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Lasst uns Lebensräume schützen!

 



Mit der Natur des Jahres 2026 rücken bedrohte Tier- und Pflanzenarten ins Rampenlicht

Lasst uns Lebensräume schützen!

Die Liste des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ist auch in diesem Jahr lang. Egal ob Vogel, Fisch, Wildtier, Baum oder Alge: Insgesamt werden 29 Arten gelistet, die besonderen Schutzbedarf haben, denn durch Umwelteinflüsse ist ihr Lebensraum nicht mehr intakt.

Mit der „Natur des Jahres 2026“ möchte der NABU das Bewusstsein für konkrete Naturschutzthemen schärfen und Menschen zum Mitmachen bewegen. In den Medien, in der Politik, bei Bürgern, in Schulen und bei Veranstaltungen soll auf die zu schützenden Arten aufmerksam gemacht und der Naturschutz langfristig verbessert werden. Es geht vor allem um das Verständnis für unsere Natur, um die Rücksichtnahme bei den Entscheidern – zum Beispiel in Landwirtschaft und Umweltpolitik. Welche Tiere und Pflanzen dieses Jahr im Fokus stehen, verrät Ihnen unser kleiner Überblick.
  • Blume des Jahres: Der Feldrittersporn

    Graziler Farbtupfer sucht Lebensraum

    Foto: Hermann Timmann

    Er ist eine wahre Zierde, hat einen charakteristischen Sporn und leuchtende blau-violette Blüten: Der Feldrittersporn (lat.: Consolida regalis) war einst Ackerwildkraut, erstrahlte früher oft zwischen Getreidehalmen und bot Wildbienen und Schmetterlingen von Mai bis in den September hinein Nahrung. Doch durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln ist die Pflanze bundesweit selten geworden. Auf wilden, schonend genutzten Wiesen soll sich nun der Feldrittersporn wieder ansiedeln. Die einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse bevorzugt sonnige und kalkhaltige Böden und wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Der Feldrittersporn steht 2026 stellvertretend für eine Vielzahl von Ackerwildkräutern, die durch die Landwirtschaft stark zurückgedrängt worden sind.

  • Wildtier des Jahres: Der Rothirsch

    Imposanter König des Waldes

    Zeichnung: SPREE-PR/Petsch

    Der Rothirsch (lat.: Cervus elaphus) ist das größte heimische Wildtier. Männliche Tiere beeindrucken durch ihr imposantes Geweih. Rothirsche ernähren sich von Gräsern, Blättern und Rinde und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Obwohl er als „König des Waldes“ bekannt ist, leidet er stark unter Lebensraumverlust und der Zerschneidung seiner Wanderwege durch Straßen, Siedlungen und intensive Landnutzung. Diese Zerschneidung verhindert freie Bewegung und gefährdet den genetischen Austausch, es droht langfristig genetische Verarmung. Der Rothirsch braucht wieder mehr zusammenhängende Lebensräume, Wildtierkorridore und ein naturnahes Wildtiermanagement.

  • Baum des Jahres: Die Zitterpappel

    Grüner Tänzer im Wind

    Foto (Baum): R. Fenner

    In lichten Wäldern, auf Kahlschlägen oder in offenen Landschaften findet man die Zitterpappel (lat.: Populus tremula), die zu den auffälligsten heimischen Laubbäumen gehört und bis zu 25 Meter hoch werden kann. Schon ein leichter Wind lässt ihre Blätter tanzen. In der Forstwirtschaft spielt die Zitterpappel, auch Espe genannt, eine wichtige Rolle, weil sie karge oder geschädigte Flächen schnell begrünt und den Boden verbessert. Singvögel finden hier ihre Nahrung, Spechte zimmern Höhlen in das weiche Holz. Markant ist die leuchtend gelbe Herbstfärbung der Zitterpappel. Mit ihrer Wahl zum Baum des Jahres 2026 steht eine Baumart im Mittelpunkt, die uns daran erinnert, dass Bäume mehr sind als bloße Landschaftselemente – sie sind ein wichtiger Teil der Natur, den es zu bewahren gilt.

    Weitere Infos

  • Vogel des Jahres: Das Rebhuhn

    Kleiner Feldbewohner mit markanter Stimme


    Foto: NABU/Jan Piecha

    Mit seinem grau-braunen Tarngefieder führt das Rebhuhn (lat.: Perdix perdix) ein bodenständiges Leben, liebt Sand- und Staubbäder. Doch auch sein Zuhause ist durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer mehr in Gefahr. Seit 1980 ist der Bestand an Rebhühnern in Deutschland um 87 Prozent zurückgegangen. Was das Rebhuhn nun braucht? Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft, vor allem aber mehr Offenland, also ungenutzte, große Flächen wie wilde Wiesen und Weiden. Das Rebhuhn gehört zur Familie der Hühnervögel und wird den Fasanenartigen zugeordnet. Seine Ernährung ist überwiegend vegetarisch – mit Vorliebe für Grasspitzen, Wildkräutersamen und Getreide. Doch die Küken brauchen mehr: In den ersten Lebenswochen stehen Insekten, Spinnen und andere Kleintiere ganz oben auf dem Speiseplan. Die Weibchen legen bis zu 20 Eier in gut versteckte Bodennester, während die Hähne in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ihre raue Stimme erklingen lassen.

  • Fisch des Jahres: Der Europäische Wels

    Faszinierendes Schwergewicht und Räuber

    Foto: DAFV / Marcel Panne

    Im Sommer 2025 war der Wels (lat.: Silurus glanis) in den Schlagzeilen: In einem bayrischen See hatte der Raubfisch während seiner Brutzeit mehrfach Badegäste angegriffen. In den Medien wurde er daraufhin als gefährlicher Räuber dargestellt. Zugegeben, er schaut schon sehr grimmig und furchteinflößend aus, grundsätzlich ist der Waller, wie man ihn in Bayern nennt, aber ein ruhiger, nachtaktiver Zeitgenosse. Der mächtige Süßwasserfisch kann bis zu drei Meter lang und bis zu 150 Kilogramm schwer werden. Er hat im Ökosystem von Flüssen und Seen eine wichtige Aufgabe, da er die Fischbestände reguliert und durch das Fressen von Aas und kranken Fischen zur Gewässergesundheit beiträgt. Er gilt als ungefährdet und als „Gewinner“ des Klimawandels. Die wärmeliebende Fischart profitiert vom Temperaturanstieg der Gewässer und vermehrt sich stärker. Der Wels steht stellvertretend für die Bedeutung artenreicher und intakter Gewässerökosysteme.


Natur des Jahres – Wer entscheidet das?

Jedes Jahr wählen verschiedene Naturschutzorganisationen und Umweltverbände die Vertreter der Tier- und Pflanzenkategorien aus. Dazu zählen zum Beispiel: NABU, Deutsche Wildtier Stiftung, Deutscher Angelfischerverband e. V., Arbeitskreis Wildbienen-Kataster, Loki Schmidt Stiftung, Deutsche Gesellschaft für Mykologie, Stiftung Baum des Jahres.

Weitere Arten und Lebensräume 2026
Heilpflanze Gemeine Nachtkerze
Giftpflanze Gartenbohne
Moos Mecklenburgisches Schnabeldeckelmoos
Pilz Igelstachelbart
Wildbiene Glockenblumenschmalbiene
Schmetterling Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Lurch Alpensalamander
Insekt Warzenbeißer
Die komplette Liste der „Jahreswesen“ 2026 finden Sie unter: www.nabu.de/naturdesjahres

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„Gemeinsam für zukunftsfähige Lösungen“

 



Über Kooperation und Austausch als Schlüssel für eine sichere Trinkwasserversorgung

„Gemeinsam für zukunftsfähige Lösungen“

Unsere neue Interviewreihe „Gesichter der Wasserwirtschaft“ stellt Menschen vor, die sich besonders für die Branche engagieren. Den Auftakt macht Jörg Schulze. Der gebürtige Hallenser leitet das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft und versteht sich als Koordinator komplexer Prozesse, die in der Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalts ineinandergreifen.

Unter der Leitung von Jörg Schulze bietet das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft eine Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen, um gemeinsam Strategien für eine nachhaltige Wasserversorgung zu entwickeln.


