Drum prüfe, was sich ewig bindet
Drum prüfe, was sich ewig bindet
Mögliche Belastungen des Trinkwassers mit sogenannten PFAS rücken auch im Landkreis Vorpommern-Greifswald zunehmend in den Fokus von Wasserversorgungsunternehmen und Behörden. Hintergrund sind die seit Januar 2026 verbindlich geltenden Grenzwerte. Aber was genau sind denn diese PFAS?
PFAS, eine Gruppe von mehr als 12.000 synthetischen Chemikalien, sind in vielen alltäglichen Dingen enthalten.
Grafik: SPREE-PR
„PFAS bedeutet per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen und steht stellvertretend für eine Gruppe von mehr als 12.000 synthetischen Chemikalien“, sagt Maximilian Stubbe, Fachkraft für Hygieneüberwachung beim Gesundheitsamt in Greifswald. Die Stoffe zeichnen sich durch eine besonders hohe Stabilität und Langlebigkeit aus, weshalb sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden.
„PFAS begegnen uns aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in vielen Bereichen des Alltages.“ Zum Beispiel in Outdoorbekleidung, Kosmetikprodukten, Verpackungsmaterialien, Feuerlöschschäumen und Imprägniersprays. „Die Eigenschaften dieser Stoffe sind sowohl nützlich als auch herausfordernd, da sie sich in der Umwelt kaum oder nur sehr langsam abbauen. Das bedeutet, dass man bereits eine Anreicherung in Böden, Gewässern oder dem Menschen feststellen kann.“
Aus gesundheitlicher Sicht stehen PFAS im Verdacht, das Immunsystem zu schwächen, die Fruchtbarkeit zu mindern und die Ursache verschiedener Krebsarten zu sein. Aufgrund der Vielfalt der existierenden PFAS-Verbindungen sind genauere gesundheitliche Auswirkungen derzeit noch unbekannt, werden aber zunehmend erforscht.
Da Menschen PFAS hauptsächlich über das Trinkwasser, Staub oder die Nahrung aufnehmen können, wird in diesen Bereichen entsprechend kontrolliert. Für das Trinkwasser existiert ein sogenannter „Summengrenzwert“ von 100 Nanogramm PFAS pro Liter Trinkwasser.
„Aus der Trinkwasserverordnung ergibt sich eine konkret definierte Gruppe von 20 relevanten PFAS-Verbindungen, die entsprechend untersucht wird.“ Für die stetige Steigerung der Trinkwasserqualität werden ab 2028 vier weitere Verbindungen mit noch strengeren Vorgaben in die Überwachung aufgenommen.
Die bisherigen Analysen zeigen: „Für die Bürger im Landkreis Vorpommern-Greifswald besteht derzeit kein Anlass zur Sorge“, so Maximilian Stubbe. Das Trinkwasser wurde bereits im letzten Jahr stichprobenartig vom Gesundheitsamt und den im Kreis ansässigen Wasserversorgungsunternehmen überwacht. Auch auf Usedom. „Der aktuelle Höchstwert auf der Insel betrug 0,0015 Nanogramm pro Liter (μg/l). Das ist gerade so die Bestimmungsgrenze im Labor (0,001 μg/l) und damit sehr weit vom vorgeschriebenen Grenzwert entfernt.“
Alle aktuellen Trinkwasseranalysen – inklusive der PFAS-Werte – finden Sie auf www.zv-usedom.de. Bei Fragen stehen Ihnen sowohl der Zweckverband als auch die Mitarbeiter vom Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald mit Infos zur Verfügung.






















