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Author: wz_admin

Was nicht ins WC gehört!

 




Was nicht ins WC gehört!

Auch wenn es sich simpel und für viele Menschen banal anhört, aber aus leidlicher Erfahrung eben doch betont werden muss: In die Toilette gehören ausschließlich menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier. Alles andere hat dort nichts verloren – auch wenn es auf den ersten Blick harmlos erscheint oder bequem entsorgt werden kann.

Illustration: WAV Rathenow

Ein kommunales Abwassersystem ist kein Mülleimer und auch kein „Loch“, in dem Dinge einfach verschwinden. Weil einige Menschen ein WC jedoch anscheinend für genau das halten, werden diese WC-Nutzer beim WAV intern manchmal auch als Anhänger der „Lochtheorie“ bezeichnet. Was oft vergessen wird: Hinter dem WC beginnt ein komplexes technisches System aus Kanälen, Pumpwerken und Kläranlagen, das nur dann zuverlässig funktioniert, wenn es richtig genutzt wird.

In das Abwassersystem gehören:

 menschliche Ausscheidungen    
✓  Toilettenpapier    
✓  Wasser aus Körperhygiene (Duschen, Waschen)    
  Wasser aus Haushalts- und Textilreinigung

Nicht hinein gehören dagegen jegliche Fremdstoffe. Dazu zählen:

  Hygieneartikel    

  Abfälle    

  Verpackungen    

  Essensreste    

  Kleidung    

  andere Gegenstände, egal ob kleine, weiche oder vermeintlich „auflösbare“ wie Feuchttücher

Feuchttücher verursachen besondere Probleme, denn entgegen vieler Herstellerangaben lösen sie sich im Abwasser nicht ausreichend auf. Stattdessen bleiben sie im Leitungsnetz hängen, verklumpen und führen zu Verstopfungen in Kanälen und Pumpwerken. Der technische Aufwand steigt, Störungen nehmen zu. Letztlich entstehen erhöhte Kosten, die vermeidbar wären.

Auch Fettreste gehören nicht ins Abwasser. Sie stammen meist aus Essensabfällen und verfestigen sich beim Abkühlen in den Leitungen. Dort lagern sie sich an, beeinträchtigen den Abfluss und stören die Prozesse in allen Bereichen des Abwassersystems. Der Wartungsaufwand steigt erheblich. Speisereste locken zudem Ungeziefer an, die Krankheitserreger transportieren und Leitungen beschädigen können, zum Beispiel durch den Bau von Nestern. Ein funktionierendes Abwassersystem beginnt also bei jedem Einzelnen. Wer richtig entsorgt, schützt nicht nur Technik und Umwelt, sondern trägt auch dazu bei, die Gebühren für alle stabil zu halten.

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Kontinuität für Kundinnen und Kunden gesichert

 




Mobile Entsorgung in eigener Hand

Kontinuität für Kundinnen und Kunden gesichert

Der Wasser- und Abwasserverband Rathenow hat die mobile Entsorgung wesentlich erweitert in die eigene Verantwortung übernommen. Ziel dieser Umstellung war es, Leistungen künftig noch stärker aus einer Hand anzubieten. Für die Kunden ändert sich dabei im Alltag kaum etwas, die Abläufe bleiben vertraut und zuverlässig.

Mit modernen Fahrzeugen die mobile Entsorgung sichern.

Foto: WAV Rathenow

Mit der Erweiterung der Eigenleistungen wurden auch die bisherigen Mitarbeiter des Subunternehmens in den WAV Rathenow integriert. „Die Übernahme der ehemaligen Mitarbeiter ist aus meiner Sicht insgesamt gut verlaufen“, resümiert Lucas Kibbert, Meisterbereich Abwasser im kommunalen Verband. Entscheidend dafür war eine sorgfältige Vorbereitung, bei der sämtliche organisatorischen und logistischen Schritte frühzeitig eingeleitet wurden.

Kontinuität gesichert

Der Arbeitsalltag der neuen Kollegen hat sich nur wenig verändert. Viele sind weiterhin auf denselben Fahrzeugen unterwegs und betreuen dieselben Kunden wie zuvor. Auch die Fahrzeuge selbst wurden durch den Verband übernommen. Neu sind vor allem interne Abläufe, etwa bei der digitalen Auftragsbearbeitung, der Disposition und der Einsatzplanung, die nun direkt über den WAV gesteuert werden.

