75 Jahre Wasserverband
1954 wurde das Wasserwerk Linden feierlich in Betrieb genommen. 2025 löste es ein moderner Nachfolger-Bau ab.
Foto: WVND
1954 wurde das Wasserwerk Linden feierlich in Betrieb genommen. 2025 löste es ein moderner Nachfolger-Bau ab.
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Oliver Kumbartzky.
Foto: privat
Vor einem Jahr bin ich mit meiner Familie nach Büsum gezogen. Die Region, die Menschen und die Themen waren mir vertraut, weil hier zuvor schon mein Wahlkreis als Landtagsabgeordneter gelegen hatte. Im Februar 2025 trat ich meine Stelle als Bürgermeister im Nordseeheilbad an. Ebenso wie mein langjähriger Vorgänger Hans-Jürgen Lütje arbeite ich im WVND mit. Inzwischen weiß ich aus der Tätigkeit im Vorstand und als stellvertretender Verbandsvorsteher, dass dieser sehr gut funktioniert und es dort ein gutes Miteinander gibt. Die Sitzungen sind überaus konstruktiv und auch dazwischen werden wir Städte und Gemeinden als Mitglieder über aktuelles Geschehen informiert. Die Struktur hat sich als effektiv bewährt.
In Büsum befindet sich das größte Klärwerk des Verbandes. Dieses ist modern und kann die steigenden Mengen aufnehmen. Für uns als wachsenden Tourismusort, in dem sich auch aktuell die Kräne drehen, ein wichtiger Standortfaktor! Wenn wir wie 2025 ein neues Baugebiet mit rund 100 Einfamilienhäusern erschließen, muss sowohl die Wasserversorgung – dafür sorgt das neue Wasserwerk in Linden – als auch die Abwasserreinigung gewährleistet sein. Der WVND ist ein Partner, mit dem diese Entwicklung möglich ist.
Ihr Oliver Kumbartzky,
Bürgermeister in Büsum und Stellvertretender Verbandsvorsteher des WVND.

Foto: SPREE-PR/Galda
Komplettes Neuland betrat Thore Urbrock mit dem Wechsel zum Wasserverband. Wobei seine Kenntnisse bestens zur anstehenden Aufgabe passen. Aber von Anfang an: Eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker liegt hinter dem jungen Mann, der dann zwölf Jahre auf dem Stützpunkt Husum bei der Bundeswehr dient und in der Zeit auch seinen Hydraulikinstandhaltungsmeister macht.
Danach lässt ihn ein Motorradunfall einen neuen Weg einschlagen. Er arbeitet zehn Jahre als Versicherungsfachmann. Zu wenig handwerklich ist ihm dies und er geht im Dezember 2017 als Zivilist für ein Jahr als Elektriker nach Afghanistan. Den Nervenkitzel dort tauscht er nach der Geburt seiner Tochter ein gegen einen sicheren und verantwortungsvollen Job in der Maschinenfabrik in Heide. „Eine tolle Zeit“, sagt Thore Urbrock.
Dann aber sah er die Stellenanzeige des WVND und seine Neugier war geweckt. Denn er hatte „den kommunalen Verband als gutes Unternehmen wahrgenommen“. Im Wasserwerk Linden kannte er Karl-Heinz Popp. „Ich habe mich bei ihm nach den Aufgaben erkundigt und Einblicke ins Arbeitsfeld bekommen. Das klang alles sehr interessant und hat mich gereizt.“
„Wann, wenn nicht jetzt?“, dachte er sich. Mit 51 nochmal etwas Neues wagen. Los ging es am 1. Januar. „Es ist schon sehr herausfordernd, ich lerne hier viel dazu. Das Team vor Ort ist klasse und unterstützt mich bei der Einarbeitung.“ Der Zeitpunkt ist zudem günstig. Sein Start im neuen Job beginnt direkt im ebenfalls neuen Wasserwerk.

Zusätzlich zu den eigenen Proben der WVND-Wasserfachleute sichern auch die Untersuchungen externer Labore die Qualität des Trinkwassers.
Foto: freepik
„Monatlich werden an verschiedenen Stellen im Versorgungsnetz sogenannte Routineparameter untersucht“, berichtet Wassermeister Hans-Jürgen Axen. „Dabei geht es um den Nachweis der bakteriologischen Einwandfreiheit des Wassers.“ Hinzu kommen sogenannte „umfassende“ Untersuchungen. „Diese führen wir viermal Mal im Jahr am Wasserwerksausgang und zweimal jährlich im Versorgungsnetz durch.“ Beim Trinkwasser wird also nichts dem Zufall überlassen und das kommunale Unternehmen geht auf Nummer sicher. Die aktuellen Ergebnisse zeigt die nebenstehende Tabelle.
Die Analysen erfolgen durch das Medizinaluntersuchungsamt an der Universität in Kiel nach strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Zusammen mit den Brunnenuntersuchungen werden pro Jahr 2.300 einzelne Parameter für eine lückenlose Sicherstellung der einwandfreien Trinkwasserqualität bestimmt.
Hans-Jürgen Axen: „Unser Wasser ist außergewöhnlich gut. Das Naturprodukt gewinnen wir aus gut geschütztem Grundwasser. Wer Wasser aus dem Hahn trinkt, spart nicht nur bares Geld und Schlepperei, sondern tut mit dieser Entscheidung für ein regionales Produkt auch etwas für die Umwelt.“

