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WAV-Digital: Hier gibt‘s alle Online-Angebote auf einen Blick.

 




Service

Wusstest du schon?

Unsere Online-Kanäle informieren ganz aktuell über Störungen, Ausbildungs- und Jobangebote und alles Weitere rund um die Themen Wasser und Abwasser beim WAV Rathenow. Über folgenden Link kommst du zu den Kanälen des WAV.

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D. Stawecki: „Für mich ist dabei partnerschaftliche Zusammenarbeit wichtig.“

 




Neu für Amt Rhinow

Dorit Stawecki ist seit dem 1. August Amtsdirektorin im Amt Rhinow und damit die neue Vertreterin für das Verbandsmitglied Amt Rhinow im WAV Rathenow.

Dorit Stawecki verfügt über langjährige Erfahrung in Verwaltung und Wirtschaftsförderung. Nach einer Berufsausbildung mit Abitur studierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin „Wirtschaft und Soziales des Landbaus“ und schloss als Diplom-Ingenieurin für Agrarwirtschaft ab. Anschließend absolvierte sie eine Weiterbildung zur Verwaltungsfachwirtin. Mehr als 20 Jahre war sie in der Wirtschaftsförderung der Stadt Brandenburg an der Havel tätig, zudem 13 Jahre nebenberuflich als Dozentin an der Brandenburgischen Kommunalakademie. Von 2021 bis 2026 arbeitete sie dort als hauptamtliche Dozentin in der Aus- und Fortbildung für die kommunale Verwaltung. Zu ihrer neuen Aufgabe sagt sie: „Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich im Rahmen der Daseinsvorsorge auf eine bezahlbare und zukunftsfähige Wasser- und Abwasserentsorgung verlassen können. Dazu möchte ich beitragen. Für mich ist dabei partnerschaftliche Zusammenarbeit genauso wichtig wie Vertrauen, transparentes Handeln und eine gute Kommunikation.“

Foto: privat

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Team mobile Entsorgung ab sofort am neuen Standort Aradoallee 7

 




Mobile Entsorgung jetzt in der Aradoallee 7

Spitzentechnik zur mobilen Entsorgung.

Foto: WAV Rathenow/Person KI-generiert

Das WAV-Team der mobilen Entsorgung ist ab sofort am neuen Standort Aradoallee 7 in Rathenow erreichbar. Die neue Außenstelle befindet sich nur wenige Minuten vom Hauptstandort des WAV Rathenow Am Heidefeld 10 entfernt. Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt nahezu alles unverändert: Sämtliche Leistungen der mobilen Entsorgung werden wie gewohnt angeboten.

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B. Jelinski: “Unser Umgang mit Wasser muss sich verändern.“

 




Editorial

Wasser braucht Schutz

Liebe Leserinnen und Leser,

Wasser ist in Brandenburg allgegenwärtig – und dennoch wird es zunehmend zur Herausforderung. Sinkende Grundwasserstände, niedrige Pegel und längere Trockenperioden zeigen: Unser Umgang mit der Ressource Wasser muss sich verändern. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Bewässerung von Gärten. Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Wirtschaft und der Schutz unserer Gewässer stehen zunehmend miteinander in Konkurrenz.

Foto: WAV Rathenow

Gleichzeitig müssen wir unsere Wasser- und Abwasserinfrastruktur an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. Mit der geplanten Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Wasserrückhalt, Grundwasserneubildung, der Umgang mit Wasserknappheit und die Priorisierung verschiedener Nutzungen müssen dabei stärker in den Mittelpunkt rücken. Wir müssen deshalb heute handeln: Wasser stärker in der Landschaft halten, Gewässer und Grundwasser schützen und notwendige Investitionen in unsere Infrastruktur tätigen. Dafür braucht es verlässliche Daten, klare Prioritäten und gemeinsame Lösungen. Denn Wasser ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist Daseinsvorsorge – heute und für kommende Generationen.