Foto: Markus Scholz

Herr Schulze, Sie haben eine beeindruckende Berufslaufbahn. Wie sind Sie zur Wasserwirtschaft gekommen?

Ursprünglich komme ich aus der Kreislaufwirtschaft. Beim Bau und Betrieb ­einer abfallbasierten Biogasanlage mit einer Verarbeitungskapazität von 120.000 Tonnen jährlich habe ich viel mit Hydraulik, Pumpen und biologischen Prozessen gearbeitet. Sowohl in der Wasser- und Abwasserwirtschaft als auch in der Kreislaufwirtschaft geht es darum, Abläufe zu steuern. Gemeinsamkeiten, die mich umfassend auf die Wasserwirtschaft vorbereitet haben. Der Arbeitsbereich ist vielseitig: Verfahrenstechnik,  Energieoptimierung und rechtliche Vorgaben sind nur ein Teil der Aufgaben. Wir entwickeln Prozesse kontinuierlich weiter, um effizienter zu ­arbeiten und unser wichtigstes Lebensmittel zu schützen. Das ist für mich ein großer Ansporn.

Welche aktuellen Entwicklungen setzen die Wasser­wirtschaft besonders unter Druck?

Der Strukturwandelprozess in unserem Land einerseits und Klimaveränderungen sowie neue gesetzliche Bestimmungen zur Sicherung des Umweltschutzes andererseits stellen die Wasserwirtschaft aus meiner Sicht vor fünf große Herausforderungen. Erstens müssen Schadstoffeinträge im Abwasser reduziert werden. Sie entstehen insbesondere durch ­höhere ­Medikamentenabgabe infolge der älter werdenden Bevölkerung, durch intensivere Bodenbewirtschaftung mit entsprechender Düngung sowie durch weitere Spurenstoffe und müssen mithilfe innovativer Verfahren und Technologien wirkungsvoll verringert werden. Nur so können wir die hohe Trinkwasserqualität sicherstellen. Zweitens: Wasserwirtschaftsprozesse sind energieintensiv. Die Energieeffizienz  wasserwirtschaftlicher  Anlagen muss unter Wahrung eines umweltökonomischen Ansatzes weiter optimiert werden, um zu erreichen, dass Energie- und Kosteneinsparungen miteinander verbunden werden. Drittens: Durch ein zielgerichtetes Niederschlagswassermanagement und eine wassersensible Stadt­entwicklung ist zu erreichen, dass eine ­signifikante Reduzierung der Einleitung des Niederschlagswassers in das Kanalnetz gesichert wird. Zwischengespeichertes Niederschlagswasser soll für die Stadtbegrünung und die Klimaverbesserung genutzt werden. Viertens sind wirkungsvolle technische und ­finanzielle Konzepte für den Erhalt und die Entwicklung unseres sehr wertintensiven Anlagevermögens zu erarbeiten. Und zuletzt stehen wir auch bei der Trinkwasserversorgung vor einem grundlegenden Umbruch, um die Bereitstellung vom Wasser den künftigen industriellen und gewerblichen Anforderungen sowie den in den letzten Jahren drastisch zugenommenen Spitzenlasten anzupassen.

„Die Wasserwirtschaft verändert sich ständig. Wenn wir innovative Lösungen entwickeln wollen, müssen wir uns über unsere Branche hinaus austauschen.”

Jörg Schulze

Hierzu müssen wir zurückblicken…

Nach 1990 führte der Wegzug vieler Menschen aus der ehemaligen DDR – verstärkt durch den Rückgang der Industrie – zu sinkendem Trinkwasserverbrauch, sodass Leitungen verkleinert werden mussten. Im Zeitraum 2012 bis 2022 haben wir einen Anstieg des Trinkwasserverbrauchs, insbesondere aus Industrie- und Gewerbeentwicklungen, um 9 Mio. Kubikmeter bei Reduzierung der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt um 50.000 Einwohner zu verzeichnen. Der Transformations- und Strukturwandel mit neuen, über viele Landkreise verteilten Gewerbegebieten und zusätzlichem Bedarf an neuen Standorten ist dabei noch nicht berücksichtigt. Da die Wasserwirtschaft langfristig plant, braucht es hierfür eine strategische Versorgungskonzeption und einen vernetzten Ansatz aller Beteiligten, die an dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe mitwirken. Aus diesem Grund wurde 2023 das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft gegründet.

„Wir brauchen neue Konzepte, um den Trinkwasserbedarf heute und morgen zu sichern.“

Jörg Schulze

Welche Bedeutung hat das im Dezember 2025 vorgestellte Wasserversorgungskonzept?

Das Konzept für Sachsen-Anhalt wurde mit Unterstützung der zuständigen Landes­institutionen erarbeitet. Sämtliche Daten, die zur Beurteilung der Wasserversorgung dienen, wurden einbezogen. Um das Konzept praxisnah zu gestalten, wurden die vom Kompetenzzentrum erstellten Daten mit den 18 größten Wasserversorgungsunternehmen von Sachsen-Anhalt, die 93 % der Gesamtwasserversorgung repräsentieren, abgestimmt. Auf der Grundlage von Daten des Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) und in Abstimmung mit den Wasserversorgungsunternehmen wurden nicht nur die Kapazitäten, sondern auch die Dargebote ermittelt. Statistisch wurden die Bedarfe, insbesondere aus industrieller und gewerblicher Entwicklung, für die nächsten 10 bis 20 Jahre bestimmt. Aus der Gegenüberstellung von Dargebot, Kapazität und Bedarf wurden 17 Maßnahmen der Entwicklung wasserwirtschaftlicher Infrastruktur vorgeschlagen. Um den Wasserbedarf von Sachsen-Anhalt, der in den kommenden Jahren erheblich steigen wird, sicherzustellen, stellt das Land ca. 116 Mio. Euro Förderung bereit. Spitzen- und Grundlastkapazitäten sowie Speicher müssen erweitert oder neu gebaut werden.

Wie werden Wasser- und Abwasserverbände im ländlichen Raum in das Konzept mit eingebunden?

Damit kommen wir zum zweiten Schritt des Konzepts, an dem wir gerade arbeiten: die Verteilungsnetze. Natürlich gibt es auch eigenständige, regional arbeitende Wasserversorger, aber etwa 75 Prozent der Versorgung in Sachsen-Anhalt laufen über Fernwassernetze. Die Verbände übernehmen die lokale Verteilung. Aktuell prüfen wir gemeinsam mit ihnen, wie die Netze zukünftig dimensioniert werden müssen. Ich lade alle kommunalen Versorger ein, sich gerne an uns zu wenden und in unserem Netzwerk mitzuwirken – ein Netzwerk lebt vom Austausch. Gerade kleinere Zweckverbände können bei schwierigen Fragestellungen von unserer Zusammenarbeit mit Hochschulen, Universitäten und Ingenieurbüros profitieren. Je mehr Input wir erhalten, desto praxisnäher und wirksamer können unsere Konzepte sein. Denn unser Ziel ist klar: Wir dienen der Wasserwirtschaft, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Steckbrief Jörg Schulze

Foto: Markus Scholz

Jörg Schulze, 1957 in Halle geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er studierte Betriebswirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Über 10 Jahre war er Geschäftsführer der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH, bevor er 2022 in den Ruhestand ging. Im selben Jahr wurde er Botschafter der Umweltallianz Sachsen-Anhalt. Seit 2023 arbeitet er bei der Stadtwerke Halle GmbH, leitet das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft und engagiert sich in mehreren Umwelt- und Kreislaufwirtschaftsgremien.

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Investitionen für eine sichere Trinkwasserversorgung

 



Welche Bauprojekte für den WAZV „Elbe-Elster-Jessen“ und den WAZV „Bode-Wipper“ für 2026 anstehen

Investitionen für eine sichere Trinkwasserversorgung

Während das Jahr vielerorts noch langsam Fahrt aufnimmt, arbeiten unsere Herausgeber, die Wasser- und Abwasserzweckverbände „Bode-Wipper“ und „Elbe-Elster-Jessen“, bereits intensiv an neuen Vorhaben. In der ersten Ausgabe der WASSERZEITUNG stellen sie ihre Großprojekte im Bereich Trinkwasser für 2026 vor.

