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Author: wz_admin

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Ausbildung

Nachwuchs gesucht

Wasser ist unser Element – bald auch Ihres? Werden Sie Umwelttechnologe für Wasserversorgung oder Abwasserbewirtschaftung und sichern aktiv die Lebensadern unserer Region. Sie lieben Organisation? Dann starten Sie durch als Kauffrau/-mann für Büromanagement. Wir bieten krisenfeste Jobs mit echter Verantwortung direkt vor der Haustür. Bewerben Sie (m/w/d) sich jetzt per Post an:

Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung – Festland Wolgast
Bahnhofstraße 98, 17438 Wolgast.

Oder per E-Mail: info@zv-festland-wolgast.de

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WASSERZEITUNG wird digital

 




Editorial

Wasserzeitung wird digital

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn wir auf das vor uns liegende Jahr blicken, sehen wir vor allem eines: Bewegung. Mit einem geplanten Investitionsvolumen von rund 7,33 Millionen Euro setzen wir ein deutliches Signal. Wir verwalten nicht den Status quo, sondern wir bauen aktiv an der Zukunft unserer Region. Wir investieren dort, wo es notwendig ist und nutzen dabei gemeinsam mit den Gemeinden und Kommunen des Verbandes jede Möglichkeit, Kosten zu sparen. Ob es die Erneuerung der Rohwasserleitung ist oder die umfangreichen Maßnahmen im Schmutzwasserbereich – jeder Euro fließt direkt in die Ver- und Entsorgungssicherheit Ihrer Haushalte und den Schutz unserer Gewässer.

Foto: Manfred Studier

Quelle: SPREE-PR

Besonders wichtig ist mir dabei die Botschaft der Stabilität. Durch Energieoptimierung und vorausschauende Planung können wir die Gebühren auch für 2026 stabil halten. Das ist unser Beitrag zur Daseinsvorsorge: Verlässlichkeit, wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, und Verlässlichkeit beim Blick auf den Gebührenbescheid.

Doch nicht nur unter der Erde modernisieren wir uns, auch in der Art, wie wir mit Ihnen kommunizieren, gehen wir neue Wege. Sie halten gerade die bewährte gedruckte Ausgabe unserer Kundenzeitung in den Händen. Ab sofort gibt es unsere Verbandszeitung auch als digitales E-Paper.

Wir erweitern unser Angebot, damit Sie Nachrichten zu Baustellen, Wasserqualität und Verbandsentwicklungen bequem auf dem Smartphone oder Tablet lesen können. Die gedruckte Zeitung bleibt als haptisches Medium erhalten, wird aber durch die digitale Version zeitgemäß ergänzt. Das spart langfristig Ressourcen und erhöht die Reichweite unserer Informationen.
Ich lade Sie ein: Nutzen Sie unsere Angebote, informieren Sie sich über unsere Vorhaben. 2026 wird ein Jahr des Anpackens. Wir freuen uns darauf, es gemeinsam mit Ihnen zu gestalten.

Ihr Manfred Studier,
Verbandsvorsteher

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Trinkwasser in bester Qualität

 




Gründlich kontrolliert

Trinkwasser in bester Qualität

Abb.: SPREE-PR

Das Trinkwasser unterliegt regelmäßigen und strengen Kontrollen, sowohl durch den Wasserversorger als auch durch unabhängige Labore. In der Tabelle haben Sie die wichtigsten Parameter der aktuellen Analyse auf einen Blick. Den vollständigen Bericht können Sie jederzeit auf der Homepage des Zweckverbandes genau einsehen.

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Kläranlage Wolgast: High-Tech, Biologie und Weitsicht im Dienst der Umwelt

 




Die unsichtbare Stadt

Kläranlage Wolgast: High-Tech, Biologie und Weitsicht im Dienst der Umwelt

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was passiert, nachdem Sie die Spülung gedrückt haben? In Wolgast verschwindet das Wasser nicht einfach. Es begibt sich auf eine faszinierende, gut viertägige Reise durch eine Infrastruktur von beeindruckender Dimension.

Das Wasser durchläuft die Kläranlage Wolgast etwas mehr als vier Tage, bis es gereinigt ist.

Foto: ZV Wolgast

Die Anlage ist auf 40.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt und integriert seit 1996 auch die Ströme aus Peenemünde und Karlshagen. Doch die Technik verwaltet nicht nur den Status quo, sie denkt voraus: Seit 2025 verstärkt eine zweite Druckrohrleitung von der Insel Usedom das System. Diese Investition sichert nicht nur den laufenden Betrieb ab, sondern eröffnet die Perspektive, künftig noch größere Mengen aufzubereiten. Ein doppeltes Sicherheitsnetz für eine Ressource, die keine Pausen kennt. Willkommen an einem Ort, wo High-Tech auf Biologie trifft und aus Abwasser wieder Lebensraum wird.
  • Foto: SPREE-PR/Fuchs

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    Der mechanische Türsteher

    Hier kommt alles an – und das heißt wirklich alles. Klärwärter Richard Dulke zog schon eine Sparkassenkarte aus dem Rechen mit 3 Millimeter Stababstand. Der Zulauf ist das Tor zur Anlage, doch nicht jeder darf passieren. Im Rechengebäude arbeiten die mechanischen Türsteher: Grobstoffe, Feuchttücher oder Wattestäbchen, die fälschlicherweise in der Toilette gelandet sind, filtert der Rechen mit drei Millimeter Rillenabstand hier gnadenlos heraus.

