pauline Damer zeigt den sechs Teilnehmenden der Strandführung in Zingst einen Blasentang. „Es gibt aber auch rote und grüne Algen“, erklärt sie weiter. „Warum haben sie verschiedene Farben?“, fragt eine Teilnehmerin. Die Antwort ist einfach: „Algen haben sich an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse und Tiefen im Wasser angepasst. Die Grünalgen im flachen Wasser können noch das volle Licht für die Photosynthese nutzen. Je tiefer im Wasser, desto weniger Lichtfarben kommen dort an. Daran sind Braun- und vor allem Rotalgen mit zusätzlichen Farbstoffen angepasst.“ Ein unscheinbares Büschel Tang wird zu einem kleinen Wunder der Evolution.

Die Strandexpertin

Pauline Damer kennt sich aus mit den Tieren und Pflanzen, die im puren Strandsand überleben können. Sie hat Biowissenschaften und Meeresbiologie an der Universität Rostock studiert, ist seit Mai 2022 Projektmitarbeiterin beim BUND Mecklenburg-Vorpommern im Verbundprojekt „Vernetzte Vielfalt an der Schatzküste“. „Wir haben so eine wunderschöne Küste“, schwärmt sie. „Hier wachsen spezialisierte Pflanzen, rasten Tiere, greifen Wind, Wasser und Vegetation ineinander.“ Da sind die Miesmuscheln, die sich mit Proteinfäden an Buhnen kletten und literweise Wasser filtern. Seegras stabilisiert den Meeresboden, produziert Sauerstoff, nimmt CO₂ auf und bietet Tieren Schutz.

Kleine Inseln mit großer Wirkung

„Der größte Feind dieser herrlichen Strandwelt sind paradoxerweise wir selbst“, erklärt sie. „Wir räumen auf, harken den Strand, betreten ihn ständig. Da kann sich nur wenig Natur entwickeln.“

An diesem Punkt kommen Strandinseln ins Spiel. In den vergangenen sechs Jahren wurden an sechs Orten wie Zingst, Graal-Müritz und Ahrenshoop immer wieder kleine Strandbereiche eingezäunt. Auf diesen Inseln konnten sich Meersenf, Kalisalzkraut und Stranddistel ungestört entwickeln.

Mitten im touristischen Trubel beweisen diese Strandinseln, dass Artenschutz am Badestrand funktionieren kann. Die Inseln wurden als „Vernetzte Vielfalt an der Ostseeküste“ angelegt. Seit 2020 wurden so Lebensräume geschützt und besser miteinander verbunden.

Erleben auch Sie den Strand mit neuen Augen: nicht nur als Urlaubsort, sondern als lebendigen und schützenswerten Naturraum. Nehmen Sie an einer Führung teil!

Mehr Infos: www.schatzküste.com

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Wenn Wasser sprechen könnte

 



Theaterprojekt

Wenn Wasser eine Stimme bekommt

Wie würde unsere Welt aussehen, wenn Dinge eine Stimme hätten? Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin hat dieser Idee eine Bühne gegeben. Und sich dazu auch das Wasserwerk der Zukunft an die Seite geholt. Hereinspaziert ins „Parlament der Dinge“.

Schauspielerin Julia Keiling führte die Kinder und Jugendlichen durch das Parlament der Dinge. An ihrer Seite: Wichtige „Dinge“ des Lebens wie das Wasser (r.) und das Moor. Foto: Silke Winkler

„Was wir jetzt wohl machen?“ Sascha, Ben, Sarah, Fine und 14 andere Kinder folgen David Schacht neugierig über den Flur der M*Halle. Er führt die Fünft- und Sechstklässler in einen Raum abseits der Bühne. Auf dem Boden liegt ein Wassertropfen aus Papier. Darauf stehen Becher. „Trinkt erst mal einen Schluck“, sagt David Schacht.