Bald rollt der Bagger an: Im Mai soll die komplexeste Baumaßnahme in Jessen starten.

Foto: SPREE-PR/ Gückel

Gleich vier Großprojekte plant der WAZV „Elbe-Elster-Jessen“ für das Jahr 2026. Das umfangreichste davon ist der Neubau einer zentralen Trinkwasserleitung zum Hochbehälter in Jessen. „Das ist die mit Abstand komplexeste Baumaßnahme, die wir in diesem Jahr umsetzen werden“, sagt WAZV-Geschäftsführer Thomas Giffey. Die neue Hauptleitung wird in insgesamt sieben Bauabschnitten verlegt. Der erste Abschnitt ist für den Zeitraum von Mai bis Ende November 2026 vorgesehen. „Das ist ein echter Kraftakt, der eine sehr sorgfältige Planung erfordert“, betont Thomas Giffey. „Unser Ziel ist es, die weiteren Bauabschnitte möglichst zügig umzusetzen, damit sich die Bauzeiten nicht unnötig in die Länge ziehen.“ Nach der Verlegung und Inbetriebnahme der neuen Trinkwasserleitung wird die bestehende Altleitung außer Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Auch in der Weinbergsiedlung stehen Arbeiten an: Dort werden die Trinkwasserleitungen erneuert. „Für die Bauarbeiten ist vor allem der enge Bauraum auf dem Mittelweg eine Herausforderung“, erklärt der Verbandsgeschäftsführer. Zusätzlich werden im Ortsteil Leipa rund 525 Meter Trinkwasserleitung sowie 28 Hausanschlüsse neu verlegt.

Mit der Verlegung einer neuen Verbindungsleitung zwischen Axien und Prettin wird die Versorgungssicherheit erhöht.
Foto: SPREE-PR/ Gückel

Versorgungssicherheit stärken

Darüber hinaus ist der Neubau einer Verbindungsleitung zwischen Axien und Prettin geplant, insgesamt  3.900 Meter. Einschränkungen für Anwohner sind hier nicht zu erwarten. „Mit dieser Maßnahme erhöhen wir gezielt die Versorgungssicherheit“, erklärt Giffey. Denn im Falle eines Leitungsschadens können wir so schneller reagieren und die Trinkwasserversorgung stabil halten.“ Alle geplanten Baumaßnahmen dienen der langfristigen Instandhaltung und Modernisierung der Infrastruktur. „Unser Ziel ist es, eine zuverlässige und sichere Wasserversorgung auch für die kommenden Jahre zu gewährleisten“, fasst WAZV-Geschäftsführer Thomas Giffey zusammen.

Für den WAZV „Bode-Wipper“ ist es ein Mammutprojekt, das bereits im vorherigen Jahr gestartet ist: die Baumaßnahme an der Ortsdurchfahrt L 72 in Neundorf. Die WASSERZEITUNG berichtete darüber in der Februar-Ausgabe 2025. Nach elf Monaten zieht WAZV-Geschäftsführer Andreas Beyer eine Zwischenbilanz.

Die Gemeinschaftsmaßnahme zwischen dem WAZV, der Stadt Staßfurt und der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB) umfasst unter anderem die Verlegung von 2.570 Meter Trinkwasserleitungen und die Installation von rund 90 Hausanschlüssen. „Es handelt sich um eines der größten zusammenhängenden Bauprojekte der vergangenen Jahre für unseren Verband“, sagt Andreas Beyer. Eine große Herausforderung ist der eng getaktete Zeitplan.
Eine unerwartete Schwierigkeit trat im Bauabschnitt zwischen Ortseingang Neundorf und der Rathmannsdorfer Straße auf. Dort wurden beim Neubau der Straßenentwässerung mehr Straßeneinläufe realisiert als ursprünglich vorhanden waren. Dadurch würde mehr Regenwasser in den Mischwasserkanal gelangen, der für diese Wassermengen nicht ausreichend dimensioniert wäre. In der Folge mussten vier Haltungen des Kanals ausgetauscht werden. Die Kosten übernimmt der LSBB. Dadurch entstand ein Zeitverzug von rund vier Wochen. Um die Erreichbarkeit für Anwohner und Gewerbetreibende zu verbessern, wurde der aktuelle Bauabschnitt nochmals unterteilt. „Wir befinden uns hier etwa bei der Hälfte des Abschnitts“, so Beyer.

Bauprojekt erfordert Flexibilität

Trotz dieser Herausforderung fällt das Gesamtfazit positiv aus. „Gemeinschaftsmaßnahmen erfordern immer Kompromisse, aber insgesamt verlief und verläuft die Zusammenarbeit mit der LSBB wie auch mit dem Ingenieurbüro und der Baufirma sehr gut“, betont Andreas Beyer. Finanziell ist das Bauprojekt bisher wesentlich günstiger als die Kalkulation ergeben hat. „Das wirkt sich für uns leider nicht nur positiv aus“, sagt Beyer und erklärt: „Aufgrund des günstigeren Ausschreibungsergebnisses dürfen wir rund 400.000 Euro an Fördermitteln nicht abrufen. Umso unverständlicher ist es für uns, dass eine andere, bereits zugesagte Maßnahme vom Land mit dem Hinweis auf fehlende Mittel nicht gefördert wird.“

Trotz unerwarteter Schwierigkeiten konnte der WAZV den ersten Bauabschnitt in Neundorf erfolgreich abschließen.
Foto: WAZV „Bode-Wipper”

Aufgrund der Baumaßnahmen ist die Ortsdurchfahrt Neundorf weiterhin gesperrt.
Foto: SPREE-PR/Wolf

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KI? Nur im Dienst des Wassers!

 



Brandenburg

KI? Nur im Dienst des Wassers!

Dass jederzeit bestes Trinkwasser aus dem Wasserhahn gezapft werden kann, gehört zu den großen Errungenschaften der Daseinsvorsorge. Doch dieses hohe Gut wird herausgefordert – durch Klimakrise, Fachkräftemangel, demografischen Wandel und steigende Qualitätsanforderungen. Um Kosten und Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen, gewinnt Künstliche Intelligenz (KI) auch in der Wasserwirtschaft rasant an Bedeutung.


Fotomontage: canva/SPREE-PR

„Ich würde fast behaupten, wir kommen zur Bewältigung unserer Herausforderungen nicht um die Nutzung von KI herum“, so Prof. Dr. Katharina Teuber, Professorin für Siedlungswasserwirtschaft an der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth im aktuellen Podcast „WASSER ZEITUNG“ (u. a. bei spotify, deezer). Zunehmende Urbanisierung, alternde Infrastruktur, Sanierungsdruck – damit müsse man umgehen. „Digitalisierung kann da wirklich ein Hebel zur Lösung sein!“ Das hätten Forschungsprojekte eindeutig festgestellt.

Eine Frage mangelnder Zeit

Eine schnelle Umfrage unter den Herausgebern dieser WASSERZEITUNG bestätigt großes Interesse an KI – und konkreten Einsatzgebieten! Diese reichen von Prognosen des Trinkwasserbedarfes aufgrund von Wetterdaten über schnelleres Reagieren auf mögliche Verunreinigungen bis hin zu einer genaueren Zustandserfassung von Aggregaten. „Vor zehn Jahren habe ich bei den Berliner Wasserbetrieben selbst noch erlebt, wie die Befahrung von Kanälen händisch ausgewertet werden musste. Wer hat dafür heute noch Zeit?!“ Ein KI-Modell könnte mit einem umfangreichen Datensatz trainiert werden und definierte Zustände (Risse oder Brüche) erkennen – und Entscheidungen für Sanierungen treffen.

