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Wandern in der Region Leipzig

 



Wandern in der Region Leipzig

Gut zu Fuß zwischen Natur und Historie

Beim Begriff „Wandern“ denkt man nicht sofort an die Region Leipzig. Die Umgebung nord-östlich von Leipzig wird durch ihre meist flache Landschaft seltener mit dieser naturnahen Aktivität verbunden. Dabei: Es gibt viele kleine und große Juwelen für jedes Wanderherz zu entdecken.

Der Schildbergturm ist ein besonderes Wanderziel, das bei schönem Wetter einen Blick bis Leipzig und Torgau bietet.
Foto: Leipzig Travel/Tom Williger

Der Fokus der Region, sagt Florentien Moder vom Tourismusverband LEIPZIG REGION e. V., läge besonders in den Sommermonaten durch die vielen Seen beim Baden und Spazieren entlang der Ufer. Aber, so betont die Projektmanagerin für touristisches Wegemanagement, neben den Seerundwegen gibt es zahlreiche Routen mit spannenden Ausflugszielen wie Burgen, Schlösser, Rittergüter oder Aussichtstürme. Andere Strecken führen durch idyllische Natur- und Heidelandschaften und verbinden historische Ortschaften. Der Verband und die Leipzig ­Tourismus und Marketing GmbH haben alle Touren online und in der Broschüre „Gut zu Fuß“ zusammengestellt und versorgen bewegungsfreudige Menschen mit allen Infos, die man braucht, bevor die Schuhe geschnürt werden.

Für jeden etwas dabei

„Die Region bietet eine unerwartete Vielfalt, sodass jeder Wanderer entscheiden kann, mit welchen Zielen er seine Route verbinden möchte“, sagt Moder. Viele würden Wandern mit bergigen Landschaften verbinden, die die Region nur sehr partiell zu bieten habe. Wer einen Höhenunterschied überwinden möchte, kann dies auf der 18-Kilometer-Strecke von Schildau über den Schildberg und im Bogen zurück tun und sich mit den berüchtigten Schildbürgerstreichen auseinandersetzen. Der Schildbergturm bietet als Zielpunkt nicht nur Bänke, sondern auch einen tollen Blick über die Dahlener Heide bis Torgau in die eine und Leipzig in die andere Richtung. Auch die Georoute des Bergbau­pfades Hohburg nördlich von Wurzen, die 6,8 Kilometer umfasst, hat einen bergigen Charakter. Wer zwischendurch gerne ein Päuschen im Café macht, ist bei einer Wanderroute wie der von Torgau zum Großen Teich gut aufgehoben. Die Strecke verbindet einen Seerundgang mit einer Schutzstation für Biber und dem historischen Altstadtkern.

Durchs Ehrenamt bereichert

Der Tourismusverband koordiniert und vernetzt auch über 80 Wegewarte in den Landkreisen Nordsachsen, Leipzig und Mittelsachsen. Denn: Das Wandern wird durch ehrenamtliches Engagement bereichert. So kontrollieren die Wegewarte regelmäßig ihre Wander- und teils auch Radwege. Große Schäden werden den Kommunen gemeldet. Kleinere Arbeiten, wie Schilder austauschen, Wege freischneiden oder Müll einsammeln, erledigen sie oft gleich selbst. Ein besonders engagierter Wegewart ist der Ortschaftsratsvorsitzende vom staatlich anerkannten Erholungsort Wermsdorf, Lutz Abitzsch. Dieser gerät bei der Region Leipzig und dem Wermsdorfer Wald ins Schwärmen: „Dieses Naherholungs- und Wandergebiet ist einfach toll!“ Die Kombination aus Wald, Gewässern und naturnahen Wanderwegen, auf denen Familien ihrem Nachwuchs Wissen von Natur und Geschichte vermitteln und selbst erleben können, sei einfach wundervoll. „Hier sind Historie aus dem Mittelalter und Natur richtig gut verbunden“, sagt Abitzsch, der mit seinen Mitstreitern im vergangenen Jahr als Tourismus-Held für seinen Beitrag zur Wanderweg-Infrastruktur ausgezeichnet wurde. Ob Infotafeln, Sitzgruppen oder Schutzhütten zum Ausruhen, digitale Karten oder solche zum Falten – Abitzsch sorgt dafür, dass sich niemand verläuft. Für Wanderer, die sich in seinem Einzugsgebiet auf den Weg machen, empfiehlt er neben dem großen Collmer Rundweg mit einem Abstecher zum Albertturm vor allem die 16,4 Kilometer lange Waldteichschleife. Die sei voll mit spannenden Ausgrabungen aus dem Mittelalter und der Bronzezeit wie etwa Hügelgräber. „Die Route hat mit ihren Teichen eine tolle Ruhe“, so der Wanderexperte.

Runden und Ziele kombinieren

Thomas Linsener ist Vermessungstechniker beim Zweckverband (ZV) in Torgau-Westelbien und hat schon die gesamte Region seiner Heimat zu Fuß oder mit Fahrrad erkundet. Die meisten Runden könne jeder entspannt bewältigen, sagt Linsener. Wer ein paar Kilometer mehr schaffen möchte, könne Wanderziele, die nah beieinander liegen, kombinieren. Etwa die Torgauer Tour um den Großen Teich lasse sich gut ausweiten. „Da gibt es Hügelgräber im Wald und dann kann man noch bis zum Waldschlösschen wandern oder zum Benkenteich“, so Linsener. Auch von der Dahlener Heide schwärmt der ZV-Mitarbeiter: „Das ist ein superschönes Wandergebiet.“ Linsener ist überzeugt: „Viele unterschätzen diese Ecke.“

  • In der Gegend von Wermsdorf ist der Collmer Rundweg ein guter ­Einstieg für Wanderer.
    Foto: Leipzig Travel/Thomas Bichler

  • Entlang der Wanderrouten befinden sich spannende Highlights, wie diese Hügelgräber aus der Bronzezeit am Doktorteich.
    Foto: Lutz Abitzsch

  • Wegewarte kümmern sich um die ­Beschilderung.

    Foto: Lutz Abitzsch


Hier finden Sie Ihre Tour:

Wer sich aus den zahlreichen Wanderrouten der Region etwas raussuchen möchte, wird auf der Webseite des Verbandes genauso fündig wie bei den Wanderseiten und Apps „Komoot“ oder „Outdooractive“, die sowohl vom Tourismusverband LEIPZIG REGION e.V. sowie auch von Ehrenamtlichen wie Lutz Abitzsch unter Stichworten wie „Region Leipzig“ informativ befüllt werden und mit der Webseite des Verbandes verknüpft sind.

www.leipzig.travel/wandern

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Energieeffizienz im Trend

 



DAT gibt Einblicke in innovative Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten

Energieeffizienz im Trend

Volle Säle, ausgebuchte Messestände und intensiver Austausch zwischen Fachleuten. Am 7. Mai war es wieder so weit: Die Dresdner-Abwasser-Tagung (DAT), einer der wichtigsten Branchentreffs in Deutschland, öffnete ihre Tore für Fachkundige, Wissenschaftler und Interessierte – und knackte den Besucher­rekord mit 880 Teilnehmenden.