    Im Anschluss übernimmt die Physik: In den Rundsandfängen wird die Fließgeschwindigkeit so präzise reduziert, dass sich schwerer Sand am Boden absetzt, während organische Stoffe weiterschweben.

  • Mikroben

    Abb. SPREE-PR

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    Das Festmahl der Mikroben

    Statt Chemie kommt hier die Natur zum Einsatz. Das Belebungsbecken fungiert als Herzstück der Anlage – im Grunde ein riesiges Aquarium, besiedelt von Milliarden mikroskopisch kleiner Akteure: Bakterien und Einzeller. In einem stetigen Wechselspiel durchläuft das Wasser verschiedene Zonen. Anaerob (ohne Sauerstoff): Simulierter Stress regt biologische Prozesse wie die Phosphor-Elimination an. Aerob (mit Sauerstoff): Mikroorganismen stürzen sich auf die gelösten Schmutzstoffe und „fressen“ das Wasser sauber. Diese Becken sind keine stillen Gewässer, sondern biologische Hochleistungsreaktoren, die rund um die Uhr Nährstoffe abbauen.

  • Mikroben

    Foto: ZV Wolgast

    2

    Das Gehirn

    In der Schaltzentrale behalten die Klärwärter alle Anlagen und automatisierten Prozesse im Blick, um im Notfall einzugreifen. Während draußen das Wasser fließt, herrscht hier digitale Kontrolle. Die Leitzentrale bildet das Nervensystem der Kläranlage. Auf Monitoren laufen die Datenströme zusammen: Füllstände, Sauerstoffwerte, Pumpenleistung und Statusmeldungen. Von hier aus wird der gesamte Wasser- und Energiekreislauf überwacht. Per Mausklick lassen sich Aggregate zuschalten oder Prozesse optimieren. An dieser Schnittstelle greifen menschliche Expertise und automatisierte Sicherheit ineinander, um den 24/7-Betrieb zu garantieren.

  • Die Lunge

    Foto: SPREE-PR/Fuchs

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    Die Lunge der Anlage

    Damit die Bakterienkulturen im Belebungsbecken effizient arbeiten, ist eine stetige Sauerstoffzufuhr essenziell. Die Kompressoranlage fungiert als Lunge des Reinigungsprozesses. Gewaltige Gebläse drücken Sauerstoff tief in die Becken, sichtbar an den aufsteigenden Blasen an der Wasseroberfläche. Dieser Prozess erfolgt smart gesteuert: Sensoren messen permanent den Sauerstoffgehalt und regulieren die Leistung der Aggregate so, dass immer exakt so viel Luftsauerstoff bereitgestellt wird, wie die Biologie im Moment benötigt. Effizienz trifft auf Ökologie.

  • Die Ruhe nach dem Sturm

    Foto: SPREE-PR/Fuchs

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    Die Ruhe nach dem Sturm

    Nach der Turbulenz im Belebungsbecken benötigt der Prozess Ruhe. Im Nachklärbecken wirkt die Schwerkraft. Das Wasser fließt extrem langsam, sodass der sogenannte „Belebtschlamm“ – die Bakterienflocken – zu Boden sinken kann. Bodenräumer schieben diese Biomasse zurück in den Kreislauf. Zurück bleibt an der Oberfläche das Ergebnis der Mühen: Klares, gereinigtes Wasser. Es ist der Moment der visuellen Wahrheit – die Trennung von Schmutzfracht und der Ressource Wasser ist vollzogen.

  • Die Ruhe nach dem Sturm

    Foto: SPREE-PR/Fuchs

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    Blick ins Mikroskop

    Vertrauen wird durch Kontrolle ergänzt. Klärwärter Richard Dulke untersucht regelmäßig seine kleinsten Mitarbeiter, die Bakterien. Im Analysenraum rückt die Wissenschaft in den Fokus. Unter dem Mikroskop wird regelmäßig die Vitalität der kleinsten „Mitarbeiter“ geprüft: Sind genügend Glockentierchen vorhanden? Bilden die Bakterien stabile Flocken? Die Reinigungsleistung hängt direkt von einer gesunden Mikrobiologie ab. Ein Blick durchs Okular verrät den Experten, ob die biologische Balance in den großen Außenbecken korrekt eingestellt ist.

