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Author: wz_admin

„Der Status quo wird in Zukunft nicht ausreichen“

 



SACHSENS PERSÖNLICHKEITEN

„Der Status quo wird in Zukunft nicht ausreichen“

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch über Wasserresilienz, Investitionen und weniger Bürokratie

Auch in dieser Ausgabe bittet die WASSERZEITUNG eine Persönlichkeit aus Sachsen zum Interview. Dieses Mal beantwortet der sächsische Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch die Fragen unserer beiden Herausgeber, dem AZV Parthe und dem ZV Torgau-Westelbien, zu aktuellen Themen rund ums Wasser.

Im Gespräch mit Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig
von Breitenbuch stehen Klimaanpassung, Wasserversorgung und Entlastungen
für kommunale Aufgabenträger im Mittelpunkt.

Foto: Alexander Fuhrmann

Herr von Breitenbuch, ganz spontan: Was verbinden Sie mit den Schlagwörtern Wasser und Sachsen?

Wasser ist Leben und eine der wertvollsten Ressourcen, die es gibt. Wir haben im Freistaat eine sehr gute Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsinfrastruktur und sind auch im Hochwasserschutz gut aufgestellt. Jedoch stehen wir künftig vor großen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu gehören der Umgang mit zunehmenden Niedrigwasser- und Dürrephasen sowie eine Neuordnung der Gewässerbewirtschaftung in den Braunkohleregionen. Und nicht zuletzt brauchen wir zum Schutz von Grund- und Oberflächenwasser ein gut durchdachtes und nachhaltiges Wasserverfügbarkeitsmanagement. Das heißt auch, dass der Status quo unserer Wasserversorgungsinfrastruktur in der Zukunft nicht ausreichen wird. Deshalb müssen wir hier investieren, die Wasserresilienz stärken und Vorsorge für Niedrigwasser und Dürre treffen.

Wasser im Fokus: Umweltminister von Breitenbuch setzt auf Austausch vor Ort. Foto: Alexander Fuhrmann

Anfang Mai fand in Leipzig die Umweltministerkonferenz (UMK) statt. Welches Signal bezogen auf Umweltpolitik und Wasserhaushalt ging von diesem Treffen aus? 

Meine Amtskollegen und ich haben uns klar zur Stärkung der Wasserresilienz und einem sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser bekannt. Wir brauchen ein übergreifendes Dürre- und Niedrigwasserrisikomanagement als wesentlichen Baustein der Nationalen Wasserstrategie. Der Bund wurde gebeten, einen Forschungsschwerpunkt mit dem Thema Wasserverfügbarkeit und Wasserknappheit zu etablieren. Auch die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs ist eine gemeinsame Aufgabe der betroffenen Länder und des Bundes. Deshalb fordern wir die Gründung der im Bundeskoalitionsvertrag angekündigten Bund-Länder-AG. 

Was braucht es für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft im ländlichen Raum?

Mit der Förderrichtlinie öffentliche Trinkwasserinfrastruktur haben wir seit 2019 bereits eine wesentliche Verbesserung der Wasserversorgung in ländlichen Räumen erreicht. Mit der 2024 verabschiedeten Richtlinie Siedlungswasserwirtschaft flankieren wir zur Anpassung an den Klimawandel notwendige Investitionen in die öffentliche Wasserversorgungsinfrastruktur. Für lebenswerte ländliche Räume ist eine angemessene Wasserversorgung unabdingbar. Hier sind mit Blick auf klimatische sowie demografische Entwicklungen unter Umständen auch innovative Ansätze gefragt. Der Freistaat unterstützt in der gegenwärtigen Haushaltslage die kommunalen Aufgabenträger, die Abwasserreinigung zu verbessern, um zu einem guten ökologischen Gewässerzustand beizutragen.

Seit mehreren Jahren besteht die Problematik zur nicht ausreichenden finanziellen Beteilung der Straßenbaulastträger an den Straßenentwässerungskosten
von Bundes- und Staatsstraßen. Es geht um die Mitnutzung der Abwasseranlagen
der kommunalen Abwasserverbände. Weshalb tut sich der Freistaat als Straßenbaulastträger so schwer, hier eine ausreichende Kostenbeteiligung zu beschließen?

Aus Sicht meines Hauses als oberster Wasserbehörde ist das Bemühen um eine kostendeckende finanzielle Beteiligung der Straßenbaulastträger für die Mitbenutzung kommunaler Abwasseranlagen berechtigt. Dieses wird ausdrücklich unterstützt, um einen defizitären Betrieb der Anlagen zu Lasten der kommunalen Aufgabenträger zu vermeiden. Alle bislang diskutierten Lösungswege setzen Änderungen des Sächsischen Straßengesetzes und/oder des Sächsischen Kommunalabgabengesetzes voraus, die letztlich nur der Landtag beschließen kann. Selbstverständlich ist eine enge ressortübergreifende Abstimmung unerlässlich.

Was konnte bisher erreicht werden?

Das Sächsische Verkehrsministerium hat eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, in der auch wir aktiv mitwirken, ebenso wie der Sächsische Städte- und Gemeindetag mit Unterstützung der Aufgabenträger der Abwasserbeseitigung. Gemeinsames Ziel sollte ein fairer finanzieller Ausgleich zwischen Straßenbaulastträgern und Abwasserentsorgungsträgern sein, der eine gesamtwirtschaftlich effiziente, umweltgerechte und nachhaltige Abwasserbeseitigung ermöglicht.

Maßnahmekonzepte, Gefährdungsbeurteilungen, Statistiken…Die kommunalen Betriebe fühlen sich im Hinblick auf die anwachsende Fülle der bürokratischen Anforderungen überfordert. Wird es einen Bürokratieabbau geben?