Unter dem Thema „Die ­Zukunft der Abwasser­wirtschaft – ­gestalten wir immer noch selbst“ ­startete die Tagung mit einer ­politischen Diskussionsrunde. Live zugeschaltet:
Prof. Dr. Uli Paetzel, Präsident der DWA.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

115 Messeaussteller und 17 Referenten präsentierten ein vielfältiges Programm mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Einer davon war die Energiewende im Abwasserbereich – welche Chancen es gibt und wie diese umgesetzt und finanziert werden können. Das Interesse war groß. Denn Energieunabhängigkeit ist seit der Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) ein hitzig diskutiertes Thema der Abwasserverbände. Es sieht vor, dass Kläranlagen ab 10.000 Einwohnerwerten bis 2045 schrittweise bilanziell energieautark arbeiten sollen.

Energie aus Abwasser

Ein vielversprechender Ansatz zur Energieeinsparung ist die Nutzung von Wärme aus Abwasser. Sebastian Beck, Geschäftsbereichsleiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, erläuterte dies am Beispiel der Kläranlage Duisburg-Huckingen. „Energie aus Abwasser zu gewinnen ist kein neues Projekt“, betonte er, „doch neu ist die Debatte in Politik und Gesellschaft, angetrieben durch die Energiekrise.“ Für einen erfolgreichen Einstieg in die Abwasserwärmenutzung müssen laut Beck technische, strategische und wirtschaftliche Voraussetzungen gegeben sein: Technisch braucht es unter anderem die Abwassermenge von mindestens 5.000 Haushalten und einen Wärmeabnehmer wie ein Fernwärmenetz in geringer Entfernung. Aus strategischer Sicht ist eine frühzeitige Vereinbarung mit Energieversorgern sinnvoll. Denn kommunale Abwasserbetriebe sind keine Wärmeversorger und unterliegen damit nicht denselben Anforderungen.
Und zuletzt muss die Wirtschaftlichkeit gegeben sein – ohne Fördermittel ist Abwasser­wärme derzeit kaum wettbewerbsfähig. Sein Fazit: „Solche Projekte gelingen nur, wenn die Kooperation zwischen Abwasser­entsorger und Wärmeversorger von beiden Seiten gewollt ist und realistische Ziele gesetzt werden.“

Finanzierungsmethoden

Entschließt sich ein Abwasserbetrieb die Energieeffizienz auf seinen Anlagen zu steigern, ist er auf Fördermittel angewiesen. Doch der „Fördermitteltopf“ ist begrenzt und die Anforderungen sind komplex. Hier können Planungs- und Beratungsbüros bei der Akquise hilfreich sein. „Denn oft sind kreative Lösungen gefragt, wie Fördermittel ­gefunden werden können“, erklärte Sabine Wiesmann, Geschäftsführerin der Findig Projekt GmbH. Darüber hinaus ist der Zeitpunkt ein wichtiger Erfolgsfaktor: „Häufig wird der Förderantrag von Unternehmen erst dann gestellt, wenn einige Planungsphasen bereits abgeschlossen sind und die technische Umsetzung entschieden wurde. Dadurch verkleinert sich jedoch der Handlungsspielraum für in Frage kommende Förderprogramme“, sagte Wiesmann. Eine alternative Finanzierungsform ist das Einspar-Contracting. Dabei schreibt der Betrieb nicht einzelne Leistungen aus, sondern ein konkretes Energieeinsparziel. Ein externer Dienstleister (Contractor) plant, finanziert und realisiert die Effizienzmaßnahmen eigenverantwortlich und erhält seine Vergütung aus den tatsächlich erzielten Einsparungen über einen definierten Zeitraum.

  • Foto: SPREE-PR/Swoboda

    Sabine Wiesmann, Geschäftsführerin der Findig Projekt GmbH, stellte auf der DAT ­Finanzierungswege für Betriebe vor, die ihre Anlagen energieeffizienter gestalten wollen. Das Unternehmen hilft auch bei Fördermittelanalysen.

  • Foto: SPREE-PR/Swoboda

    Michael Geistert (li.) und Florian Steiner von der HOMA Pumpenfabrik GmbH präsentieren das Laufwerk der neuen Chopperpumpe. Sie zerkleinert Feststoffe, die sonst in abwassertechnischen Anlagen zu Verstopfungen führen und ist mit energieeffizienten Motoren ausgestattet.

  • HST Systemtechnik GmbH

    Effizient und ­sparsam: Ein Rohr­wärmetauscher wie dieser von HST Systemtechnik nutzt eine außen­liegende Radialspirale zur Rück­gewinnung von Wärme aus Abwasser. So lassen sich Technikräume beheizen oder Maschinen kühlen. Auch der Einbau in bestehende Systeme ist möglich.

Grafik: Antje Dennewitz

Die DAT auf einen Blick

Die Veranstalter haben sich in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: Antje Dennewitz, Illustratorin, begleitete die Tagung mit einem „Graphic Recording“ – einem visuellen Protokoll, das die zentralen Inhalte der Veranstaltung in Echtzeit mit Bildern und Grafiken festhält. Komplexe Themen werden so anschaulich und mit einer Prise Humor dargestellt.

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Versickern

 



Versickern gegen Hochwasser und Dürre

Immer mehr Fläche gilt in Deutschland als versiegelt. Weil dies den Wasserkreislauf ­negativ beeinflusst, gibt es seit einigen Jahren Bemühungen umzudenken und wieder zu entsiegeln. Das funktioniert auf vielen Wegen.

Wenn gebaut wird – egal ob Straßen, Gebäude oder Parkplätze – kann auf diesen Flächen Niederschlag nicht mehr so versickern wie auf Rasen oder im Wald. In Deutschland wurden im Jahr 2022 rund 5,2 Millionen Hektar solchen Siedlungs- und Verkehrsflächen zugerechnet. Dies entspricht 14,5 Prozent der Gesamtfläche des Landes. Etwa 45 Prozent davon sind versiegelt. Das heißt etwa 6,5 Prozent der Fläche Deutschlands ist bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt. Das Wasser kann hier nur abfließen, aber nicht mehr oder nur zu einem signifikant geringeren Maße versickern.

Breite Fugen sorgen dafür, dass zwischen den Pflastersteinen das ­Wasser wieder besser versickern kann und Wege dennoch befestigt bleiben.
Foto: LfULG

Dürre und Starkregen

Verstärkt durch die Klimaveränderungen mit langanhaltenden Dürrephasen sowie punktuellen Starkregen, statt regelmäßigem Landregen, hat dies gravierende Folgen. Wo nichts versickern kann, speichert der Boden kein Wasser. Die Grundwasserneubildung wird gestört. Kommt Regen geballt, kann das Wasser nicht so schnell abfließen, wie es vom Himmel fällt und die Wassermengen überlasten die Kanalisation. Selbst unversiegelte Böden verlieren in Dürreperioden an Versickerungsfähigkeit und können das Wasser nicht schnell genug aufnehmen. Überschwemmungen in Siedlungsgebieten fernab von Fließgewässern sind eine Folge. Jeden Tag kommen in Deutschland 52 Hektar für bauliche Nutzungen dazu. Das entspricht etwa 72 Fußballfeldern. In Sachsen waren es zwischen 2020 und 2023 im Mittelwert 4,3 Hektar pro Tag. Dies soll reduziert werden. Sachsen strebt eine Reduktion auf unter zwei Hektar pro Tag an. Bundesweit wurde das tägliche Ziel von unter 30 Hektar bis 2030 gesetzt.