  • Transformation der Reste

    Foto: SPREE-PR/Fuchs

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    Transformation der Reste

    Das Schlammlager fasst etwa 1.000 Tonnen. Etwa zweimal im Jahr wird das Lager geleert. Die abgeschiedenen Stoffe verschwinden nicht einfach. Der überschüssige Schlamm wird entwässert und behandelt. Auf dem Schlammlagerplatz lagert das Endprodukt der Stofftrennung: Ein erdiges Substrat. Dieser Schlamm enthält die konzentrierte Fracht, die dem Wasser entnommen wurde, um die Flüsse zu schützen. Fachgerecht gelagert, wird er der landwirtschaftlichen Verwertung als Dünger zugeführt – der Kreis der Ressourcen schließt sich.

  • Transformation der Reste

    Foto: SPREE-PR/Fuchs

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    Mission erfüllt

    Bereichsleiter Abwasser Thomas Wittmann (l.) und Klärwärter Richard Dulke prüfen, wie durchsichtig das Wasser im Nachklärbecken ist. Hier endet der technische Prozess und das Wasser kehrt in den natürlichen Kreislauf zurück. Am Ablauf fließt das gereinigte Wasser in den Vorfluter, die Ziese. Die Qualität ist nun so hoch, dass das Ökosystem keinen Schaden nimmt. Der Blick auf das klare Wasser zeigt das Resultat moderner Klärtechnik: Das Wasser wurde der Natur nur geliehen – und wird nun respektvoll zurückgegeben.

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Gebühren bleiben 2026 stabil – Steigerung der Energieeffizienz

 




Investitionen sichern stabile Netze

Gebühren bleiben 2026 stabil – Steigerung der Energieeffizienz

Trotz steigender Baukosten bleiben die Gebühren 2026 stabil: Mit einem Investitionsvolumen von 7,33 Millionen Euro stärkt der Zweckverband Wolgast Festland die regionale Infrastruktur von der Rohwasserleitung bis zur Kläranlage. Ein Ausblick auf die geplanten Baumaßnahmen und die Strategie, wie durch Energieeffizienz Kosten gedämpft werden.

Die neuen Großrohre sind angekommen. Nun beginnen für den Leiter des Bereichs Trinkwasser, Paul Wiese, die Bauarbeiten an der neuen Rohrwasserleitung zwischen der Wasserfassung Hohensee und dem Wasserwerk Hohendorf.

Foto: ZV Wolgast

Wenn die neuen Großrohre auf der Baustelle für die Rohwasserleitung ankommen, endet eine Planungsphase. Die 3,2 Kilometer lange Verbindung von der Wasserfassung Hohensee zum Wasserwerk Hohendorf ist der letzte Bauabschnitt dieses Projektes. Es steht für die Strategie des Zweckverbandes: Substanz erhaltende Maßnahmen treffen auf vorausschauende Netzplanung. In Abstimmung mit den Gemeinden plant der Verband für das Jahr 2026 ein Gesamtinvestitionsvolumen von 7,33 Millionen Euro.

Modernisierung der Infrastruktur

Der größte Anteil der Investitionen fließt in die Infrastruktur. Dabei entfallen 2,07 Millionen Euro auf den Bereich Trinkwasser, 3,25 Millionen Euro auf Schmutzwasser und 1,91 Millionen Euro auf die Niederschlagswasserbeseitigung. Neben der Großmaßnahme der Rohwasserleitung stehen folgende Projekte an:

  • Wolgast: In der Fischerstraße und im Amselweg wird gemeinsam mit der Stadt Wolgast die Erneuerung der Leitungen (Trink-, Schmutz- und Regenwasser) fortgesetzt. Auf der Schlossinsel entstehen drei neue Einleitstellen für Niederschlagswasser.
  • Umland: Zwischen Lühmannsdorf und Wrangelsburg erfolgt der 2. Bauabschnitt der neuen Trinkwasserleitung. In der Wasserfassung Hohensee wird ein Brunnen durch einen Ersatzneubau reaktiviert.

Auf der Kläranlage Wolgast werden zentrale Komponenten erneuert, etwa die Brauchwasseranlage, die Fällmitteldosierstation, die Sandfänge, zwei Gebläse sowie eine neue Steuerung der Schlammentwässerung.

Energieeffizienz sichert Gebühren

Steigende Bau-, Material- und Lohnkosten belasten die Kalkulation. Für 2026 konnte der Verband dennoch stabile Gebühren für alle Bereiche kalkulieren. Dabei dämpfen der günstigere Einkauf und die eigene Erzeugung von Energie die Kosten. Ein Baustein ist die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf der Druckstation Bahnhofstraße, dem Verwaltungsgebäude sowie auf dem Wasserwerk und der Kläranlage Wolgast.

Aber die Einsparung von Energiekosten wird die steigenden Baupreise nicht kompensieren. Zudem wollen Land und Gesetzgeber das Wasserentnahmeentgeld erhöhen. Diese externen Faktoren werden sich in den nächsten Gebührenkalkulationen abbilden.

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Wasserwissen: Geysire, Frösche und ein schwebender Vorhang

 



Mecklenburg-Vorpommern

Wasserwissen: Geysire, Frösche und ein schwebender Vorhang

„Wow“ und „oh“ – diese Ausrufe begleiten dieses alle drei bis vier Minuten stattfindende Naturereignis auf Island. Wenn das heiße Wasser des Strokkur-Geysirs gut 15 bis 20 Meter in die Höhe schießt, ist die Begeisterung der jährlich etwa 1,5 Millionen Besucher groß. Wie entstehen diese beeindruckenden Fontänen?