Ihr Björn Jelinski,
Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserverbandes Rathenow

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Nitzahn ist nur auf den ersten Blick unspektakulär – ein Besuch!

 




Ortsporträt: Nitzahn

Ein sehr altes Dorf und doch so jung

Wer nach Nitzahn kommt, landet in einem Dorf, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt. Äcker, Kiefernwälder, Wiesen und Weiden prägen die Landschaft. Doch Nitzahn hat etwas, worauf die Einwohner stolz sind: Bereits 992 wurde das Dorf als „Neziuni“ urkundlich erwähnt, so früh wie kein anderes in der Region.

Reinhard Zander und Ortsvorsteher Frank Tschöpe vorm alten Mühlenstein. Nitzahn ist über tausend Jahre alt und freut sich an seinem Ruhm als ältestes Dorf des Havellandes.

Foto: SPREE-PR/Leue

Ortsvorsteher Frank Tschöpe und Reinhard Zander, einer der ältesten Einwohner und engagierter Nitzahner, kennen die Geschichte ihres Dorfes genau. Zanders Familie lässt sich nachweislich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Die entscheidende Dorfurkunde wurde vor vielen Jahren jedoch vom früheren Ortschronisten Hermann Jäger im Kloster Memleben im Harz entdeckt. Eine Schenkungsurkunde, auf der „Neziuni“ erstmals Erwähnung fand. Nitzahn wurde damals zwischen kirchlichen Besitzern weitergegeben. „Wir sind früher von einer Kirche zur anderen verschenkt worden“, erzählt Reinhard Zander. Aus heutiger Sicht klingt das kurios. In der damaligen Zeit war es nicht ungewöhnlich. Und im nächsten Jahr ist das wieder ein Grund zum Feiern: 1035 Jahre Nitzahn.

Spuren aus Jahrtausenden

Die Geschichte reicht sogar noch weiter zurück. Auf dem erhöht liegenden Gelände wurden Urnengräber entdeckt, die auf eine mehrere Jahrtausende alte Besiedlung hinweisen. Bis ins 16. Jahrhundert verfügte Nitzahn über ein Mühlen- und Fischereirecht. Eine Wassermühle stand einst in der Nähe, später gab es eine Windmühle. Deren Ende kam 1972, als sie bei einem Sturm umkippte. Ein alter Mühlenstein an der Dorfstraße erinnert heute daran.

Viele junge Menschen und ein aktives Dorfleben

Doch wichtiger als die lange Geschichte ist den Nitzahnern die Gegenwart. Im Dorf wohnen rund 280 Menschen. „Das Schöne ist, dass eigentlich alle Häuser belegt sind und hier ein Haufen junge Leute leben“, sagt Frank Tschöpe. 18 Kinder unter 16 Jahren gibt es derzeit. Nicht nur ihretwegen hat Nitzahn ein lebendiges Gemeinschaftsleben. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Freiwillige Feuerwehr. Sie unterhält eine Jugendfeuerwehr und nutzt den Sportplatz für Training und Veranstaltungen. Höhepunkt ist jedes Jahr der „Nachtlauf“ am Abend des 2. Oktober. Rund 15 Feuerwehren aus dem Havelland und Sachsen-Anhalt treten dabei gegeneinander an. Im Dunkeln muss die Technik möglichst schnell aufgebaut werden. Bei Bockwurst und Bier wird das Zuschauen für die Besucher zur geselligen Veranstaltung.

Überhaupt wissen die Nitzahner zu feiern, gern auch mit ihren Gästen. Ein absolutes Highlight ist die „Gartenweihnacht“. Auf einem etwa 200 Meter langen Weg stehen vor den Häusern Stände, der Weihnachtsmann kommt mit dem Trabi und Kinder können basteln. „Dafür brauchen wir echt keine Werbung zu machen. Es ist auch so voll genug“, erzählt Frank Tschöpe lachend.