Zurückhalten in Städten

Um die Situation zu entschärfen, beschäftigen sich Kommunen seit ein paar Jahren mit Entsiegelung. Es werden versiegelte Flächen wieder aufgebrochen und durch Oberflächen ersetzt, die einen besseren Versickerungsgrad trotz Bebauung haben, etwa indem sie durch Kiesschichten oder poröse Pflastersteine und breite durchlässige Fugen oder komplett entsiegelt und bepflanzt werden. So gibt es Projekte, um Wasser im städtischen Siedlungsbereich aufnehmen zu
können. Elemente solcher Schwamm­städte sind Gründächer, entsiegelte Innenhöfe, die bepflanzt und mit Rigolen, Zisternen oder Regentonnen bestückt werden, um bereits im Kleinen Regenwasser zurückzuhalten. Das gespeicherte Regenwasser steht Pflanzen zur Verfügung, sodass diese nicht mit wertvollem Trinkwasser während der Dürre gewässert werden müssen.

Mitbedenken beim Neubau

Derzeit liegt es an den Kommunen bei Neubebauung Elemente des Baurechts zu aktivieren. Oft werden sie durch die Kanalsysteme, die an ihre Grenzen stoßen, hier aktiv. Das Baurecht gibt noch keine verpflichtenden Richtlinien vor, hat aber bereits Vorgaben, derer sich Kommunen bedienen können. Ein Anreiz für Privatmenschen wie auch Firmen als Einleiter ist, dass die Niederschlagsgebühren durch Entsiegelung größerer Flächen positiv beeinflusst werden können. Denn: Wasser, das versickert, landet nicht im Kanal und auf der Kläranlage.

Auch Gitter zur Befestigung eines Parkplatzes können eine Lösung sein, um zuvor betonierte Flächen zu entsiegeln.
Foto: LfULG


„Jeder Quadratmeter zählt“

Marlene Pollok arbeitet beim sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) im Team Mitteldeutsches Revier des Kompetenzzentrums Klima, mit dem Einsatzgebiet der Landkreise Nordsachsen und Leipzig sowie der Stadt Leipzig. Ihre Arbeit unterstützt Kommunen, direkt vor Ort Ideen im Bereich Klimaanpassung zu entwickeln und umzusetzen.

Foto: LfULG
Warum ist es so mühsam Entsiegelung ­voranzutreiben?

Marlene Pollok: Wir sind schnell beim Thema Nutzungskonflikte. Wir wollen die Flächen oft unterschiedlich nutzen. Gerade in urbanen Gebieten ist der Flächendruck sehr hoch. Man muss genau gucken, wie dennoch Versickerung möglich ist. Wenn wir der Entwicklung der Neuversiegelung entgegenwirken wollen, müssten wir täglich mindestens in der gleichen Größenordnung entsiegeln. Das passiert noch nicht. Die Entwicklung läuft noch in die andere Richtung. Am Ende wird es die Summe machen. Weil jeder Quadratmeter zählt.

Was ist das Problem bei versiegelten Flächen?

Wir haben den Straßenbau und öffentliche Plätze, da kommt sehr schnell sehr viel Wasser im Niederschlagsfall zusammen. Durch die zunehmenden Starkregenereignisse wird das Problem so richtig sichtbar. Ich denke, dass man auch bei Privaten ansetzen muss. Aber die Kommunen sollten immer mit gutem Beispiel vorangehen. Bei öffentlichen Plätzen haben wir den Ideenwettbewerb. Da sieht man, dass der Wunsch vorhanden ist, etwas zu machen. Das Wasser ist zu kostbar, um es nur abzuleiten, teuer über die Kläranlage zu pumpen und aufzubereiten. Und dann müssen wir bei Dürre mit Trinkwasser wässern. Das können wir uns nicht mehr leisten. Wenn was kommt, müssen wir es zurückhalten und im Boden speichern. Wir müssen uns fragen, wo die Stellschrauben sind. Entsiegelung ist ein Baustein. Es ist ein kluges Haushalten mit der Ressource Wasser gefragt.

Für wie effektiv halten Sie solche Maßnahmen?

Wenn ich nicht die Hoffnung hätte, dass es in der Summe zumindest die Folgen abmildert, dann würde ich nicht mehr in diesem Bereich arbeiten. Das ist, was uns antreibt und motiviert. Es ist an vielen Stellen inzwischen das Bewusstsein da. Das macht Hoffnung. Wir müssen aber schneller werden. Das Zeitfenster wird immer kleiner. Je länger wir warten, desto teurer werden die Folgen.


Zwei Gewinner des Ideenwettbewerbs

In Naunhof und Belgers­hain wird es konkret. Die Kommunen konnten mit ihren Konzepten zur Entsiegelung beim Ideenwettbewerb Klima des Landes überzeugen und werden nun mit jeweils 50.000 Euro unterstützt.

Auf dem Naunhofer Marktplatz soll der Bereich rund um eine derzeit noch gepflasterte und unbeschattete Bushaltestelle zur ­„Grünen Pause“ einladen. Entsiegelung in Teilbereichen, begrünte Pergola über Sitzbänken, ein Baum sowie insektenfreundliche Pflanzen sollen eine kleine Oase entstehen lassen. In Belgershain werden rund 1.000 Quadratmeter in Angriff genommen. Dort soll der Schulhof der Grundschule besser beschattet werden. Denn der komplett asphaltierte Platz heizt sich in der Sommersonne unangenehm auf und bei Regen bildet sich eine Pfützenlandschaft. Teil des Plans: Bäume, abwechslungsreiche Aufenthaltsbereiche und Versickerungsmulden.

Mehr Infos zum Ideen­wettbewerb Klima

  • Schulhof der Grundschule in Belgershain

    Foto: LfULG

  • Bushaltestelle am Naunhofer Marktplatz

    Foto: LfULG

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Unsere Mark in Mini und Maxi

 



Brandenburg

Unsere Mark in Mini und Maxi

Ob nun der Park Sanssouci in Potsdam (UNESCO-Weltkulturerbe) oder das grüne Fürst-von-Pückler-Paradies rund um Schloss Branitz in Cottbus – Brandenburg bietet beeindruckende Parkanlagen zum Flanieren und Genießen. Wer jedoch für seinen Ausflug etwas mehr zum Gucken oder sogar Action sucht, dem seien die folgenden „besonderen“ Ziele ans Herz gelegt.

  • ➊  Kleiner Spreewald Wahrenbrück

    Im Naturpark „Niederlausitzer Heidelandschaft“ gelegen, prägen Bruchwälder und weite Grünlandflächen die Landschaft des „Kleinen Spreewaldes“. Weidenzweige streifen sanft die weit verzweigten Wasserwege der Kleinen Elster, die bald in die Schwarze Elster mündet. Hier geht man, genauso wie im richtigen Spreewald, mit einem Kahn auf Entdeckungstour. Anschließend empfiehlt sich ein Besuch der historischen Elstermühle von 1248.
    Foto: LKEE/Andreas Franke

    Am Park 1
    04924 Wahrenbrück
    Tel.: 0159 06317098
    Mail: mickysparkidylle@gmail.com
    Anfahrt nur mit Auto
    Kahnfahrten nur unter Voranmeldung
    Preis: 8€ pro Person (ab 8 bis 22 Pers.)
    Private Kahnfahrt 64€ bis 8 Personen