Vielerorts auf Island brodelt es. Oberflächennahes Magma erhitzt das Grundwasser. Das führt zu Dampf- und Gasaustritten, deren Wolken in der Landschaft gut sichtbar sind. Bei Geysiren erfolgt der Spannungsabbau besonders eindrucksvoll.

Foto/Montage: canva; SPREE-PR

Voraussetzung für das Entstehen von Geysiren ist ein genau abgestimmtes Zusammenspiel von physikalischen Gesetzen und geologischen Bedingungen. In vulkanischen Gebieten sorgt das Aufeinandertreffen von Wasser und den heißen Schichten für ein Thermalsystem.
Damit sich ein Geysir entwickelt, muss das heiße Reservoir auf eine geologische Besonderheit stoßen: ein verengter Schacht. In diesem steigt die Hitze des Wassers durch die Wärme des Magmas an und zwar deutlich über die 100 Grad, an dem das Element normalerweise vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Der Siedepunkt wird hier mit mehr als 120 Grad deutlich überschritten. Dann fängt es allerdings auch an zu blubbern, die Kettenreaktion wird losgetreten.

Der Druck in dem engen Schacht nimmt zu, die einzelnen Dampfblasen steigen auf, drücken damit einen Teil des Wassers nach oben. Das führt unten zu einem schlagartigen Druckabfall und dazu, dass das heiße Wasser gasförmig wird. Nun gibt es nur einen Weg zum Entweichen: durch die Öffnung an der Erdoberfläche. Der Wasserdampf drückt nach oben und mit ihm das angestaute Wasser. Während oben noch „wow“ und „oh“ ertönen, beginnt unten alles von vorn und das Spiel wiederholt sich.

Nicht nur auf Island lassen sich diese Naturphänomene beobachten. Es gibt sie auch in den USA, Chile oder Neuseeland. Künstlich geht es hingegen in Deutschland zu. Der Geysir Andernach in Rheinland-Pfalz auf einer Halbinsel im Rhein rühmt sich, der höchste Kaltwassergeysir der Welt zu sein. Hier sorgt das Kohlenstoffdioxid im Untergrund in einem vom Menschen gebohrten künstlichen Aufstiegskanal für die alle 15 Minuten entstehende, bis zu 60 Meter hohe Fontäne.

Kleine Hüpfer – große Leistung

Nicht viele Menschen bekommen ihn zu sehen, den nur drei bis fünf Zentimeter großen und unter sechs Gramm schweren Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea). Er ist die kleinste heimische Froschart, der gut getarnte grüne Geselle kann von den meisten unbemerkt Hecken und Bäume hochklettern – und zwar bis zu 20 Meter hoch! Der BUND Baden-Württemberg und der BUND Hessen rücken ihn mit ihrer Wahl zum „Heimlichtuer des Jahres 2026“ in den Fokus. Sie machen damit aufmerksam auf den durch Klimawandel gefährdeten Lebensraum, in den der Mensch darüber hinaus durch das Zerschneiden von Landschaften, intensive Forst- und Landwirtschaft eingreift.

Das Sehvermögen der zu den Amphibien zählenden Tiere untersuchten schwedische Wissenschaftler. Bekannt: Sie können mit ihren großen, runden, seitlich am Kopf sitzenden Augen nach vorn, seitlich und nach hinten sehen. Die neue Erkenntnis: Frösche können extrem gut gucken und scheinen anderen Tieren weit überlegen. Nicht nur könnten sie in extremer Dunkelheit gut sehen, sondern in diesen erschwerten Bedingungen sogar Farben erkennen. Mit Froschperspektive jedoch hat das nichts zu tun. Dieser Begriff beschreibt einen Blickwinkel von unten nach oben – eben als kleiner Froschlurch steil hoch. In der Fotografie (und vielleicht auch aus der Perspektive des Frosches?) erscheinen Motive damit größer und mächtiger.

Physik aus dem 18. Jahrhundert: Der schwebende Vorhang

Duschvorhänge haben ein Eigenleben. In einem Moment hängen sie dekorativ und das restliche Bad vor Spritzwasser sowie den Duschenden vor neugierigen Blicken schützend an ihren Haken. Sobald aber das warme Wasser aus dem Brausenkopf an der Wand oder Decke fließt, geht er auf Wanderschaft – und zwar in Richtung des nassen Körpers. Des Rätsels Lösung: der Bernoulli-Effekt, benannt nach dem Schweizer Mathematiker und Physiker, der im 18. Jahrhundert auch den Unterdruck erforschte. Daniel Bernoulli stellte einen Zusammenhang zwischen zunehmender Strömung und abnehmendem Druck her. Demnach üben schnell strömende Flüssigkeiten einen geringeren Druck auf ihre Umgebung aus, als Ausgleich fließt Luft aus den nicht-bewegten Regionen nach.