Vorsicht: „Prompt Hacking!“

Spätestens seit der Einführung von ChatGPT ist Künstliche Intelligenz in aller Munde. Sie durchdringt mittlerweile alle Bereiche unseres Lebens, manche sprechen sogar von einer „rasanten Revolution“. Diese hat das Potenzial, sich in den zentralen wirtschaftlichen Antrieb des 21. Jahrhunderts zu verwandeln. „Dafür brauchen wir natürlich die entsprechenden Fachkräfte“, verweist Katharina Teuber auf eine unabdingbare Voraussetzung für effiziente KI-Anwendungen. Mit der EU-Verordnung über Künstliche Intelligenz (KI-VO) sind Unternehmen seit dem 2. Februar 2025 verpflichtet, ihre Mitarbeitenden auf den sicheren und effizienten Einsatz von KI vorzubereiten. Denn es gibt Risiken – Stichwort „Prompt Hacking“! „In einer E-Mail könnte ‚weißer Text‘ Kommandos an das KI-Tool zur Freigabe bestimmter Informationen enthalten.“ Gefahr im Verzug!

Das Kerngeschäft im Blick

Und noch etwas sorgt für einen bitteren Beigeschmack beim Thema Künstliche Intelligenz: die unvermeidlichen, gigantischen Rechenzentren mit ihrem Wasserbedarf. Die Böll-Stiftung berichtete kürzlich von einer Untersuchung aus Chile, wonach ein Rechenzentrum allein für die Kühlungsprozesse mitunter bis zu 169 Liter Trinkwasser benötigt – pro Sekunde. „Ja, ich muss mir darüber bewusst sein, dass die Tools einen ökologischen Fußabdruck haben“, führt Professor Teuber zu der Frage, ob und wann der KI-Einsatz gerechtfertigt ist. „Es gibt ein Forschungsprojekt ‚Blue2035‘ – im Kern eine Strategieversion für die digitalisierte Wasserwirtschaft. Hier finden wir die schöne Aussage: KI nicht um der KI willen.“ Soll heißen, die Anwendung muss einen Mehrwert sicherstellen, um sie mit einem guten Gewissen einzusetzen. Am Ende hat jede Investition dem „Kerngeschäft“ zu dienen: der zuverlässigen Trinkwasserver- und umweltgerechten Abwasserentsorgung.


Foto: SPREE-PR/Petsch

KI bei uns? Viele Chancen, aber auch Risiken!

Um unseren Aufgaben der Trinkwasserver- und Schmutzwasserentsorgung gerecht zu werden, betreibt der WAV „Dosse“ aus Neustadt (Dosse) eine komplexe Infrastruktur: 16 Wasserwerke, 7 Kläranlagen und 425 Abwasserpumpstationen. Dieses technische Gesamtsystem muss zuverlässig, wirtschaftlich und nachhaltig betrieben werden. Gerade bei einigen der größten Ärgernisse schafft uns KI neue Möglichkeiten – bei der Früherkennung von Leckagen und Rohrbrüchen. Durch die Analyse von Durchfluss-, Druck- oder Geräuschdaten aus dem Leitungsnetz können Auffälligkeiten erkannt werden, noch bevor es zu einem Schaden kommt. Zu begrüßenden geringeren Wasserverlusten gesellten sich weniger Straßenschäden und ein gezielterer Einsatz von Personal und Arbeitszeit als klares Plus. Dazu muss jedoch ein kritischer Blick auf IT- und Cybersicherheit gelegt werden. Wir brauchen ebenso die Akzeptanz für diese Technologie beim Personal. Und ein weiterer, oft übersehener Aspekt, ist der Ressourcenbedarf der KI selbst! Rechenzentren benötigen große Mengen an Energie und Wasser, insbesondere für die Kühlung. Mein Fazit: Künstliche Intelligenz bietet für Trink- und Abwasserverbände große Chancen, um Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu steigern. Entscheidend ist am Ende eine verantwortungsvolle Nutzung, damit die unbestrittenen Vorteile unserer zuverlässigen Daseinsvorsorge langfristig dienen.

Peter Tilger,
Technischer Leiter WAV „Dosse“ (Neustadt/D.)

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4 Verbände, 4 Projekte – das haben wir 2025 gemeistert

 



Wasserwirtschaft aktuell

4 Verbände, 4 Projekte – das haben wir 2025 gemeistert

In Zeiten, in denen vieles teurer wird, die Weltwirtschaft sich immer wieder neu sortieren muss, es bürokratische Hürden oder Lieferengpässe zu ­überwinden gilt, ist es nicht immer leicht, ­Vorhaben umzusetzen. Mit Stolz können die vier Herausgeber der Ostthüringischen WASSERZEITUNG auf ­gelungene ­Projekte in 2025 zurückblicken.

Foto: ZWA Saalfeld-Rudolstadt

Bau eines Regenüberlaufbeckens in Saalfeld, Am Weidig

ZWA Saalfeld-Rudolstadt

Optimaler Schutz bei Starkregen: Um überschüssiges Schmutz- und Regenwasser zurückzuhalten und damit die Kläranlage zu entlasten, wurde in Saalfeld vom „Meininger Hof“ bis zum „Weidig“ ein Hauptsammler verlegt, der künftig Abwässer aus dem oberen Stadtgebiet in ein neues Regenüberlaufbecken (RÜB) leitet. Ein Zwischenspeicher sozusagen. Das Schmutzwasser wird damit kontrolliert in die Kläranlage Saalfeld geleitet und gereinigt.

Das steht 2026 an: „Ein großes Projekt wird die Gemeinschaftsbaumaßnahme in der Lengefeldstraße in Rudolstadt sein. Über 2 Mio. € werden für Trinkwasserleitungen und für den Kanalbau investiert“, sagt Andreas Stausberg.

„Das RÜB schützt unsere Gewässer vor ungereinigtem Schmutz- und ­Abwasser. Der Bau des Beckens läuft seit Juli 2025, das ­Investitionsvolumen beträgt rund 3 Mio. €“ 

Andreas Stausberg, ­Geschäftsleiter ZWA

Erneuerung einer ­Druckerhöhungsanlage ­in Eigenleistung

Zweckverband Wasser/Abwasser „Obere Saale“

Aus alt mach besser: In Sparnberg, einem Ortsteil der Stadt Hirschberg, wird ein ungenutztes Pumpwerk zu einer Druck­erhöhungsstation umgebaut. Der Vorteil: Die Versorgungssituation für die angeschlossenen Anwohner wird verbessert und die Wasserdruckprobleme der oberen Lagen können behoben werden. Die komplette Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik wird erneuert und energieeffiziente Pumpentechnik eingebaut.

Das steht 2026 an: „Unsere alte Kammerfilterpresse hat uns 30 Jahre treue Dienste geleistet, im Jahr 2026 ist aber Zeit für eine Erneuerung“, so Ralf Engelmann.

Foto: ZWOS/Käckenmeister

„In Zeiten von ­Fachkräfte­mangel ­zeigt sich, dass es wichtig ist, die ­Fachkräfte im eigenen Haus zu haben.“

Ralf Engelmann, Werkleiter ZWOS

Foto: ZVME

Reinigung des ­Nitrifikationsbeckens auf der Kläranlage Gera

Zweckverband Wasser/Abwasser „Mittleres Elstertal“

Putzkolonne für mehr Sauerstoff: Da sich die Reinigungsleistung verschlechtert hatte, musste es aufwendig gereinigt werden. Dazu wurde das Becken geleert, der Schlamm sowie alle Sandrückstände entfernt. Danach wurden die Belüfter ausgebaut, gereinigt und wieder eingebaut. Einfach hatten es die ZVME‘ler nicht: In Vollschutz ging es in das fünf Meter tiefe Becken mit rutschigem Boden.

Das steht 2026 an: „Die Reinigung der Nitrifikationsbecken wird 2026 fortgesetzt. Perspektivisch sollen alle vier Becken, die zur Kläranlage Gera gehören, eine Frischzellenkur erfahren“, so Gerd Hauschild.

