Wenn der Herbst nach Äpfeln duftet
TIPP
Wenn der Herbst nach Äpfeln duftet

Foto: Veit Rösler
31. Niederlausitzer Apfeltag im Pomologischen Schau- und Lehrgarten Döllingen
Sonntag, 27. September, 10–18 Uhr

Foto: Veit Rösler
Sonntag, 27. September, 10–18 Uhr
Von den insgesamt 1.600 Metern, die noch gebaut werden müssen, waren bis Mitte September 700 geschafft. Damit läuft alles nach Plan. Gebaut wird in offener Bauweise.
Bauausführer Strabag und der Bauablaufplan machen Hoffnung: Bis Ende des Jahres soll die komplette Leitung im Boden liegen.
Nach jahrelangen Planungen, Anstrengungen und so mancher Überraschung rückt damit der Moment näher, auf den alle Beteiligten gewartet haben: Wenn die letzten Meter geschafft sind, kann die neue Leitung ihrer Bestimmung übergeben werden und die Versorgungssicherheit im Verbandsgebiet stabilisieren.

Es geht planmäßig voran: Meter für Meter der neuen Trinkwasserleitung verschwinden in der Erde.
Foto: WAVE/Jopien
Liebe Leserinnen und Leser,
„Erfolg ist die Summe kleiner Anstrengungen.“ Ja, Fortschritt entsteht meist Schritt für Schritt.

Foto: WAVE/Jopien
2026 hat der WAV Elsterwerda bereits einiges bewegt. Deshalb sei mir ein kurzer Jahresrückblick schon im Herbst gestattet.
Schritt für Schritt haben wir uns und unsere Wasser- und Abwasserinfrastruktur weiter fitgemacht. Konkret: Rohrmeter für Rohrmeter ging und geht es beim letzten Bauabschnitt unserer Trinkwasserhaupttransportleitung von Oschätzchen nach Elsterwerda voran. Die Fertigstellung Ende 2026 rückt damit in Sichtweite. Auch die Sanierung der Zubringerleitungen zur Kläranlage Elsterwerda entwickelt sich buchstäblich Schacht für Schacht. Die noch in diesem Jahr in Betrieb gehende PV-Anlage ist ein wichtiger Schritt zur geforderten Energieneutralität des Verbandes. Modul für Modul erweitern wir auch unsere digitalen Angebote. Und nicht zuletzt konnten wir mit neuen und gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Weichen für die Zukunft stellen.
Wie gesagt: Viele kleine Schritte ergeben am Ende ein großes Ganzes: die sichere Trinkwasserversorgung und eine umweltgerechte Abwasserentsorgung zu bezahlbaren Gebühren.
Für den Moment wünsche ich Ihnen viele gute Schritte durch einen hoffentlich goldenen Herbst.
Ihr Maik Hauptvogel
WAVE-Verbandsvorsteher

Die mobile Pumpe ANITA II wird aufgebaut und mit der Gasreinigungsanlage verbunden.
Foto: WAVE/Jopien
Der auf der Kläranlage Elsterwerda anfallende Klärschlamm wird im Faulturm weiterbehandelt. Dabei entsteht Gas, das die Blockheizkraftwerke (BHKW) antreibt und Strom und Wärme für den Eigenbedarf erzeugt. Doch zuvor muss das Gas gereinigt werden: Die Aktivkohlefilter entfernen unter anderem Schwefel und Siloxane. Das Filtermaterial muss ausgetauscht werden, wenn seine Reinigungsleistung nachlässt. Das macht ANITA. Sie saugt die alte Aktivkohle ab und füllt neue ein. „Schwefel und Siloxane verursachen Ablagerungen, Verklumpungen und Materialschäden und können den Wirkungsgrad der Gasmotoren beeinträchtigen. Außerdem werden Siloxane biologisch nur schwer abgebaut und schädigen Wasserorganismen“, erklärt WAVE-Technikchef Sylvio Graf. Die Aktivkohle wird turnusmäßig alle zwei Jahre gewechselt, bei nachlassender Leistung schon früher.
Und weil ANITA das wirklich gut kann, wirbt sie auf ihrem Behälter selbstbewusst: „ANITA – keine saugt schneller.“
Stellen Sie sich vor, Sie steigen in schwarz-grauen, 38 Grad warmen Faulschlamm, in dem Sie keine Sicht haben. Und Sie wissen, es sind die Reste der Abwasseraufbereitung … „Ja, und?“, schmunzelt Felix Zanker, „unser Taucheranzug ist komplett gasdicht und hat einen festen Tauchhelm. Da kann uns egal sein, was so um uns herumschwimmt und mit welcher Duftnote.“ Inklusive Spezialausrüstung wiegt die Arbeitskleidung der Unterwasser-Fachkraft rund 66 Kilo.
Ein Faulturm ist kein gewöhnlicher Behälter. Hier entwickelt sich unter anderem Faulgas, das vor allem aus Methan und Kohlendioxid besteht und auch giftigen Schwefelwasserstoff enthalten kann. Deshalb werden vor und während des Einsatzes Art und Konzentration vorhandener Gase kontrolliert und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen durchgeführt.
Der entscheidende Vorteil: „Die Arbeiten können weitgehend während des laufenden Betriebes erfolgen. Der Faulturm muss dafür nicht komplett stillgelegt, geleert und aufwendig getrocknet werden“, begründet Sylvio Graf, der Technische Leiter des Verbandes.




