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Ölgeruch im Kanal

 




Havarie in Neuburg

Ölgeruch im Kanal: Zweckverband war sofort vor Ort

Ein Samstagmorgen im Januar. Draußen liegt Schnee, die Temperaturen sind eisig. In einem Wohnhaus in Neuburg riecht es aus der Dusche nach Diesel. Was zunächst wie ein lokales Problem klingt, löst eine koordinierte Suchaktion aus und zeigt, wie der ZV Wismar im Ernstfall reagiert.
Samstag, 10. Januar, früher Vormittag.

Die Feuerwehr Neuburg meldet dem ZV Wismar einen Diesel- bzw. Heizölgeruch, der aus einer Dusche in der Gartenstraße dringt. Sofort rücken Einsatzkräfte der Feuerwehr und ZV-Mitarbeiter gemeinsam aus.

Vor Ort öffnen sie Schacht für Schacht: Wiesenweg, Gartenweg, Hauptstraße Ecke Birkenweg. Der Geruch ist da – aber keine sichtbaren Rückstände, kein Öl, kein Treibstoff. Die Suche nach der Ursache läuft. Das Heizhaus des ZV Wismar scheidet früh aus. Heizöltank, Rohrleitungen, Kessel – alles geprüft, alles unauffällig. Auch die Anwohner mit Ölheizungen werden befragt. Ergebnis: ebenfalls keine Verursacher. Der Geruch zieht sich durch das Kanalnetz und bleibt rätselhaft.

Vorsicht geht vor: Auf dem Vorspeicher ist ein Ölfilm zu sehen und starker Ölgeruch zu verzeichnen. Der ZV sperrt den Ablauf der Kläranlage. Das Abwasser bleibt auf der Anlage gespeichert. Die Polizei wird informiert.

Einsatzkräfte suchten akribisch nach der Ursache.


Foto: ZVWis

Sonntag, 11. Januar.

Ein ZV-Mitarbeiter überprüft die Kläranlage erneut. Der Geruch hat deutlich nachgelassen.

Montag, 12. Januar.

Eine Fachfirma zieht die Oberfläche des Vorspeichers ab. Das Institut für Umweltschutz und Qualitätssicherung Dr. Krengel GmbH nimmt Proben. Die Ergebnisse bestätigen: Belastetes Abwasser wurde zu keinem Zeitpunkt in die Umwelt eingeleitet. Der Januareinsatz in Neuburg ist abgeschlossen. Die Ursache des Geruchs bleibt bis heute ungeklärt.

Der ZV dankt den Einsatzkräften der Feuerwehr Neuburg für die Unterstützung. Die Verbandsvorsteherin Grit Glanert bittet Bürgerinnen und Bürger eindringlich: „Gehen Sie achtsam mit Heizöl, Diesel und Benzin um. Das gilt besonders in öffentlichen Bereichen. Das schützt die Umwelt und unser aller Trinkwasser auf lange Sicht.”

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Was kosten Wasser, Wärme und Abwasser 2026?

 




Gebühren

Was kosten Wasser, Wärme und Abwasser 2026?

Der ZV Wismar versorgt rund 35.000 Menschen mit Trinkwasser, kümmert sich um Abwasser und Fernwärme. Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Benutzungsgebühren. Wir erklären, was sich geändert hat – und was dahintersteckt.
Trink- und Schmutzwasser: Stabil und kalkulierbar

Für Trinkwasser zahlen Haushalte eine Grundgebühr von 8,56 Euro pro Monat und Wohneinheit sowie 1,67 Euro pro Kubikmeter Verbrauch. Die Schmutzwassergebühr liegt bei 11,50 Euro Grund­gebühr im Monat und 3,82 Euro je Kubikmeter. Wer an eine Kleinkläranlage mit jährlicher Abfuhr angeschlossen ist, zahlt 3,33 Euro Grundgebühr monatlich und 1,70 Euro je Kubikmeter. Bei Kleinkläranlagen mit mehrjähriger Abfuhr beträgt die Zusatzgebühr 1,50 Euro pro Kubikmeter und bei abflusslosen Sammelgruben 12 Euro pro Kubikmeter. Diese Gebühren decken den gesamten Aufwand für Betrieb, Wartung und Instandhaltung der Leitungsnetze und Anlagen ab – von der Wassergewinnung bis zur Kläranlage.