In der Dusche bringt das herabfallende Wasser die Luft darunter in Schwung – der Druck im vom Vorhang abgegrenzten Bereich sinkt. Von außen wirkt der „normale“ Luftdruck, sodass sich der Vorhang Richtung Strahl bewegt. Verstärkend kommt die Thermik hinzu, warme Luft strömt nach oben und kalte rückt nach. Außerdem erzeugen die auf dem Wannenrand zerplatzenden Wassertropfen Wirbel und erhöhen damit den Unterdruck weiter.

Wer am Körper klebende Duschvorhänge nicht mag, stellt sich möglichst weit von ihnen weg. Abhilfe schaffen aber auch kleine Gewichte am Vorhang; oder diesen etwas geöffnet zu lassen.

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Felix Bujak und der ewige Kampf gegen die Kraft des Wassers

 



Mecklenburg-Vorpommern

Felix Bujak und der ewige Kampf gegen die Kraft des Wassers

Felix Bujak schaut an einem eisigen Januartag von der Brücke in Dömitz hinunter auf die Elbe. Er beobachtet, wie sich Eisschollen auf dem Fluss zusammenschieben. Was für Spaziergänger ein romantisches Naturschauspiel ist, ist für den Wasserbauingenieur eine Gleichung mit gefährlichen Unbekannten.

Immer wieder steigt der Pegel der Elbe – wie im Winter 2009 – bedrohlich an. Kleines Bild: Felix Bujak.
Fotos (2): privat.

„Gestern ist hier innerhalb von sechs Stunden der Pegel um anderthalb Meter gestiegen“, erklärt er mit der Ruhe eines Mannes, der gelernt hat, in Kubikmetern pro Sekunde zu denken. Felix ­Bujak arbeitet seit 2011 beim Staat­lichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM), zuständig für den Hochwasserschutz. Er ist in der Nähe von ­Dömitz aufgewachsen. Dass Felix Bujak heute den Schutz seiner Heimat vor dem Wasser verantwortet, ist einem Zufall geschuldet. „Nach dem Abitur wusste ich nicht weiter“, erinnert er sich. Der Rat eines Bekannten: „Studiere doch Wasserwirtschaft in Suderburg!“. Es wird seine Lebensaufgabe.

Die Feuertaufe im Jahr 2013

Sein Berufsleben beginnt mit einem Paukenschlag, das Sommerhochwasser im Juni 2013. Während die Menschen in der Region die Sonne bei 30 Grad genießen, rollt aus Tschechien und Sachsen eine Gefahr heran. Grimma und Dresden stehen schon unter Wasser. „Für unsere Region wurde ein Höchstpegel von acht Metern am Pegel Dömitz berechnet, unsere Deichkronen sind aber nur 7,80 Meter hoch“, erinnert sich Felix Bujak. Die drohende Gefahr treibt den Wassermenschen an. Bis zu 20 Stunden am Tag schuftet er, koordiniert Ingenieure, berät den Katastrophenschutz, schreibt Lageberichte für das Ministerium. Anwohner füllen Millionen Sandsäcke, um die Deiche künstlich zu erhöhen. Mit rund 4.200 Kubikmetern Wasser pro Sekunde rollt die Elbe unaufhaltsam heran, schiebt eine Flut von ungefähr 30.000 Badewannen vor sich her. Die gefürchtete Katastrophe erwischt Fischbeck in Sachsen-Anhalt. Dort bricht der Deich. „Das Unglück hat uns gerettet“, sagt der hiesige Fachmann. Das Wasser blieb zehn ­Zentimeter unter der Deichkrone stehen.

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

In den Behörden wird ausgewertet, was lief, was nicht. Die Erfahrungen von 2013 sind Motor für seine Arbeit. Felix Bujak ist für ungefähr 100 Kilometer Deiche an Elbe und den Nebenflüssen verantwortlich. Mancherorts müssen die Anlagen erhöht, andernorts modernisiert werden. „Gleichzeitig versuchen wir, dem Fluss Raum zurückzugeben. Flächen, die man im Alltag nutzt, im Hochwasserfall aber opfert.“ Sein aktuelles Mammutprojekt: In Boizenburg wird der Deich zurückverlegt und gleichzeitig ein neues Sperrwerk zum Schutz der Anwohner an der Sude, einem Nebenfluss der Elbe, errichtet. Kosten: rund 40 Millionen Euro. „Wir planen seit 2017 und fangen dieses Jahr an zu bauen“, erzählt er. „Wasserbau ist ein Geduldsspiel zwischen Klimamodellen, Ingenieursplänen, Eigentümerbefind­lichkeiten, Gesprächen mit Landwirten und Naturschützern sowie Ausschreibungen.“

Ein Auge auf dem Fluss, das Ohr am Deich

Viermal im Jahr begibt sich der Ingenieur auf offizielle „Deichschau“ – gemeinsam mit Mitarbeitenden der Ämter, Feuerwehr und des THW werden die Schutzanlagen besucht. „Kontaktpflege für den Ernstfall.“ Trotz der enormen Verantwortung wirkt Felix Bujak gelassen. Was Ingenieurskunst und Planung ermöglichen, hat er getan. „Aber Natur lässt sich nicht endgültig zähmen“, sagt er. Das zeigten die Hochwasser an der Elbe 2002, 2006, 2011 und 2013. Er schaut auf die Eisschollen in der Elbe, sucht Schwachstellen im System, bevor die Natur sie findet. „Keine Gefahr, der Pegel der Elbe ist niedrig, sie reicht nicht bis an die Deiche. Wir sollten der Elbe wieder Raum geben: Polder, Rückverlegungen, Flächen, die man im Notfall überfluten lässt.“ Die nächste Flut wird kommen. Das weiß auch Felix Bujak.