Fotos (4): WAVE/Jopien
In München musste die Nutzung von Trinkwasser im Juli deutlich reglementiert werden, auch in Brandenburg galten Beschränkungen. „Im Verbandsgebiet des WAV Elsterwerda fördert das Wasserwerk Oschätzchen jederzeit genügend Grundwasser, bereitet es auf und speist es ins Versorgungsnetz ein“, sagt Wassermeister Heiko Pirschel. Zuverlässig auch an heißen Tagen: „Unsere Pumpen können täglich bis zu 7.900 m3 fördern. Der Spitzenverbrauch 2026 lag am 25. Juni mit 5.560 m3 deutlich darunter.“
Gefördert wird das Rohwasser aus einem viele Kilometer breiten Grundwasserleiter. Doch Grundwasser bildet sich nur langsam neu – und nicht jeder Regentropfen gelangt dorthin: Nur etwa 15 Prozent des Niederschlags tragen zur Grundwasserneubildung bei. „Derzeit deutet nichts darauf hin, dass im Verbandsgebiet das Lebensmittel Nummer 1 knapp wird.“ Aber: „Ohne unsere fortlaufenden Investitionen in Wasserfassungen, Aufbereitung und Leitungsnetz für die Versorgungssicherheit sähe das sicher anders aus.“ In den kommenden Jahren werden deshalb unter anderem alle fünf Förderbrunnen saniert und ein neuer Hochbehälter in Elsterwerda gebaut.
Neben leistungsfähigen Anlagen und Netzen braucht es einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser. Und Ihre Gebühren finanzieren nicht nur den laufenden Betrieb. Sie tragen auch dazu bei, die Wasserversorgung langfristig sicherzustellen.





