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Hier wird’s tierisch!

 



Die Zoos in MV

Hier wird’s tierisch!

Afrikanische Savannen, tropische Regenwälder, eisige Polarlandschaften: Ferne Welten wie diese rücken in Zoos in greifbare Nähe. Auch in MV bieten sich viele Gelegenheiten, Tieren aus allen Kontinenten zu begegnen – und dabei mehr über Lebensräume, Artenschutz und ökologische Zusammenhänge zu erfahren. Auf dieser Seite stellen wir Beispiele aus dem Herausgeberkreis der WASSERZEITUNGEN vor.


  • Zoo Rostock

    Im Rostocker Zoo leben derzeit elf Borneo-Orang-Utans. Der Name Orang-Utan stammt aus dem Indonesischen und bedeutet Waldmensch. Foto: Zoo Rostock/Kloock.

    Zwischen Regenwald und Nordpol liegt in Rostock nur ein kleiner Fußmarsch. Vorbei an Zebras, Robben und Wisenten, Nasenbären und Dikdiks. Die Wurzeln des Zoos reichen bis 1899 zurück. Am Anfang war er ein Wild- und Dendrologischer Garten. Heute ist er eine 56 Hektar große Park-landschaft mit 6.500 Tieren in 500 Arten. Und botanischen Besonderheiten. Dazu gehören eine historische Eichenallee, das Dahlienquartier und ein Mammutbaum. Bis Ende September öffnet der Zoo täglich von 9 bis 18 Uhr. Jeden 3. Sonntag im Monat lädt der Zooverein zu Führungen ein. Besucher können den Zoo auch mit digitalen Touren (Actionbounds) erkunden sowie zu ausgewählten Zeiten bei Fütterungen zuschauen.

    www.zoo-rostock.de

  • Tierpark Wismar

    Nur Pfauenmännchen tragen die markanten Schwanzfedern. Nach der Paarungszeit werfen sie diese ab. Foto: Tierpark Wismar e.V.

    Antwerpener Bartzwerge. Blaßkopfrosellas. Degus. Mufflons: Sie freuen sich im Tierpark Wismar über Besucher. Ihr Revier liegt südlich der Altstadt, unmittelbar am Bürgerpark. Und in trauter Gemeinschaft mit 300 anderen Wild- und Haustieren. Unser Tipp: Schauen Sie unbedingt bei den Känguru-Jungen in der Australienanlage vorbei! Ein besonderes Highlight sind auch die frei laufenden Blauen Pfaue (Foto). Wenn die Männchen zur Paarungszeit ihre prachtvollen Schwanzfedern spreizen, heißt es: Schnell die Kamera zücken! Bis Oktober öffnet der Tierpark täglich von 9 bis 18 Uhr.

    www.tierpark-wismar.de

  • Zoo Schwerin

    Der Westliche Rote Panda ist ein geschickter Kletterer. Er gehört zu den stark gefährdeten Tierarten. Im Zoo Schwerin lebt ein Pärchen: „Nila“ und „Leo“. Foto: Zoo Schwerin

    Als der Zoo Schwerin vor 70 Jahren seine Türen öffnete, hatte er gerade einmal 17 Tiere. Heute sind es ungefähr 2.000. Zu den Besonderheiten zählen die Asiatischen Löwen, die Südlichen Breitmaulnashörner und die Moorea-Baumschnecke. Als Artenschutz-Zoo konzentriert er sich auf die Haltung und Zucht bedrohter Arten. Aber auch heimische Wildtiere haben ihren Platz. Zu den jüngsten Bewohnern gehören drei Löwenwelpen. Sie kamen Anfang Januar zur Welt. Bis 25. Oktober öffnet der Zoo montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bis 19 Uhr.

    www.zoo-schwerin.de

  • Wildpark-MV Güstrow

    Wölfe und Braunbären leben im Wildpark-MV in einem gemeinsamen Gehege. Foto: Wildpark-MV

