Achtung bei Bleirohren
Achtung bei Bleirohren
Bewohnen oder besitzen Sie ein Haus, das vor 1973 gebaut wurde? Dann prüfen Sie bitte Ihre Hausinstallation auf Bleileitungen. Ihre Nutzung ist seit 12. Januar 2026 verboten.
„In Nord- und Ostdeutschland wurden Bleileitungen bereichsweise noch bis Anfang der 1970er-Jahre genutzt. Ab 1973 war die Verlegung von Bleirohren für die Trinkwasserinstallation verboten“, sagt Maximilian Stubbe. Er ist Hygienekontrolleur beim Gesundheitsamt Vorpommern-Greifswald und verweist auf die geänderte Trinkwasserverordnung. Blei ist ein giftiges Schwermetall, das die Nieren und das Nervensystem schädigen sowie die Blutbildung beeinträchtigen kann. Der gesetzlich festgelegte Grenzwert liegt bei 0,01 Milligramm (10 Mikrogramm) je Liter Trinkwasser. „Sind Bleirohre vorhanden, kann dieser Wert nicht eingehalten werden.“
Und wie erkennt man solche Leitungen? „Bleirohre sind in der Regel grau, weich, nicht magnetisch und lassen sich leicht zerkratzen“, sagt Maximilian Stubbe. Seine Empfehlung deshalb: ein Kratz-Test. „Hierzu kratzen Sie mit einem harten Gegenstand, zum Beispiel einem Schlüssel, leicht und ohne viel Druck über die verdächtige Leitung. Wird diese Stelle metallisch blank, handelt es sich ziemlich sicher um eine Bleileitung.“ Diese muss dann unverzüglich und fachgerecht stillgelegt bzw. entfernt werden. „Die Verantwortung hierfür liegt beim Eigentümer der Trinkwasserinstallation.“
Kann nicht ausgeschlossen werden, dass Bleileitungen vorhanden sind, sollte eine Untersuchung des Trinkwassers durchgeführt werden. „Die Fachleute im Gesundheitsamt beraten Sie dazu gern.“
Gut zu wissen: Das öffentliche Versorgungsnetz ist bleifrei, heißt es vom Zweckverband.

Bleirohre lassen sich leicht abschaben. An der Stelle glänzt das Metall dann silbern oder weißlich.
Foto: ZV Usedom