Fotos (5): WAVE/Jopien
Eine Kläranlage braucht für ihre Technik zur Abwasserreinigung vor allem eins: jede Menge Energie. Denn Pumpen, Rechenanlagen, Belüftung und weitere technische Komponenten sind rund um die Uhr in Betrieb. Deshalb sollte schon vor vier Jahren eine Solaranlage her, um die Stromkosten zu senken. „Damals fehlte jedoch die Gesamtfinanzierung. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges führten zur Verschiebung des Vorhabens“, blickt Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel zurück. „Mit dem Beschluss der Verbandsversammlung am 16. Juni konnte es nun endlich losgehen.“
Aber besonders schnell kam die Anlage nicht auf die Fläche. Der Technische Leiter Sylvio Graf: „Das dauert seine Zeit, bis das Stahlständerwerk für die Module installiert ist. Und parallel zu diesem Aufbau waren die PV- und Speicheranlage ins Elektroenergieversorgungssystem des Verbandes zu integrieren. Dabei mussten unter anderem zwei Blockheizkraftwerke angepasst werden.“
Beendet war die Errichtung der Sonnenstromanlage erst nach Redaktionsschluss.
Im Detail sind die Änderungen noch nicht beschlossen. „Allerdings wird es in der Verbandsversammlung am 13. Oktober 2026 kaum Abweichungen geben, weil die Vertreter der Mitgliedsgemeinden die Neuberechnungen bereits gründlich geprüft und beraten haben“, sagt Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel. Kalkuliert wurde für 2027 bis 2029. „Der Dreijahreszeitraum ist neu bei uns. Bisher haben wir zwei Jahre zugrunde gelegt. Doch manche Investitionsmaßnahmen wirken sich längerfristig auf die Kosten aus.“ So kann der Verband verlässlicher kalkulieren und zugleich die Vorgaben des Kommunalabgabengesetzes erfüllen, das spätestens nach drei Jahren eine neue Kalkulation verlangt. „Nach intensiven Abwägungen und Berechnungen gab es jedoch zu höheren Gebühren keine Alternative“, so Maik Hauptvogel.
Auswirkungen auf kletternde Gebühren haben auch die allgemeinen Preissteigerungen bei Strom, Betriebsmitteln, Kraftstoffen und Personal. Trotz der Anpassungen zum 1. Januar 2027 – sowohl im Trink- als auch im Schmutzwasserbereich – liegt der WAV Elsterwerda mit seinen Gebühren weiterhin im Brandenburger Mittelfeld und unter dem Bundesdurchschnitt.
In der Winterausgabe der Lausitzer WASSERZEITUNG werden in einem Service-Schwerpunkt die wesentlichsten Fragen zur Gebührenkalkulation beantwortet: Was fließt in eine Kalkulation ein? Wie werden die Gebühren berechnet? Warum zahlt man eine Grundgebühr?
Mailen Sie sie an: LWZ@wav-elsterwerda.de

Sie soll in den Folgejahren um weitere 200 kWp vergrößert werden und eine Speicherkapazität
von mindestens 400 kWh haben.
Die Kombination aus Klärschlammfaulung und PV-Strom kann dann 70 Prozent des Energiebedarfs
der Kläranlage decken. Abwasseraufbereitungsanlagen sind bekanntlich „Energiefresser“. „Das
ist ein bedeutender Schritt für den WAV Elsterwerda in Richtung kompletter Energieneutralität
der Kläranlagen bis 2045“, ordnet Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel den Beschluss der
Verbandsversammlung ein.
Vor vier Jahren noch musste das Projekt wegen fehlender Gesamtfinanzierung und wirtschaftlicher
Auswirkungen des Ukraine-Krieges gestoppt werden.

Foto: Gemeinde Röderland
Liebe Leserinnen und Leser,
die Sommermonate bedeuten für alle Wasserversorger Hochkonjunktur. Teils steigen die Trinkwasserabgabemengen enorm an, da unter anderem Gärten bewässert und Pools befüllt werden. Damit die wassertechnische Infrastruktur nicht an Kapazitätsgrenzen stößt und Engpässe in der Versorgung entstehen, investiert auch der WAV Elsterwerda kontinuierlich in seine Netze und Anlagen. So steht in diesem Sommer die letzte Bauphase des wichtigsten Projektes der vergangenen fünf Jahre an: Die neue Trinkwasserhauptleitung vom Wasserwerk Oschätzchen nach Elsterwerda – sie gewährleistet künftig eine sichere Versorgung auch in den heißen Phasen des Jahres.
Obwohl in unserem Verbandsgebiet kaum Engpässe wegen Wasserknappheit bei der Trinkwasserbereitstellung zu erwarten sind, freut sich „Mutter Erde“ über den sparsamen Umgang mit ihrem wichtigsten Lebensmittel. Wer etwa seinen Garten an heißen Tagen in den kühleren Morgen- oder Abendstunden gießt, verbraucht weniger davon und reduziert Verdunstungsverluste.
Ich wünsche Ihnen allen eine wunderschöne, erholsame und sonnige Sommerzeit! Das Team und die moderne Technik Ihres WAV Elsterwerda sorgen hinter den Kulissen rund um die Uhr für frisches, kühles Trinkwasser in bester Qualität – selbst, wenn kein Schatten zur Verfügung steht.
Markus Terne
Vorsitzender der WAVE-Verbandsversammlung