    Bären, Wölfe, Luchse und Wildkatzen: Im Wildpark-MV erleben Besucher am Stadtrand von Güstrow Tiere fast wie in freier Wildbahn. Wer möchte, kann auf dem Weg zu ihnen durch Höhlengänge kriechen, über Kletterpfade durch Baumwipfel streifen, ohne nass zu werden durch einen Fluss wandern und einer Moorleiche begegnen. Der Wildpark bietet Besuchern auch Übernachtungen im Wolfsgehege oder einen ganz persönlichen Tag als Tierpfleger an. Unser Tipp: eine Wolfswanderung in der Dämmerung. Die nächsten Termine sind: 23. Mai, 20 Uhr | 6. Juni, 21 Uhr | 20. Juni, 19.30 Uhr (Kinderspezial) | 27. Juni, 10. und 17. Juli, 21 Uhr | 22. Juli, 20.30 | 25. Juli, 19 Uhr (Kinderspezial). Bis Ende September öffnet der täglich von 9 bis 19 Uhr.

    www.wildpark-mv.de

  • Tierpark Greifswald

    Die Pantherschildkröte verdankt ihren Namen dem gefleckten Muster auf ihrem Panzer. Foto: Tierpark Greifswald

    Wenn der Frühling die Natur wärmt, zieht es nicht nur King Arthur wieder hinaus ins Freie. Die Pantherschildkröte ist eines von rund 800 Tieren, die Sie im Tierpark Greifswald sehen können. Der Tierpark liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und erstreckt sich als naturnahe Parkanlage rund um den Schwanenteich. Eine Besonderheit ist seine Wildvogelauffangstation: Sie ist – neben dem Zoo in Stralsund – die einzige Station dieser Art in MV. Bis Mitte Oktober öffnet der Tierpark täglich von 9 bis 18 Uhr.

    www.tierpark-greifswald.de

  • Tierpark Wolgast

    Den Silberfüchsen können Besucher im Tierpark Wolgast fast ohne Zaun gegenübertreten. Foto: Tierpark Wolgast

    Australien. Madagaskar. Europa. Nord- und Südamerika: Im Tierpark Wolgast liegen sie nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Hier, im Waldstück Tannenkamp, haben rund 600 Tiere aus mehr als 70 Arten ein Zuhause. Zu den Bewohnern gehören zum Beispiel Alpakas, Kängurus, Silberfüchse und der Braune Maki. Eine Besonderheit ist das Peene-Aquarium mit heimischen Fischarten wie Stichling, Schlammbeißer und Rotfeder. Bis Ende September öffnet der Tierpark täglich von 9 bis 18 Uhr. Zwischen 12 und 15 Uhr finden Schaufütterungen statt.

    www.tierparkwolgast.de

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Wie geht es der Meerforelle?

 



Vorkommen direkt verknüpft mit Gewässerqualität / Fisch als Bio- und Klima-Indikator

Wie geht es der Meerforelle?

Zwar heißt sie Meerforelle, doch einen Großteil ihres Lebens verbringt sie in kleinen, oftmals unscheinbaren Fließgewässern im Hinterland. Das Vorkommen der zwar wandlungsfähigen, aber sensiblen Fische gibt Aufschluss über den ökologischen Zustand ihres Lebensraumes. Das Institut für Fischerei betreibt im Poischower Mühlenbach bei Grevesmühlen eine von insgesamt zehn Fischzähleinrichtungen zur Erfassung von Meerforellen.

Am Poischower Mühlenbach hat Armin Steibli weitere Laichplätze entdeckt und direkt ins digitale System eingepflegt.

Foto: SPREE–PR/Galda

Die Fischzähleinrichtung im Grevesmühlener Ortsteil Wotenitz ist die jüngste und startet in ihre zweite Saison. „In diesem Abschnitt des Stepenitz-Maurine-Systems wollten wir eine bessere Datengrundlage. In der Wismarer Bucht sowie im Warnow-Einzugsgebiet erfolgt in MV ein maßgeblicher Teil der Reproduktion der Meerforelle. Hier spielt die Musik“, erklärt Armin Steibli die Standortwahl.

„Die videooptische Zähleinrichtung am Poischower Mühlenbach liegt günstig vor den Laichgebieten im teils kiesigen Oberlauf, sodass wir die Tiere auf dem Weg dorthin gut erfassen können.“ Dass sich in unmittelbarer Nähe ein Abwasserpumpwerk befindet, war ein günstiger Zufall. „Der Zweckverband Grevesmühlen hat uns schnell mit dem benötigten Stromzugang geholfen, eine tolle Zusammenarbeit“, richtet der Fachmann einen Dank an den Partner vor Ort.