Ein Schluck, viele Fragen

David Schacht kommt vom Verein „Wasserwerk der Zukunft“ in Malchin und leitet den WasserZweckVerband Malchin Stavenhagen. An diesem Morgen begleitet er als Wasserexperte das „Parlament der Dinge“. 

Als die Becher leer sind, fragt er die Schüler, wofür sie Wasser nutzen. Trinken, Hände waschen, Duschen, Blumen gießen … Die Antworten sprudeln. Schnell wird klar: Wasser ist überall im Alltag. Doch woher kommt es eigentlich? „Aus dem Wasserwerk“, antwortet ein Junge. „Und wo bekommt das Wasserwerk das Wasser her?“ Kurzes Nachdenken. „Aus der Erde?!?“ David Schacht nickt. „Bei uns aus 50 bis 60 Metern Tiefe!“ Er erzählt, dass das Wasser über Brunnen gefördert und in vielen Schritten aufbereitet wird. Als er erklärt, wie streng Trinkwasser kontrolliert wird, sind die Kinder überrascht.

Über die Fachausschüsse wirkten die Jugendlichen aktiv – und kreativ – am Parlament der Dinge mit. Hier eine Schülergruppe aus einer älteren Besuchergruppe. Foto: Silke Winkler

Experiment der Gedanken

Vor allem ein Wort bleibt hängen: Nitrat. Ein Stoff, der nur in winzigen Mengen im Wasser sein darf, aber zum Beispiel über die Landwirtschaft mehr und mehr ins Grundwasser gelangt. Die Kinder fragen: Können Wasserwerke das nicht herausfiltern? „Theoretisch ja“, sagt David Schacht. „Das ist aber sehr aufwendig und braucht besondere Technik. Das würde Trinkwasser dann sehr viel teurer machen. Wäre es nicht besser, unser Grundwasser vorbeugend zu schützen?“, fragt er zurück. Die Kinder schauen sich an. Bis vor wenigen Minuten war Wasser für sie noch etwas, das einfach aus dem Hahn kommt. Nun sind da so viele Zusammenhänge. Was würde das Wasser wohl antworten, wenn es eine Stimme hätte?

Genau darum geht es im „Parlament der Dinge“. Regisseurin Nina Gühlstorff hat es als Gedankenexperiment für Jugendliche auf die Bühne gebracht. Was die Schüler erwartet? Zunächst einmal Aufkleber mit Symbolen. Ein Abstimmungsgerät. Und die Aufgabe, einen Platz zu finden, der zum Aufkleber passt. An diesem Vormittag füllen sich die Sitze mit 100 Schülern aus Crivitz. Eine Glocke läutet. Die Debatte beginnt. 

Die „Dinge“ sind nicht einfach

Julia Keiling betritt die Bühne. Die Schauspielerin führt als Parlamentspräsidentin durch das Stück. Flankiert von Moor. Wald. Energie. Tieren. Wasser. Was denken Jugendliche über Themen wie diese? Julia Keiling fragt, die Schüler stimmen ab. Zunächst einfach so, aus dem Bauch heraus. Das Ergebnis fürs Wasser: 21 Prozent finden, MV hat genug Trinkwasser. 27 Prozent meinen: Felder müssen gedüngt werden. 45 Prozent sagen: Die Gifte auf den Feldern müssen reduziert werden. Verändern sich Meinungen, wenn man mehr über ein Thema weiß? Auf geht’s in die Ausschüsse. Hier sollen – wie in einem echten Parlament – die Themen vertieft werden. In jeden Ausschuss hat Nina Gühlstorff Experten aus der Praxis eingeladen. So wie David Schacht. Die Aufkleber vom Eingang bestimmen, welche Kinder in seinem Ausschuss sitzen. 