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Neues GIS: zentral entwickelt – gemeinsam nutzbar

 



Mecklenburg-Vorpommern

Neues GIS: zentral entwickelt – gemeinsam nutzbar

Fünf Zweckverbände in MV leisteten Pionierarbeit. Der ZV Grevesmühlen war federführend in einem Projekt zur Schaffung eines zentralen Geografischen Informationssystems (GIS). Ziel war es, dieses auf Basis einer frei verfügbaren Software so zu gestalten, dass es zukünftig von vielen Kollegen und Partnern flexibel und möglichst kostengünstig genutzt werden kann. Durch die Gemeinschaft, die zudem digitale Souveränität vom internationalen Markt erlangt, ist jeder Einzelne effizienter als zuvor.

Grevesmühlens Verbandsvorsteherin Sandra Boldt konnte sich auf die Entwicklungsarbeit ihrer
GIS-Spezialisten Ronald Henneberg (r.) und Uwe Wendorf verlassen.
Foto:ZVG

Der Zweckverband Grevesmühlen begann bereits vor 25 Jahren mit dem Aufbau eines GIS, seit 2008 ist dies nach der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung die dritte Verbandsaufgabe. „Wir wollten das zentrale GIS mit neuer Technologie in die Breite bringen“, sagt Verbandsvorsteherin Sandra Boldt.
Roland Grösch von der Koordinierungsstelle E-Government MV erklärt die Bedeutung eines GIS: „Durch die Darstellung von Straßen, Beleuchtungen, Abflüssen, Parkbänken oder dem Versorgungssystem auf digitalen Karten können Maßnahmen zur Unterhaltung, Reinigung, Reparatur und Neubeschaffung effizienter organisiert und durchgeführt werden. Sie sind damit ein Grundstein für eine moderne Verwaltung.“

In Wasserunternehmen liegt der Fokus auf präzisen, schnell verfügbaren und aktualisierbaren Informationen zu Leitungen und Anlagen. Kommerzielle Software wird zunehmend unberechenbar und teuer, weshalb sich der ZV Grevesmühlen mit Open-Source-Alternativen (also frei verfügbarer Software) befasste. Jedes der mehr als 30 Wasserunternehmen der KOWA (Kooperationsgemeinschaft Wasser und Abwasser MV e. V.) stand vor ähnlichen Herausforderungen. Sandra Boldt sagt darum: „Es ist wirtschaftlich unsinnig, wenn jeder für sich kämpft.“ Roland Grösch ergänzt: „Der Zweckverband Grevesmühlen hat es geschafft, sich als Kompetenzträger zu etablieren.“ Gute Voraussetzungen für ein Projekt, das somit in Schwerin Gehör fand.

Freie Software,gute Grundlage

Koordinator Roland Grösch erklärt die Entscheidung des Lenkungsausschusses E-Government für das Vorhaben: „Der Zweckverband Grevesmühlen führt seit Jahren das Anlagevermögen seiner Mitgliedskommunen in einem georeferenzierten Datenbestand. Die aufgebaute Open-Source-Infrastruktur und das Know-how eignen sich besonders zur Nachnutzung in anderen Verwaltungen.“ Auch Aspekte digitaler Souveränität sowie erfolgreich umgesetzte Digitalisierungsprojekte überzeugten. „Zudem ist der Verband ein tatkräftiger Akteur im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung in MV mit einem funktionierenden Netzwerk. Dazu gehört unter anderem die langjährige Kooperation mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg im Geoinformationsbereich.“

Im Juli 2024 startete das Projekt mit dem Zweckverband Grevesmühlen als Vertragspartner, dem ZV KÜHLUNG in Bad Doberan als Entwicklungspartner und den Verbänden mit Sitz in Wismar, Ludwigslust und Stavenhagen als Projektpartner. Sandra Boldt zeigt sich zuversichtlich: „Wir werden das System pünktlich zum Juni 2026 fertig umgesetzt haben. Dann steht eine zentrale Lösung und kann mit eigenen Daten gefüllt werden.“ Bereits jetzt gebe es Interessenten außerhalb des Projektes, unter anderem das Amt Neukloster-Warin signalisierte Bedarf.

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Vom „lost place“ zum lebendigen Denkmal

 



Brandenburg

Vom „lost place“ zum lebendigen Denkmal

Zwischen alten Bäumen dreht sich am Tegeler Fließ in Mühlenbeck das Rad der Geschichte wieder: Die Historische Mönchmühle gilt als älteste Wassermühle Brandenburgs – und ist ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement.