Kneipe, Kirche und Zusammenhalt

Stolz ist der Ortsvorsteher auch auf seine Rentnergruppe. Jeden Mittwoch treffen sich die Senioren, bei größeren Veranstaltungen kommen 25 bis 30 Menschen zusammen. Sogar eine Gaststätte gibt es noch, wovon viele Brandenburger Dörfer nur noch träumen. Dort treffen sich die Einwohner zum Fußballschauen, besonders zur Bundesliga. Einige sind sogar leidenschaftliche Fans des nicht gerade um die Ecke liegenden FC Hansa Rostock. Sie fahren sogar regelmäßig ins Stadion.

Ein etwas seltenerer, aber doch wichtiger Treffpunkt ist die Dorfkirche. Am stärksten natürlich zu Weihnachten. Jüngst gab es dort jedoch auch ein Musical-Projekt mit Kindern aus Nitzahn und den umliegenden Dörfern. Das benachbarte Knoblauch mag zwar mit seiner Maiparty oder dem Oktoberfest als „Partydorf“ der Umgebung gelten, aber diese kleine Rivalität nehmen die Nitzahner gelassen. Sie sind immerhin das Dorf mit der längsten Geschichte. Viel wichtiger jedoch: Die Geschichte ist alt, das Dorf selbst aber alles andere als ausgestorben.

Wassersteckbrief

Trinkwasser:
  • Versorgung durch Wasserwerk Rhinow
  • Trinkwasseranschlüsse: 95
  • versorgte Einwohner: 336
  • TW-Hauptleitungen: 2,2 km
  • TW-Hausanschlussleitungen:1,2 km
  • Anschlussgrad: 98,2 %
Schmutzwasser:

Die Schmutzwasserentsorgung erfolgt zu 100 % dezentral über abflusslose Sammelgruben und Kleinkläranlagen.

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Zweimal Handwerk, einmal Büro – die Lehrzeit hat begonnen!

 




Azubi-Trio gestartet

Drei junge Menschen haben kürzlich ihre Ausbildung beim Wasser- und Abwasserverband Rathenow (WAV) aufgenommen. Lara Eiker wird zur Verwaltungsfachangestellten ausgebildet, Lukas Schulz zum Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung und Kevin Komander zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung.

Die neuen Azubis (von links): Lara Eiker (Verwaltungsfachangestellte), Lukas Schulz (Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung), Kevin Komander (Umwelttechnologe für Wasserversorgung). Foto: WAV Rathenow

Mit den drei neuen Auszubildenden setzt der WAV zugleich auf die nächste Generation von Fachkräften. Sie lernen in den kommenden Jahren die unterschiedlichen Aufgabenbereiche des Verbandes kennen. Lara Eiker wird als erste überhaupt beim WAV Rathenow zur Verwaltungsfachangestellten ausgebildet.

Lara, warum haben Sie sich für die Ausbildung beim WAV Rathenow entschieden?

Ich wollte einen Beruf, der abwechslungsreich ist und gleichzeitig einen praktischen Nutzen für die Region hat. Die Verbindung aus Technik, Verantwortung und dem Arbeiten mit Wasser hat mich dabei besonders angesprochen. Für den WAV habe ich mich entschieden, weil mir die Arbeit in einem regionalen Unternehmen wichtig ist. Außerdem finde ich es interessant, einen Beruf zu erlernen, der für die Versorgung der Menschen vor Ort eine wichtige Rolle spielt.

Was erhoffen und wünschen Sie sich von der Ausbildung?

Ich möchte möglichst viel lernen, praktische Erfahrungen sammeln und nach der Ausbildung selbstständig und verantwortungsvoll arbeiten können. Außerdem wünsche ich mir ein gutes Team, in dem man sich gegenseitig unterstützt und auch mal Fragen stellen kann.

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Was unter der Erde passiert, ist für die WAV-Bauabteilung Alltag.