Das Sächsische Kabinett hat im März 2026 mit dem zweiten Bürokratieentlastungspaket auch einen umfassenden Abbau von Berichts- und Anzeigepflichten sowie Nachweispflichten beschlossen. Gegenwärtig werden alle landesrechtlichen Regelungen auf entsprechende Pflichten gesichtet, um im Anschluss den gebotenen Abbau zu prüfen. Gleichzeitig sollen bestehende Pflichten auf mögliche Bündelungen, die Vereinheitlichung von Stichtagen und die Verlängerung des Berichtsturnus überprüft werden. Damit wollen wir überflüssige Bürokratie abbauen. Da, wo wir Daten brauchen, wollen wir auf die konsequente Anwendung des Once-Only-Prinzips setzen: Daten sollen nur einmal gemeldet werden, auch wenn verschiedene Stellen sie brauchen.

Seit Anfang Dezember 2024 sind Sie Umweltminister von Sachsen. Das Handlungsprogramm „Zukunft Wasser für Sachsen“ wurde Anfang 2024 veröffentlicht, vor Ihrer Amtszeit. Wie steht es um dieses Programm? Was ist daraus geworden?

Die Inhalte des Programms leiten unser Handeln weiterhin – auch in Kombination mit der Nationalen Wasserstrategie des Bundes. Der Zugang zu sauberem Wasser und eine gesicherte Wasserver- und -entsorgung bleiben wichtige Aufgaben. Entscheidend ist, die Infrastruktur zu fördern und langfristig preisstabil und bedarfsgerecht zu gestalten. Der Erhalt von Trinkwasserschutzgebieten ist dabei eine vordringliche Aufgabe. Wir setzen die „Grundsatzkonzeption öffentliche Wasserversorgung 2030“ und die Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und damit die Aufgaben im Handlungsprogramm „Zukunft Wasser für Sachsen“ konsequent um. Gleiches gilt für das Handlungsfeld „Anpassung der Talsperreninfrastruktur für die Wasserversorgung“ und für das Thema Niedrigwasser inklusive eines Risikomanagements bis zum Ausbau von Systemverbünden und dem verstärkten Wasserrückhalt in der Fläche zur Erhöhung der Klimaresilienz und zur Unterstützung des Landschaftswasserhaushaltes. 

Ein kurzer Ausblick: Welche wichtigsten Wasser-Themen stehen für Sachsen in den nächsten Jahren an?

Neben dem Erhalt von Trinkwasserschutzgebieten, der Anpassung bzw. dem Ausbau unserer Talsperren und Speicher ist die Umsetzung der überabeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie KARL eine vordringliche Aufgabe. Sie stellt einen Meilenstein für den Gewässerschutz dar. Die erweiterte Herstellerverantwortung ist ein zentrales Instrument. Es ist wichtig, hierbei die jeweiligen Interessen der Aufgabenträger der Abwasserbeseitigung, des Gewässerschutzes, der Gebühren- und Beitragszahler und von Industrie- und Gewerbe bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht und den Vollzug zu berücksichtigen. Auch die Renaturierung der Oberflächengewässer, der Flussauen sowie der Wasserrückhalt in der Fläche und der Hochwasserschutz sind und bleiben eine Generationenaufgabe. Hinzu kommt die Mammutaufgabe, den Wasserhaushalt in den Bergbauregionen zu reparieren. Nicht zu vergessen die Erfüllung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Viele Termine, viele Themen…Haben Sie zum Erholen Lieblingsorte am Wasser in Sachsen? 

Meine Familie und ich leben seit langer Zeit südlich von Leipzig. Der Mausbach in Kohren-Sahlis und das Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche bei Frohburg gefallen mir besonders gut.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte WASSERZEITUNG-Redakteurin Ulrike Wolf im Mai 2026.

Georg-Ludwig von Breitenbuch

Georg-Ludwig von Breitenbuch
  • Geboren am 19. 6. 1971 in Göttingen, verheiratet, sechs Kinder
  • Gelernter Landwirt und Dipl. Volkswirt
  • Seit 1997 Mitglied der CDU, seit 1999 Stadtrat in Kohren-Sahlis und Frohburg
  • 2009 Mitglied des Sächsischen Landtags
  • 10 Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Landtagspräsidium
  • Mitglied in verschiedenen Ausschüssen des Landtags, u. a. Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Landwirtschaft
  • Seit 2024 Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft

Kurzinfo Straßengesetz

  • Das Straßengesetz des Freistaates Sachsen steuert den Bau, die Nutzung und die Verwaltung öffentlicher Straßen im Bundesland.
  • § 23 Abs. 5 regelt die Kosten bei der Straßenentwässerung. Wenn Regenwasser von Straßen über eine Abwasseranlage abgeleitet wird, die nicht dem Straßenbaulastträger selbst gehört, z. B. eine kommunale Kanalisation, muss sich der Straßenbaulastträger an den Kosten für Bau oder Erneuerung dieser Anlage beteiligen.
  • Die Kritik der kommunalen Abwasserverbände: Die einmalige finanzielle Beteiligung der Straßenbaulastträger ist zu gering, denn nicht berücksichtigt werden die Instandhaltungskosten z.B. der Entwässerungsgräben, Kanäle, Schachtabdeckungen und Pumpen über die gesamte Lebensdauer hinweg.

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Wird das „Leitbild Siedlungswasserwirtschaft“ zum Leid-Bild?

 



Quo vadis, Brandenburger Siedlungswasserwirtschaft!

Wird das Leitbild zum Leid-Bild?