Fernwärme: Verlässliche Versorgung

Für Fernwärmekunden gilt eine jährliche Grundgebühr von 139,94 Euro pro Messeinrichtung – für Kleinabnehmer ebenso wie für Großabnehmer bis 120 Kilowatt Anschlussleistung. Die Arbeitsgebühr beträgt 18,9 Cent je Kilowattstunde für Kleinabnehmer, Großabnehmer zahlen 16,5 Cent. Hinzu kommt für Großabnehmer eine Leistungsgebühr von 3,17 Euro je Kilowatt und Monat.

Niederschlagswasser: Je nach Einrichtung

Für die Niederschlagswassergebühr – also die Entsorgung von Regenwasser, das von befestigten Flächen abfließt – gelten je nach Gemeinde unterschiedliche Sätze. Sie reichen von 0,36 Euro je Quadratmeter und Jahr in Barnekow bis 1,20 Euro in Lübow. Die Unterschiede zeigen die jeweiligen Infrastrukturkosten der einzelnen Einrichtungen. „Wir gestalten unsere Gebühren so, dass sie die tatsächlichen Kosten widerspiegeln – nicht mehr und nicht weniger. Unser Ziel ist es, die Versorgung dauerhaft zu sichern und dabei fair und transparent zu bleiben“, sagt Grit Glanert, Verbandsvorsteherin des ZV Wismar.

Die vollständige Gebührenübersicht finden Sie auf www.zvwis.de.

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Der ZV macht mit

 




„Cool bleiben”

Der ZV macht mit

Am Standort Windmühlenweg 4 in Lübow können Sie sich an heißen Tagen koste­los mit frischem Trinkwasser versorgen und kühle Innenräume nutzen – ganz ohne Anmeldung.

Möglich macht das ein Präventionsprojekt des Landkreises Nordwestmecklenburg „Cool bleiben!“. Das Projekt kar­tiert kühle Orte und Trinkwasserstellen digital – damit alle schnell Hilfe finden. Alle Anlaufstellen in der Region gibt es hier


Foto: ZVWis

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Die WASSERZEITUNG wird digitaler

 




Grit Glanert

Foto: ZVWis

Editorial

Die WASSERZEITUNG wird digitaler


Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir auf das vor uns liegende Jahr blicken, sehen wir vor allem eines: Bewegung. Mit einem geplanten Investitionsvolumen von rund 7,33 Millionen Euro setzen wir ein deutliches Sig­nal. Wir verwalten nicht den Status quo, sondern wir bauen aktiv an der Zukunft unserer Region. Wir investieren dort, wo es notwendig ist, und nutzen dabei gemeinsam mit den Gemeinden des Verbandes jede Möglichkeit, Kosten zu sparen. Ob es die Erneuerung der Rohwasserleitung ist oder die umfangreichen Maßnahmen im Schmutzwasserbereich – jeder Euro fließt direkt in die Ver- und Entsorgungssicherheit Ihrer Haushalte sowie in den Schutz unserer Gewässer.

Besonders wichtig ist mir dabei die Botschaft der Stabilität. Durch strikte Energieeffizienz und vorausschauende Planung können wir die Gebühren auch für 2026 stabil halten. Das ist unser Beitrag zur Daseinsvorsorge: Verlässlichkeit, wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, und Verlässlichkeit beim Blick auf den Gebührenbescheid.

Doch nicht nur unter der Erde modernisieren wir uns, auch in der Art, wie wir mit Ihnen kommunizieren, gehen wir neue Wege. Sie halten gerade die bewährte gedruckte Ausgabe unserer Kundenzeitung in den Händen. Ab sofort gibt es unsere Verbandszeitung auch als digitales E-Paper.

Wir erweitern unser Angebot, damit Sie Nachrichten zu Baustellen, Wasserqualität und Verbandsentwicklungen bequem auf dem Smartphone oder Tablet lesen können. Die gedruckte Zeitung bleibt als haptisches Medium erhalten, wird aber durch die digitale Version zeitgemäß ergänzt. Das spart langfristig Ressourcen und erhöht die Reichweite unserer Informationen.

Ich lade Sie ein: Nutzen Sie unsere Angebote, informieren Sie sich über unsere Vorhaben. 2026 wird ein Jahr des Anpackens. Wir freuen uns darauf, es gemeinsam mit Ihnen zu gestalten.

Ihre Grit Glanert, Verbandsvorsteherin

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Wärmeplanung schafft Orientierung

 




Interview mit der Verbandsvorsteherin Grit Glanert

Wärmeplanung schafft Orientierung

Steigende Energiepreise, unsichere Weltmärkte – die geopolitischen Spannungen rund um den Konflikt im Nahen Osten erinnern daran, wie abhängig Deutschland von globalen Energielieferketten ist. Gleichzeitig läuft im Verbandsgebiet des ZV Wismar ein Pro­zess, der genau das ändern soll: die kommunale Wärmeplanung für 19 Gemeinden. Verbandsvorsteherin Grit Glanert erläutert, was dahintersteckt und was Kundinnen und Kunden jetzt wissen sollten.
Frau Glanert, viele Menschen hören „kommunale Wärmeplanung“ und denken sofort: Muss ich jetzt meine Heizung tauschen?