 




Die Bauabteilung des WAV sorgt für eine sichere Infrastruktur

Zukunft unter der Erde

Was unter der Erde passiert, ist für die meisten Menschen unsichtbar. Für die Bauabteilung des Wasser- und Abwasserverbandes gehört es zum Alltag.

Max Kaping (l.) und Sven Deventer begleiten Baustellenprojekte vom WAV.

Foto: WAV Rathenow

Ob neue Trinkwasserleitungen, Abwasserkanäle oder die Erneuerung bestehender Netze: Hinter jeder Baumaßnahme stehen Planung, Abstimmung und die Begleitung der Arbeiten vor Ort. Verantwortlich dafür sind Bauleiter Sven Deventer, der seit elf Jahren beim WAV arbeitet, und sein Kollege Max Kaping, der derzeit ein duales Studium absolviert. „Unsere Aufgabe ist es, die Baustellen des Verbandes zu begleiten, zu koordinieren und letztlich auch abzusichern“, erklärt Sven Deventer. Der WAV tritt dabei in der Regel als Auftraggeber auf. Die eigentliche Bauüberwachung übernimmt häufig ein Ingenieurbüro. Planung, Koordination und die Einhaltung der Vorgaben bleiben jedoch beim Verband.

Abwechslungsreich zwischen Büro und Baustelle

Fast jedes Jahr kommen neue Maßnahmen hinzu. „Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich und bietet eine gute Mischung zwischen Außeneinsatz und Büro“, beschreibt Sven Deventer den Reiz seiner Arbeit. Zudem habe man mit vielen verschiedenen Persönlichkeiten zu tun, egal ob mit Kunden, Auftragnehmern oder Behörden. Auch technisch gleicht kaum ein Projekt dem anderen. „Es gibt selten nur eine Lösung“, sagt Max Kaping. Ob eine Leitung klassisch im offenen Graben verlegt wird oder ein gesteuerter Rohrvortrieb zum Einsatz kommt, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Welche Lösung technisch sinnvoll und zugleich wirtschaftlich ist, muss bei jedem Projekt neu bewertet werden. Technisch anspruchsvoll seien aus Sicht von Sven Deventer vor allem Projekte, die unter Tage stattfänden und trotzdem wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden müssten.

Heute planen für die nächsten Jahrzehnte

Der Blick der Bauabteilung reicht weit über die aktuelle Baustelle hinaus. Leitungen und Kanäle werden für Jahrzehnte ausgelegt. „Ein Kanal soll 50 bis 100 Jahre funktionieren. Deshalb müssen wir heute schon überlegen, wie sich das Verbandsgebiet künftig entwickelt.“ Bevölkerungsentwicklung, Gewerbeansiedlungen und der zu erwartende Wasserverbrauch spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Art des anfallenden Abwassers. Nicht jede Herausforderung ist allerdings technischer Natur. Der Umgang mit Menschen könne ebenfalls anspruchsvoll sein, weiß Sven Deventer, etwa wenn Hintergründe und Zusammenhänge nicht bekannt sind. Für seinen jungen Kollegen Kaping liegt gerade in der langfristigen Wirkung seiner Arbeit die Motivation: „Bauen heißt für mich, etwas für die Zukunft zu schaffen. Wir legen die Grundlage für eine sichere Wasserver- und Abwasserentsorgung. Das ist eine Infrastruktur, auf die alle Menschen im Verbandsgebiet jeden Tag angewiesen sind.“

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Im Optikpark stand nicht nur die Geschichte des Verbandes im Mittelpunkt.

 




Jubiläum

35 Jahre WAV Rathenow – Ein gelungenes Fest

Das Jubiläumsfest im Mai machte die 35-jährige Geschichte des WAV sichtbar, aber auch seine heutige Arbeit und mögliche Perspektiven für junge Leute in der Region.

Mitarbeiter und Gäste des WAV Rathenow und auch die Vertreter und Vertreterinnen der Verbandsmitglieder und Politik waren der Einladung zum Fest von WAV-Geschäftsführer Björn Jelinski gefolgt.