Die Wasserwirtschaft sei „das vergessene Kind der Infrastruktur“ in Deutschland – so formulierte ein WASSERZEITUNGs-Herausgeber seine Sorge zum diesjährigen Weltwassertag. Weil die Anforderungen an eine robuste Ver- und Entsorgung stiegen, wachse der Investitionsbedarf enorm. – Doch Halt! Gab es für Brandenburg nicht mal ein „Leitbild zukunftsfähige Siedlungswasserwirtschaft“? Mehr als elf Jahre ist es her, dass der Abschlussbericht an die Landespolitik übergeben wurde – mit klaren Erwartungen. Doch passiert ist nicht genug, findet zumindest die Branche.

Wie positionieren sich Wasserwirtschaft und Landespolitik heute zu den Notwendigkeiten einer langfristig zuverlässigen Daseinsvorsorge im Bereich Wasser/Abwasser? Wir haben zwei Vertreter um Antworten gebeten.

Die Siedlungswasserwirtschaft ist eine zentrale Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum – das bestätigte die parlamentarische Enquete-Kommission 6/1, der Wolfgang Roick vorstand. Gegenüber der WASSERZEITUNG spricht der Landtagsabgeordnete von einem Austausch mit der Branche, der sich „verstetigt und fachlich verdichtet“ habe – zwischen Land, Parlament, kommunalen Aufgabenträgern, Fachverbänden und wasserwirtschaftlichen Akteuren. „Der Landtagsbeschluss zur Stärkung der Siedlungswasserwirtschaft und die spätere Befassung mit konkreten Umsetzungsaufträgen haben dazu beigetragen, dass Fragen wie Gebührenstabilität, Investitionsdruck, Kooperation, Fachkräftesicherung und Resilienz regelmäßig politisch aufgegriffen wurden.“

Der Austausch sei substanzieller geworden, jedoch müssten daraus noch stärker verbindliche regionale Entscheidungen und belastbare Finanzierungsinstrumente entstehen. „Genau an dieser Stelle wird sich entscheiden, ob der Leitbildprozess seine praktische Wirkung vollständig entfaltet.“

Die praktische Umsetzung sieht Wolfgang Roick weiterhin vor Ort bei den zuständigen Zweckverbänden, Kommunen und Fachverwaltungen. „Ihnen gegenüber hat das Umweltministerium keine Durchsetzungsgewalt“, unterstreicht er.

Wolfgang Roick stammt aus Großräschen und sitzt seit 2014 für die SPD im Brandenburger Landtag. Er war der Vorsitzende der parlamentarischen Enquete-Kommission 6/1 zur Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Foto: Wolfgang Roick

Und dann gebe es da eben eine klaffende Finanzierungslücke: „Die Investitionsbedarfe in der Siedlungswasserwirtschaft sind erheblich. Besonders kleinere und mittlere Aufgabenträger geraten unter Druck, wenn die Sanierung, neue Umweltstandards, Klimaanpassung und mögliche sinkende Gebühreneinnahmen zusammenkommen.“

Fazit des Landespolitikers: Das Leitbild wird weiterentwickelt, aber noch nicht konsequent genug. „Die Richtung stimmt, die Geschwindigkeit und die Verbindlichkeit reichen noch nicht aus.“ Auch sei die Bedeutung der Resilienz zur Aufrechterhaltung der täglichen Aufgaben noch nicht bei allen ausreichend angekommen.

Als positive Ausnahme nennt Wolfgang Roick den „Trinkwasserverbund Lausitzer Revier“, an dem WASSERZEITUNGs-Herausgeber WAL Senftenberg beteiligt ist.

Christian Becker leitet seit 2021 die Geschäftsführung der Osthavelländischen Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH in Falkensee (OWA). Der studierte Bau- und Wirtschaftsingenieur fungiert zudem als Sprecher der Initiative Trinkwasserversorgung Metropolregion (ITM). Foto: SPREE-PR/Petsch

In einer Umfrage unter den Herausgebern der WASSERZEITUNG gibt eine Mehrheit an, der Leitbildprozess Siedlungswasserwirtschaft habe nur teilweise zu den gewünschten Ergebnissen geführt. Einige sehen gar keine Resultate. Für Christian Becker von der OWA Falkensee ist das wenig überraschend. Er berichtet im Podcast „WZ – das Gespräch“ (deezer/spotify uam.): „Wir sind nach wie vor bei exorbitant langen Genehmigungsverfahren – für die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten oder die Bewilligung von Grundwasserentnahmen.“ Und die Zeit drängt: Von den gegenwärtig 330 ausgewiesenen Schutzgebieten in Brandenburg müssen 235 in den nächsten Jahren erneuert werden. „In dem Tempo, in dem gegenwärtig daran gearbeitet wird, wird das nicht funktionieren.“ Die Mitarbeiter in den zuständigen Ämtern bräuchten für ihre Abwägungsverfahren verlässliche Entscheidungshilfen – mit einer Priorisierung für die öffentliche Wasserversorgung. Der OWA-Chef verweist auf ein Beispiel, das ihn in seinem Verbandsgebiet getroffen hat: „Nach dem Brandenburger Forstgesetz kann eine Wiese von mehreren Hektar Fläche mit 50 Bäumen drauf als Wald ausgewiesen werden. Für uns hieße das bei Interesse, einen langwierigen Prozess der ‚Waldumwandlung‘ beginnen zu müssen. Für eine praktisch leere Fläche!“ Gerade Umweltverträglichkeitsprüfungen – bei mehr als 2 km Leitungsneubau vorgeschrieben – bremsen notwendige Investitionen erheblich aus. Bei anderen Medienträgern, etwa Telekommunikationsleitungen, ginge es häufig deutlich schneller zu Werke.