„Die Nitrifikations­becken ­spielen bei der biologischen Abwasserreini­gung eine ­entscheidende Rolle. Hier wandeln Mikroorganismen das im ­Abwasser ­enthaltene Ammonium in Nitrat um. Nach der gründlichen Reinigung der Becken ist nun der Sauerstoffeintrag und ­damit die Reinigungsleistung wieder optimal.“

Gerd Hauschild, Geschäftsleiter ZVME

Fotos (2): ZWA/Felix Hertling

„In Kläranlagen steckt ­komplexe Technik im ­Millionenwert. Diese muss erhalten werden.“

Steffen Rothe, ­Werkleiter ZWA

Reinigungsaktion auf der Kläranlage Hermsdorf

ZWA „Thüringer Holzland”

Bloß kein Stillstand: Bei der Reini­gung des Faulturms im Herbst 2025 wurde die Schlammdecke mit einer Hochdruckdüse mit über 1.000 bar zersetzt und durch ein leistungsstarkes Saugfahrzeug entfernt. Das Material wurde in Absetzcontainern entwässert und anschließend entsorgt. Die Maßnahme trägt zur optimalen Funktion und Langlebigkeit der Anlage bei. Auf den beiden Fotos sind die Öffnung des Faulturms per Kran und die Schlamm­oberfläche nach der Reinigung zu sehen.

Das steht 2026 an: „Im kommenden Jahr stehen 28 Einzelmaßnahmen im Wert von etwa 14 Mio. Euro an. Eine wichtige geförderte Maßnahme ist der Beginn der Entwässerung Bibra im Reinstädter Grund als Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Saale-Holzland-Kreis, sagt Steffen Rothe.

Wasser bewegt – Projekte 2025

2025 war für uns ein bewegtes Jahr.

Überall in Ostthüringen wurde gebaut, saniert und modernisiert – und das mit einem klaren Ziel: eine sichere Wasserversorgung und eine zuverlässige Abwasserentsorgung für alle. Dabei geht es nicht nur um große Neubauten, sondern auch um die Modernisierung von Anlagen, die seit Jahrzehnten treue Dienste leisten und nun ein Update verdienen. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen einige spannende Projekte vor. Aber es gibt natürlich noch mehr. Vom Ausbau leistungsstarker Pumpwerke über die Sanierung alter Leitungsnetze bis hin zur Erneuerung von Kläranlagen, die künftig noch energieeffizienter arbeiten. Hinter jedem Projekt steckt das Engagement unserer Mitarbeiter, die gemeinsam daran arbeiten, dass Wasser auch in Zukunft in bester Qualität fließt. Mit diesen Investitionen schaffen wir eine Infrastruktur, die den Anforderungen von heute gerecht wird und den Weg für zukünftige Entwicklungen ebnet. Auch 2026 werden wir unsere Projekte und Modernisierungen entschlossen umsetzen, um die Versorgung weiter zu optimieren.
  • Gerd Hauschild

    Geschäftsleiter des ZV Mittleres Elstertal

  • Steffen Rothe

    Werkleiter des ZWA „Thüringer Holzland“

  • Andreas Stausberg

    Geschäftsleiter des ZWA Saalfeld-Rudolstadt

  • Ralf Engelmann

    Geschäfts­leiter des ZWA, „Obere Saale“

Fotos (4): SPREE-PR/Archiv

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Unterwegs im Winter-Wunder-Land

 



Unterwegs im Winter-Wunder-Land

Eine Winterreise durch unsere schöne Heimat

Auch in der kalten Jahreszeit hat Ostthüringen viel zu bieten. Entdecken Sie Neues in unserer Region mit den ganz persönlichen Ausflugstipps unserer Mitarbeiter!

  • Foto: privat

  • Foto: Dirk Klötzing

„Hier ist alles regional“

Franziska Richter, 42, Sekretärin beim Zweckverband Wasser/Abwasser Obere Saale, empfiehlt die „Winterwanderung“ St. Maternus in Mönchgrün am 28.12.2025.
„Zwischen Weihnachten und Neujahr findet am 28.12.2025 rund um Mönchgrün die ‚Winterwanderung‘ St. Maternus statt. Man kann zwischen zwei verschiedenen Strecken (ca. 6 und 8 km) wählen. Der Weg führt von Mönchgrün über die Graupenmühle, die Glücksmühle nach Schleiz und weiter über den Lohmen (8km Strecke) und die Beyersmühle zurück. Unterwegs gibt es Stände mit vielen Leckereien und auch die Gaststätten und Mühlen versorgen die Wanderer mit verschiedenen Getränken und gutem Essen. In Mönchgrün haben die Einwohner des kleinen Örtchens die Höfe für die Besucher geöffnet und bieten neben selbstgemachtem Wein natürlich auch zahlreiche regionale Speisen an. So kommt man nach den Feiertagen wieder in Bewegung. Mir gefällt die Atmosphäre, es ist ein schöner Ausflug mit der Familie oder mit Freunden. Mein Tipp: Man sollte nicht zu spät starten, sonst sind die leckersten Spezialitäten ausverkauft. Außerdem sollte man möglichst seine eigene Tasse für den Glühwein oder Punsch mitbringen.“

Termin: 28.12.2025, von 10 Uhr bis 18 Uhr
Start- und Zielpunkt: Mönchgrün. ­
Jeder startet individuell, keine Anmeldung ­erforderlich. Parkplätze in Umgebung.

www.weinfest-moenchgruen.de

  • Foto: Andrea Rosenthal

  • Foto: PR/Althof

„Entspannung pur“

Ina Sorge, 44, Vermessungstechnikerin beim ZWA Saalfeld-Rudolstadt, rät zu einer „Alpakawanderung auf dem ­Althof in Unterwellenborn“.

„Auf dem Althof kann man Wanderungen mit Alpakas oder Lamas machen. Das ist eine schöne Strecke durch Wald und Flur, so etwa zwei bis drei Stunden, und dabei führt man das Tier an der Leine. Man ist an der frischen Luft und kann dem Alltag entfliehen. Jeder kann sich sein Alpaka aussuchen oder aber das Alpaka sucht sich seine Begleitung aus. Das Tier gibt das Tempo vor und der Mensch muss sich darauf einstellen. Die Tiere spiegeln unsere Stimmung wider: Wenn man selbst schlecht gelaunt ist, dann ist auch das ­Alpaka störrisch. Man geht mit dem Tier eine Art Symbiose ein. ­Alpakas sind ganz liebe Tiere, freundlich und neugierig, aber nicht aufdringlich. Sie strahlen eine unheimliche Ruhe aus. So eine Wanderung ist einfach ein ganz besonderes Erlebnis. Mein Tipp: Gute Laune mitbringen und nicht gestresst und abgehetzt ankommen, weil sich das auf die Tiere überträgt.“

Mehr Info: Der Althof bietet ganzjährig auf Anfrage nicht nur Wanderungen mit Alpakas und Lamas, sondern auch verschiedene Workshops für ­Erwachsene und kann auch für private Feiern, Schulveranstaltungen oder Teambuilding-Maßnahmen gebucht werden. ­Zudem werden die Tiere für therapeutische Zwecke eingesetzt.

Adresse: Lamas und Alpakas vom Althof
Angergasse 3, 07333 Unterwellenborn, OT Oberwellenborn

www.tierisch-erleben.de

  • Foto: Viola Damm

  • Foto: PR/Brehms Welt/Marco Rank

„Eine Reise wert“

Heike Mörschner, 58, kaufmännische Sachbearbeiterin im Bereich Abwasser beim ZWA Thüringer Holzland in Hermsdorf, mag das Naturkundemuseum „Brehms Welt“ in Renthendorf.

„Bei uns in Renthendorf haben wir ein sehr interessantes Museum über Alfred Brehm, den Autor von ‚Brehms Tierleben‘ und seinen Vater Christian Ludwig Brehm, der Pfarrer, Seelsorger und zugleich Forscher war. Da kann man sehr viel Spannendes über die damalige Zeit erfahren, wie die Familie dort gelebt und geforscht hat. Einige kennen das Museum vielleicht noch von früher. Inzwischen ist hier alles ganz neu restauriert worden. Man kann viele Bilder und Schriften sehen und seine großen Vogelsammlungen. Am schönsten ist der Affe, den Alfred Brehm damals als Haustier hielt. Es gibt außerdem ein kleines Café und eine große Bibliothek, die jetzt zur Forschungsbibliothek ausgebaut werden soll. Der ­Direktor, Prof. Dr. Jochen Süss und sein Team haben sich unheimlich engagiert. Für das Andenken an das Leben der Brehms erhielt er im Jahr 2022 das Bundesverdienstkreuz. Das Museum ist wirklich sehr schön geworden und ein Besuch lohnt sich. Mein Tipp: Direkt am Museum verläuft der Tälerpilgerweg. Da kann man den Museumsbesuch mit einer kleinen Wanderung verbinden.“

Brehms Welt: Sehenswerte Dauerausstellung über das ­Leben und Wirken der Brehms, dazu wechselnde Sonderausstellungen. Bis zum 22. Februar geht es um die Schönheit von Nachtfaltern.