Fotos: WAV Rathenow; SPREE-PR/Leue

35 Jahre Wasser- und Abwasserverband Rathenow sind mehr als eine Zahl. Beim Jubiläumsfest am 8. Mai 2026 im Optikpark Rathenow stand deshalb nicht nur die Geschichte des Verbandes im Mittelpunkt, sondern vor allem der persönliche Austausch mit den Menschen aus der Region. Bürgerinnen und Bürger, Kundinnen und Kunden, Familien und Jugendliche nutzten die Gelegenheit, den WAV einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. WAV-Geschäftsführer Björn Jelinski zeigte sich mit dem Verlauf des Festes zufrieden und bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:  „Ihr Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Jubiläum in so positiver Erinnerung bleibt.“ An verschiedenen Informationsständen konnten die Besucher einen Blick auf die Arbeit werfen, die sonst meist im Verborgenen stattfindet.

Wie kommt das Trinkwasser eigentlich bis ins Haus? Wie ist das Rohrnetz aufgebaut? Und was passiert, bevor aus dem Wasserhahn sauberes Trinkwasser läuft? Anschaulich wurde gezeigt, wie das Wasser über Hauptleitungen und Hausanschlüsse bis ins Gebäude gelangt. Auch das Verschweißen von Rohren konnten die Besucher „live“ beobachten.

Für Patrick Zabel, Vorarbeiter im Trinkwasserbereich, waren vor allem die Gespräche mit den Besuchern interessant. Viele junge Leute im Alter von 14 bis 16 Jahren kamen gemeinsam mit ihren Eltern und informierten sich über Praktika, Ausbildungsmöglichkeiten und die verschiedenen Tätigkeiten beim WAV.  „Ich dachte eigentlich, es würden eher ältere Leute kommen. Aber nein, es waren viele junge Leute vor Ort und sie zeigten echtes Interesse.“

Auch der Abwasserbereich zog zahlreiche Neugierige an. Tim Behrendt, der Vorarbeiter im Abwasserbereich, präsentierte gemeinsam mit seinen Kollegen den Spülwagen des WAV. An einem Plexiglasrohr konnten die Besucher verfolgen, wie eine Kamera durch eine Kanalhaltung fährt und aus der Ferne gesteuert wird. Besonders die Kinder waren schnell begeistert, weil sie selbst einmal die Joysticks bedienen durften und die Kamera durch das Rohr von A nach B fahren lassen konnten. „Ich bin aus dem Erzählen eigentlich kaum herausgekommen“, beschreibt T. Behrendt seine Vielbeschäftigung an diesem Tag im Nachhinein angenehm überrascht.

Dabei ging es nicht um eine eigens inszenierte Vorführung für die Besucher, vor allem Familien und Anwohner aus Rathenow. Gezeigt wurde vielmehr die Technik, die die Mitarbeiter des WAV täglich einsetzen. „Das ist ja tatsächlich unsere alltägliche Arbeit. Die Kollegen, die im Kanal unterwegs sind, reinigen die Leitungen, fahren mit der Kamera durch und machen eine Bestandsaufnahme.“ Normalerweise finde diese Arbeit weitgehend unter der Erde statt und bleibe für die Öffentlichkeit unsichtbar. Durch die Präsentation konnten viele Besucher erstmals nachvollziehen, was hinter den orangefarbenen Fahrzeugen steckt, die sie sonst nur im Stadtverkehr sehen.

Auch beim Thema Wasserverbrauch gab es einige Aha-Momente. Wie viel Wasser ein Mensch durchschnittlich pro Tag verbraucht? Da herrschte oft völlige Unklarheit. Zwölf volle Wassereimer verdeutlichten das Ergebnis: rund 120 Liter. Viele Besucher schätzten ihren Verbrauch zunächst deutlich niedriger ein. Erst beim Zusammenzählen von Duschen, Waschmaschine, Toilettenspülung, Kochen und Trinken wurde deutlich, wie schnell sich die einzelnen Mengen addieren. Neben Informationen und Technik gab es Mitmachaktionen und Spiele für Kinder und Erwachsene, Verpflegung und Gelegenheit zum Verweilen. So blieb es an den Ständen nicht bei kurzen Blicken: Es wurde gefragt, erklärt, ausprobiert und diskutiert.