Foto & Logo: Mönchmühle Mühlenbeck

Um 1234 von den Zisterziensermönchen des Klosters Lehnin erbaut, diente die Mühle jahrhundertelang dem Mahlen von Getreide. Die Mönche nutzten das Tegeler Fließ als Energiequelle, stauten Teiche und errichteten einen Damm, um das Wasserrad ihrer Roggenmühle zu betreiben – eine technische Pionierleistung des Mittelalters. Geblieben ist aus dieser Zeit der Geist der Gemeinschaft: Denn ohne engagierte Bürger gäbe es die Mönchmühle heute wohl nicht mehr.

Mit Pinsel und Skalpell

Nach fast 800 Jahren wurde die Mönchmühle 1973 – zuletzt volkseigener DDR-Betrieb – stillgelegt und nur die ehemalige Müllerwohnung weiterhin als Wohnraum genutzt. Vieles wurde in dieser Zeit zerstört, umgebaut, zweckentfremdet. Von der ursprünglichen Wassermühle blieb kaum etwas übrig. Nach 1990 verkaufte die Treuhand das Gebäude an eine Investorin, die das technische Denkmal erhalten und rekonstruieren sollte, sich damit aber völlig übernahm und Insolvenz anmeldete. Einwohner von Mühlenbeck-Mönchmühle wollten den weiteren Verfall ihres Wahrzeichens nicht hinnehmen und gründeten eine Bürgerinitiative zur Rettung der Mühle, aus dem 2004 der „Förderverein Historische Mönchmühle e. V.“ hervorging.

Initiiert von Ingenieur Reinhard Wittig und Jürgen Busch, der als Vertriebsleiter in der Aufzugsbranche sowohl technisches als auch kaufmännisches Know-how mitbrachte. Mit viel ehrenamtlicher Arbeit, technischer Kompetenz und Fördermitteln wurde das Gebäude denkmalgerecht Schritt für Schritt saniert. „Wir hatten dabei natürlich immer den Kostenfaktor im Hinterkopf“, erinnert sich Jürgen Busch, „aber heute sind wir dankbar für die Konsequenz des Denkmalschutzes.“ Mit Pinsel und Skalpell hatten sich Mitarbeiter Schicht um Schicht zu den Originalfarben von 1820 durchgearbeitet. In diesem Jahr war die Mühle das letzte Mal in ihrer wechselvollen Geschichte durch einen Brand fast zerstört und wieder neu aufgebaut worden. „Deshalb sind die Räume jetzt, nach Beendigung der Sanierungsarbeiten, so schön farbenfroh. Wir hätten wahrscheinlich sonst alles grau gestrichen“, gibt Busch unumwunden zu.

Ein reges Förderteam

Finanziert wurde das Projekt durch Fördermittel von Gemeinde, Land, Bund und EU – insgesamt rund zwei Millionen Euro in anderthalb Jahrzehnten. „Spenden sind natürlich immer willkommen und hilfreich, aber entscheidend war da eher die bürokratische Kleinarbeit bei den Förderanträgen“, betont Busch. Heute zeugt die Mühle nicht nur von der Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte, sondern auch vom sozialen Zusammenhalt eines ganzen Ortes. Etwa 140 Mitglieder zählt der Verein, rund 40 engagieren sich aktiv, viele seit Jahren. Jeden Dienstag treffen sie sich, um neue Projekte zu planen, Führungen zu organisieren oder Veranstaltungen vorzubereiten. Und die Vereinsmitglieder haben große Pläne. Neben einer Ausstellung zur Mühlentechnik, die es schon seit geraumer Zeit Besuchern ermöglicht, die beeindruckende, mittelalterliche Technik zu bestaunen, soll jetzt noch ein zweites Museum entstehen, das die Geschichte des Mühlenbecker Landes dokumentiert. Die Mönchmühle verbindet dann Vergangenheit und Gegenwart miteinander. „Wir sehen die Mühle nicht nur als Denkmal, sondern auch als lebendigen Treffpunkt für alle“, sagt Busch.

Neue Ära, alte Leidenschaft

Nach Jahren des Wiederaufbaus beginnt 2026 endlich eine neue Phase, ohne Baustellen und Gerüste. Sowohl innen als auch außen erstrahlt die Mühle wortwörtlich in historisch-neuem Glanz. Und nicht nur das. Beim Jahresempfang des Museumsverbands Brandenburg in Potsdam war die Mönchmühle in diesem Jahr erstmals offiziell als Teil der brandenburgischen Museumslandschaft vertreten. Zudem konnte sich der Verein auf der Grünen Woche in Berlin präsentieren, im Rahmen des „Forums Ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg“.