Im Parlament der Dinge bekam auch das Wasser eine Bühne.  Foto: Silke Winkler

Dort haben Sascha, Ben, Fine und die anderen inzwischen ihre Argumente ausgetauscht. Und die wichtigsten auf Plakate geschrieben. Dann ruft die Glocke alle zurück ins Parlament. Hier gibt nun jeder Ausschuss seinem „Ding“ eine Stimme: Den Tieren. Der Energie. Dem Wald. Dem Moor. Und dem Wasser. Dann wird noch einmal abgestimmt. Alle Zahlen verändern sich. Auch beim Wasser. Jetzt finden 10 Prozent: MV hat genug Trinkwasser. 13 Prozent meinen: Felder müssen gedüngt werden. 65 Prozent sagen: Die Gifte auf den Feldern müssen reduziert werden. 

Für David Schacht kommt das nicht überraschend. Nach zwei Jahren im „Parlament der Dinge“ ist der Kern für ihn nicht die Frage, ob Wasser eine Stimme haben sollte. Sondern was passiert, wenn Menschen sich informieren und einander zuhören. „Wer versteht, woher sauberes Wasser kommt, erkennt auch, warum sein Schutz eine wichtige und gemeinsame Aufgabe ist.“

Das „Parlament der Dinge“ ist ein Projekt zur demokratischen Teilhabe von Jugendlichen nach einer Idee des französischen Soziologen Bruno Latour. Regisseurin Nina Gühlstorff hat es zusammen mit Ausstatterin Marouscha Levy, Theaterpädagogen, Schauspielern und Schülern für die Schweriner Bühne entwickelt. Der Anspruch: Theater, Politik, wichtige Themen unserer Zeit und Teilhabe miteinander verbinden – jugendgerecht und ohne Zeigefinger. Das Mitmachen habe jeder Vorstellung einen eigenen Charakter gegeben. „Und immer wieder deutlich gemacht, wie vielschichtig Entscheidungen sein können.“ Premiere war im Herbst 2024. Im Sommer endet das Projekt.

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Ein zuverlässiger Partner

 



Ausbildung

Hier startet die Zukunft

Fachkräfte – sie werden auch in der Wasserwirtschaft händeringend gesucht. Viele Zweckverbände bilden deshalb selbst Nachwuchs aus. Ein wichtiger Partner dabei ist das Bildungsinstitut für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Neubrandenburg e. V.

Am liebsten arbeitet Lowis Lindemann im Bereich Rohrnetz. „Die Arbeit an den Anlagen – so wie hier, an einem Hydranten – macht mir großen Spaß.“ Wenn er seine Prüfung besteht, wird er das Team des Zweckverbands dort als Fachkraft verstärken. Foto: SPREE PR/Kuska

Ein Mittwochmorgen, Anfang Juni beim Zweckverband der Insel Usedom. Die erste Aufgabe des Tages führt Lowis Lindemann in eine Seitenstraße von Ückeritz. Seine Arbeit wartet hinter einer rot-weißen Absperrung. „Hier muss der Unterflurhydrant zurückgebaut werden.“ Den Schacht haben er und sein Kollege Felix Modaleck schon am Tag zuvor ausgehoben. Nun löst Lowis Lindemann die Verbindungen. Dann entfernt er den Hydranten. Felix Modaleck reicht ihm von oben die nötigen Werkzeuge an.

Lowis Lindemann ist 20 Jahre alt und macht beim Zweckverband eine Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Das Rüstzeug dafür lernt er an der Berufsschule in Ribnitz-Damgarten, beim Zweckverband und am Bildungsinstitut für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Neubrandenburg, kurz: BUW. „Das BUW ist unser überbetriebliches Ausbildungszentrum“, sagt Verbandschef Mirko Saathoff. „Hier verzahnen sich Theorie und Praxis auf besondere Weise.“

Individuelle Stundenpläne

Grundlage jeder Ausbildung sind Verordnungen. Sie regeln, wie die Ausbildung aufgebaut ist, welche Kenntnisse und Fertigkeiten Auszubildende erwerben müssen und welche Anforderungen für Prüfungen gelten. Nicht jeder Zweckverband hat aber zum Beispiel ein eigenes Labor oder alle technischen Voraussetzungen, die die Jugendlichen für ihre praktische Ausbildung und die Prüfung brauchen. „An dieser Stelle setzen wir an“, sagt BUW-Geschäftsführerin Antje Grundmann. „Wir begleiten die Jugendlichen vom ersten Lehrjahr bis zur Abschlussprüfung.“ Ein Angebot, auf das viele Verbände und Unternehmen in MV, Brandenburg und Berlin zurückgreifen. 