Durchmischte Teams

Die Eingewöhnung ist auch deshalb unkompliziert verlaufen, weil sich viele Mitarbeiter bereits kannten. Über Jahre hinweg hatte man an denselben Annahmestationen der mobilen Entsorgung zusammengearbeitet. Heute sind die Teams bewusst durchmischt. An beiden Startpunkten für die täglichen Einsätze arbeiten langjährige WAV-Beschäftigte und neue Kollegen gemeinsam. Das fördert den fachlichen Austausch und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

Mitarbeiter erfolgreich integriert

Ein wesentlicher Teil der Umstellung fand im Hintergrund statt. Abfuhrdaten, Kundeninformationen und Touren mussten übernommen und neu organisiert werden. Dabei unterstützte das bisherige Subunternehmen den Prozess aktiv. So konnten rund 3.500 WAV-Kunden in die bestehende Abfuhrstruktur des Unternehmens integriert werden.

Mehr Service aus einer Hand

Mit der Übernahme der mobilen Entsorgung stärkt der WAV seine Eigenleistungen und setzt zugleich auf Kontinuität. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem eines: Verlässliche Leistungen und klare Zuständigkeiten. Ein Service, der so funktioniert, wie man ihn kennt, war das Ziel und das wurde erreicht.

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Investitionen 2026: Infrastruktur im Fokus

 




Für höchste Ver- und Entsorgungssicherheit

Investitionen 2026: Infrastruktur im Fokus

Auch im Jahr 2026 investiert der Wasser- und Abwasserverband Rathenow gezielt in die Zukunft. Damit sauberes Trinkwasser zuverlässig bereitgestellt und Abwasser sicher gereinigt werden kann, fließen erhebliche finanzielle Mittel in die Unterhaltung und den Ausbau der technischen Anlagen und Leitungsnetze.

Einige Investitionsmaßnahmen des WAV, die 2026 beginnen, werden sich über mehrere Jahre erstrecken. So machen verschärfte Trinkwasservorgaben einen Neubau des Wasserwerks Premnitz erforderlich.

Montage: canva; Karte: SPREE-PR/Schulze; Fotos (3): WAV Rathenow

Im Bereich Trinkwasser sind Einzelmaßnahmen im Umfang von insgesamt rund 3,4 Millionen Euro geplant. Unter anderem werden für 180.000 Euro in der Ortsdurchfahrt in Milow die Netzanlagen erneuert und für 100.000 Euro die Überlandleitung zwischen Großwudicke und Buckow. Außerdem ist in Rhinow für 120.000 Euro eine umfassende Innensanierung des Hochbehälters vorgesehen. In Premnitz wird in diesem Jahr für 20.000 Euro eine Außen- und Innensanierung des Hochbehälters weitergeführt. Im Bereich Abwasser fließen zur Verbesserung der Entsorgungssicherheit insgesamt rund 5,8 Millionen Euro. Allein für die Baumaßnahmen im Abwasserbereich in der Ortsdurchfahrt Milow wurden 555.000 Euro veranschlagt. Für die Erschließung von Schmutzwasserleitungen in Premnitz sind 280.000 Euro eingeplant. Zusätzlich wird das Pumpwerk in Premnitz mit 180.000 Euro ertüchtigt. In Rathenow werden in Waldemarstraße sowie Kleiner Waldemarstraße 220.000 Euro in den Ersatzneubau eines Teilstücks der Schmutz- und Regenwasseranlagen investiert. Die Kläranlage Heidefeld soll einen Neubau bekommen sowie beim Abwassertransportsystem technisch auf den neuesten Stand gebracht werden, wofür 250.000 Euro vorgesehen sind. Zudem werden im Zuge der Fuhrparkerneuerung 250.000 Euro in die Ersatzbeschaffung eines Lkw zur Fäkalienentsorgung investiert.

Neubau Wasserwerk Premnitz

Ein zentraler Schwerpunkt ist das Wasserwerk in Premnitz. Der bauliche Zustand der bestehenden Anlage sowie verschärfte Vorgaben der Trinkwasserverordnung machen einen Neubau erforderlich. Um vorher abschätzen zu können, ob es ein Neubau oder eine Sanierung wird, wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt. Für das Projekt sind Gesamtkosten von rund 5 Millionen Euro eingeplant. Die Investitionen werden über einen Zeitraum von etwa vier bis fünf Jahren gestaffelt.