  • ➋  Japanischer Bonsaigarten

    Als Kind faszinierte ihn das Bonsai-Buch seiner Mutter, als junger Mann unternahm Tilo Gragert eine Studienreise zu den großen Bonsaimeistern nach Japan. Der Weg zur Eröffnung seines fern- östlichen Kleinods in Ferch am Schwielowsee 1996 war geebnet. Mehr als 1.000 Bonsaibäume sind mittlerweile in dem „Zentrum japanischer Kunst und Kultur“ zu bewundern, manche bis zu 180 Jahre alt. Im Frühling bezaubern über 200 Azaleen im typischen Rot.
    Foto: Japanischer Bonsaigarten/Katja Gragert

    Fercher Str. 61 (Mittelbusch)
    14548 Schwielowsee
    Tel.: 033209-72161
    E-Mail: bonsai-haus@gmx.de
    Instagram: @japanischerbonsaigarten

    Eintritt: 7€ (Erw.), 3€ (Kinder 3)
    Öffnung: bis einschließlich 24.10.2025
    Mittwoch bis Sonntag sowie an ges. Feiertagen
    von 11 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr)

    www.bonsai-haus.de

  • ➌  Optikpark Rathenow

    Von der Landesgartenschau 2006 im Havelland blieb – am selben Ort – der Optikpark bestehen. An Land locken optische Phänomene und interaktive Installationen, auf dem Altarm der Havel verspricht eine Floßfahrt traumhaftes Schweben durch die diverse Flusslandschaft. Übrigens, der Leuchtturm stand von 1990 bis 1997, ursprünglich in gelber Farbe, auf der Mittelmole der Hafeneinfahrt in Warnemünde.
    Foto: Optikpark Rathenow

    Schwedendamm 1
    14712 Rathenow
    Tel.: 0 33 85 / 49 85 0
    https://www.optikpark-rathenow.de
    E-Mail: 
    info@optikpark-rathenow.de
    Instagram: @optikpark_rathenow

    Eintritt: 6 € (Erw.), 4,50 € (Ermäßigt), 2€ Kinder
    Öffnung: bis 05. Okt 2025, 9:00–18:00 Uhr

    Tipp: Serenade unterm Sternenhimmel
    16.08.2025, 19:30

  • ➍  Tier- und Freizeitpark Germendorf

    Ihren Kindern wird auf Exkursionen schnell langweilig? Hier nicht – versprochen! Schauen Sie putzigen Erdmännchen oder Affen beim Toben zu, besuchen exotische Tiere, staunen über 90 Dinosaurier in Lebensgröße (!), rasten an Spielplätzen oder springen sogar noch zum Baden in einen See. Der Tier- und Freizeitpark Germendorf bei Oranienburg ist ein abwechslungsreicher Traum für jeden Nachwuchs. Probieren Sie es aus!
    Foto: SPREE-PR/Stapel

    An den Waldseen 1a
    16515 Oranienburg
    Tel.: 03301 3363
    Instagram: tierparkgermendorf
    E-Mail: info@freizeitpark-germendorf.de
    Eintritt: 7 € (Ertw.), 4 € (Ermäßigt)
    Öffnungszeiten: Apr bis Sep 9.00–19.00 Uhr

    1. Tierparkfest: 16. Aug. 2025, 10:00–19:00 Uhr

    freizeitpark-germendorf.de

  • ➎  Südwestkirchhof Stahnsdorf

    Als eines der wichtigsten Park- und Landschaftsdenkmale in Brandenburg gehört das rund 206 Hektar große Areal ebenso zu den herausragenden Begräbnisstätten der Welt. Der zweitgrößte Friedhof Deutschlands steht aufgrund seines Waldcharakters sowie der Vielzahl historisch wertvoller Grabmäler, Mausoleen und Friedhofsbauten in der brandenburgischen Denkmalliste. Selbst Filme (,,Der Ghostwriter‘‘, ,,Dark‘‘) wurden hier gedreht.
    Foto: SPREE-PR/Arbeit

    Bahnhofstraße 2
    14532 Stahnsdorf
    Tel.: 03329 614106
    Instagram: @foerderverein_swk
    E-Mail: info@suedwestkirchhof.de
    Freier Eintritt vom 1.3. bis 30.9., 7–20 Uhr

    Tipp: Jubiläumsfest „25 Jahre Förderverein“

    12.07.2025, 16–22 Uhr

    www.suedwestkirchhof.de

  • ➏  Erlebnis- und Miniaturenpark Elsterwerda

    Vom nahen Renaissance-Schloss Doberlug bis zu Industriebauten: Über 150 maßstabsgetreue und detailgenaue Modelle historischer Gebäude aus der Region Elbe-Elster und angrenzender Gebiete präsentiert die „Kleine Lausitz“. Wer das über 30.000 m² große Gelände nicht zu Fuß erkunden will, kann mit der Parkeisenbahn eine Runde drehen und dabei auch die über 200 Jahre alte Bockwindmühle bestaunen.
    Foto: LKEE/A. Franke

    Furtbrückwiese 1
    04910 Elsterwerda 
    Tel.: 016090181838
    E-Mail: herrkeda@t-online.de
    Instagram: @miniaturenpark_elsterwerda

    Eintritt: 3€ (Kinder 6-11), 10€ (Erw.)
    Öffnung: Mi–Sa 10:00–18.00 Uhr

    Tipp: Classic Open Air 2025 
    16.08.2025, Eintritt frei

    miniaturenpark-elsterwerda.de

  • ➐  Wildpark Schorfheide

    Wölfe, Elche, Luchse – auf sieben Kilometer langen Wanderwegen können sowohl ausgesprochen wilde Tiere als auch genügsamere ursprüngliche Haustierrassen beobachtet werden. Bei Groß Schönebeck, sorgfältig in die Landschaft eingefügt, liegt der Wildpark im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Nehmen Sie sich Zeit! Rast- und Picknickplätze erwarten Sie.
    Foto: SPREE-PR/Arbeit

    Prenzlauer Straße 16
    16244 Schorfheide OT Groß Schönebeck
    Tel.: 033393-65855
    Instagram: @wildpark_schorfheide
    E-Mail: info@wildpark-schorfheide.de

    Tipp: Vollmondwolfsnacht
    11.07. + 12.07.2025, 19:00–23:00 Uhr

    www.wildpark-schorfheide.de

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Die WASSERZEITUNG – mit „30“ so jung wie nie!

 



Foto-Montage: SPREE-PR/Arbeit

Brandenburg

Die WASSERZEITUNG – mit „30“ so jung wie nie!

1995 schlägt die Geburtsstunde der WASSERZEITUNG. Gleich vier junge kommunale Unternehmen der Siedlungswasserwirtschaft tun sich in Brandenburg zusammen, um die Bürgerinnen und Bürger über ihre Arbeit zur Daseinsvorsorge auf dem Laufenden zu halten. Bis zum 30. Geburtstag haben sich die Themenschwerpunkte erheblich verschoben. Und eine neue Generation Wasserfachleute übernimmt das Ruder. Drei von ihnen stellen wir vor.