Grit Glanert: Das ist das Erste, was ich klarstellen möchte: Nein. Die Wärmeplanung ist kein Zwang. Sie ist eine Landkarte. Sie zeigt, wie die Wärmeversorgung in Ihrer Gemeinde heute aussieht und wo die Reise hingehen könnte. Wer ohnehin irgendwann eine neue Heizung braucht, bekommt damit eine ver­lässliche Grundlage für die eigene Entscheidung.

Verbandsvorsteherin Grit Glanert treibt die kommunale Wärmeplanung im Verbandsgebiet voran.


Foto: ZVWis

Worum geht es dann konkret?

Es geht darum, Klarheit zu schaffen. Wo gibt es heute schon Wärmenetze? Wie heizen die Menschen in unseren Gemeinden? Und wie können wir die Versorgung in Zukunft sicherer und bezahlbarer machen – unabhängig davon, was auf den Weltmärkten passiert? Der ZV Wismar ist seit Jahren Wärmeversorger in der Region. Dieses Wissen bringen wir in den Prozess ein.

Wie läuft das beim ZV Wismar konkret ab?

Bei uns laufen alle Fäden zusammen. Die Veranstaltungen haben zentral bei uns in Lübow stattgefunden. Wir haben Daten zusammengetragen, Akteure zusammengebracht und Informationen bereitgestellt – damit die Planerinnen und Planer ein realistisches Bild bekommen. Schornsteinfeger, Energieversorger, Wohnungsgesellschaften, Unternehmen: Alle haben mitgewirkt. Auch viele Bürgerinnen und Bürger haben sich über eine Online-Umfrage beteiligt – das hat uns sehr gefreut.

Und wie ist der aktuelle Stand?

Für die Stadt Neukloster und die Gemeinden liegen die Planentwürfe vor. Die haben wir kürzlich gemeinsam mit den Gemeinde- und Stadtvertretern im Zweckverband Wismar besprochen. Jetzt folgt die öffentliche Beteiligung, dann können alle Bürgerinnen und Bürger die Pläne einsehen und sich dazu äußern.

Alles Weitere gibt es unter www.zweckverband.trigenius.de.

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Fast eine Million Euro für sauberes Wasser

 




Fördermittel einwerben

Fast eine Million Euro für sauberes Wasser

Neue Pumpen, effizientere Kläranlagen, modernere Leitungsnetze – all das kostet Geld. Der ZV Wismar nutzt dafür gezielt Förderprogramme von Bund und Land. Mit Erfolg: Seit 2024 wurden Fördermittel in Höhe von knapp 957.250 Euro bewilligt. Doch bis das Geld fließt, braucht es vor allem eines: einen langen Atem.

Zwei Fördertöpfe stehen dem ZV Wismar offen. Der Bund unterstützt über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) Maßnahmen, die Treibhausgasemissionen spürbar senken – die Umsetzung läuft über die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG). Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert über das Landesförderinstitut (LFI) ebenfalls Klimaschutz und Energieeffizienz, wenn Emissionen um mindestens 30 Prozent gegenüber der bisherigen Situation sinken.


Foto: Pixabay

Bund und Land zahlen mit

Gefördert werden zum Beispiel Machbarkeitsstudien, Planungsleistungen und konkrete Investitionen – etwa neue Abwasserpumpwerke oder Druckerhöhungsstationen für das Trinkwassernetz. Nicht alle Kosten eines Bauvorhabens sind dabei förderfähig. Entscheidend ist der Nachweis, dass die Maßnahme tatsächlich Energie spart und über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgeht.

Die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen: Acht Studien zu Wasserwerken und Kläranlagen wurden mit rund 211.800 Euro vom Bund bezuschusst. Für investive Maßnahmen im Abwasserbereich – darunter ein Pumpwerk und eine Kläranlage – flossen weitere rund 456.200 Euro. Eine Druckerhöhungsstation im Trinkwassernetz erhielt gut 136.100 Euro, die Planung von Wärmenetzen weitere rund 153.100 Euro.