Versorgung bleibt gesichert

Für die Bürgerinnen und Bürger in Premnitz ändert sich während der Bauzeit nichts: Die Trinkwasserversorgung bleibt uneingeschränkt gewährleistet. Das bestehende Wasserwerk wird bis zur Inbetriebnahme des Neubaus weiter betrieben. Als erster Schritt starten die Planungen für das neue Wasserwerk sowie für ein ergänzendes Photovoltaik-Feld.

Gleichzeitig werden Probebohrungen durchgeführt, um zu klären, in welchem Bereich neue Brunnen errichtet werden können. Anschließend werden die einzelnen Bauabschnitte – darunter Hochbau, Tiefbau und Elektrotechnik – separat ausgeschrieben.

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Schnelle Antworten rund um die Uhr

 




WAV digital

Schnelle Antworten rund um die Uhr

Der Wasserverband bekommt digitale Unterstützung: Ein neuer Service-Bot ergänzt ab sofort den Kundenservice. Die Idee dahinter ist einfach: Der Kontakt zu Kundinnen und Kunden soll schneller, unkomplizierter und zeitgemäßer werden. Gleichzeitig entlastet der Bot das Serviceteam, indem er häufige Standardfragen beantwortet und einfache Anliegen direkt klärt.

Der WAV hat einen neuen „digitalen Mitarbeiter“. Ein Service-Bot macht den Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden schneller und unkomplizierter.

Foto: WAV Rathenow/KI

Die Entwicklung des Service-Bots war ein aufwändiger Prozess. Viele Informationen aus unterschiedlichen Fachbereichen mussten gesammelt, geprüft und verständlich formuliert werden. Denn nur wenn die Inhalte stimmen, kann der Bot verlässliche und einheitliche Antworten geben. Diese gründliche Vorbereitung sorgt dafür, dass der neue digitale Helfer nicht nur flott reagiert, sondern auch fachlich auf sicheren Beinen steht. Künftig ist der Service-Bot rund um die Uhr erreichbar. Er beantwortet typische Fragen zu Themen der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, unterstützt bei alltäglichen Anliegen und hilft dabei, sich auf der Internetseite des Verbandes besser zurechtzufinden. So lassen sich in vielen Fällen Wartezeiten am Telefon vermeiden, gerade bei einfachen Auskünften ein echter Vorteil.

Wichtig ist für Sie und uns: Der persönliche Kontakt bleibt selbstverständlich bestehen. Der Bot ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Bei komplexeren Fragen oder individuellen Anliegen stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin zur Verfügung. Mit diesem Schritt geht der WAV Rathenow bewusst in Richtung digitale Weiterentwicklung. Ziel ist es, Servicequalität und Erreichbarkeit weiter zu verbessern und moderne Technik so einzusetzen, dass sie den Alltag für unsere Kundinnen und Kunden spürbar erleichtert.

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„Ich kann vom Wasser nicht genug bekommen“

 



Sachsen-Anhalt

„Ich kann vom Wasser nicht genug bekommen“

Rainer Mellies ist echter Ostfriese und der neue Präsident des Wasserverbandstages Bremen, Niedersachen und Sachsen-Anhalt. Ein Gespräch über viele Termine, die Kraft des Wassers und den Ostfriesentee. Und über die Biotonne.

Rainer Mellies ist seit Oktober 2025 neuer Präsident des Wasserverbandstages e. V. Bremen,

Niedersachsen, Sachsen-Anhalt.
Foto: WVT

Herr Mellies, Wasserwirtschaftler aus Sachsen-Anhalt sagten mir, mit Ihnen wäre ein lockeres Interview möglich.

Das wollen wir mal sehen. Aber ich glaube, das bekommen wir schon hin. Ehrlich gesagt habe ich noch nicht so viele Interviews gegeben. Ich gebe mein Bestes.

Meine erste Frage lautet: Sind Sie ein echter Ostfriese?