Das Problem? Die Wasserwirtschaft wird öffentlich kaum wahrgenommen. Bzw. erst dann, wenn Ver- und Entsorgung mal nicht in gewohnter Weise funktionieren – bei Rohrbrüchen zum Beispiel oder wenn die Kosten steigen. Christian Becker erinnert daran, dass allein die Metropolregion inklusive Berlin ein Bevölkerungswachstum um weitere 600.000 Menschen bis 2050 erwartet. Die Aufgaben müssen daher endlich angepackt werden. 

Sein Fazit: „Die Politik denkt leider in Zeitperioden bis zur nächsten Wahl. Das reicht für die Wasserver- und Abwasserentsorgung nicht!“

Kommentar

So darf es nicht laufen!

Ihre besten Zeiten erreichen Marathonläufer, wenn die Strecke von 42,195 km über plattes Land verläuft. Am besten bei Windstille und milden 18 Grad. Nachvollziehbar. Nun stellen Sie sich vor, die Strecke führe schnurstracks die Zugspitze hinauf. Ein Knochenjob. Sisyphos lässt grüßen. Die Wasserwirtschaft steht vor einer ähnlich gelagerten Herausforderung: dieselben Ziele erreichen – jederzeit einwandfreies Trinkwasser und umweltgerechte Abwasserreinigung – unter immer schwierigeren Rahmenbedingungen. Gestresste Grundwasserpegel aufgrund der Klimakrise und Rekordverbräuche in immer häufigeren Dürrephasen belasten die Trinkwasserproduktion. Aber es läuft ja …

Mit Phosphor-Recycling, Mikroplastik-Belastung, PFAS, wachsenden Arzneimittelrückständen, einer vierten Reinigungsstufe zur Eliminierung u. a. von Mikroschadstoffen muss sich die Abwasserbehandlung rumschlagen. Aber es läuft ja …

Die Wasserwirtschaft ist und bleibt der „Reparaturbetrieb der Gesellschaft”. Dabei vermisst sie eine klare Priorisierung des Trinkwassers als Lebensmittel – über wohlfeile Sonntagsreden hinaus. Die Wasserwirtschaft vermisst das konsequente Tragen von Verantwortung gemäß dem Verursacherprinzip, also das Vermeiden schadhafter Einträge an der Quelle. Sie vermisst straffe Genehmigungsprozesse, die Entscheidungen in angemessener Zeit hervorbringen.

So darf es nicht laufen!

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„Vom Wasser aus bekommt man einen anderen Blick“

 



„Vom Wasser aus bekommt man einen anderen Blick“

Olympiasieger Ronald Rauhe empfiehlt: Kanufahren

Es sei eine ursprüngliche Art, mit dem Element Wasser in Kontakt zu treten und die Natur weniger flüchtig zu erleben. Das empfindet der fünffache olympische Medaillengewinner (2 ✕ Gold, 1 ✕ Silber, 2 ✕ Bronze) Ronald Rauhe. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere zog es ihn ins Havelland. Hier traf ihn WASSERZEITUNGs-Redakteur Gunnar Leue zum Interview.

Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe ist mit dem Element Wasser aufs Engste und Erfolgreichste verbunden. Er findet, dass man die Natur vom Boot aus auf sehr spezielle Weise hautnah erlebt. Foto: Ronald Rauhe

Herr Rauhe, wie erklären Sie einem unsportlichen Menschen den Reiz des Kanufahrens?

Auf Havel, Spree oder den zahlreichen Seen erlebt man Wasser nicht nur als Oberfläche, sondern als verbindendes Element zwischen Landschaft, Stadt und Natur. Selbst in stadtnahen Bereichen verändert sich der Blick vom Wasser aus auf die Umgebung. Er ist konzentrierter, nicht so flüchtig. Die Natur erschließt sich einem quasi ganz nebenbei und auf eine sehr ursprüngliche Art. Schon deshalb lohnt es sich, mit dem Kanu unterwegs zu sein.

Sie sind viele Jahre in Brandenburg gepaddelt, auch leistungsorientiert. Ist diese Nähe zum Wasser geblieben?

Ja, unbedingt. Auch im Leistungssport verliert Wasser für mich nie seine beruhigende Wirkung. Im Gegenteil: Gerade lange Trainingsfahrten haben mir gezeigt, wie gleichmäßig, verlässlich und zugleich sensibel dieses Element ist. Das spürt man im Kanu sehr direkt. Brandenburg bietet dafür ideale Bedingungen, weil die Gewässer überwiegend ruhig sind und Raum lassen – für Technik ebenso wie für Wahrnehmung.

Oft wird Kanufahren als Sport für Aktive gesehen. Trifft das Ihrer Erfahrung nach zu?

Nur teilweise. Natürlich kann man Kanusport leistungsorientiert betreiben. Aber das Entscheidende ist: Man muss es nicht. Für nahezu jede Voraussetzung gibt es geeignetes Material. Stabile Tourenboote ermöglichen auch Menschen ohne sportlichen Hintergrund einen sicheren Zugang. Gerade auf Brandenburger Gewässern, die wenig Strömung und große Wasserflächen bieten, steht nicht Geschwindigkeit, sondern das Erleben im Vordergrund.

Welche Rolle spielt dabei die Infrastruktur in Brandenburg?

Eine sehr große. Das Netz an Verleihstationen entlang von Flüssen und Seen ist gut ausgebaut. Man kann niedrigschwellig anfangen, ohne eigenes Boot, ohne logistischen Aufwand. Das ist aus meiner Sicht ein wichtiger Faktor. Wer tiefer einsteigen möchte, findet zudem zahlreiche Vereine, die nicht nur Material, sondern auch Wissen über Gewässer, Befahrungsregeln und Naturschutz vermitteln.

Stichwort Material: Wie stehen Sie zu aufblasbaren Kanus, sind die als Einstieg ausreichend?