Die Verbundausbildung im Bereich Wasserwirtschaft gehört seit 1992 zum Angebot des BUW und findet in Neubrandenburg statt. Foto: BUW

Die Schwerpunkte in der Wasserwirtschaft liegen auf den Bereichen Elektrotechnik, Metalltechnik und Analytik/Labor. Die Module und ihr zeitlicher Umfang richten sich nach den Anforderungen der Verbände. „Jeder Ausbildungsplan wird individuell auf einen Verband und seine Azubis abgestimmt. Damit stellen wir sicher, dass Inhalte zielgerichtet vermittelt werden“, erläutert Antje Grundmann. Ein Ansatz, den Lowis Lindemann vor allem in den vergangenen Wochen besonders schätzte. Seine Ausbildung endet im Sommer. „Das BUW hat uns in vielen praktischen Übungen intensiv auf die Prüfungen vorbereitet.“

Ausbildung im Wandel

Das Besondere an seinem Abschlussjahrgang: Nach ihm werden keine Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik oder Abwassertechnik mehr ausgebildet. Grund: 2024 wurde der Ausbildungsberuf neu geordnet. Das brachte zum einen neue Berufsbezeichnungen mit sich: Aus den Fachkräften für Wasserversorgungstechnik bzw. Abwassertechnik wurden Umwelttechnologen für Wasserversorgung bzw. Abwasserbewirtschaftung. Zum anderen verschoben sich auch inhaltliche Schwerpunkte. „Neue Berufsbildpositionen – wie Digitalisierung, Elektrotechnik, Klima und Nachhaltigkeit – spielen auch in der Wasserwirtschaft eine immer stärkere Rolle. Ihnen mehr Raum als bisher zu geben, hat die Ausbildung moderner und praxisorientierter gemacht“, resümiert Antje Grundmann. 

Von 24 auf 220

Seine Wurzeln hat das BUW in der Betriebsschule Erwin Hoernle des VEB WAB Neubrandenburg, der größten zentralen Bildungseinrichtung der Wasserwirtschaft in der DDR. Im September 1991 erwuchs daraus der Bildungsverein für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Neubrandenburg e. V. Die ersten 24 Azubis im Bereich Wasserwirtschaft kamen 1992. Inzwischen kooperiert das BUW mit vielen Verbänden in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. 

„Aktuell haben wir 220 Auszubildende in den Bereichen Umwelttechnologe/in für Wasserversorgung, für Abwasserbewirtschaftung, für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen“, sagt BUW-Leiterin Antje Grundmann. Darüber hinaus bietet das BUW, verteilt auf die Standorte Neubrandenburg, Demmin und Neustrelitz, noch acht weitere Ausbildungen sowie diverse Fort- und Weiterbildungen an.  

Alles bestanden!

Bei den Prüfungsergebnissen für MV sind die Auszubildenden überdurchschnittlich gut! „Bei den Fachkräften für Wasserversorgungstechnik und Abwassertechnik liegt die Bestehensquote bei 100 Prozent“, sagt Antje Grundmann. Zum Vergleich: „Der Bundesdurchschnitt liegt bei 91 Prozent.“

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Vom Azubi zur Fachkraft

 




Mitarbeiter

Willkommen als Fachkraft

Eigentlich hätte Bianka Rühlicke erst im Sommer ihren Abschluss gemacht. Die Kauffrau für Büromanagement hat ihre Ausbildung jedoch verkürzt und stand dem Verband deshalb vorfristig als Fachkraft im Bereich Controlling zur Verfügung.

Bianca Rühlicke kümmert sich im Bereich „Controlling” um das Prozessmanagement.