In idyllischer Lage vor den Toren der Stadt wacht ein kleines Team des Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (HWAZ) über den steten Fluss aus seinem größten Wasserwerk. Einer der Facharbeiter ist Dominik Schädel (25). Zu einem Interview über den Wert des Wassers war er sofort bereit. Denn: „Nicht jeder sieht im Wasser das Lebensmittel Nr. 1“, seufzt der gelernte Anlagenmechaniker mit Abschluss an der renommierten Cottbuser Lehrwerkstatt der LWG und pickt eine schlechte Angewohnheit vieler heraus: „Man muss das Wasser nicht einfach weglaufen lassen. Stichwort defekte Klospülung. Tut ja auch dem Geldbeutel nicht gut.“

Weil Wasser längst mehr als ein „Job“ für Dominik ist, startete er im Frühjahr seine Meister-Ausbildung. „Die Planung von Baustellen und Arbeitsabläufen gefällt mir einfach gut.“ Bei seinen Chefs lief er mit dem Weiterbildungswunsch offene Türen ein. Die Kosten werden übernommen, lernen darf der Kollege auch schon mal während der Arbeitszeit. „Schule ist Freitagabend und Samstagvormittag – das schlaucht schon, ist aber kompensierbar!“

Checkt Eure Möglichkeiten!

Für den Leiter Trinkwasser des TAZV Oderaue (Eisenhüttenstadt) liegt die Meisterschule schon ein paar Jahre zurück. Auch Daniel Friedrichs (27) Wunsch nach Weiterbildung hörte die Verbandsleitung nur allzu gerne – motivierter Nachwuchs wird auf allen Leitungsebenen dringend gebraucht. Die Meisterschule formt das Verhältnis der gelernten Fachkraft für Wasserversorgungstechnik zum Lebensmittel Nr. 1 weiter: „Das große Ärgernis ist für mich immer, wenn Menschen das Wasser als zu selbstverständlich nehmen! Das ist es nicht.“ Neben dem Job trifft der Trinkwasser-Experte junge Leute in seinem Ehrenamt als Fußballtrainer. Und wirbt dabei gerne für die Wasserwirtschaft: „Ich kann baldigen Schulabgängern nur dringend ans Herz legen, rechtzeitig ein Praktikum zu machen und die eigenen Möglichkeiten zu checken. Von der Aufbereitung bis zur Beförderung zu den Kunden – die Wasserwirtschaft ist so abwechslungsreich, da kommt keine Langeweile auf.“

Bewusst mit Wasser umgehen

Siiri Werner (36) brachte vor 13 Jahren ein „Glücksfall“ an den Senftenberger See. Eine Bewerberin für die Ausbildung zur Industriekauffrau hatte abgesagt und ihr damit die Chance für die ersehnte Lehre eröffnet. „Das Gespräch war absolut positiv“, erinnert sich die gebürtige Thüringerin an den Beginn ihrer Karriere bei WAL-Betrieb, dem Betriebsführer vom Wasserverband Lausitz (WAL). „Ich wollte gerne erfolgreich beweisen, was ich kann. Und mit dem Thema Wasser verbinde ich nur Positives. Das ist ein Grundbedarf, der immer da sein muss.“ Auch für Siiri Werners kleine Tochter. Nach der Mutterzeit startet die Facharbeiterin 2019 durch – als Leiterin des Kundenservices. „Es gab hier sehr flexible Regelungen für die Arbeitszeit, die einem das Leben wirklich leichter machen.“ Ihr Blick geht nun nach vorn, mit einer Weiterbildung zur Wirtschaftsfachwirtin. „Wir brauchen smarte Lösungen für die Versorgung. Dabei müssen wir auch an unsere Kinder und Enkel denken und bewusst mit Wasser umgehen.“

Die kompletten Interviews mit Dominik Schädel (links), Daniel Friedrich und Siiri Werner hören Sie ab dem 23. Juni in unserem Podcast „WASSER ZEITUNG“.

Kommentar: Ob analog oder digital – Die WASSERZEITUNG bleibt wichtig

Der digitale Raum und ich – wir sind zusammen groß geworden. Als Millennial erlebte ich die rasante Entwicklung der Informationstechnik von klein auf. Apropos Information: Lange war ja die gedruckte Zeitung private Wissensquelle Nummer 1. Und sie findet auch in meiner Generation durchaus noch ihren berechtigten Platz. Für die Öffentlichkeitsarbeit unseres Wasserverbandes ist es mir jedoch ein Anliegen, dass wir unsere Kundinnen und Kunden überall dort erreichen, wo sie sich komfortabel informieren – auch online. Das Lebensmittel Nummer 1, als existenzielles Produkt der Daseinsvorsorge, braucht unsere Aufmerksamkeit. Die WASSERZEITUNG zeigt auf, wie Ver- und Entsorgung auf höchstem Niveau und 24/7 zuverlässig funktionieren – heute, morgen, übermorgen. Als analoges, gedrucktes Blatt oder unter www.wasserzeitung.info bietet sie unentbehrliches Wissen über unser Lebenselixier. Und zeigt dabei auf, wie „Wasser“ auch zu deinem Traumberuf werden kann. 

Sebastian Wilhelm,
ZVWA Fürstenwalde/Spree

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Schulzendorfer verhüllte vor 30 Jahren den Reichstag

 



Foto-Montage: SPREE-PR/Petsch; privat

Brandenburg

Schulzendorfer verhüllte vor 30 Jahren den Reichstag

Robert Jatkowski liebt die Höhen – in jeder Hinsicht. Der ehemalige Kletterer hat viele Herausforderungen gemeistert. Die größte war ohne Zweifel die Verhüllung des Reichstags. Damit verwirklichte Jatkowski nicht nur eines der ambitioniertesten Projekte des Künstlerehepaares Christo und Jeanne-Claude, sondern verhalf einem gesamten Berufszweig zum Durchbruch.

Industriekletterer – das sind diejenigen, die an Fassaden, Brücken oder Windrädern arbeiten und dabei nicht auf Gerüsten stehen, sondern in Seilen hängen. Robert Jatkowski lächelt. Denn im wunderschönsten Bürokratendeutsch heißt das natürlich anders: „seilunterstütztes Zugangsverfahren“. „Klettern klingt für die Berufsbaugenossenschaft einfach zu sehr nach Abenteuer“, erklärt er die absurde, aber typisch deutsche Berufsbezeichnung. Seine Firma „Hi.work“ mit Sitz in Hoppegarten im Landkreis Märkisch-Oderland ist spezialisiert auf solche Höhenarbeiten, vor allem an Windkraftanlagen.

Doch angefangen hat alles mit einem geschichtsträchtigen Gebäude – dem Reichstag in Berlin. 1994 gab der Bundestag grünes Licht für das Vorhaben von Christo und Jeanne-Claude, den Reichstag zu verhüllen – von Kletterern.

Robert Jatkowski, der schon seit Jahren auf hohe Berge kraxelte, besserte zu dieser Zeit als sogenannter Fassadenkletterer die bröckligen Gründerzeitmauern im Prenzlauer Berg aus. Er fand das Vorhaben der Christos spannend, bewarb sich kurzerhand, gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Frank Seltenheim. Die beiden jungen Ostberliner bekamen den Auftrag. Sie dirigierten 90 Kletterer und 200 Montagehelfer, die das Reichstagsgebäude in nur einer Woche hinter 100.000 Quadratmetern des berühmten silbernen Stoffes verschwinden ließen.

„Ja, und dann wurden wir mehr oder weniger von unserem Erfolg eingeholt“, erinnert sich Robert Jatkowski. Gemeinsam mit Seltenheim gründete er noch 1995 die Firma Seilpartner und sorgte dafür, dass der Job des Höhenarbeiters in der Bundesrepublik offiziell anerkannt und damit legalisiert wurde. Seilpartner war an vielen spektakulären Bauprojekten beteiligt: am Airbuswerk in Finkenwerder, am Cargo-Lifter – dem heutigen Tropical Island, am Hauptbahnhof in Berlin und am ehemaligen Sony-Center am Potsdamer Platz. Die Firma blieb auch Christo und Jeanne-Claude verbunden und war in weitere Verhüllungsprojekte involviert – z. B. bei „The Gates“ im New Yorker Central Park oder bei den „Floating Piers“ auf dem Iseosee in Italien.