Absolut. Moderne aufblasbare Kanus sind deutlich besser als ihr Ruf. Sie eignen sich nicht nur für Einsteiger, sondern werden teilweise sogar von fortgeschrittenen Paddlern genutzt, etwa auf Reisen. Entscheidend ist nicht, ob ein Material „gut“ oder „schlecht“ ist, sondern ob es zu den eigenen Plänen und Fähigkeiten passt.

Ist die gute Wasserqualität der Gewässer in Brandenburg oder Mecklenburg ein zusätzlicher Pluspunkt fürs Kanufahren?

Unsere Seen und Flüsse sind sehr sauber, teilweise kann man meterweit ins Wasser schauen. Gerade im Sommer schafft das zusätzlich ein gutes Gefühl, ohne Bedenken auf dem Wasser zu sein. Wer regelmäßig paddelt, merkt sehr schnell, wie wichtig sauberes Wasser für die eigene Wahrnehmung und das Vertrauen in einem intakten Naturraum ist.

Gibt es aus Ihrer Sicht Unterschiede zwischen Flüssen und Seen, die man beachten sollte?

Grundsätzlich ja, vor allem in Bezug auf Strömung, Wind und Orientierung. In Brandenburg sind die meisten Gewässer jedoch so moderat, dass auch Anfänger sicher unterwegs sein können. Das macht die Region besonders geeignet für längere Touren, auch mehrtägig – etwa von Zeltplatz zu Zeltplatz.

Wie lang sollten erste Fahrten sein?

Eine Stunde ist ein guter Richtwert. Das hängt aber stark vom Einzelnen ab, da manche Anfänger körperlich sehr fit sind, andere weniger. Viele Tourenboote sind sehr komfortabel, sodass man sich langsam steigern kann. Mit entsprechender Vorbereitung lassen sich problemlos ganze Tage auf dem Wasser verbringen.

Eine Frage, die sich Paare vielleicht stellen: Lieber allein paddeln oder zu zweit im Boot?

Das ist reine Geschmackssache. Zwei Einer bieten mehr Stauraum, ein Zweier ist schneller. Wichtig ist die Frage: Was habe ich vor und warum gehe ich aufs Wasser? Am besten probiert man einfach beides aus.

Und wie stehen Sie zu Gruppenfahrten?

Die gehören zum Vereinsleben dazu und sind etwas Schönes. Kanuten sind in der Regel naturbewusste, rücksichtsvolle Menschen. Auch in größeren Gruppen bleibt es respektvoll gegenüber Natur und Mitmenschen.

Wie oft sind Sie selbst noch auf dem Wasser?

Im Sommer ein- bis zweimal pro Woche. In ganz unterschiedlichen Booten: im Rennboot, aber auch beim Kanu-Polo, einer leider wenig bekannten, aber sehr spannenden Kanusportart.

Vielen Dank für das Interview – und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

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Unsere Museen – Freude am Wissen für Groß und Klein

 



Unsere Museen – Freude am Wissen für Groß und Klein

Verpassen Sie es nicht, auf Ihren sommerlichen Landpartien durch Brandenburg den einen oder anderen unterhaltsamen Zwischenstopp einzuplanen. Wir hätten da ein paar Ideen!

  • Ein spielerischer Ausflug in die Kindheit

    Foto: Tourismusverband Havelland e.V./Steven Ritzer

    Wenn Sie sich auf eine Reise in die Zeit vor Spielekonsole, Tablet und Smartphone begeben wollen, dann auf nach Kleßen ins Havelland. Das dortige Spielzeugmuseum zeigt die Welt vor dem Einzug der Elektronik. Einzigartig im Raum Berlin-Brandenburg ist die „Spur 0“-Eisenbahnanlage, deren 80 Jahre alte Bahnen werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern fahrtüchtig gehalten. Ein Eisenbahnspieltag widmet sich hier regelmäßig am zweiten Samstag im Monat der Modellbahntechnik. Und übrigens, wenn Sie schon in die eigene Kindheit reisen: Gleich neben dem Spielzeugmuseum gibt es noch das passende Kinderbuchmuseum.

    Facebook: Spielzeugmuseum im Havelland

    www.spielzeugmuseum-havelland.de

  • Von Heilkräutern, Salben und Arzneien

    Foto: Bernd Choritz

    Ohne Wasser keine Pharmazie! Ob Trinkwasser, destilliertes oder steriles Wasser – Apotheken nutzen ganz verschiedene Arten, waren in der Historie die ersten Lizenzinhaber für „Mineralwasseranstalten“ – auch die Löwen-Apotheke (seit 1568) am Cottbuser Altmarkt. In DDR-Zeiten, die in einem eigenen Raum (s. Bild) dokumentiert sind, gab es hier sogar schon Homöopathie. Auf Anfrage bietet das spannende Museum eine Themenführung „Wasser – Element des Lebens“ an. Im idyllischen Hinterhof erwartet Sie einer der ältesten Brunnen der Lausitz-Stadt.

    Führungen: info@brandenburgisches-apothekenmuseum.de
    Insta: @apothekenmuseum

    www.brandenburgisches-apothekenmuseum.de

  • Es war einmal … Lausitzer Textilgeschichte

    Foto: Jolanta Imbierska

    In einem denkmalgeschützten Fabrikgebäude in Forst (Lausitz) wächst Schritt für Schritt ein neues Museum zur Industrie- und Stadtgeschichte – im Ensemble der ehemaligen Textilfabrik. Zu den imposanten Exponaten gehört die historische Dampflok „Schwarze Jule“. Einmal fertiggestellt soll das Museum auf rund 1.600 m² eine moderne Dauerausstellung präsentieren: mit interaktiven Stationen, einer Schauwerkstatt und vielfältigen Möglichkeiten zum Mitmachen und Entdecken. Geöffnet ist donnerstags und sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr, Führungen nach Anmeldung. Zukünftig sollen auch Lesungen, Konzerte und Theater Besucher in die historischen Räume locken.