Ja, ich bin ein echter Ostfriese. Ich bin im Landkreis Aurich geboren und aufgewachsen. Ich trinke liebend gern den ganzen Tag lang meinen Ostfriesentee, der darf ruhig stark sein und länger auf dem Stövchen stehen. Soviel Schwarztee, aber der Körper arrangiert sich damit. Nur von Kaffee nach sechzehn Uhr kann ich nicht schlafen.

Sie haben in Paderborn Technischen Umweltschutz studiert und bevor Sie zur Wasserwirtschaft kamen, ging es 1997nach Berlin. War das Ihre Idee?

Nach dem Studium 1996 habe ich vier Jahre lang in einem Ingenieurbüro in Kassel gearbeitet. Ich war damals der jüngste, unverheiratete Ingenieur. Und wenn es um Projekte, die weit weg waren ging, schauten immer alle auf mich. Und so ging ich für fast zwei Jahre nach Berlin. Wir hatten 1995 das Konzept zur Einführung der Biotonne in Berlin erarbeitet. Nun ging es um die Öffentlichkeitsarbeit. Es war eine sehr spannende Aufgabe und auch sehr emotional.

Rainer Mellies am Deich in Ostfriesland.
Foto: DSA

Ihr Projekt hatte auch mit der Wiedervereinigung zu tun.

Für die Öffentlichkeitsarbeit für die Berliner Stadtreinigung hatten wir damals mehr als 120 Mitarbeiter gesucht, die an den Haustüren klingeln und den Bewohnern erklären, wie die Biotonne funktioniert. Ein riesiges Projekt. Insgesamt waren es 1,2 Millionen Hausbesuche. Wir konnten Mitarbeiter über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gewinnen und bei uns bewarben sich viele Menschen, die es nach der Wende schwer hatten, die sogenannten Wendeverlierer. Ich erfuhr damals viel über die persönlichen Schicksale, über Sorgen und Nöte der Ostdeutschen. Das hat mich sehr bewegt.

Später sind Sie wieder zurück in Ihre Heimat, nach Ostfriesland. Seit vielen Jahren sind Sie in der Siedlungswasserwirtschaft tätig. Sie sind Oberdeich- und Obersielrichter bei der Deich- und Sielacht Norderland, einem kommunalen Verband in der Stadt Norden. Für was sind Sie verantwortlich?

Hier oben an der Nordsee herrscht Ebbe und Flut. Im schlimmsten Falle gibt es Sturmfluten. Einfach gesagt: Wir behalten von früh bis spät das Wasser im Blick. Wir, damit meine ich insgesamt 14 Verbandsmitarbeiter. Die Binnenwasserstände werden übers sogenannte Sielen, über kontrollierte Entwässerung, geregelt. Das Wasser wird in einem großen Speicherbecken zwischengespeichert und von da aus wieder ins Meer abgelassen. Dieses Sielen ist normerweise zweimal pro Tag möglich, immer dann, wenn der Wasserstand in der Nordsee niedriger ist als unser Binnenwasserstand. Wenn das Sielen nicht möglich ist, pumpen wir das Wasser mit unseren Pumpen Richtung Nordsee.

In diesem Zusammenhang werden Sie auch manchmal „der Deichgraf“ genannt. Mögen Sie diesen Titel?

Hier im Norden haben wir die Bezeichnung Oberdeichrichter und so stelle ich mich den Leuten auch vor. Ich halte ab und zu Vorträge und da fällt dann schon mal das Wort Deichgraf. Ich mag die Bezeichnung, wenn sie am Rande kommt und mit einem Lächeln gesagt wird.

Wir gehen noch mal ein Stück zurück in ihrer Biografie. Zu Ihrer Kindheit und Jugend. Wie sind Sie eigentlich zum Thema Wasser gekommen?