Vorbereitung ist alles – der Weg zur Förderung

Der Weg zu diesen Mitteln beginnt lange vor dem eigentlichen Bauvorhaben. Grundlage ist ein Fünf-Jahres-Investitionsplan, aus dem hervorgeht, welche Projekte in den kommenden Jahren anstehen. Dann folgen Machbarkeitsstudien, technische Nachweise und schließlich der Förderantrag – allein beim Bund dauert die Bearbeitung nach Antragstellung in der Regel rund fünf Monate.

„Der Aufwand ist hoch, aber er lohnt sich. Jeder Fördereuro, den wir einwerben, ist ein Beitrag dazu, unsere Gebühren stabil zu halten und gleichzeitig in die Zukunft unserer Infrastruktur zu investieren“, sagt Katrin Schünemann aus der Stabsstelle der Technischen Abteilung, die beim ZV Wismar für das Fördermittelmanagement verantwortlich ist.

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Neues Pumpwerk für Proseken

 




Neues Pumpwerk in Proseken

ZV Wismar investiert 1,3 Mio. Euro in Abwasserinfrastruktur

Kaum sichtbar für die Öffentlichkeit entsteht derzeit eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen im Verbandsgebiet des ZV Wismar: In Proseken baut der Verband ein neues Abwasserpumpwerk. Modern und energieeffizienter als sein Vorgänger. Gesamtinvestition: 1,3 Millionen Euro. Bauzeit: September 2025 bis Ende August 2026.

Ein Abwasserpumpwerk – kurz: eine Anlage, die Schmutzwasser aus tiefer gelegenen Bereichen hebt und zur Kläranlage weiterleitet – ist unsichtbare Daseinsvorsorge. Funktioniert es zuverlässig, merkt niemand etwas. Fällt es aus, entsteht schnell ein ernstes Problem für Mensch und Umwelt. Der ZV Wismar betreibt im gesamten Verbandsgebiet 123 solcher Pumpwerke. Viele davon stammen noch aus den 1990er-Jahren und müssen Schritt für Schritt erneuert werden.

Schweres Gerät im Gehölz für eine Infrastruktur, die niemand sieht: Ein Mobilkran hebt die Betonschacht-Elemente für das neue Abwasserpumpwerk in Proseken ein. Foto: ZVWis

Das alte Pumpwerk in Proseken hatte sein technisches Lebensende erreicht. Veraltete Technik, steigende Wartungskosten und ein hoher Energieverbrauch machten den Neubau unausweichlich. Die neue Anlage wird nicht nur zuverlässiger arbeiten, sondern auch deutlich weniger Strom verbrauchen – ein wichtiger Beitrag zur Energieeffi­zienz im Verbandsgebiet.

Schwerstarbeit im Wald

Die Baustelle in Proseken ist kein leichtes Pflaster. Der Standort liegt abseits befestigter Straßen, mitten im Gehölz. Für die Montage der schweren Betonschacht-Elemente – die das Herzstück des neuen Pumpwerks bilden – rückte im März 2026 ein Mobilkran der Firma Warnowkran an. Tonnenschwere Fertigteile wurden präzise in die vorbereitete Baugrube eingehoben. Parallel dazu wurde ein neues Steuerungsgehäuse installiert, das die gesamte Pumpentechnik überwacht und ferngesteuert werden kann – rund um die Uhr, auch aus der Leitwarte in Lübow.

Wenn das neue Pumpwerk Proseken Mitte 2026 in Betrieb geht, wird es unauffällig seinen Dienst tun. Das Schmutzwasser wird weiterhin auf die Kläranlage Wismar zur Reinigung übergeleitet. Hier besteht seit Jahrzehnten eine gute Zusammenarbeit mit der Hansestadt Wismar.

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Das Geld liegt im Boden

 




Millionen fließen in Instandhaltung der unterirdischen Infrastruktur

Das Geld liegt im Boden

Rohre rosten, Leitungen altern, Pumpen verschleißen. Was niemand sieht, kostet trotzdem viel Geld. Beim ZV Wismar stecken 76 Prozent des gesamten Anlagevermögens im Trinkwasserbereich unter der Erde, im Abwasserbereich sind es 65 Prozent. Das ist kein Problem. Es ist die Realität jeder modernen Wasserversorgung. Entscheidend ist, wie konsequent in dieses unsichtbare Vermögen investiert wird.

Der imposante Bau des Abwasserpumpwerks in Proseken.