    Insta: @forster.museum

    www.forst-lausitz.de

  • Industriehistorie der Metropolregion

    Foto: MWA/Andresen

    Wer den 150-jährigen Weg von der Dampfmaschine zur digitalen Welt nachvollziehen mag, ist bei Hilmar Prietzel vom Verein Industriemuseum Region Teltow e. V. richtig. Seit 21 Jahren erwartet der ehemalige Verwaltungssitz der Geräte- und Reglerwerke Neugierige. Zu den Exponaten gehört eine Strom-Leitzentrale, die die Integration erneuerbarer Energien nachvollzieht. War Teltow vormals ein Zentrum von Maschinenbau und Chemie steht die Stadt heute für moderne Medizin- und Kommunikationstechnik. Prägend für die Region war der Bau des Teltowkanals. Am Samstag, dem 8. August, wird von 13:00–18:00 Uhr der 4. Tag der Industriekultur begangen.

    Führungen: imt-museum@t-online.de
    Insta: @industriemuseumteltow

    www.imt-museum.de

  • Die Marionette Nummer 1: Kasper

    Foto: MVEE / A. Franke

    Das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda erzählt die Kaspergeschichte und lädt mit interaktiv bespielbaren Modellen und Figuren zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Kern des Museums ist das Erbe der mitteldeutschen Wandermarionettenspieler. Das alljährliche Puppentheaterfestival, der historische Marionettenspielertag, ein Schattenspielwochenende und die hauseigene Bühne tragen diese Tradition in die Gegenwart. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr. Eine beeindruckende Rundumschau über die Stadt Bad Liebenwerda bietet der Blick vom benachbarten Lubwartturm, einem mittelalterlichen Bergfried.

    Insta: @museumsverbund.de
    Führungen: museum-liebenwerda@lkee.de

    www.museumsverbund-lkee.de

  • Vom Tabakanbau in der Oderregion

    Foto: Städtische Museen Schwedt/Oder

    In einer denkmalgeschützten Tabaktrockenscheune im Schwedter Ortsteil Vierraden erzählt das Tabakmuseum die Geschichte von Tabakanbau, -handel und -verarbeitung. Die gesundheitlichen Folgen seines Konsums werden nicht ausgespart. Die großzügige Außenanlage bietet alte landwirtschaftliche Gerätschaften und Schaubeete.

    So wird die Lebensleistung vieler Generationen Tabakbauern der Oderregion gewürdigt. Aktuell zeigt das Museum die Fotoausstellung „Seide, Spargel, Tabakpflanzen. Hugenottisches Erbe in Brandenburg“. Das Tabakmuseum öffnet saisonal von Mai bis September.

    Insta: @tabakmuseum_vierraden

    www.stadtmuseum-schwedt.de

  • Regionalgeschichte – bis zum Weltraum

    Foto: Flugplatzmuseum Neuhardenberg

    Die Interessengemeinschaft Militärgeschichte Neuhardenberg e. V. als Träger zeigt alle Facetten der mehr als 90-jährigen Historie des Flugplatzes Neuhardenberg (ehemals Marxwalde) – vom Testgelände für Raketentechnologie 1937 bis zum Standort der DDR-Regierungsflieger (Foto) des Transportfliegergeschwaders 44. In seiner Ausstellung gedenkt das Museum auch des ersten Deutschen im All, Ehrenbürger von Neuhardenberg und Ex-Angehöriger des hiesigen Jagdfliegergeschwaders 8, Siegmund Jähn (1937–2019). Zu entdecken Do–Sa oder nach Anmeldung. Und gerne vormerken: 7. Ostblock-Meeting und Museumsfest am 12. September ab 10:00 Uhr.

    Führungen: info@flugplatzmuseumneuhardenberg.de

    www.flugplatzmuseumneuhardenberg.de

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WAL digital … mit E-Paper, Instagram und WhatsApp

 



WAL digital … mit E-Paper, Instagram und WhatsApp

Das E-Paper der Lausitzer WASSERZEITUNG kennen Sie schon! Und wissen, dass Sie hier bequem – per Smartphone oder Tablet – auch am neuen Wasserrätsel sofort teilnehmen und Ihre Gewinnchance sichern können.

Und da Sie Ihr mobiles Gerät schon mal in der Hand haben: Folgen Sie uns gerne auf instagram.com/wal_senftenberg/. Auch einen eigenen WhatsApp-Kanal füttert der WAL – falls unsere Infos Sie mal ganz besonders schnell erreichen müssen.

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Erste Spatenstiche und neue Projekte

 



Jahresabschluss 2025

Erste Spatenstiche und neue Projekte

In der Tagung der WAL-Verbandsversammlung am 2. Juli steht der Jahresabschluss 2025 im Mittelunkt. Die Vorzeichen für die Zusammenkunft des regionalen „Wasserparlaments“ sind überaus positiv.

Das Jahr 2025 war geprägt von ersten Spatenstichen für die WAL-Projekte im Trinkwasserverbund „Lausitzer Revier“. Foto: WAL/St. Rasche

Auch das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen erheblicher Investitionen innerhalb der länderübergreifenden kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Trinkwasserverbund Lausitzer Revier“. Im Oktober hat der WAL mit dem ersten Spatenstich für die neuen Druckerhöhungsstationen Allmosen und Lauchhammer das letzte seiner vier Großprojekte auf den Weg gebracht. Beide Baugenehmigungen liegen unterdessen vor; auf die Ausschreibungen der einzelnen Teilprojekte haben sich viele erfahrene Wasserbauunternehmen beworben – auch aus der Lausitz selbst. Eine planmäßige Vergabe aller Lose vorausgesetzt, sollen die Baumaßnahmen schnell starten und zügig umgesetzt werden. Bereits im Herbst könnten die Richtkronen von den Rohbauten in Allmosen und Lauchhammer strahlen. Für die Wintermonate steht der Innenausbau auf dem Plan, nächstes Jahr sollen beide Druckerhöhungsstationen ihren Betrieb aufnehmen.