Ganz wesentlich daran beteiligt war mein Vater. Wir hatten immer Landwirtschaft, unser Hof ist in Leybuchtpolder, es ist geologisch gesehen das jüngste Dorf Deutschlands, das letzte eingedeichte Stück Land, was besiedelt wurde. Die Ortschaft wurde 1954 gegründet, man hatte damals Mitarbeiter für den Deichbau und später Siedler gesucht. Mein Vater und mein Opa, vertrieben aus Ostpreußen, suchten ein neues Zuhause und so haben sie sich für die Deicharbeiten gemeldet und später auf die Siedlerstelle beworben, Glück gehabt und diese per Losverfahren bekommen. Somit entstand in unserer Familie der Bezug zum Deich, zur Landwirtschaft und zum Wasser. Unser Stück Land ist dem Wasser abgerungen geworden. Alles wirtschaften ging natürlich nur mit ordentlicher Entwässerung. Alles, was stattfand, hatte mit Wasser zu tun: der neue Deich, der Schutz vor Hochwasser, die Sturmfluten und der ertragreiche Marschboden. Ich war der dritte von vier Söhnen. Mein Vater kam irgendwann auf die Idee, dass ich doch mal ein Praktikum auf der Kläranlage in unserer Region machen könnte. Also ging es direkt nach meinem Abitur dorthin. Ich wollte erst Landwirtschaft mit Schwerpunkt Umweltschutz studieren, doch dann bin ich an die Technische Universität Paderborn gegangen, an den Standort Höxter und studierte mit Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft.

Sie sind seit vielen Jahren in der Verbandsarbeit. Können Sie das Wort Wasser noch hören?

Da hab ich nie genug davon! Beruflich wie privat. Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, fragt meine Frau immer: Soll ich fahren? Weil ich meistens nach rechts und links in die Gräben schaue, ob da alles in Ordnung ist mit dem Wasserstand. Wenn wir mit dem Rad unterwegs sind, führt der Weg immer erstmal zum Deich. Das Wasser ist immer präsent, genau wie der Blick auf Wetter. Die Fragen lauten täglich: Funktioniert die Entwässerung? Sind wir gut aufgestellt, wenn das Wasser kommt? Was ich besonders toll finde an dieser Arbeit hier oben im Norden: Man denkt nicht in kurzen Zeitsegmenten, alles ist auf Generationen angelegt. Wahlperioden spielen hier oben keine Rolle. Leben findet hier nur statt, wenn die Entwässerung funktioniert und wenn der Deich hält. Der Klimawandel zeigt auch hier oben sein Gesicht: Wir haben immer mehr Wasser im Winter und immer weniger im Sommer.

Sie sind neuer Präsident des Wasserverbandstages Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Was bedeutet Ihnen das?

Es ist eine Mischung aus sehr vielen verschiedenen Emotionen. Ich habe die Nachfolge von Heiko Albers angetreten. Er ist leider viel zu früh verstorben und hinterlässt eine riesige Lücke. Ich kannte ihn gut und habe ihn sehr geschätzt. Er hatte sich unglaublich stark gemacht für die Wasserwirtschaft. Wenn man sich neuen Aufgaben stellt, kommt eine Menge auf einen zu. Die Breite an Themen und die Fläche des Wasserverbandstages sind enorm. Es ist eine große Herausforderung und ich wachse in die Aufgaben hinein. Die Präsidentschaft ist eine ehrenamtliche Aufgabe mit vielen Treffen und Veranstaltungen, zum Beispiel neulich im Ministerium in Sachsen-Anhalt. Ohne das Team des Wasserverbandstages würde es nicht gehen. Wir haben ein Büro in Magdeburg mit dem Geschäftsstellenleiter Frank Hellmann und der Büroleiterin Doreen Markau. Auch in Hannover haben wir einen Sitz und außerdem noch eine Prüfstelle mit insgesamt neun Mitarbeitern.

Was hat Sie motiviert, das Amt zu übernehmen?

Die Verbandsarbeit macht mir nach all meinen Dienstjahren immer noch jeden Tag viel Freude. Das ist meine Lebensaufgabe. Mit dem Wasserverbandstag können wir Interessen bündeln und Signale Richtung Politik senden, immer wieder, gebetsmühlenartig. Wir haben die Möglichkeit, Entwicklungen anzuschieben und richtungsweisend zu sein. Ich sehe auch, mit welcher Energie und Ausdauer die Verbände überall ihren Job machen. Ich treffe beim Wasserverbandstag viele Überzeugungstäter. Wir können etwas bewegen, für jetzt und für künftige Generationen, das ist mein Antrieb. Wir müssen unsere Forderungen immer wieder an den richtigen Stellen platzieren. Es geht um gute Öffentlichkeitsarbeit. Wir brauchen vor allem finanzielle Unterstützung und Fördergelder beim Bestandserhalt des Trink- und Abwassernetzes. Bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind wir hinter der Zeit, wir haben zu geringe Erneuerungsraten von durchschnittlich 0,7 Prozent. Wir können nicht nur schauen, dass die Beiträge stabil bleiben, sondern wir brauchen auch Investitionsstrategien für Erneuerung. Als Präsident bin ich immer wieder Ansprechpartner für Politik und für Interessenverbände.