Der Lebenszyklus der Meerforelle startet im Bach, hier halten sich die Jungfische auf, bevor ein Teil von ihnen ins Meer zieht. Zum Laichen kommen sie zurück in ihre Kinderstube. Abb. KI-generiert und A. Steibli

Kleine Nebenflüsse wichtig als Kinderstube

Der Poischower Mühlenbach, ein kleiner Zufluss der mecklenburgischen Stepenitz, hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Nach der Entfernung von Staustufen und aufgrund einiger Renaturierungsmaßnahmen ähnelt der Bach wieder mehr einem natürlichen Gewässer – und eignet sich auch wieder besser als Kinderstube für Meerforellen. Bis zu 50 Kilometer legen die fleißigen Wanderfische von der Ostsee über Trave und Dassower See bis zu ihren Laichplätzen im Poischower Mühlenbach zurück. In anderen Teilen des Landes sind es gerne mal über 100 Kilometer. Armin Steibli kartiert die Laichplätze und gleicht diese Daten mit den Kamerazählungen ab. So ergibt sich ein gutes Bild über die Nutzung des Bachs als Laichgebiet. Bei seinen Kartierungen beobachtet er auch, an welchen Stellen Gefahren lauern.

Zehn Zähleinrichtungen helfen in MV, die Vorkommen der Meerforelle zu messen. Grafik: A. Steibli

Natürliche Feinde sind u. a.

Fischotter, Kormorane und Reiher, das gehört dazu. Den größten Einfluss hat allerdings der Mensch. „Nur etwa 5 Prozent der Fließgewässer in MV sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand“, berichtet Armin Steibli. Viele Bäche sind begradigt und oft fehlt die ehemals vorhandene schattenspendende Ufervegetation, die im Sommer Temperatur und Pflanzenwachstum regulieren würde. Ein Mähen mit möglichen Eingriffen in die Bachsohle und somit die Laichplätze wäre dann nicht mehr nötig.

„Die Meerforelle ist Bio- und Klimaindikator unserer Fließgewässer, ihr Schutz eine Gemeinschaftsaufgabe von Behörden, Gewässerunterhaltern, Wissenschaft, Naturschutzverbänden, Vereinen und Ehrenamtlichen“, so der Experte. Armin Steibli zog übrigens 2011 aus Süddeutschland nach Rostock, weil er „irgendwas mit Fisch“ machen wollte, diese Richtung verfolgte er mit einem Studium an der Uni Rostock beharrlich und ist heute im Institut für Fischerei, das zum Landwirtschaftsministerium gehört, für die Meerforelle zuständig.

Begeistert erzählt der 40-Jährige von dem Verwandlungskünstler. „Die Meerforelle startet im Süßwasser und stellt sich automatisch auf Salzwasser um.“ Durchschnittlich misst der torpedoförmige Fisch 60 Zentimeter, kann aber auch bis zu 130 Zentimeter groß und bis zu 20 Kilogramm schwer werden. Silbern glänzt der Lachsfisch unterjährig, braunrot ist sein Gewand zur Laichzeit. Diese startet meist Ende September und zieht sich bis in den Januar. „Hier sind die Meerforellen am verwundbarsten. Lassen Sie die Fische beim Aufstieg und in den Laichgebieten bitte in Ruhe“, so sein Appell an den Menschenverstand, dem Umweltschutz nicht gleichgültig sein sollte.

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Infrastruktur für folgende Generationen sichern

 



„Das Geld liegt im Boden“

Die Wasser­infrastruktur braucht neue Investitions­strategien

Wasserversorgung und Abwasserentsorgung funktionieren in Deutschland zuverlässig. Damit das so bleibt, nahmen 54 Wasserunternehmen aus sieben Bundesländern am Projekt „Investitionsstrategie zur Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft“ teil. Die Ergebnisse lassen aufhorchen. Die KOWA MV und die Landesgruppe Nord des BDEW nehmen die Ergebnisse ernst. Die WASSERZEITUNG sprach mit David Schacht, Geschäftsführer des WasserZweckVerbandes Malchin Stavenhagen.


Schon jetzt ein aufwändiges Unterfangen – die Erneuerung der unterirdischen Leitungen. Künftig muss noch deutlich mehr investiert werden, um die Substanz nachhaltig zu erhalten.