Die Firmengründer profitierten von ihrem Erfolg bei der Reichstagsverhüllung und blieben ihrem Kletterer-Image selbst bei Treffen mit großen internationalen Unternehmen treu: „Wir sind nicht im Anzug zu Vertragsverhandlungen hin, immer mit Jeans und Sweatshirt – betont anders halt“, beschreibt Robert Jatkowski ihr besonderes Erscheinen.

Vor zwei Jahren musste Seilpartner den angestammten Sitz im Prenzlauer Berg aufgeben. „Aufgrund der bekannten Problematik: Gebäude verkauft, Mieten hochgegangen“, zuckt Jatkowski die Schultern. Die Wege der beiden Gründer trennten sich. Er entschied sich, mit dem Windkraftbereich nach Brandenburg zu gehen. Der gelernte Bootsbauer hatte diesen Bereich schon 1996 aufgebaut: „Ich habe damals mitbekommen, dass die Rotor-Blätter aus demselben Glasfaser-Kunststoff sind wie die meisten modernen Boote. Da kannte ich mich aus. Und so waren wir weltweit die erste Firma, die mit Seiltechnik an diesen Windkraftanlagen gearbeitet hat.“

Er fühlt sich im Speckgürtel von Berlin inzwischen viel wohler als im Prenzlauer Berg. „Hi.work“ hat hier im Gewerbegebiet von Hoppegarten beste Bedingungen. Und privat ist Robert Jatkowski schon lange Brandenburger: Seit 20 Jahren lebt er gemeinsam mit seiner Frau in Schulzendorf. „Ich muss jetzt noch vielleicht zwei, drei Mal im Monat in die Stadt und bin immer froh, wenn ich wieder zu Hause bin.“

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Warum braucht Wasser Öffentlichkeitsarbeit?

 



Stefan Bröker von der DWA (r.) und WZ-Podcaster Klaus Arbeit bei ihrem launigen Treffen in Berlin.

Foto: SPREE-PR/Petsch

Brandenburg

Warum braucht Wasser Öffentlichkeits­arbeit?

Vor genau 30 Jahren erschienen im Land Brandenburg die ersten Ausgaben der WASSERZEITUNG. Aus vier Herausgebern in einem Bundesland sind unterdessen mehr als 65 Herausgeber in sieben Bundesländern geworden. Die dominierenden Themen in dem nach wie vor werbe- und anzeigenfreien Kundenblatt haben sich über die Jahre stark verändert.

Aber eine Grundwahrheit bleibt im Laufe der Zeit bestehen: Auf den Wert des Lebensmittels Nr. 1 hinzuweisen, kommt niemals aus der Mode. Das findet auch Diplom-Volkswirt Stefan Bröker, Leiter der Stabsstelle Kommunikation und Medien bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA). In unserem Gesprächsformat äußert sich der gebürtige Bielefelder und leidenschaftliche Wasser-Fan auch dazu, was die neue Bundesregierung in Sachen Daseinsvorsorge durchblicken lässt. Er erläutert, dass ihn der Gegenwind bei der Kommunalabwasserrichtlinie nicht überrascht und wie er damit umgeht. Und er stimmt zu, dass kein Kontakt der Wasser-/Abwasser-Zweckverbände so wichtig ist wie der zur jüngsten Generation Wassertrinker!

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Eine grüne Fassade schont Klima und Geldbeutel

 



Begrünte Fassaden verleihen Gebäuden einen natürlich-romantischen Charme.
Foto: fassadengruen.de

Mecklenburg-Vorpommern

Eine grüne Fassade schont Klima und Geldbeutel

Wow, ein Wandgarten! In diesem Text lernen Sie ganz neue Seiten an Efeu, Clematis und Blauregen kennen. Die schwindelfreien Kletterer würden Ihrem Haus nämlich in vielerlei Hinsicht gut stehen, findet unsere Redakteurin Kathrin Wöhler.

Die Jungfernrebe lässt ihre Triebe wie Ponyfransen in den Torbogen fallen, im Efeu nistet ein Grünfink und die Kletterhortensie belohnt den Geduldigen mit ihren hübschen Blütentellern. Nicht umsonst nennt man begrünte Fassaden auch Wandgärten. Wer sich für eine grüne Wand entscheidet, hat die Qual der Wahl. Sind Blüten erwünscht? Mit welcher Blattfarbe, wie hoch, wie wüchsig, wie dicht wünscht sich der künftige Wandgärtner seine Fassadenbegrünung?

Kühlung für heiße Sommer

Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, die Vorteile überwiegen die begleitenden Anstrengungen um Längen. Findet zumindest der Naturschutzbund (Nabu), der vor allem den wärmedämmenden und -speichernden Effekt der Pflanzen hervorhebt. So erwärmen sich begrünte Wände im Sommer höchstens bis auf 30Grad – an kahlen Wänden können Temperaturen bis 60 Grad gemessen werden. Im Winter wiederum kühlen diese schnell bis auf minus 10Grad. Mit wintergrünen Pflanzen wie Efeu bewachsene Flächen bleiben hingegen fünf Grad wärmer, weil die Blätter ein dämmendes Luftpolster bilden, erklärt der Nabu. Hauseigentümer sparen also bares Geld, weil Heizung und Klimaanlage einen Gang runterschalten können.

Ernte direkt am Haus

Und wussten Sie schon? An heißen Tagen zirkuliert die Luft durch die Temperaturunterschiede zwischen einer beschatteten Wand und der heißen Sommerluft – das wirkt etwa auf einem efeuumrankten Balkon wie ein sanfter Fächer. Hinzu kommen das leise Rauschen der Blätter und deren leichte Lärmdämpfung. Die grünen Kletterer und Schlinger haben also nicht nur auf Gebäude, sondern auch auf manch überhitztes Gemüt einen positiven Einfluss.
Soweit die Fakten.

Hinzu kommt jedoch ein Argument, das, zugegeben, nur im Auge des Betrachters liegt: Ein Wandgarten steht den meisten Gebäuden ausgesprochen gut. Der alte Schuppen schmückt sich mit den Blüten einer Clematis, der schmutzige Putz trägt ein Ramb-lerrosenkleid, und das Landhaus macht viel mehr her, seit der Spalierapfel blüht. Auf diese letztgenannte Art kann die Mühe, die eine Fassadenbegrünung durch Schnitt, Pflege und den eventuell nötigen Einsatz von Kletterhilfen bereitet, sogar Früchte tragen. Mit dem richtigen Standort reifen zum Beispiel Kirschen, Wein und Birnen an den Wänden heran, wobei kaum Platz benötigt wird.

Der Leipziger Sven Taraba gilt als Experte für Fassadenbegrünung. Er berät bundesweit Eigenheimbesitzer, verkauft passende Pflanzen und Rankhilfen und hat seine grüne Handschrift auch schon an vielen öffentlichen Gebäuden hinterlassen.

Foto: Privat

Herr Taraba, was sagen Sie zu Schäden an den Hauswänden durch einwachsende Kletterpflanzen?