Wenn Sie drei Wünsche für die Wasserwirtschaft frei hätten, welche wären das?

Erstens: Wir brauchen Fördermittel sowie vergünstigte oder zinslose Darlehn für Investitionen ins Leitungsnetz. Wir können nicht darauf warten, dass unsere Kinder alle Aufgaben übernehmen. Das Zweite ist, auch im Hinblick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, wir brauchen stabile politische Verhältnisse. Nach Wahlen wechseln Ansprechpartner in den Ämtern und wieder dauert dann alles länger. Mein dritter Wunsch: Das immer mehr Menschen feststellen, dass Wasser ein kostbares Gut ist. Da habe ich aber keine Sorge, denn ich sehe bei den Bürgern immer mehr ein positives Umdenken.

Was wollen Sie für Sachsen-Anhalt erreichen?

Es ist einmal das Vorankommen bei der Investitionsstrategie für den Leitungserhalt im Trink- und Abwasser. In der Trinkwasserversorgung drängt sogar noch mehr die Zeit als beim Abwasser. Wir müssen langfristig in eine Erneuerungsrate von zwei Prozent pro Jahr kommen. Klingt wenig, ist aber ein enormer Kraftakt. Man könnte jetzt sagen, ja aber Rohre und Leitungen halten doch über sechzig Jahre. Ich sage: es ist falsch, erst nach 60 Jahren zu sanieren. Wir müssen früher ins Rollen kommen, nach etwa 35 Jahren, denn Planungen und Baumaßnahmen brauchen Zeit und: Geld. Weiterhin möchte ich das Thema Klimawandel im Blick haben: Es geht vor allem um die Wasserrückhaltung in der Fläche und die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und den Schutz des Grundwassers. Was ich in Sachsen-Anhalt großartig finde: Im neuen Wassergesetz wurde der Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung vor anderen Nutzungen verankert. Ich habe auch den Demografiewandel in den ländlichen Regionen im Blick. Wenn sich die Einwohnerzahlen verringern, was bedeutet das dann für die Beitrage und Gebühren, was bedeutet das für die Versorgungslage? Bei allen angesprochenen Themen haben die Verbände sehr gute Vorschläge und Konzepte parat.

Von der Stadt Norden bis nach Magdeburg sind es über 400 Kilometer. Welche Kontakte entstehen gerade nach Sachsen-Anhalt?

Der Tag der Wasserwirtschaft in Magdeburg 2025 war ein guter Auftakttermin für mich. Ich hatte auch einen sehr guten Austausch mit Staatssekretär Dr. Steffen Eichner im Ministerium und viele weitere Gespräche mit Politikern und Verbänden. Mein Stellvertreter, Achim Grossmann sowie Franz-Xaver Kunert vom Vorstand des Wasserverbandstages und Mario Pöschmann von der Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR unterstützen mich sehr.

Das Gebiet des Wasserverbandstages ist mit Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt riesig. Sie sind seit Oktober 2025 im Amt. Was konnten Sie von Sachsen-Anhalt schon kennenlernen?

Ich bin ganz ehrlich. Aktuell ist es für mich so: Anreise, Abreise, Termine und weiter. Ich denke, dies wird mit der Zeit anders und ich freue mich darauf, Sachsen-Anhalt und seine Menschen sowie viele Wasserverbände näher kennenzulernen. In diesem Jahr haben wir die zweitätige Vorstandsitzung in Quedlinburg, da möchte ich vor und nach der Tagung auf jeden Fall rechts und links schauen. Aber ich kenne zum Beispiel Wernigerode gut.

Für den Wasserverbandstag sind sie viel unterwegs, wenn Sie wieder nach Hause, nach Ostfriesland kommen, was tut Ihnen dann gut?

Wenn ich mit dem Rad am Deich entlangfahre oder zu den Feldern, gemeinsam mit meiner Frau. Und dann sind da noch die Spaziergänge mit unserer Labradorhündin Funny. Jeden Abend zur gleichen Zeit steht sie da und fordert ihre Runde ein. Sie ist schon dreizehn Jahre alt, die Strecken mit ihr werden kürzer, aber den Weg bis zum Deich, den schafft sie noch!