Im Sommer ist die Mühle zurzeit sonntags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Perspektivisch hofft der Verein auf einen gastronomischen Betreiber, der die Öffnungszeiten erweitert. Im Winter sind Führungen nach Vereinbarung möglich – auf ehrenamtlicher Basis. „Wir haben gezeigt, dass Engagement Geschichte lebendig machen kann“, sagt Busch und verweist auf die Möglichkeit, am Pfingstmontag – dem Deutschen Mühlentag – ein vielfältiges Programm in der Mönchmühle zu genießen. Ganz im Sinne des alten Müllergrußes: „Glück zu!“.

Infos: www.historischemoenchmuehle.de

Es klappern die Mühlen …

Rund 170 Mühlen werden sich auch 2026 in Brandenburg am „Deutschen Mühlentag“ beteiligen. Am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, locken Wind-, Wasser- und Motormühlen neugierige Besucher in ihre historischen Anlagen. Oftmals sind die Besichtigungstouren mit Sonderprogrammen ergänzt.

Übersichtskarte aller Brandenburger Mühlen und Infos zum Mühlentag

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Damit Goldalge & Co. keine Chance haben

 



Brandenburg

Damit Goldalge & Co. keine Chance haben

Bis zum Start der Badesaison müssen sich Wasserratten noch gedulden. Dass sie in einwandfreie Gewässer tauchen können, kontrollieren die Gesundheitsämter gewohnt regelmäßig. Doch das behördliche „Wasser-Monitoring“ geht weiter über deren Tests hinaus.

Bild/Grafik: Landesamt für Umwelt

Als „Meilenstein für den Gewässerschutz“ gilt die vor mittlerweile 25 Jahren verabschiedete EU-Wasserrahmenrichtlinie. Sämtliche Gewässer Europas – Flüsse, Seen und Grundwasser – sollen bis spätestens Ende 2027 einen guten ökologischen und chemischen Zustand erreichen. Aus Sicht der Wasserwirtschaft ein unverzichtbares Ziel: Gesunde Oberflächengewässer sichern schließlich (direkt wie indirekt) unsere Trinkwasserversorgung.

Die Flüsse im Blick

„Zwar haben der Ausbau und die Qualitätssteigerung der Kläranlagen zu einer deutlichen Verbesserung der Wasserqualität in den Fließgewässern in den vergangenen drei Jahrzehnten geführt. Doch die zunehmenden und bisweilen extremen Niedrigwasserverhältnisse können zu einer Konzentration von Stoffen führen, die sich negativ auf die Gewässerqualität auswirkt“, so Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Potsdam. Für sein Gewässer-Monitoring greift das LfU auf ein eigenes Wassergütemessnetz (WGMN) mit festen automatischen Stationen zurück. Diese sind unter anderem an der Oder, Spree, Neiße, Havel, Elbe und am Teltowkanal installiert.

Sensible Gewässer

Die Messstationen sind Bestandteil langfristiger Untersuchungsprogramme. Auswirkungen von Störfällen, z. B. in Industriebetrieben oder bei Schiffsunglücken, fallen schneller auf. Die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen kann besser verfolgt werden. Aber auch bei kleineren Verunreinigungen, etwa durch illegal entsorgtes Altöl, schlagen die Messstationen schnell Alarm. Denn die erhobenen Daten sind stundenaktuell. „2023 wurde in der ersten deutschen Automatischen Messstation an der Oder nach Grenzübertritt in Frankfurt (Oder) ein zusätzliches Daphnientoximeter* in Betrieb genommen“, berichtet Thomas Frey von einer Maßnahme nach dem Fischsterben 2022. „Durch das zusätzliche Gerät können toxische Stoffe im Fließgewässer bereits in Frankfurt (Oder) unmittelbar erkannt werden. Seitdem sind sensible Gewässer im Oderbruch und im Nationalpark Unteres Odertal im Ernstfall früher und somit effizienter geschützt.“

Wo gibt’s Auskunft?

Verursacher des Fischsterbens war die Goldalge, Prymnesium parvum. Das Gewässer-Monitoring wurde derart verfeinert und um ein Warnsystem ergänzt, dass ihr Vorkommen an neun ausgesuchten Messstellen in der Oder sowie einigen Nebengewässern nun direkt bewertet werden kann. Steigt die Konzentration der Goldalge, wird die Probennahme verschärft.

Wer sich über Qualität und Quantität der märkischen Fließgewässer informieren möchte, findet hier die Daten.

Ein noch umfangreicheres Daten-Angebot für Gewässer vor der Haustür genauso wie das Grundwasser unterhalb der Haustür präsentiert die „Auskunftsplattform Wasser“. Aus Kapazitätsgründen werden hier jedoch nicht alle 3.000 Brandenburger Seen, sondern nur diejenigen mit einer Fläche von mehr als 50 Hektar berücksichtigt. Dank der engen Vernetzung mit dem LfU sowie den Fischereibehörden und den Wasser- und Bodenverbänden können die Unteren Wasserbehörden zu kleineren Gewässern Auskunft geben: https://apw.brandenburg.de (Hinweis – auf Zoom-Button klicken)

* Gerät, das auf Basis des Verhaltens von Wasserflöhen (Daphnien) arbeitet, um die Giftigkeit (Toxizität) von Wasserproben zu messen.

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