Öffnungszeiten:  Dienstag bis Freitag 14 Uhr bis 17 Uhr, Samstag bis Sonntag 11 Uhr bis 17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 7 €, ermäßigt 3 €, ­Familien 12 €.
Adresse: Dorfstraße 22, 07646 Renthendorf

  • Foto: privat

  • Foto: Daniela Stürmer

„Nostalgisch und wunderschön“

Daniela Stürmer, 49, Sachbearbeiterin im Kundendienst/Gebührenabrechnung beim Zweckverband Mittleres Elstertal, freut sich auf den „Weihnachtsmarkt auf dem Rittergut Endschütz“.

„Jedes Jahr besuche ich mit meiner Freundin den Weihnachtsmarkt auf dem Rittergut Endschütz. Die Atmosphäre ist völlig anders als auf den üblichen Weihnachtsmärkten, das ist überhaupt nicht zu vergleichen. Es ist ein richtiges Rittergut mit alten Möbeln und alles ist weihnachtlich dekoriert. Das ist ein wunderschönes, nostalgisches Ambiente, ganz urig und rustikal. Es gibt Musik, ein Café und einige Stände mit Kunsthandwerk. Auch für die Kinder gibt es verschiedene Aktivitäten, da wird gebastelt, es werden Märchen ­vorgelesen und solche Sachen. Ich verbringe dort den ganzen Nachmittag, beobachte Leute, trinke Glühwein, unterhalte mich mit meiner Freundin. Man kommt so richtig in weihnachtliche Stimmung. Es ist einfach ein ganz besonderes Flair, das man woanders nicht findet. Mein Tipp: Der Ort ist sehr klein. Wenn man die ersten Autos stehen sieht, sollte man sich sofort einen Parkplatz suchen, dann sind die Parkplätze im Ort nämlich besetzt.“

Mehr Info: Das Rittergut führt im Laufe des Jahres verschiedene Veranstaltungen durch. Die romantische Location kann für Hochzeiten und Familienfeiern gemietet werden, zudem gibt es liebevoll mit Antiquitäten eingerichtete Ferienwohnungen und Gästezimmer.

Termin Weihnachtsmarkt:  13. – 14. Dezember 2025 (3. Advent), von 11 Uhr bis 18 Uhr
Adresse: Rittergut Endschütz, 07570 Endschütz

www.rittergut-endschuetz.de

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Zum Wohl! Heimatkunde für gesellige Stunden

 



Unser schönes Ostthüringen

Zum Wohl! Heimatkunde für gesellige Stunden

Kräuter, Hopfen, Quellwasser … es wird Zeit zum Genießen, wenn die Tage kürzer werden: unsere Empfehlungen für kleine Brauereien und Destillerien.

Kleine und feine Brauereien wie die „Ziegenmühle“ laden in Ost-Thüringen zum geselligen Genuss – oftmals gewürzt mit ­einer Prise Heimatkunde.

Foto: Ziegenmühle GmbH

Ostthüringen war schon im Mittelalter ein Land der Brauer. Es gab viele Stadt- und Klosterbrauereien. Familien betrieben das Brauen als Nebenerwerb. Auch das Brennen von Korn und anderen Spirituosen hat eine alte Tradition. Zum Glück blieb dieser Geist lebendig oder wurde neu erweckt.
  • Zum Wohl in Rudolstadt

    Foto: Braukeller zur Pörze

    Ein Bier, das für viele bis über die Grenzen von Rudolstadt ein bekannter Name war, ist das Pörz-Bier. Und Martin Philipp hat es wieder zum Leben erweckt. Auf den Ursprung 1711 ist Martin Philipp stolz: Damals erhielt der Brauerei-Gasthof „Zum wilden Mann“ das Brauereirecht. Ab 1869 braute die Pörz-Brauerei das Pörz-Bier. Sein privates Herzensprojekt Pörz-Bier wurde in seiner Kindheit geprägt: Oft begleitete er Großvater und Vater auf dem Brauereigelände. Später lernte er in Watzdorf und arbeitete bis 2011 als Brauer. Danach, bis 2016, ging er seiner Brauerleidenschaft mit einer 50-Liter-Hobbybrauanlage nach. Seither saniert er das Pörz-Gelände mit Unterstützung von Familie und Freunden. Die Produktion läuft traditionell: offene Gärung, lange kalte Lagerung und Brautechnik mit Herzblut. Und vor allem mit viel Engagement: Aktuell baut er noch weiter um, damit der neue Lager­keller nochmal erweitert wird. Und wie Martin Philipp sagt: „Keine Millich, Pörz-Bier will ich – Prost!“ ­

    Weitere Baufortschritte hier: www.pörzbier.de

  • Die Schleizer wissen es vermutlich

    Foto: Böttger Apotheke

    … aber an alle jenseits der Stadt: Wussten Sie, dass die Schleizer Böttger-Apotheke für einen Kräuter-Bitter steht? 1982 kreierte Oberpharmazierat Dr. Helmut Wittig diese Spirituose – und es gibt sie noch immer. Mittlerweile ist Dr. Jörg Wittig Federführer des Projekts. Mit ihm und der nächsten Generation an den Erlenmeyerkolben ist der Böttger-Bitter moderner geworden und erfindet immer neue Kreationen und Rezepte. Christian Göller, Leiter der Herstellungsabteilung, verrät: „Auf unserem Weihnachtsmarkt im Innenhof der Apotheke, der traditionell am ersten Advent stattfindet, kann man z. B. den ‚Heißen Apotheker‘ probieren. Das ist Bitter mit Apfelsaft und Zimt-Sahnehaube.“ Und sein Tipp für Geschenksuchende: Die Weihnachtsedition Böttger-Bitter mit Weihnachtsmann-Mütze und goldenen Lebensmittel-Glitzer, der die Flasche in eine funkelnde Schneekugel verwandelt.

    Mehr über die Schleizer Apotheker-Tradition: www.boettger-bitter.de

  • Holzland-Geschmack

    Foto: Ziegenmühle GmbH

    Traditionelle Thüringer Braukunst kommt aus der „Holzländer-Brauerei“, wo seit 2017 naturbelassene und unfiltrierte Biere gebraut werden. Mit dem Namen „Holzländer“ verbindet die Brauerei aus dem idyllischen Zeitzgrund bei Schleifreisen Regionalität und Bodenständigkeit. Die Biere können vor Ort genossen werden, im Gasthof mit Pension, die „Ziegenmühle“ genannt. Sie steht auf geschichtsträchtigem Boden, zurückverfolgbar bis ins Jahr 1570: Betrieben als Mahlmühle, auch als Wasserkraft-Sägewerk, abgebrannt und aufgebaut und 1903 in einen Gasthof umgebaut. Die Ziegenmühle wurde 2014 saniert und renoviert. Und der Bierliebe des Inhabers Jens Adomat ist es zu verdanken, dass sich dort auch eine kleine Privatbrauerei etabliert hat. Einblicke in die Geschichte und die Biersorten gibt es bei den Brauerei-Führungen.

    Anmeldungen über www.holzlaender-brauerei.de

  • Wasser marsch in Bad Blankenburg

    Foto: Watzdorfer Traditions- und Spezialitätenbrauerei GmbH

    Auf eine lange Geschichte blickt auch die Watzdorfer Traditions- & Spezialitätenbrauerei
    bei Bad Blankenburg zurück – seit über 250 ­Jahren wird hier gebraut. Geschäftsführer Tobias Rögner verrät:
    „97 Prozent der Rohstoffe stammen aus Thüringen, das ­Wasser kommt aus der eigenen Quelle.“ Unverwechselbar sei nicht nur der Geschmack der Biere, sondern auch ihre Verpackung – die 0,33-Liter-Steini-Flasche und die Aufreiß­lasche. Regelmäßig werden Führungen durch die Brauerei angeboten: Dabei darf man ins „Herzstück“ schauen, das historische Sudhaus, und gleichzeitig auf die moderne Brauanlage. Außerdem sind Bier-Tastings buchbar.