Foto: WVND
In der Praxis sitzt bei Ken Hein jeder Handgriff. Fast zehn Jahre arbeitet der gelernte Elektriker auf der Kläranlage Büsum. Der Meistertitel hingegen ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer, weiß der 34-Jährige heute. Im Herbst 2022 hatte er sich auf die erste Etappe begeben und die Qualifizierungsmaßnahme gestartet.
„Im Nachhinein war das Timing mit einem kleinen Baby und dem Start in die Erkältungssaison vielleicht etwas ungünstig“, erinnert er sich. Denn das Pensum in der Schule in Neumünster und Lübeck ist enorm. Darum verschob er zwischenzeitlich einige Prüfungen und musste auch mal etwas wiederholen.
„Obwohl ich mich natürlich hier vor Ort bestens auskenne, fehlte mir der Stoff, den man als Abwasserfachkraft oder heute als Umwelttechnologe in der Ausbildung lernt“, erzählt Ken Hein. Da passte es bestens, dass sein Kollege Jann Mathis Müller auch seinen Meister machte (die WASSERZEITUNG berichtete) und sein Wissen gern teilte. Überhaupt habe ihn der Verband gut unterstützt, das Kläranlagenteam ihm zur Seite gestanden. „Eine wirklich sehr gute Truppe“, ist der Büsumer froh über den Rückhalt.
Im November 2025 bestand Ken Hein die letzte Prüfung. Die Theorie zu betriebswirtschaftlichem Handeln, Mathe, Physik, Abwasser usw. – all das liegt nun erfolgreich hinter ihm und begleitet ihn weiter durch den Alltag auf der Kläranlage Büsum. Er arbeitet nun als Meister und ist übrigens inzwischen zweifacher Vater.

Im Analyseraum testet Meister Ken Hein den biologischen Sauerstoffbedarf des gereinigten Abwassers.
Foto: SPREE-PR/Galda

Die Elbe ist Deutschlands zweitlängster Fluss und durchfließt Sachsen-Anhalt auf einerLänge von knapp 300 Kilometern. Viel Natur und Geschichte lassen sich an Ufern und in den Städten entdecken.
Foto: Blaues Band Sachsen-Anhalt
Das Gewässernetz von Sachsen-Anhalt verbindet Mitteldeutschland mit Berlin/Brandenburg, Prag, Polen und der Nord- und Ostsee. Seit der Gründung des Blauen Bandes Sachsen-Anhalt im Jahre 2002 bietet der Verein auf seinen Webseiten www.blaues-band.de und www.blauesband.de zahlreiche Tipps, Landschaft und Wasser zu genießen. Kerngebiet ist die Elbe mit ihren wichtigsten Nebenflüssen Saale und Unstrut sowie der Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal. Aber auch Angebote an vielen weiteren Flüssen wie der Bode und Mulde oder an den Seen, wie dem Arendsee, dem Geiseltalsee oder dem Löderburger See gehören dazu. Sachsen-Anhalt hat wunderschöne und einzigartige Wasserwege und es gibt für Groß und Klein jede Menge zu entdecken.

Das Blaue Band gibt zahlreiche Tipps für Paddeltouren, Verleihstationen, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten. Auch Literaturtipps finden sich auf den Internetseiten.
Quelle: Blaues Band Sachsen-Anhalt
Flüsse aktiv genießen: Die Karte zeigt Freizeit- und Sportmöglichkeiten.
Quelle: Blaues Band Sachsen-Anhalt

Planschen im Wissen, staunen übers „Wasserherstellen“ und jede Menge Aha-Momente: Der MAWV freut sich auch in diesem Jahr auf den KINDERWASSERTAG – und auf Euch, die neugierigen Entdeckerinnen und Entdecker. Bis zum 31. März können sich Kitas und Schulen (bis einschließlich 3. Klasse) per E-Mail an post@mawv.de oder telefonisch 03375 2568823 anmelden und sich am 5. JUNI 2026 einen kostenlosen Shuttle-Service von Königs Wusterhausen zum Wasserwerk nach Ludwigsfelde sichern. Bei Anmeldung nach dem 31. März müssen Hin- und Rückweg selbst organisiert werden.
Also: Schnell sein, einsteigen und los geht’s zum sprudelnden Tag voller Wasserwissen!