Foto: WZV Malchin Stavenhagen

David Schacht, Vorsitzender der Wasserwirtschaft MV im BDEW

Foto: SPREE-PR/Galda

Warum beschäftigen Sie sich so intensiv mit den Investitionen in die Infrastruktur?

Weil viele Leitungs- und Kanalnetze aus den 1960er- bis 1990er-Jahren stammen und absehbar ihre technische Standardnutzungsdauer erreichen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Umwelt- und Gewässerschutz, Klimaanpassung und Extremereignisse sowie steigende Bau- und Finanzierungskosten. Diese Entwicklungen treffen auf begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen – der Druck auf Aufgabenträger und politische Gremien wächst, langfristige Investitionsstrategien zu entwickeln.

Was bedeuten langfristige Strategien für die Wasserwirtschaft?

Investitionen dürfen sich nicht nur am kurzfristigen Bedarf orientieren. Ziel ist eine nachhaltige Substanzerhaltung über Jahrzehnte. Rohrleitungs- und Kanalnetze haben sehr lange Lebenszyklen. Werden Erneuerungen zu lange verschoben, steigen technische Risiken und spätere Kosten deutlich. Investitionsstrategien müssen daher weit über übliche fünfjährige Wirtschaftsplanungen hinausreichen.

Welche Rolle spielen die Leitungsnetze dabei?

Eine zentrale. Der größte Teil des Vermögens der Wasserwirtschaft in Deutschland liegt im Untergrund. In der Wasserversorgung entfallen rund 91 Prozent des Anlagevermögens auf Rohrleitungsnetze – etwa 29,6 Milliarden Euro von 32,4 Milliarden Euro. Auch in der Abwasserbeseitigung liegen rund 75 Prozent der Wiederbeschaffungswerte im Kanalnetz. Ihr Zustand bestimmt daher maßgeblich die langfristige Stabilität der Infrastruktur.

Wie wurden die zukünftigen Entwicklungen untersucht?

Im Projekt „Investitionsstrategie zur Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft” (2024) stellten 54 Wasserversorgungs- und 21 Abwasserunternehmen Daten bereit. Analysiert wurden Altersstrukturen, Wiederbeschaffungswerte und technische Nutzungsdauern. Darauf basierend wurden Investitionsstrategien über mehrere Jahrzehnte simuliert – ein „weiter wie bisher” und ein Szenario mit schrittweiser Anpassung an nachhaltigen Substanzerhalt bis 2050.

Zu welchen Ergebnissen kommt die Analyse?

Der Anteil von Infrastruktur in kritischem Zustand wird in den kommenden Jahrzehnten steigen – selbst bei höheren Investitionen. Heute liegen die durchschnittlichen Erneuerungsraten bei etwa 0,4 Prozent pro Jahr. Rechnerisch entspräche das Nutzungsdauern von rund 247 Jahren für Rohrleitungsnetze und 244 Jahren für Kanalnetze. Das zeigt, dass das derzeitige Investitionsniveau langfristig nicht ausreicht.

Was wäre stattdessen notwendig?

Um realistische Nutzungsdauern zu erreichen, müssten die Erneuerungsraten deutlich steigen – auf etwa 1,2 Prozent bei Rohrleitungsnetzen und 1,3 Prozent bei Kanalnetzen. Das bedeutet einen Strategiewechsel: weg von überwiegend schadensgetriebener Instandhaltung hin zu einem planmäßigen, kontinuierlichen Substanzerhalt.

Welche Auswirkungen hätte das auf die Gebühren für Verbraucherinnen und Verbraucher?

Höhere Investitionen führen langfristig zu steigenden Entgelten. Wichtig ist aber: Diese Entwicklung ist kein Zeichen ineffizienter Strukturen, sondern Ausdruck einer realistischen Anpassung an die technischen Anforderungen der Infrastruktur.

Was ist die wichtigste Botschaft des Projekts?

Kontinuierliche Investitionen sind entscheidend. Werden Erneuerungen aufgeschoben, entstehen später deutlich größere technische und finanzielle Belastungen – eine Art „Generationenschuld”. Nachhaltige Wasserinfrastruktur bedeutet, Investitionen frühzeitig zu verstetigen und die Versorgung langfristig zu sichern. Die Politik ist hier gefordert, für geeignete Rahmenbedingungen und unterstützende Instrumente zu sorgen.