Vielen Dank, Herr Mellies, für das Interview.

Das Gespräch führte WASSERZEITUNGs-Redakteurin Ulrike Wolf.

Steckbrief Rainer Mellies
„Kein Deich, kein Land, kein Leben“
  • 57 Jahre alt, lebt im Landkreis Aurich, ist verheiratet und hat drei Söhne
  • Studium an der TU Paderborn, Standort Höxter und Abschluss als Dipl. Ing. FH Technischer Umweltschutz, Schwerpunkt: Siedlungswasserwirtschaft und Abfallwirtschaft
  • 4 Jahre Ingenieurbüro IGW Witzenhausen, Abfallwirtschaftskonzepte und Einführung der Biotonne
  • Berater für die Landwirtschaft Ostfriesland: Schwerpunkt Nährstoffmanagement und Biogasanlagen
  • Ab 2010 Sielrichter, Vorstand und Verbandsvorsteher im Entwässerungsverband Norden
  • Ab 2021 im Ausschuss und Prüfungsausschuss des Wasserverbandstages e. V.
  • Seit 2025 Oberdeich- und Obersielrichter, nach Fusion Entwässerungsverband Norden und Deichacht Norden zur Deich- und Sielacht Norderland
  • Seit 10.10.2025 Präsident des WVT e.V. Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt

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Die Zahlen Ihrer Zähler

 



ZÄHLERABLESUNG

Die Zahlen Ihrer Zähler – und wie sie ihren Weg in den Verband fanden

Schnell, papierlos und unkompliziert – so geht Zählerablesung heute. Mehr als die Hälfte der Zählerstandsmeldungen ging im November und Dezember 2025 digital beim WAV Elsterwerda ein.

So haben Sie dem Verband Ihre Zähler-Zahlen mitgeteilt.


Grafik: SPREE-PR/Uftring

„Darüber haben wir uns besonders gefreut“, hebt Sachbearbeiterin Nancy Engelmann hervor, „denn der digitale Trend wird anhalten. Online-Meldungen gehen schneller, sparen Papier, Porto und Bearbeitungszeit – ein Gewinn für alle Beteiligten.“ Kein Wunder, dass immer mehr Kundinnen und Kunden bewusst auf die digitale Variante über die WAVE-Website setzen.

Und die klassischen Selbstablesekarten? „Nur noch 2.632 landeten ausgefüllt im Verbandsbriefkasten. Das waren weniger als im Jahr 2024, und das ist auch gut so“, meint Kollegin Doreen Rumpelt.

Vielen Dank an Sie alle für die zuverlässige Rückmeldung Ihrer Zähler-Zahlen.

Übrigens: Im Kundenportal des kommunalen Verbandes stehen Ihnen weitere Formulare online und damit rund um die Uhr zur Verfügung, die Sie schnell, unkompliziert und jederzeit ausfüllen und absenden können.

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Bald ist wieder Umweltwoche

 



Bald ist wieder Umweltwoche

Im vergangenen Jahr erhielt die Sieger-Kita „Merzdorfer Löschpiraten“ 500 Euro Preisgeld von der LWG.
Foto: LWG

Vom 31. Mai bis 5. Juni 2026 lädt die Stadt Cottbus unter dem Motto „Von Gartenhelden und Stachelfreunden“ dazu ein, die kleinen Wunder der Natur neu zu entdecken. Wie jedes Jahr unterstützt die LWG den Kinder- und Jugendumweltwettbewerb, bei dem junge Naturentdecker ihre Ideen, Projekte und Visionen einreichen können – ein echtes Highlight für alle, die zeigen wollen, wie viel Umweltbegeisterung in ihnen steckt. Und natürlich ist die LWG auch wieder beim Familien- und Umweltfest dabei – mit der beliebten LWG‑Wasserbar und jeder Menge Spaß, Wissen und frischem Trinkwasser. Das Fest ist das Highlight und zugleich der offizielle Startschuss für die Umweltwoche. Kommt am Sonntag, 31. Mai 2026, 10 bis 14 Uhr, im Bootshaus Sandow vorbei.