Selbstklimmer halten sich mit kleinen Saugnäpfen, Klimmhaaren und Haftwurzeln an der Fassade fest. Dazu nutzen sie winzige Unebenheiten in den Mauern. Solange Putz und Mörtel intakt sind, passiert den Wänden nichts. Schäden wie Risse können jedoch durch das Dickenwachstum zum Beispiel von Efeu und Würger wie den Blauregen verschlimmert werden.

Was ist mit Schimmel?

Das dürfte kein Problem sein. Die Pflanzen entziehen dem Boden über ihre Wurzeln permanent Wasser, sodass die Mauerfüße gut trocken gehalten werden. Wir begrünen deshalb sogar Neubauten, die Pflanzen tragen dann aktiv zur Bautrocknung bei.

Muss ich nicht ständig mit Tieren rechnen, die in den Pflanzen leben und durch mein Fenster ins Haus gelangen?

Natürlich – das ist Natur! Vögel nisten darin, fressen die Beeren und die dort lebenden Insekten. Bienen mögen zum Beispiel die Blüten von wildem Wein, Spinnen und Ameisen finden ebenfalls reichlich Nahrung in den Kletterpflanzen.

Was kann ich dagegen unternehmen?

Greifen Sie zur Gartenschere und schneiden Sie sich eine Sicherheitszone um Ihre Fenster. So vermeiden Sie auch die zumeist unerwünschte Beschattung.

Auf wie viel Aufwand muss ich mich einstellen?

Das kommt ganz darauf an, für welche Pflanzen Sie sich entscheiden. Natürlich brauchen alle Pflege, anfangs Wasser, Dünger und unter Umständen Kletterhilfen, später regelmäßige Rückschnitte. Obstspaliere gelten hier als Königsdisziplin. Sie sollten sich diesbezüglich sorgfältig informieren, beispielsweise auf meiner Website fassadengruen.de. Aber letztlich sind Pflanzen an Fassaden kein Hexenwerk, wachsen Sie als Gärtner an dieser Aufgabe einfach mit Ihrem Wandgrün mit.

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Weltbienentag: Bestäub’ mich, wenn du kannst!

 



Fotos: Georg Hundt (Biene); privat (Katja Burmeister)

Mecklenburg-Vorpommern

Weltbienentag: Bestäub’ mich, wenn du kannst!

Am 20. Mai ist Weltbienentag. Dabei richtet sich der Blick bewusst nicht nur auf die Honigbiene, sondern vor allem auf ihre oft übersehene Verwandte: die Wildbiene. Während die Zahl der Imkerinnen und Imker in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen ist und somit auch die Honigbienenpopulation zunimmt, sind viele Wildbienenarten in ihrer Existenz bedroht.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden kürzlich 38 neue Wildbienenarten entdeckt, was die Gesamtzahl auf beeindruckende 334 erhöht. Diese Entwicklung ist teilweise auf klimatische Veränderungen zurückzuführen, die neuen Arten wie der Blauschwarzen Holzbiene das Ansiedeln ermöglicht. Gleichzeitig verschwinden jedoch andere spezialisierte Arten, da ihre Lebensräume durch menschliche Eingriffe – wie die Umwandlung von Kiesgruben in Solarparks oder die Pflege von Küstendünen – zerstört werden. ​

Katja Burmeister betont die Bedeutung der Wildbienen für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Sie bietet praxisnahe Unterstützung an – etwa durch Pflanzlisten, Saatgutempfehlungen und Informationsmaterial für Schulgärten und kommunale Blühflächen. Außerdem organisiert sie Workshops und Führungen, bei denen interessierte Menschen lernen, wie sie auch mit kleinen Maßnahmen – von offenen Sandflächen bis zu Totholzhecken – wichtige Lebensräume für gefährdete Arten schaffen können.

Schönheit und Natur bewahren

Jeder kann einen Beitrag zum Schutz der Wildbienen leisten – sei es durch das Anlegen von Blühstreifen, das Zulassen von Wildnisecken im Garten oder das Bereitstellen von Nistmöglichkeiten. So wird nicht nur die Artenvielfalt gefördert, sondern auch die Grundlage für eine ertragreiche Landwirtschaft und eine gesunde Umwelt geschaffen. „Am Weltbienentag sollten wir uns bewusst machen, dass der Schutz der Wildbienen ebenso wichtig ist wie der der Honigbienen“, sagt Katja Burmeister. „Nur durch gemeinsame Anstrengungen können die Vielfalt und Schönheit unserer Natur bewahrt werden“, meint die Fachfrau.
Die Bienenexpertin Katja Burmeister ist aktiv beim „ErlebnisReich Bienenstraße“, einer Erlebnisroute in den Naturparks Sternberger Seenland und Nossentiner/Schwinzer Heide, die das Bewusstsein für Bienen und andere Bestäuber stärkt. Entlang der Strecke gibt es Schaugärten, Imkereien und Lehrpfade. Die Route, besonders für Radfahrer geeignet, umfasst verschiedene Touren.

www.bienenstrasse.de

  • Das sind die Guten: wildbienenfreundliche Pflanzen

    Disteln wie Acker- oder Kriechdistel sind wertvolle Wildpflanzen mit nektarreichen, auffälligen Blüten. Sie ziehen vor allem langrüsselige Wildbienen an, darunter Hummeln, Flockenblumen-Blattschneiderbienen und Mauerbienen. Besonders im Spätsommer sind sie eine wichtige Nahrungsquelle, wenn andere Blüten knapp werden. Trotz ihres stacheligen Rufs sind sie echte Bestäuber-Magnete. Weitere wildbienenfreundliche Pflanzen sind Sonnenblume, Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Veilchen​ und Flockenblumen.

    Der Natternkopf ist eine heimische Wildpflanze mit leuchtend blauen Blüten, die reich an Nektar und Pollen sind. Er blüht über viele Wochen und ist besonders attraktiv für langrüsselige Wildbienen wie Garten-Wollbienen, Mauerbienen und Hummelarten. Auch spezialisierte Wildbienen wie die Natternkopf-Mauerbiene sind auf ihn angewiesen, da sie ausschließlich seinen Pollen sammeln. Ideal für naturnahe Gärten und insektenfreundliche Flächen! Weitere wildbienenfreundliche Stauden sind Fingerhut, Malven, Rittersporn, Frauenmantel, Sonnenhut, Aster, Fetthenne, Katzenminze.

    Der Sandthymian ist eine niedrige, teppichbildende Wildpflanze mit zarten rosa Blüten. Er lockt zahlreiche kurzrüsselige Wildbienen, z. B. Seidenbienen und Schmalbienen, sowie Wildhummeln an. Auch als guter Rasenersatz ist er trittfest, trockenheitsresistent und bietet im Gegensatz zum klassischen Rasen langanhaltende Nahrung für Bestäuber – schön, pflegeleicht und insektenfreundlich. Weitere wildbienenfreundliche Kräuter sind Salbei, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Liebstöckel, Bohnenkraut, Schnittlauch, Ysop, Oregano, Majoran, Borretsch und selbst der unbeliebte Giersch.