Für den WAV war das Jubiläumsfest zugleich eine Gelegenheit, die eigene Arbeit und die beruflichen Möglichkeiten im Verband vorzustellen. Schülerinnen und Schüler können beim WAV unter anderem zweiwöchige Praktika absolvieren, häufig in der 8. oder 9. Klasse. Dabei gehe es nicht allein um gute Schulnoten, erklärte Patrick Zabel. Entscheidend seien auch praktisches Interesse und die Bereitschaft, mit anzupacken. Die Nachfrage nach Praktikumsplätzen sei entsprechend groß. Das Jubiläumsfest machte damit nicht nur die 35-jährige Geschichte des WAV sichtbar, sondern auch seine heutige Arbeit und mögliche Perspektiven für junge Menschen in der Region.

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Reisen Sie mit uns durch 35 Jahre WAV Rathenow!

 




Reisen Sie mit uns durch 35 Jahre WAV Rathenow!

Montage: SPREE-PR

Zahlen und Fakten über den WAV Rathenow

1990/91 – Ausgangslage vor der Verbandsgründung

  • 25 Gemeinden ohne öffentliche Trinkwasserversorgung
  • 45 Gemeinden ohne öffentliche Abwasserentsorgung
  • Rathenow und Premnitz nur teilkanalisiert
  • Keine geordnete Klärschlammentsorgung
  • Kein Eigenkapital für Investitionen
  • Teilweise hohe Nitratwerte in Eigenwasserversorgungen
  • Hoher gesetzlicher Anpassungsdruck nach der Wiedervereinigung

Gründung des WAV Rathenow am 1. Mai 1991

  • Zusammenschluss von 47 Kommunen
  • Einer der ersten Zweckverbände dieser Art in Brandenburg
  • Leitung: Jürgen Wandke und Jürgen Altmann
  • Ziel: Zentrale Trinkwasserversorgung und fachgerechte Abwasserbehandlung
  • Aufbau kommunalrechtlicher Grundlagen und Satzungen

Chronik ehrenamtliche Verbandsvorsteher

  • 1992 – 1998 Hartmut Wengler
  • 1999 – 2002 Hans-Jürgen Lünser
  • 2004 – 2022 Ronald Seeger
  • seit 2023 Felix Menzel

Wirtschaft & Organisation (Stand 2026)

  • Rechtsform: Körperschaft des öffentlichen Rechts
  • 13 Mitgliedskommunen
  • Verbandsgebiet: 818 km²
  • 13.453 Verbrauchsstellen
  • 81 Mitarbeiter (inkl. Azubis und Studenten)
  • Anlagenvermögen: ca. 75 Millionen Euro
  • Jahresumsatz: ca. 14,5 Millionen Euro
  • Kostendeckende Gebühren

Trinkwasserversorgung (Stand 2026)

  • 6 Wasserwerke
  • Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser
  • 47.500 versorgte Einwohner
  • Anschlussgrad: 99,1 Prozent
  • Jahresleistung: 1,8 Mio. m³
  • 639 km langes Trinkwasserrohrnetz (mit Hausanschlüssen)

Abwasserentsorgung (Stand 2026)

  • 2 Kläranlagen (je nach Ausbauphase)
  • 35.500 angeschlossene Einwohner
  • Anschlussgrad: ca. 75 Prozent
  • 103 Abwasserpumpwerke
  • Regen- und Schmutzwasserkanalnetz gesamt ca. 247 km
  • 120 km Schmutzwasserdruckleitungen

Dezentrale Entsorgung (Stand 2026)