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„Der Perschke war schon immer da“

 



GESICHTER DER WASSERWIRTSCHAFT

„Der Perschke war schon immer da“

Hans-Peter Perschke ist zu einer Symbolfigur für die erfolgreiche lokale Energiewende in Ostthüringen geworden. Seit langer Zeit ist er aber auch eine feste Größe in der Wasserwirtschaft und in der kommunalen Politik. Mit ihm startet die WASSERZEITUNG die Interview-Reihe „Gesichter der Wasserwirtschaft“.

Hans-Peter Perschke: Bürgermeister, Verbandsvorsitzender, Umweltpreisträger und Energiebündel.

Foto: SPREE-PR/Wolf

Herr Perschke, Sie sind Lehrer für Russisch und Geschichte. Bevor Sie auf die Idee kommen, mich abzufragen, könnten wir bitte gleich zum Thema Wasser übergehen?

Ja, in Ordnung. Ich bin aber nicht nur Lehrer, sondern auch Verwaltungsfachwirt. Diese Ausbildung, ein Angebot der Thüringer Verwaltungsschule, hatte ich mir nach der Wende gegönnt, nachdem ich hier in Schlöben 1990 Bürgermeister wurde. Das war nötig, denn Verwaltungsarbeit auf bundesdeutscher Basis war für mich absolutes Neuland.

Sie stammen aus Brandenburg, nach einem Zwischenstopp in Moskau gingen Sie nach Thüringen. Wie kam das?

Ich bin im jetzigen Märkisch-Oderland geboren und habe nach dem Studium in meiner Heimat als Lehrer gearbeitet. 1985 durfte ich durch Glücksumstände zu einer Weiterbildung nach Moskau, übrigens als einziger Nicht-Genosse. Die Perestroika live zu erleben, hat mich tief geprägt. Nicht nur ob des Umstands bei einem weltverändernden historischem Ereignis dabei gewesen zu sein, sondern die Reaktion zu Hause darauf. Mein neues wurde unmittelbar danach der Liebe wegen das kleine, damals wenig beschauliche Schlöben in Ostthüringen. In dem ehemaligen Gutsdorf und dann politischen und landwirtschaftlichen Zentrum unterrichtete ich an der Polytechnischen Oberschule. Allerdings kamen Ideen zum gesellschaftlichen Wandel nicht gut an.

Sie waren ein Rebell?

Ich war schon immer ein politischer Mensch und hatte mich sowohl innerhalb als auch außerhalb der politischen Ordnung gesellschaftlich engagiert.
So war es nicht verwunderlich, dass ich auf Dauer keine Duldung auf meiner Arbeit hatte und letztendlich in ein Kinderheim versetzt wurde.
Mit der Wende ergab sich für mich die Chance doch noch den Wandel zu gestalten und so kandidierte ich 1990 für den Gemeinderat und wurde von diesem zum Bürgermeister gewählt.

Amtsmüde? Keine Spur! Hans-Peter Perschke hat viele neue Projekte in der Planung.

Foto: SPREE-PR/Wolf

Zwei Jahre später, 1992, sind Sie Verbandsvorsitzender des ZWA „Thüringer Holzland” geworden. Wie kamen Sie zum Wasser?

Für mich als Bürgermeister hatte das Wasser oberste Priorität. Immer wieder waren in Schlöben Wasserrohre gebrochen. Die Leitungen waren aus dem Jahre 1904 und der Wasserdruck war viel zu niedrig. 1990/91 haben wir angefangen, neue Trink-und Abwasserleitungen zu verlegen und die Orte zentral zu entsorgen. Beim ZWA war ich erst als stellvertretender Vorsitzender, dann ab 1992 Vorsitzender und bin es bis heute geblieben. 1992 war voller Veränderungen. Die Strukturen der Zweckverbände wurden neu geschaffen, es ging um die Entflechtung aus der Privatwirtschaft, den Umgang mit Konzernen, um Personalaufbau. Keine leichte Zeit.

Was sind Ihre Aufgaben beim ZWA „Thüringer Holzland”?