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Tag der offenen Tür bei der LWG

 



Tag der offenen Tür bei der LWG

Foto: KI generiert

Die LWG öffnet wieder ihre Türen – und in diesem Jahr mal etwas anders! Am Samstag, 6. Juni 2026, lädt die LWG herzlich ins Wasserwerk Waldow ein und öffnet die Tore der Außenanlagen. Eine seltene Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen eines der kleineren Wasserwerke zu blicken. Von 10 bis 15 Uhr erwartet die Gäste spannende Führungen, Einblicke in die Arbeit der Fachkräfte und Informationen rund um Ausbildung und Jobs bei der LWG. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt: Essen, Getränke und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm machen den Tag zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Unterstützt werden wir von ansässigen Vereinen, die ihr Können präsentieren – so entsteht ein lebendiges Fest für die Region. Ein besonderes Highlight: „Lauzi“ vom FC Energie Cottbus schaut vorbei und bringt den FCE-Fanshop mit. Und selbstverständlich darf sie nicht fehlen: die traditionelle LWG-Tombola. Kommt vorbei, schaut rein, erlebt Wasser hautnah – wir freuen uns auf euch!

Wasserwerk Waldow

Waldower Dorfstr. 35
15913 Spreewaldheide

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Cottbus startet in die Trinkbrunnen-Saison

 



Wasser marsch!

Cottbus startet in die Trinkbrunnen-Saison

Pünktlich zum April heißt es in Cottbus wieder: „Wasser marsch!“ Die öffentlichen Trinkbrunnen der LWG werden aus ihrer Winterpause geholt und stehen ab sofort allen Cottbuserinnen und Cottbusern zur Verfügung.

Nach dem üblichen Frostschutz im Winter gehören die Brunnen nun endlich wieder zum Stadtbild – ideal für Spaziergänge, den Weg zur Arbeit oder eine kurze Erfrischung unterwegs. Und es gibt gute Nachrichten: Ein dritter Trinkbrunnen kommt hinzu!
Ab April sprudelt ein neuer Brunnen im Puschkinpark, direkt neben dem Familienhaus – perfekt gelegen für Spielplatzbesucher, Jogger, Spaziergänger und alle, die frisches Lausitzer Trinkwasser schätzen. Mit dem neuen Standort wächst das städtische Angebot weiter: Seit 2023 sorgt bereits der erste Brunnen in der Sprem für Erfrischung im Herzen der Innenstadt, ein weiterer folgte 2024 am Stadthallenvorplatz/Berliner Platz. Alle wurden von der LWG im Auftrag der Stadt Cottbus umgesetzt und ermöglichen kostenlosen Zugang zu sauberem Trinkwasser im öffentlichen Raum.

Foto: LWG

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Willkommen zum Wasser-Konzert!

 



Editorial

Willkommen zum Wasser-Konzert!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ob nun bewusst oder nicht: Wer sich in den warmen Monaten des Jahres nach draußen begibt, betritt unweigerlich den größten Konzertsaal schlechthin – die Natur. Das nimmermüde Lebenselixier Wasser präsentiert sich in den vielstimmigen Spektakeln rund um den Globus als einer der wandlungsfähigsten Tonangeber. Denken Sie an das tiefe Rauschen mächtiger Ozeanwellen, die an den Strand donnern oder an felsigen Klippen fein zischend in Millionen Tropfen vergehen. Wie wäre es mit dem explosiven Zischen eines Geysirs oder dem vorwärtsdrängenden Plätschern von Stromschnellen?

Foto: Lagodzki

Unser Lebenselixier inspiriert mit seiner Wandlungsfähigkeit seit Jahrhunderten Künstlerinnen und Künstler aller Genres. Das wird Ihnen jedes einzelne Programmangebot des Kultursalons Cottbus 2026 auf einzigartige Weise belegen. Auch mit unserer Einladung in die Filterhalle des Wasserwerks am 26. August wollen wir für eine wohltuende Erfrischung sorgen. Da wir dort nur begrenzten Platz für 120 Besucherinnen und Besucher haben, sollten Sie bei den Tickets schnell zugreifen. Es wird ein außergewöhnlicher Abend – das sei an dieser Stelle bereits versichert!!

Herzlichst!  
Marten Eger & Sebastian Lindner,
Co-Geschäftsführer der LWG

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