Foto: ZV Usedom

Wer im Controlling arbeitet, gilt gemeinhin als „Hüter von Zahlen“. Controlling ist jedoch ein viel weiteres Feld: Neben der klassischen Analyse von Kosten, Umsätzen, Liquidität, Kreditaufnahmen und Kennzahlen spielt auch der Blick auf innerbetriebliche Prozesse eine große Rolle. Das Fachwort dafür heißt: Prozessmanagement. „Hier liegt der Schwerpunkt meiner Aufgaben“, sagt Bianka Rühlicke. Dazu gehört unter anderem, Arbeitsabläufe zu betrachten sowie Schwachstellen oder Risiken zu erkennen und zu verbessern. „Ich schaue mir zum Beispiel an, ob es in den Abläufen Schritte gibt, die verzichtbar oder zu aufwendig sind und vereinfacht werden könnten.“ Als Beispiel verweist sie auf den Eingang von Rechnungen: „Bislang wurden sie in der Buchhaltung analog erfasst und wanderten dabei durch viele Hände. Jetzt arbeiten wir mit einem digitalen System. Damit können wir die Rechnungen einfacher und schneller bearbeiten.“

Ihr Wunsch, die Ausbildung auf 2,5 Jahre zu verkürzen, fand im Verband sofort Unterstützung. Da die Ausbildungsinhalte aber gleich blieben, bedeutete das: viel Selbststudium. In dieser Zeit schrieb der ZV die Stelle im Controlling aus. „Ich habe nicht lange überlegt und mich beworben.“ Mit einem unbefristeten Vertrag in der Tasche bleibt Bianka Rühlicke dem Verband nun als Fachkraft erhalten.

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Zahl des Sommers

 




Gesundheit

Baden ohne Bedenken

Wie gut ist das Badewasser auf Usedom? Das untersucht das Gesundheitsamt auf der Insel an 22 ausgewählten Badestellen, unter anderem in Karlshagen, Trassenheide, Ückeritz, Lütow und am Peenestrom in Usedom.

Foto: SPREE-PR/Galda

Wie gut ist das Badewasser auf Usedom? Das untersucht das Gesundheitsamt auf der Insel an 22 ausgewählten Badestellen. Unter anderem in Karlshagen, Trassenheide, Ückeritz, Lütow oder am Peenestrom in Usedom. Die Badestellen werden bis zum 10. September, also während der gesamten Badewassersaison, alle vier Wochen beprobt. Der Blick richtet sich dabei auf mikrobiologische Parameter – zum Beispiel auf die Darmbakterien „Escherichia coli“ und „Intestinale Enterokokken“. Insgesamt werden in MV knapp 500 Badegewässer regelmäßig überprüft. Grundlage ist die Badegewässerlandesverordnung. Die Ergebnisse werden auf der Badewasserkarte MV veröffentlicht. Diese finden Sie unter www.badewasser-mv.de.

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Im Einsatz am Rohrnetz

 




Azubi-Tagebuch

Lehrreiche Abwechslung

Ins „Azubi-Tagebuch“ schreibt diesmal Lowis Lindemann. Er befindet sich im 3. Lehrjahr zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik und beendet im Sommer seine Ausbildung.

An meiner Ausbildung gefällt mir besonders, dass kein Tag wie der andere ist und immer neue Aufgaben auf mich warten – zum Beispiel der Rückbau eines Unterflurhydranten. Bevor es auf die Baustelle geht, stelle ich Material, Werkzeuge und Absperrungen zusammen. Außerdem prüfe ich im GIS-System die Leitungen im Arbeitsbereich, damit beim Ausschachten keine Versorgungsleitungen beschädigt werden.

Lowis Lindemann.

Foto: SPREE PR/Kuska

Auf der Baustelle arbeiten wir aus Sicherheitsgründen immer zu zweit. Nach dem Absperren des Arbeitsbereichs öffnen wir den Straßenbelag und legen den Hydranten frei. Da er nicht mehr benötigt wird, bauen wir ihn zurück. Gleichzeitig ist in diesem Bereich eine Straßensanierung geplant, sodass die Arbeiten bereits im Vorfeld erfolgen und die neue Fahrbahn später nicht erneut aufgebrochen werden muss.

