UNTER DEN GLEISEN FLIESST VERSORGUNG
WAVE sorgt für 1. Klasse-Wasser- und Abwasserleitungen bei den Bahnquerungen
Wenn die Deutsche Bahn baut, gelten strenge Vorgaben – auch für Betreiber von Wasser-, Abwasser-, Gas-, Fernwärme- oder Telekommunikationsleitungen, die Bahnanlagen queren müssen. Schließlich geht es im schlimmsten Fall um Menschenleben. Was das für den WAV Elsterwerda bedeutet, erzählt der Technische Leiter Sylvio Graf.

Bei der Taufe des ICE Elsterwerda. Elsterwerda war 2011 die 15. brandenburgische Stadt, die Namensgeber eines ICE wurde.
Fotos (2): Lausitzer Rundschau/Frank Claus

Bei der Taufe des ICE Elsterwerda. Elsterwerda war 2011 die 15. brandenburgische Stadt, die Namensgeber eines ICE wurde.
Fotos (2): Lausitzer Rundschau/Frank Claus
Grundlage für alle unsere Bautätigkeiten im Zusammenhang mit der Bahnstrecke Berlin – Dresden, die es aktuell betrifft, ist das technische Regelwerk der Deutschen Bahn. Es gibt unter anderem vor, wie Leitungen unter oder neben Gleisen verlaufen müssen, damit Betrieb und Wartung jederzeit möglich sind. Wenn wir also Strecken der Bahn in irgendeiner Art und Weise mit unseren Leitungen tangieren, muss ein sogenannter Kreuzungsvertrag geschlossen werden. Darin wird festgehalten, welche Leitungen wo wie tief liegen und aus welchem Material sie sind.
Für den WAVE heißt das: In unserem Zuständigkeitsbereich werden alle bestehenden Bahnquerungen gemäß Regelwerk und Kreuzungsvereinbarung überprüft. Das betrifft den Streckenbereich Elsterwerda – Kotschka – Prösen.
Beispiel Kotschka
Hier befindet sich eine Trinkwasserleitung im unmittelbaren Gleis- und Weichenbereich. Aber Rohre unter Gleisen sind nur schwer zugänglich. Weil jedoch Zugang und Reparaturfähigkeit oberste Priorität haben, dürfen künftig keine Leitungen mehr unter Gleisen und Weichen verlaufen. Die neuen Leitungen werden so geplant, dass die bestehenden bis zur endgültigen Umbindung in Betrieb sind, die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung bleiben also gesichert.
Grober Zeitplan
Der konkrete Baubeginn steht noch nicht fest. Im Idealfall kann im Sommer ausgeschrieben werden. Derzeit sind erst einmal zwei Planungsbüros damit beschäftigt, die bestehenden Querungen auf Bahnkonformität zu überprüfen und die Neuverlegung der Trinkwasser- und Schmutzwasserleitungen bahn- und kreuzungsvertragskonform vorzubereiten.
An der Ausschreibung für diese Maßnahmen können sich übrigens nur Baufirmen beteiligen, die für bahnkonformes Bauen zugelassen sind.
Die Deutsche Bahn wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2027 ihre Arbeiten ausführen. Bis dahin müssen alle beteiligten Medienträger – also auch der WAVE – fertig sein, alle Dükerungen ausgeführt haben und aus dem Baufeld raus sein.
Grafik: SPREE-PR/G. Schulze
„Fahrplan“ Streckenausbau Berlin – Dresden
- 125 km Strecke werden bis Ende 2029 für Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h ausgebaut
- Brücken und Unterführungen ersetzen alle bisherigen Bahnübergänge
- Gleisanlagen und Oberleitungen werden komplett erneuert
- ab 2026 in Elsterwerda: Bau der Eisenbahnüberführung (EÜ) und Fußgängerunterführung am Binnengraben sowie der EÜ am Thaugraben, der Schwarzen Elster, der Pulsnitz und dem Floßkanal Elster
- Prösen: Ausbau Haltepunkt Prösen Ost, neue Personenunterführung am Bahnübergang, Lärm- und Schallschutzmaßnahmen
- in Prösen und Kotschka erfolgen mehrere Dükerungen
- geplante Inbetriebnahme der Strecke: 2029