All das sind gute Nachrichten für die Verbandsversammlung, wenn sie auf ein weiteres, solides Jahr zurückblicken wird. Ein Branchenblick nach links und rechts macht schnell deutlich, dass sich der Wasserverband Lausitz mit Erfolg den Auswirkungen einer schwierigen politischen und wirtschaftlichen Weltlage entgegenstemmt. 

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WAL sagt DANKE, Klaus Prietzel und Siegurd Heinze!

 



WAL sagt DANKE, Klaus Prietzel und Siegurd Heinze

Zwei prägende Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz – mit besonderer Bedeutung für den WAL – haben sich jüngst aus ihren Ämtern verabschiedet: Schipkaus langjähriger Bürgermeister Klaus Prietzel und OSL-Landrat Siegurd Heinze.

Der Vorstand der Verbandsversammlung des WAL verabschiedete im Mai Klaus Prietzel, den langjährigen Bürgermeister von Schipkau (mit Blumen), aus ihrer Runde. Foto: WAL

Ohne die engagierte Mitarbeit der von den Städten und Gemeinden entsandten Mitglieder in die Verbandsversammlung hätte der WAL seit der Gründung 1993 keine Erfolgsgeschichte schreiben können. In seinen 16 Jahren als Bürgermeister von Schipkau gehörte auch Klaus Prietzel dem „Wasserparlament“ an und setzte sich für eine zuverlässige Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung für die rund 7.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Senftenbergs Nachbargemeinde ein. Als Mitglied des WAL-Vorstandes übernahm er sogar auf besondere Weise Verantwortung für die Daseinsvorsorge der Region. Dafür bedankt sich der Wasserverband Lausitz aufs Herzlichste und wünscht für den neuen Lebensabschnitt „Glück auf!“

Auch Landrat Siegurd Heinze, dessen Amtszeit am 8. Mai endete, hat mit seinem kommunalpolitischen Wirken Spuren beim WAL hinterlassen. Bereits vor seinem Wechsel an die Spitze des Landkreises Oberspreewald-Lausitz im Jahr 2010 hatte der 65-Jährige zentrale Entwicklungen beim WAL begleitet, angestoßen und umgesetzt – als Amtsdirektor des Amtes Schipkau (1993–2002) und anschließend als Bürgermeister der dann amtsfreien Gemeinde Schipkau bis 2010. Mehrere Jahre leitete Siegurd Heinze die WAL-Verbandsversammlung als deren Vorsitzender. Für den Wechsel in den Ruhestand sendet ihm der Wasserverband Lausitz beste Wünsche für Gesundheit und Wohlbefinden.

Siegurd Heinze, OSL-Landrat von 2010 bis 2026. Foto: Landkreis OSL

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Der OSL-Landrat über Wasser-Feste und Wasser-Sicherheit

 



Drei Fragen an: OSL-Landrat Alexander Erbert

„Der WAL schlägt den richtigen Weg ein“

LWZ: Kaum sind Sie neu im Amt, dürfen Sie „Wasser“ feiern: den Start für den Lausitzer Seenverbund. Ihr Kommentar zum bevorstehenden Festtag?

Einfach großartig, ich bin voller Vorfreude! Man soll es mit der Nutzung von Superlativen ja nicht übertreiben, aber: Da geht mit dem 29. Juni 2026 tatsächlich ein historischer Tag für unsere Region in die Geschichtsbücher ein, der den tiefgreifenden Strukturwandel für alle noch viel erlebbarer macht. Und ich freue mich besonders, dass mit der „5-Seen-Challenge“ eine so fröhliche und buchstäblich hautnahe Form des Feierns gefunden wurde. Wir wollen mit blauen Badekappen unsere fünf Gewässerperlen erobern – zu diesem einzigartigen Gemeinschaftserlebnis laden wir alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein.

Landrat Alexander Erbert 2025 bei einem „ersten Spatenstich“ des WAL. Foto: WAL

LWZ: Das Lausitzer Seenland ist schon heute eine attraktive Touristenregion. Natürlich sollen die Urlauberzahlen wachsen. Dafür braucht es auch zuverlässige Daseinsvorsorge mit Trinkwasser!

Da bin ich ganz entspannt. Seit seiner Gründung 1992 hat der Wasserverband Lausitz unter Beweis gestellt, dass er sowohl das Tagesgeschäft zuverlässig bewältigt und sich parallel den Herausforderungen der Zukunft stellt. Das erfordert gelegentlich mutige Entscheidungen – ja, sogar Pionierarbeit. Mit dem länderübergreifenden „Trinkwasserverbund Lausitzer Revier“ schlägt die starke kommunale Gemeinschaft, die hinter dem WAL steht, genau den richtigen Weg ein: über den eigenen Tellerrand hinausschauen und zum Zwecke höchster Versorgungssicherheit beherzt anpacken.

LWZ: Gutes Stichwort. Die Verwaltung spielt bei all den Investitionsvorhaben eine wesentliche Rolle.

Darüber herrscht in der Kreisverwaltung absolute Klarheit. Es geht ja hier nicht um irgendein beliebiges „Produkt“, sondern unser aller Lebensmittel Nr.1. Wir schätzen den Wasserverband und seinen Betriebsführer als ausgesprochen erfahrenen und vor allem exakt arbeitenden Antragsteller. Das erleichtert unsere Genehmigungsprozesse enorm und zieht diese nicht unnötig in die Länge. Uns ist bewusst, dass Investitionen immer eine Kette sind, in der ein Schritt den anderen bedingt. Auch auf uns soll dabei Verlass sein.  