Foto: ZVWis

Bundesweit liegt die sogenannte Netzerneuerungsrate, also der Anteil des Leitungsnetzes, der pro Jahr erneuert wird, bei durchschnittlich 0,4 Prozent. Der ZV Wismar liegt deutlich darüber. Im Trinkwasserbereich wurden in der Vergangenheit im Mittel 1,13 Prozent des Netzes pro Jahr erneuert. Für die kommenden zehn Jahre sind sogar 2,3 Prozent pro Jahr geplant. Das 784 Kilometer lange Trinkwassernetz und das 471 Kilometer lange Schmutzwasserkanalnetz werden Jahr für Jahr systematisch instand gehalten. Nicht reaktiv, wenn etwas bricht, sondern planmäßig und kontinuierlich.

Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet

Seit der Gründung des ZV Wismar im Jahr 1991 bis 2023 wurden im Trinkwasserbereich rund 54 Millionen Euro Anlagevermögen aufgebaut, im Schmutzwasserbereich sogar rund 106 Millionen Euro. Zahlen, die zeigen: Hier wurde nicht am falschen Ende gespart.

Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) schätzt, dass deutschlandweit zwischen 2025 und 2044 rund 10 Milliarden Euro in die Erhaltung von Ver- und Entsorgungsstrukturen investiert werden müssen. Das entspricht etwa 10.000 Euro pro Kopf über diesen Zeitraum. Auch beim ZV Wismar sind in den kommenden Jahrzehnten umfangreiche Investitionen notwendig.

Die Strategie dabei ist klar: Investitionen verstetigen, Substanz erhalten, Gebühren perspektivisch auskömmlich für unsere Kundinnen und Kunden halten – unabhängig von kurzfristigen politischen Vorgaben. Dafür arbeitet der Zweckverband Wismar eng mit den Verbandsmitgliedern zusammen, informiert transparent und bindet sie frühzeitig in konzeptionelle Planungen und Vorhaben ein. Denn die Zukunft der Wasserver- und -entsorgung lässt sich nur gemeinsam zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger gestalten.

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In Kirchdorf wird die Kläranlage energetisch modernisiert

 




Sauberes Wasser für die Insel Poel und 11.000 Gäste um Sommer

In Kirchdorf wird die Kläranlage energetisch modernisiert

Wer im Sommer nach Kirchdorf auf die Insel Poel fährt, trifft auf eine der beliebtesten Küstenregionen Mecklenburg-Vorpommerns. An Spitzentagen kommen bis zu 11.000 Tagesgäste, Urlauber, Radfahrer. Was die wenigsten wissen: Damit das Schmutzwasser gereinigt und das saubere Wasser wieder in die Natur zurückgeführt werden kann, arbeitet im Hintergrund eine Kläranlage, die seit dem Jahr 2000 ihren Dienst tut. Jetzt wird sie fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht.

Andy Zimmermann kennt die Kläranlage Kirchdorf als Fachkraft für Abwassertechnik zu allen Jahreszeiten.


Foto: ZvWis

Von 2026 bis 2028 saniert der Zweckverband Wismar die Kläranlage Kirchdorf grundlegend. Geplante Investitionssumme: 1,46 Millionen Euro. Das Geld fließt in die Erneuerung zentraler Anlagenteile, damit die Anlage auch künftig zuverlässig arbeitet, egal ob im Hochsommer mit tausenden Gästen oder in den ruhigen Wintermonaten, wenn die Einwohnerzahl auf rund 1.000 Menschen sinkt.

Von Spitzenlast bis Winterruhe

Genau das ist die besondere Herausforderung in Kirchdorf: Die Kläranlage muss einen extremen Belastungswechsel bewältigen. Im Sommer läuft sie auf Hochtouren, im Winter fließt deutlich weniger Abwasser durch die Becken. Für die Bakterien, die im sogenannten SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor – ein Verfahren, bei dem Abwasser in Schüben biologisch gereinigt wird) die Reinigungsarbeit übernehmen, ist das eine echte Herausforderung. Sie brauchen stabile Bedingungen, um effi­zient zu arbeiten.

Bakterien bei Laune halten

Die Steuerungstechnik der Anlage überwacht rund um die Uhr, dass die Mikroorganismen die richtigen Mengen an Sauerstoff und Nährstoffen bekommen – auch wenn sich die Zulauffrachten von Woche zu Woche drastisch verändern.

Das gereinigte Abwasser wird anschließend so aufbereitet, dass es den gesetzlichen Anforderungen der Abwasserverordnung entspricht und bedenkenlos in die Umwelt eingeleitet werden kann. Für eine Insel wie Poel, die in der Ostsee liegt, ist das kein Detail, sondern eine Grundvoraussetzung für den Tourismus und die Lebensqualität der Einheimischen.

Mit der Sanierung sichert der ZV Wismar nicht nur den laufenden Betrieb. Er investiert in eine Infrastruktur, die man kaum wahrnimmt, aber immer braucht.

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