  • ca. 6.000 abflusslose Sammelgruben
  • 153 Kleinkläranlagen

Fachkräftenachwuchs

  • Regionaler Ausbilder und Arbeitgeber
  • 16 Personen haben seit 2002 eine Ausbildung/Studium abgeschlossen; demnächst kommen 3 Azubis hinzu
  • 6 Mitarbeiter haben erfolgreich ihren Meister gemacht
  • Seit 2024 Teilnahme an der Berufemesse der Duncker Oberschule sowie an der Karrieremesse Westbrandenburg in Rathenow

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Verlässlichkeit, die unseren Alltag prägt

 




Verlässlichkeit, die unseren Alltag prägt

Sie sind dem WAV eng verbunden (v. l.): Thomas Rosenberg, Felix Menzel, Anne Hunhold (Amt Rhinow), Ilka Lenke, Jörg Zietemann.

Foto: WAV Rathenow

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

35 Jahre Wasser- und Abwasserverband Rathenow – das klingt vielleicht nicht nach großem Pomp oder Festtagsglanz. Und doch geht es um etwas, das unseren Alltag ganz wesentlich prägt: sauberes Trinkwasser und eine verlässliche Abwasserentsorgung. Dinge, über die man meist erst dann nachdenkt, wenn sie einmal nicht funktionieren. Genau deshalb ist dieses Jubiläum für uns ein besonderer Anlass.

Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, sind dem WAV Rathenow enger verbunden, als es auf den ersten Blick scheint. Als tägliche Nutzerinnen und Nutzer verlassen Sie sich zu Recht auf eine sichere, kontinuierliche und bezahlbare Versorgung. Die ist freilich keine Selbstverständlichkeit. Es braucht dafür eine leistungsfähige Organisation, engagierte Mitarbeiter und verantwortungsvolle Entscheidungen. Der Grundstein dafür wurde 1991 gelegt – mit Mut, Weitblick und einer klaren Vorstellung davon, was unsere Region braucht.

Heute ist der WAV Rathenow ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge im Westhavelland. Gemeinsam tragen wir Verantwortung für eine Infrastruktur, die zuverlässig funktioniert und zugleich zukunftsfähig bleibt. In der Verbandsversammlung arbeiten wir daran, diese Aufgabe im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen – mit besonderem Augenmerk auf stabile und faire Gebühren. Gerade in Zeiten des Wandels ist das eine anspruchsvolle Aufgabe, der wir uns mit Überzeugung stellen.

Ein solches Jubiläum steht nie für die Leistung Einzelner. Es ist das Ergebnis gemeinsamer Arbeit über viele Jahre hinweg. Unser Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben: den Mitgliedsvertretern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Partnern und Wegbegleitern – und nicht zuletzt Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, für Ihr Vertrauen.

Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn. Themen wie Digitalisierung, Klimawandel und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen stellen uns vor neue Herausforderungen. Als Gemeinschaft der Bürgermeister und Amtsdirektoren sind wir entschlossen, diesen Weg weiterhin gemeinsam zu gehen – verantwortungsvoll, pragmatisch und mit dem Zusammenhalt, der den WAV seit 35 Jahren trägt.

35 Jahre WAV Rathenow sind auch dreieinhalb Jahrzehnte gelebter Beweis dafür, dass Zusammenarbeit und Solidarität unserer Region nutzen. Wir freuen uns darauf, die kommenden Jahrzehnte aktiv zu gestalten – gemeinsam mit Ihnen an unserer Seite.

Felix Menzel: Bürgermeister Gemeinde Milower Land, Verbandsvorsteher;
Jörg Zietemann: Bürgermeister Stadt Rathenow, stellv. Verbandsvorsteher;
Ilka Lenke: Amtsdirektorin Amt Nennhausen, Vorsitzende der Verbandsversammlung;
Thomas Rosenberg: Bürgermeister Stadt Premnitz, stellv. Vors. der Verbandsversammlung;
Jens Aasmann: Amtsdirektor Amt Rhinow

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