Nach dem Ausbau verschließe ich die Öffnung in der Versorgungsleitung mit einem X-Stück, damit die Leitung dauerhaft dicht und funktionsfähig bleibt. Das verhindert außerdem, dass sich in stillgelegten Anlagenteilen Wasser staut und verkeimt. Anschließend verfüllen wir die Baugrube fachgerecht und dokumentieren die Arbeiten mit Fotos.

Am meisten gefällt mir die Arbeit draußen im Rohrnetz, weil ich dort handwerklich arbeiten kann und am Ende des Tages direkt sehe, was ich geschafft habe.

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Verstärkung fürs Elektro-Team

 




Mitarbeiter

Ohne Technik kein Wasser

Wussten Sie, dass der Fluss des Trink- und Abwassers viel mit Elektrotechnik zu tun hat? Ohne sie könnten Brunnen, Pumpen, Wasserwerke oder Kläranlagen nicht arbeiten. Sie im Blick zu behalten, ist Aufgabe der verbandseigenen Elektrotechniker. In ihren Reihen begrüßt der ZV nun zwei neue Mitarbeiter: Martin Bauernschäfer und Roy Erler.

Elektrotechnik ist Teamarbeit. Hier schauen Martin Bauernschäfer (l.) und Roy Erler, ob im Schaltschrank vom Wasserwerk Zinnowitz alles in Ordnung ist.

Foto: SPREE PR/Kuska

Trinkwasser bereitzustellen und Abwasser zu entsorgen – das gleicht einem kleinen technischen Wunderwerk. Denn: Viele Prozesse dahinter laufen automatisiert ab. Sensoren messen zum Beispiel kontinuierlich Wasserstände, pH-Werte, Trübungen, Druck oder Sauerstoffgehalt. Die gemessenen Daten leiten sie an Steuerungssysteme. Die Steuerungen regeln Pumpen, Ventile oder Belüftungsanlagen und sorgen beispielsweise dafür, dass die richtige Wassermenge gefördert wird, Filter rechtzeitig gereinigt werden oder Becken nicht überlaufen. Bei Bedarf passt die Steuerung Abläufe automatisch an.

Damit all das reibungslos läuft, hat der Verband eine Abteilung für Elektrotechnik. Kürzlich hat er hier zwei Stellen nachbesetzt, die durch Renteneintritte und berufliche Veränderungen frei geworden sind. Die beiden neuen Kollegen heißen Martin Bauernschäfer und Roy Erler.

Das Gros ihrer Arbeit erledigen die Elektrotechniker vorbeugend. Zum Beispiel, indem sie Motoren, Antriebe, Kabel, Stecker, Spannungen, Widerstände und viele andere technische Komponenten regelmäßig prüfen und Instand halten. Auch die Auswertung von Daten und Diagrammen gehört zu ihrem Job. „Manchmal zeichnen sich hier schon Probleme ab – zum Beispiel, wenn eine Pumpe ungewöhnlich viel Strom verbraucht“, sagt Martin Bauernschäfer. „Dann handeln wir, bevor es zu einem ernsthaften Problem kommt“, ergänzt Roy Erler.

Wie wichtig betriebseigene Fachkräfte sind, zeigt sich ganz besonders bei Störungen: Die Kollegen sind dann jederzeit und schnell vor Ort. So wir kürzlich, als die Pumpen am Hauptpumpwerk in Zinnowitz nicht ansprangen. Infolgedessen stieg das Abwasser im Vorratsbehälter immer weiter an. Zunächst brachten Martin Bauernschäfer und Roy Erler das Pumpwerk im Handbetrieb wieder zum Laufen. Danach beseitigten sie die Störung. Wie in den meisten Fällen konnten sie auch hier das Problem lösen, bevor Kunden Auswirkungen spürten.

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