    Möglich unter www.watzdorfer.de

  • Gezapft in Gera

    Foto: Schaubrauerei Pagenkopf

    In Gera im Steinweg wurde nachweislich bereits im 15. Jahrhundert Bier gebraut. An diese Tradition knüpfte der gelernte Brauer und Mälzer Kevin Pagenkopf an, als er 2019 den „Zapfhahn“ gründete – die Schaubrauerei, in der das „Gersch-Bier“ gebraut wird. Er erinnert sich an seine ersten Fest-Ausschanke 2019 und sagt: „Das Gersche Bier kam so gut an, dass der Zapfhahn glühte und ich bereits am Samstagabend leer getrunken war. In diesem Moment war mir klar, den Leuten schmeckt’s.“ Tradition lebt im „Zapfhahn“ weiter: Die Gäste können den Brauvorgang beobachten und auf die Braupfanne schauen.

    Anmeldungen über www.gersch-bier.de

Weitere Tipps für genüssliche Getränke:

Brennerei Wartburgblick  – Die Erlebnisbrennerei für Whisky, Gin, Brände und Liköre in Krauthausen/Pferdsdorf. 

Schlossbrauerei Schwarzbacher  – gilt als die ­älteste Brauerei im Thüringer Wald. ­Führungen möglich in Schwarzbach. 

Stadtrodaer Klosterbräu – gibt’s zu trinken und zu feiern. Wein-, Bier- und ­Spirituosenhandel mit Events und Gastronomie in Stadtroda. Aktuelle Infos auf ­Facebook. 

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Feuer, Stress und Borkenkäfer

 



Klima & Wald

Feuer, Stress und Borkenkäfer

Wie unser Wald mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen hat

Erst im Herbst dieses Jahres verkündete Bundesumweltminister Carsten Schneider, die Wälder und Moore mithilfe gezielter Maßnahmen stärken zu wollen. Denn diese sind wichtige Speicher für Treibhausgase und zentral für den natürlichen Klimaschutz. Doch zunehmende Dürre führt zu vermehrten Waldbränden mit verheerendem Ausmaß. So auch in Gösselsdorf im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

2. Juli 2025: Auf der Saalfelder Höhe bei Gösselsdorf bricht ein Waldbrand aus. Was mit einer Fläche von zehn Quadratmeter beginnt, breitet sich in kürzester Zeit aus. Auffrischende, wechselnde Winde erschweren die Löscharbeiten, weil Brandherde immer wieder neu aufflammen.

Um Wälder widerstandsfähiger zu machen, werden sie wiederbewaldet und mit klimastabilen Baumarten wie Laubbäumen zu Mischwäldern umgebaut.
Fotos (2): SPREE-PR/Petsch

Katastrophenfall ausgerufen

Am Abend desselben Tages wird für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt der Katastrophenfall ausgerufen. Mehr als 500 Feuerwehrleute, zahlreiche Einsatzfahrzeuge und drei Löschhubschrauber rücken an. Darüber hinaus auch das Technische Hilfswerk (THW), der Katastrophenschutz, ThüringenForst und die Polizei. Feuerwehren aus ganz Thüringen sowie Verstärkung aus Bayern leisten Hilfe. Auch Landwirte und Logistikunternehmen bringen Wasser mit Tankwagen heran. Der ZWA Saalfeld-Rudolstadt steht mit seinen Mitarbeitern der Freiwilligen Feuerwehr zur Seite und stellt 720 m³ Trinkwasser bereit, damit die Einsatzkräfte ausreichend versorgt sind. Trotz zwischenzeitlichen Regens bleibt die Lage angespannt.

Klimabedingte Dürrephasen ­stärken Schädlingsbefall und führen zu vermehrtem Waldsterben.

Lage wieder im Griff

Nach zwölf Tagen kann das Feuer endgültig unter Kontrolle gebracht werden, die Einsatzkräfte ziehen ab. Anschließend beginnen die Aufräumarbeiten und eine genaue Bestandsaufnahme des Schadens. Das Ergebnis: 82 Hektar verbrannter Wald. Obwohl die anfänglich geschätzte Brandfläche kleiner ausfällt, zählt dieser Waldbrand zu den größten in Thüringen seit 30 Jahren.

Der Wald unter Stress

Neben den vermehrten Waldbränden setzen anhaltende Dürrephasen die Bäume zusätzlich unter sogenannten Trockenstress: Er schwächt die Bäume, macht sie anfälliger für Schädlinge und verringert ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern. Das hat auch Folgen für die Wasser- und Abwasserverbände. Denn der Wald ist ein wichtiger Speicher, der Regenwasser zurückhält und Grundwasser speist.

Baumpflanzungen stärken Grundwasserspeicher

Was es heißt, wenn der Grundwasserpegel sinkt und die Versorgungssicherheit eingeschränkt ist, hat der ZWA Saalfeld-Rudolstadt im Sommer 2022 erlebt. „Der Wasserstand war so niedrig, dass wir Trinkwasserwagen einsetzen mussten, um die Versorgung zu sichern“, berichtet Geschäftsführer Andreas Stausberg. Mit Pflanzaktionen wollen die Verbände den natürlichen Grundwasserspeicher stärken. „Baumpflanzungen sind essenziell für den Erhalt des Waldbodens, denn Wasser und Wald sind untrennbar verbunden. Deshalb sind Wasser- und Forstwirtschaft Verbündete für einen gesunden, vielfältigen Wald“, sagt Steffen Rothe, Werkleiter des ZWA „Thüringer Holzland“. Der Verband führte im Oktober 2025 bereits zum 2.   Mal eine Baum­pflanzaktion mit Schulen im Verbandsgebiet durch. Der ZVME Gera plant gemeinsame Projekte mit Kooperationsschulen: „Die Kinder lernen, wie wichtig Bäume und Wälder für unseren Klimaschutz sind“, ergänzt Geschäftsleiter Gerd Hausschild.

  • „Unser Wald ist ein komplexes Ökosystem“

    Foto: privat

  • Welches Ausmaß hat der Waldbrand in Gösselsdorf?

    Die 82 Hektar sind ein vorläufiger Schätzwert. Erst 2026 wird sich zeigen, welche Bäume in mittelbarer Nähe der Brandfläche Schaden genommen haben. Tendenziell wird die Schadfläche größer sein.

    Wie werden die Flächen wieder stabilisiert?

    Die betroffenen privaten und kommunalen Waldbesitzenden müssen die Flächen gemäß Thüringer Waldgesetz innerhalb von sechs Jahren wieder aufforsten. Das Forstamt Saalfeld-Rudolstadt unterstützt sie dabei fachlich.

    Vor welchen Herausforderungen steht der Wald durch den Klimawandel?

    Landesweit haben die Wälder zu kämpfen. Besonders in den Jahren 2018 bis 2020 sowie 2022 haben Dürrephasen zu einer massiven Schwächung bis hin zum Absterben von Wäldern geführt. Wärmeliebende Schädlinge wie der Borkenkäfer profitierten davon und befielen die ohnehin geschwächten Fichten massiv.

    Wie schätzen Sie die Zukunft des Waldes ein?

    Zukunftsfähige Wälder brauchen Bewirtschaftung. Mittelfristig sollen artenreiche, strukturierte Mischwälder entstehen, was ohne Zutun des Menschen nicht gelingt. Die Wiederbewaldung mit klimastabilen Arten macht die Wälder resilienter. So bleibt Thüringen auch künftig das „Grüne Herz Deutschlands“, wenn auch mit veränderten Waldbildern.

Baum und Moos – die Superhelden der Natur

  • Ein ausgewachsener Laubbaum speichert 100 – 400 Liter Wasser in Stamm, Ästen und Blättern.

  • Baumkronen bremsen Regen und ­reduzieren Sturzfluten.

  • Wurzeln verankern Boden: Das schützt vor Erosion und Abrutschen.