  • Auf diese Pflanzen kann gut verzichtet werden:

    • Gefüllte Blüten, z. B. gefüllte Rosen, Dahlien, Ranunkeln: Die Blüten sind überzüchtet, Pollen und Nektar fehlen oder sind unerreichbar.
    • Geranien (Pelargonien): kaum Nektar, sterile Sorten – hübsch für uns, nutzlos für Insekten.
    • Forsythien: blühen früh, aber bieten weder Nektar noch Pollen.
    • Zucht-Petunien: oft steril und ohne Nährwert für Insekten.
    • Thuja (Lebensbaum) und Kirschlorbeer: beliebte Heckenpflanzen, aber ökologisch wertlos, da sie weder Blüten noch Lebensraum bieten.
    • Exotische Zierpflanzen wie Hibiskus, Wandelröschen oder Bougainvillea: für viele heimische Wildbienen ungeeignet oder unattraktiv.
  • Die meisten Wildbienen …

    • leben nur acht Wochen.
    • sind nur zu bestimmten Zeiträumen im Jahr aktiv.
    • finden meist ausreichend Nektar, aber wenig Pollen (Eiweiß und Nährstoffe für den Nachwuchs).
    • fliegen nur Blüten von bestimmten Pflanzen oder -arten an.
    • kommen bei den beliebten geschlossenen Blüten schlicht nicht an Nektar oder Pollen.
    • sind deutlich weniger aggressiv als Honigbienen oder Wespen und haben weniger kräftige Stachel.
    • können mit Bienenhotels wenig anfangen. Die sind für Wildbienen interessant, die in Totholz, Pflanzenstängeln, Mauerritzen und Hohlräumen nisten. Dreiviertel aller Wildbienenarten nisten und leben aber im Boden. Für sie sind zu viel Ordnung, versiegelte Flächen, Mulch, Rasenmähen und exzessives Umgraben ungünstig.

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Vier Partner – ein Ziel: Kooperation will Grundwasser schützen

 



Frank Lehmann, Vorsitzender der KOWA MV, Abteilungsleiterin Renate Brügge vom Ministerium, Präsident des Landesbauernverbandes MV Karsten Trunk und Dr. Torsten Birkholz, Geschäftsführer der BDEW-Landesgruppe Norddeutschland, (v. l. n. r.) bei der symbolischen Unterschrift der vier Partner unter die gemeinsame Kooperationsvereinbarung am „Wasserwerk der Zukunft“ in Malchin.
Foto: SPREE-PR/Galda

Mecklenburg-Vorpommern

Vier Partner – ein Ziel: Kooperation will Grundwasser schützen

Mehr als symbolträchtig. Im „Wasserwerk der Zukunft“ nahmen anlässlich des Weltwassertages vier Akteure den künftigen Schutz des Grundwassers gemeinsam in die Hand. Die kommunale Wasserwirtschaft mit der KOWA MV* und dem BDEW**, der Bauernverband MV und das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt unterzeichneten am 17.März in Malchin die richtungsweisende Kooperationsvereinbarung zum vorsorgenden Grundwasserschutz.

„Ein wichtiger Meilenstein!“, unterstrich Frank Lehmann, Vorsitzender der KOWA MV, die Bedeutung der vier Unterschriften am 17.März. „Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung setzen wir Landwirte ein klares Zeichen für den Trinkwasserschutz“, verdeutlichte auch Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV.

Aufgabe nur gemeinsam zu lösen

Dem jetzt gemeinsamen Weg war ein jahrelanger Prozess vorausgegangen, in dem sich Wasserwirtschaft und Landwirte aufeinander zubewegten. Am Anfang stand die Erkenntnis, dass das Grundwasser in MV gefährdet ist. Ein Problem, das besser nicht aufgeschoben wird und das nur gemeinsam gelöst werden kann. Renate Brügge, Abteilungsleiterin im Ministerium, ordnete die Gemengelage ein. So ginge es um eine gewässerverträgliche Landwirtschaft, die auch die ökonomischen Zwänge der Landwirte berücksichtige.

„Im Vordergrund steht ein nachhaltiger Umbau der Bewirtschaftung in den Trinkwasserschutzzonen II. Zugleich soll sichergestellt werden, dass für hieraus resultierende Erschwernisse, die durch die angepasste Landbewirtschaftung entstehen können, ein angemessener Ausgleich erfolgt“, erklärte Minister Dr. Till Backhaus.

Finanzieller Ausgleich für Landwirte

Das Signal aus dem Ministerium, mit Mitteln aus dem Wasserentnahmeentgelt finanziell für Ausgleich aufzukommen, war eine wichtige Grundlage für das jetzige Zustandekommen der Vereinbarung. Diese enthält zudem drei Anhänge mit Mustern für lokale Vereinbarungen, Status-Quo-Analysen und Beispielen für Maßnahmen.

Erster Förderantrag in Malchin überreicht

Nach der Unterzeichnung gehe es darum, das theoretische Vorhaben mit praktischem Leben zu füllen. Transparenz, Berechenbarkeit und der Austausch auf Augenhöhe seien dabei elementar, so David Schacht von der BDEW-Landesgruppe Nord. Der Geschäftsführer des WasserZweckVerbandes Malchin Stavenhagen (WZV) war Mitte März der erste Partner, der einen Förderbescheid in Höhe von 231.000 Euro von Renate Brügge entgegennahm. Unterstützt werden die gemeinsamen Anstrengungen der Stadtwerke Waren, Malchow, der MEWA Röbel und des WZV bei der Öffentlichkeitsarbeit zum vorbeugenden Grundwasserschutz. Außerdem soll mit dem Geld eine Teilzeitstelle und der Ausgleich für die eingeschränkte landwirtschaftliche Nutzung in Wasserschutzgebieten finanziert werden.

  • Frank Lehmann, Vorsitzender der KOWA MV

    „Die Kooperationsvereinbarung, zu der Muster für lokale Partnerschaften und Beispiele für Maßnahmen gehören, ist ein Meilenstein im vorbeugenden Grundwasserschutz. Elementar ist die Unterstützung durch das Ministerium, das Landwirte für angepasstes Arbeiten in Trinkwasserschutzgebieten finanziell unterstützt.“

  • Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV

    „Wir wollen nicht zulassen, dass Wasserwerke künftig Chemiebetriebe sein müssen, um schädliche Stoffe aus dem Wasser zu entfernen und ein Kunstwasser herstellen müssen … Noch haben wir es in der Hand, beobachtete Trends aufzuhalten und umzukehren.“
  • Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV

    „Wir Landwirte begreifen die Möglichkeit zu freiwilliger Kooperation als Chance. Damit beschreiten wir gleich auf zwei Feldern Neuland.“ Das Land hat erstmals Fördermittel ausgeschrieben für Pilotprojekte, und Landwirte können individuelle Vereinbarungen mit regionalen Wasserversorgern schließen.
  • Dr. Torsten Birkholz, Geschäftsführer BDEW-Landesgruppe Norddeutschland

    „In Etappen haben sich die Partner über mehrere Jahre angenähert. Nach der gemeinsamen Absichtserklärung 2023 haben wir durch harte Arbeit in der Koordinierungsgruppe die jetzige Kooperationsvereinbarung erreicht. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten zum tollen Ergebnis!“
  • David Schacht, Wasserwirtschaft MV, BDEW-Landesgruppe Norddeutschland

    „Der kooperative Ansatz ergänzend zu Vorgaben und Gesetzen wird am ehesten zum Erfolg führen. Grundwasserschutz erfordert lokale und individuelle Maßnahmen, die vor Ort abgestimmt und umgesetzt werden. Die Unterstützung aus Mitteln des Wasserentnahmeentgeltes wird langfristig nötig sein.“

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