LWZ: Wir wünschen Ihnen für Ihre Amtszeit alles Gute!

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Havarie in Schwarzheide – und trotzdem bemerkt keiner etwas!

 



Notfallmanagement von WAL-Betrieb besteht Bewährungsprobe

Havarie? Hier? – Gar nicht bemerkt!

Es ist Anfang Februar, ein kalter Freitagnachmittag. Die Menschen in Schwarzheide freuen sich auf das Wochenende. Sie werden von dem emsigen Treiben, zu dem die Kollegen von WAL-Betrieb plötzlich gezwungen werden, rein gar nichts bemerken. So soll es sein.

Um an der havarierten Stelle überhaupt arbeiten zu können, musste vor Ort das Grundwasser abgesenkt werden. Foto: WAL-Betrieb

Ein GFK-Rohr gehört zu den besten Materialien, die Unternehmen der Abwasserwirtschaft im Boden verlegen können. Denn glasfaserverstärkter Kunststoff – die Langform von GFK, oft auch als Fiberglas bezeichnet – gilt aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften als besonders langlebig und extrem stabil. Stoßen Metall oder Beton an ihre Grenzen, greift man gern auf GFK zurück.

Besonders geeignet sind diese Rohre, wenn Abwasserdruckleitungen ungewöhnlich tief verlegt werden müssen, etwa zur Unterquerung von Bahnschienen oder Autobahnen. Das ist in der Nähe des Hauptpumpwerks in Schwarzheide der Fall, mit der A13 in Sichtweite. Ausgerechnet hier ereignete sich an jenem Wochenende der ungewöhnliche Bruch im Kanal – in etwa viereinhalb Metern Tiefe. 

Jetzt zählt jede Minute!

Umgehend setzt WAL-Betrieb seinen Notfallplan in Kraft. Das bedeutet als allererstes, das Hauptpumpwerk außer Betrieb zu nehmen, um den Abfluss des Schmutzwassers ins Erdreich bzw. einen Rückstau zu unterbinden. Gleichzeitig muss die mobile Abfuhr aus dem Sammelbecken in die wenige Kilometer entfernte Kläranlage organisiert werden. Das übernehmen WAL-Betrieb und REMONDIS Brandenburg Großräschen. „Wir sind dann an den Folgetagen täglich von 6:00 bis 22:00 Uhr mit mehreren unserer Saug- und Spülfahrzeuge im Einsatz gewesen“, erinnert sich Martin Günther, Leiter Abwassernetze, der mit vor Ort war, „auch nachts war keine komplette Pause möglich.“

Um die havarierte Stelle im gefrorenen Boden freizulegen, muss Großtechnik angefordert werden. Damit die Reparaturarbeiten überhaupt möglich sind, muss in dem Bereich vorübergehend das Grundwasser abgesenkt werden. Innerhalb von wenigen Stunden kümmern sich viele Hände um eine komplexe Aufgabe.

Nach fünf Tagen sind die Folgen der untypischen Havarie beseitigt. Das benachbarte Hauptpumpwerk geht störungsfrei wieder in Betrieb. „Wir sind sehr stolz, wie reibungslos unser Notfallmanagement, dank unserer Mitarbeiter, funktioniert hat“, meint Patrick Laurisch, kaufmännischer Geschäftsführer. „Sowohl die Schwarzheider selbst als auch der Bürgermeister bestätigten uns, dass der Schaden zu keinerlei Einschränkungen geführt hat.“ Großer Dank gilt daher allen Beteiligten für Ihren Einsatz, unter anderem der Straßen- und Tiefbaufirma Kasper & Schlechtriem.

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Klein, wendig und mit scharfem Blick

 



Neues Spezialfahrzeug für WAL-Betrieb:

Klein, wendig und mit scharfem Blick

Der Zahn der Zeit ist nicht das Einzige, was an unterirdischen Kanälen und Leitungen nagt. Auch hartnäckige Ablagerungen oder eingewachsene Baumwurzeln können im Boden zu unangenehmen Schäden führen. Das Kanalinspektionsfahrzeug von WAL-Betrieb kommt dem zuvor!

Der Kanaldeckel wird beiseitegeschoben und der kleine Wagen vorsichtig hinuntergelassen. Licht an, Aufnahme starten – und dann volle Fahrt voraus. Gesteuert wird der Weg durch den Untergrund aus dem Inneren des neuen Spezialfahrzeuges von WAL-Betrieb. Von einem „technologischen Kraftpaket“ sprechen die Kollegen, das die gesamte Bandbreite der Inspektionstechnik vereint: von den Kameras bis zur Steuerung.

Die regelmäßige Befahrung der Abwasserkanäle dient dazu, potenziell problematische Auffälligkeiten zu erkennen. Dies gelingt besser als je zuvor durch den 360-Grad PANORAMO-Scanner in einer ultrascharfen Bildauflösung von 4K. Dieser Kamera entgeht nichts!

Mit dem kleinen Fahrwagen können Kanäle unterschiedlicher Dimensionen inspiziert werden. Die flexible Technik passt sich an die jeweilige Situation an. Auch ein Seitenblick vom Hauptkanal in die Hausanschlüsse ist möglich. Die Ergebnisse fließen direkt ins System und werden dort gespeichert. Und falls der Wagen Alarm schlägt, rückt schon bald ein Reparaturtrupp an.

Der kleine TV-Wagen wird in den Kanal hinabgelassen. Für beste Aufnahmen muss natürlich das Licht stimmen. Foto: WAL-Betrieb

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