  • Moos kann das ­20- bzw. 30-fache seines ­Trockengewichts an ­Wasser ­speichern.

  • Sie wirken wie kleine Schwämme, die ­Regenwasser ­speichern und durch Verdunstung die Umgebung ­abkühlen.

Fotos (2): freepik
Grafik: ChatGPT

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Arbeitskreis „Sorgsamer Umgang mit Trinkwasser“

 



Arbeitskreis „Sorgsamer Umgang mit Trinkwasser“

Anfang November trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises „Sorgsamer Umgang mit Trinkwasser in der Region Bremen“ in der Geschäftsstelle des Trinkwasserverbandes Verden (TV) zur Abschlussveranstaltung. „Die Arbeit dieses Gremiums wird nun in anderen Projekten weitergeführt“, betonte Verbandsvorsteher Harald Hesse.

Viele Akteure durchleuchteten, wo und wie sorgsam mit der kostbaren Ressource Trinkwasser umgegangen werden kann.
Foto: TV

Neben dem TV hatten sich der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, die Wasserversorgung Syker Vorgeest GmbH, die swb AG, die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, der BUND Bremen und Siegfried Gendries, Kommunikationsberatung Wasser, im Jahr 2022 zu dem Arbeitskreis zusammengeschlossen. Das Ziel, die Öffentlichkeit für den sorgsamen Umgang mit Trinkwasser zu sensibilisieren, wurde durch verschiedene Projekte erreicht. So wurde zum Beispiel eine Umfrage zum Thema „Sorgsamer Umgang mit Wasser“ bei den Kunden des TV Verden und der swb AG durchgeführt, die Installation von digitalen Wasserzählern umgesetzt, die Giesscheck-App der Harzwasserwerke in den Blickpunkt genommen und die Wasserwerkstatt der kleVer, für die das „¾-Plus Energiesparmodell“ des BUND Bremen als Vorreiter fungierte, für Grundschüler der zweiten und dritten Klassen im Verbandsgebiet des TV Verden gestartet.

Immer wieder nahmen Gastredner und Diskussionspartner an den Arbeitskreistreffen teil, zum Beispiel von der Installateur-, Heizungsbau- und Klempner-Innung Verden. Mit ihnen wurden dann verschiedene Maßnahmen erörtert, die teilweise auch umgesetzt wurden. So hat der TV zum Beispiel die Wesersporthalle in Dörverden mit wassersparenden Einsätzen ausgerüstet.

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Lebensader zwischen Hannoversch Münden und Nordsee

 



Immer im Fluss – die Weser

Lebensader zwischen Hannoversch Münden und Nordsee

Auf ihrer rund 452 km langen Reise bis zur Nordsee streift sie viele historische Städte, die bekannteste ist natürlich Bremen. Aber auch Hann. Münden, Hameln, Nienburg oder Achim mit ihren stimmungsvollen Altstädten sind einen Bummel wert. Vielerorts gibt es nicht nur klassisches Fachwerk, sondern etwas ganz Besonderes zu entdecken: In der Region hat sich im 16. und 17. Jahrhundert nämlich ein eigener Baustil entwickelt, die sogenannte Weserrenaissance. Viele Kirchen, Rathäuser, Schlösser und andere Bauwerke aus dieser Zeit sind gut erhalten und können besichtigt werden.


Fotos: Mittelweser-Touristik GmbH

Das Einzugsgebiet der Weser, in dem rund neun Millionen Menschen leben, ist über weite Strecken eher ländlich geprägt: Hier finden sich die waldigen Hügel des Weserberglands, zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Flächen und naturbelassene Lebensräume seltener Pflanzen, Vögel und anderer Tiere. Lange Zeit war dieses Idyll allerdings stark gefährdet. Die Einleitung ungeklärter Abwässer, intensive Landwirtschaft, die Industrialisierung und insbesondere die Versalzung des Wassers durch den Kalibergbau haben der Weser viele Jahre schwer zugesetzt. Doch dank schärferer Umweltgesetze und vielfältiger Renaturierungsmaßnahmen erholt sich die Region zusehends und in den zahlreichen Schutzgebieten kann sich die Natur wieder ungestört entfalten. Vogelfreunde lieben vor allem das Vogelschutzgebiet Weseraue bei Petershagen, das auch als Rast- und Überwinterungsgebiet von Zugvögeln eine wichtige ökologische Funktion hat. Eine Besonderheit ist auch die Flora und Fauna an der Wesermündung. Dort, wo sich Süß- und Salzwasser mischen, ist ein artenreicher Lebensraum mit vielen seltenen Tieren und Pflanzen zu bestaunen.

Auch wirtschaftlich ist die Weser seit jeher von Bedeutung. Schon im achten Jahrhundert war sie eine bedeutende Wasserstraße und ist bis heute ein wichtiger Transportweg für den Güterverkehr. Inzwischen ist aber auch der Tourismus ein starker Wirtschaftsfaktor. Kein Wunder, denn abwechslungsreiche Landschaften, viel Kultur, Wassersport in jeder Form und dazu Attraktionen wie das Wolfcenter Dörverden oder der Dinosaurier-Park Münchehagen bieten Freizeitspaß für jedes Alter. Nicht umsonst gehört zudem der Weser-Radweg zu den beliebtesten Fernradwegen Deutschlands. Aber auch auf den gut ausgeschilderten Wanderwegen, auf dem Schiff oder mit dem Auto lässt sich das Gebiet ganz prima erkunden!

Wer mag, nutzt die ausgearbeiteten Routen der Niedersächsischen Spargelstraße, der Deutschen Märchenstraße oder der Fachwerkstraße.

Will man länger bleiben, finden sich ­überall schöne Hotels, gepflegte Campingplätze und Restaurants für jeden Geschmack. Die örtlichen Tourismusverbände halten alle ­Infos für die individuelle Planung bereit.

Und weil Reisen bekanntlich ­bildet, sind hier ein paar kleine, aber feine Attraktionen rund um das Thema „Wasser“ herausgesucht.

  • Wasser-Fahrten

    Die Weser lässt sich auch direkt auf dem Wasser erleben. Wie wäre es mit einer Überfahrt mit der traditionsreichen Weserfähre „Gentsiet“ zwischen Hagen-Grinden und Ahsen-Oetzen, einer von mehreren Weserfähren?

    Wer länger auf dem Wasser bleiben will, macht eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff MS Stadt Verden. Das Schiff kann auch für Feierlichkeiten gebucht werden.

    www.flotte-weser.de
    www.faehrverein.de

  • Der perfekte Rahmen

    Lustige ­Selfies oder fröhliche Gruppenfotos von der Weser-Tour: Die ­Skulptur von Pablo Hirndorf aus dem Jahr 2021 gibt ­jedem Motiv den ­passenden Rahmen. Die ­Weser ist ­dabei ­natürlich immer mit im Bild! Das Kunstwerk steht in der Nähe von Wienbergen am Ende des ­Wiehewegs direkt am Wasser, ­gegenüber vom ­Laufwasserkraftwerk Dörverden. Der ­Zugang ist ­jederzeit ­kostenlos möglich.

    Mehr Infos

  • Heringe im Binnenland

    Heringsfischerei an der ­Weser? Aber ja!

    Aufgrund der großen ­Armut Ende des 19. Jahrhunderts fuhren zahlreiche ­Bewohner der ­Region monatelang zur See, um in der Nordsee Heringe zu fangen. Das ­Heringsfängermuseum Heimsen erzählt ihre ­Geschichte.

    Mehr Infos

  • Moor-Runde

    Eine etwa zehn Kilometer lange, rund zweistündige Fahrt mit einer Lorenbahn durch das Große Uchter Moor bietet viele interessante Eindrücke, dazu gibt es spannende Infos über die ­Lebenswelt von „Moora“, der ältesten Moorleiche Norddeutschlands. Sonder­fahrten für Gruppen sind möglich.

    Mehr Infos

  • Die örtlichen Tourismusverbände haben viel ­Infomaterial vorbereitet und helfen gerne weiter:

    www.mittelweser-tourismus.de
    www.weserbergland-tourismus.de

    Infos zum Weserradweg:

    www.weserradweg-info.de
    oder www.weser-radweg.de

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