Kostenerstattungen erhebt der MAWV für die Herstellung, Unterhaltung und Erneuerung von Hausanschlüssen.
Der Hausanschluss beginnt mit der Anbohrschelle an der Leitung in der Straße und endet mit der Wasserzählanlage. Der Wasserzähler gehört nicht zum Hausanschluss, sondern zur öffentlichen Anlage.
Die Kosten für die Herstellung dieses Hausanschlusses werden im Trinkwasser- und im Schmutzwasserbereich mit einem Kostenerstattungsbescheid in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten gegenüber dem Eigentümer geltend gemacht.
Die Kosten für die Unterhaltung, Erneuerung etc. der Hausanschlussleitungen im Trinkwasserbereich werden im öffentlichen Bereich vom MAWV getragen. Nur die Kosten für die Hausanschlussleitung, die im privaten Bereich entstehen, werden mit einem Kostenerstattungsbescheid in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten gegenüber dem Eigentümer weiterberechnet.
Hier beginnt die öffentliche Anlage am Anschluss an die Straßenleitung, also dort, wo die Leitung in der Straße angebunden ist. Sie endet – bei einer Gefälleleitung – am Schacht auf dem jeweiligen Grundstück des Eigentümers. Bei der Druck- bzw. Vakuumentwässerung endet der Hausanschluss vor dem Druckabgang am Sammelbehälter. Der Sammelbehälter sowie die Entlüftungsleitung gehören auch zum Hausanschluss. Das Hauspumpwerk einschließlich Steuerschrank hingegen gehört zur öffentlichen Anlage.
Daher werden die Kosten für das Hauspumpwerk einschließlich Steuerschrank vom MAWV übernommen.
Die übrigen Kosten für die Herstellung, Erneuerung, Unterhaltung etc. des Hausanschlusses im Schmutzwasserbereich macht der MAWV gegenüber dem Eigentümer mit einem Kostenerstattungsbescheid geltend.

Die Verbandsversammlung hatte das Gesamtvorhaben am 4. Dezember 2025 beschlossen – damit liegt das finale Okay vor. Auch finanziell nimmt das Projekt weiter Konturen an. So hat die KfW-Bank Fördermittel für die Sanierung zum „Effizienzgebäude Denkmal“ in Höhe von 510.000 Euro zugesagt. Jüngst wurden weitere Fördermittel im Rahmen der Städtebauförderung von Bund, Land und Gemeinden über 800.000 Euro mit der Stadt Königs Wusterhausen vertraglich abgeschlossen.
Im Januar schließlich stand ein baurechtlicher Meilenstein ins Haus: der Angebotsöffnungstermin (Submission) zur ersten Ausschreibung – für die Abdichtungsarbeiten. „Es zeigte sich, dass die eingegangenen Angebote für die ausgeschriebenen Leistungen innerhalb des veranschlagten Kostenrahmens liegen und somit eine gute Vorausplanung zu Papier gebracht wurde“, sagt Falko Börnecke, Technischer Leiter des MAWV. Offizieller Baustart ist Anfang März 2026 mit der Einrichtung der Baustelle. Die Bauzeit soll gut zwei Jahre betragen. So ist die Fertigstellung für Mitte Juni 2028 geplant.
In dem sanierten Gebäude entsteht neben modernen Kunden-Gesprächsbereichen und Arbeitsplätzen auch ein Sitzungssaal u. a. für die Verbandsversammlung des MAWV.

Frank Nerlich, Bürgermeister von Wildau und neuer Vorsitzender der MAWV-Verbandsversammlung.
Foto: Stadt Wildau
die Arbeit des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes (MAWV) ist für unsere Städte und Gemeinden von großer Bedeutung. Eine sichere und leistungsfähige Wasser- und Abwasserstruktur bildet die Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und den Schutz unserer natürlichen Ressourcen. Der MAWV ist ein zentraler Akteur der kommunalen Daseinsvorsorge in unserer Region. Diese Aufgabe verdient Engagement, Sachlichkeit und einen offenen Dialog auf Augenhöhe. Vor diesem Hintergrund ist es mir eine große Freude, den Vorsitz der Verbandsversammlung zu übernehmen und mich aktiv in diese verantwortungsvolle Aufgabe einzubringen.
Als Vorsitzender sehe ich meine Aufgabe darin, die Interessen der Mitgliedskommunen aktiv, sachlich und verantwortungsbewusst zu vertreten und die Arbeit in der Verbandsversammlung an den gemeinsamen Aufgaben und Zielen des Verbandes auszurichten. Ich bin überzeugt, dass wir durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit die anstehenden Herausforderungen erfolgreich meistern können. Gemeinsam wollen wir den MAWV weiterentwickeln und die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung dauerhaft sichern und stärken.