Ich bin zuständig für die gesamte Verbandsarbeit, für die Ausschussarbeit und für die Verbandsversammlung. Ich vertrete den ZWA nach außen und bin in den Gremien, in denen der Zweckverband aktiv ist, zum Beispiel im KKT, dem Zweckverband zur kommunalen Klärschlammverwertung Thüringen. Wichtig ist mir, immer präsent zu sein.

Bürgermeister, Verbandsvorsitzender, Mitglied in Gremien, Ausschüssen und Vereinen… Was ist Ihr Antrieb?

Alle meine Ämter sind ehrenamtlich und alles hängt miteinander zusammen. In erster Linie bin ich Dorfbürgermeister. Wenn man aber einem Verband seit seiner Gründung vorsteht, mit seiner Geschichte fest verwoben ist, fühlt es sich an wie ein Kind, dass man nicht gern loslässt. Bei meiner Arbeit für den ZWA gab von außen anfangs eine Menge Anfeindungen, Kritik und Gewaltandrohungen, als das Wasser plötzlich Geld kostete. Es war eine raue Umbruchszeit und die Zeiten sind immer noch rau, aber alles, was ich tue, kommt auch unserem Dorf Schlöben zugute. Die Teamarbeit beim ZWA gibt mir viel Energie. Mir ist es wichtig, an Gesetzgebungen mitzuwirken, sich auch im Landtag hinzustellen und zu sagen: Nein. Man darf widerständisch sein gegenüber politischen Entscheidungen.

„Kinder, was soll nur werden?” Diese Frage stellen Sie gern. Sind die Zeiten in der Wasserwirtschaft so schlecht?

Die Themen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in unserer kleingliedrigen Region waren schon immer ein schwieriges Feld. Und sie bleiben präsent, denn wir stehen vor großen Herausforderungen, wie den Klimafolgenanpassungen, aber auch der demografischen Entwicklung. Auf all das blicke ich mit dem nötigen Optimismus, dass wir alles gut hinbekommen. Nicht nur für die Wasserwirtschaft, sondern auch für die kommunale Entwicklung heißt mein Credo: interkommunale Zusammenarbeit. Es geht um gemeinsames Nachdenken über die Dorf- und Verbandsgrenzen hinaus, um nachhaltige Projekte, die enkeltauglich sind.

Ist das Bioenergiedorf Ihr Lebenswerk?

Die Arbeit am Bioenergiedorf Schlöben und die Gründung der Energiegenossenschaft sind für mich ein erfüllendes Werk. Dabei waren die Erfahrungen aus meinem Amt als Verbandsvorsitzender seit 1992 sehr hilfreich. Ich freue mich, es geschafft zu haben, so viele Leute aus der Gemeinde bei den Projekten mitzunehmen und dass wir eine großartige Kooperation mit der Landwirtschaft haben. Wir waren gemeinsam erfolgreich, wir haben trotz aller Widerstände ein Alleinstellungsmerkmal und eine Identität geschaffen. Uns „Schlöbis” kennt man!

Fühlen Sie sich als Thüringer?

Ja. Ich bin ja nun schon lange hier. Obwohl Anfang der neunziger Jahre die Zuordnung für manch einen auch in Erfurt aufgrund des Restdialekts nicht ganz klar war. Manchmal durchaus hilfreich. Zu meinem 65. Geburtstag hat mich mein Gemeinderat schon zu Lebzeiten zum Ehrenbürger ernannt. Das heißt: man ist Thüringer. Einer meiner Lieblingssätze vom Thüringer Innenminister: „Der Perschke war schon immer da!”

Das Gespräch führte WASSERZEITUNG-Redakteurin Ulrike Wolf.

Seit vielen Jahren ein sehr gutes Team: Verbandsvorsitzender Hans-Peter Perschke und Werkleiter Steffen Rothe vom ZWA „Thüringer Holzland“.

Foto: ZWA „Thüringer Holzland“

Hans-Peter Perschke

Hans-Peter Perschke

geboren 1955 in Bad Freienwalde
diplomierter Lehrer für Russisch und Geschichte,
Verwaltungsfachwirt, seit 1994 freiberuflich tätig
seit 1990 Bürgermeister der Gemeinde Schlöben
seit 1992 Vorsitzender des ZWA „Thüringer Holzland”
1992 Preisträger des Umweltpreises des Landkreises Stadtroda
seit 2016 Mitglied des Beirats zur nachhaltigen Entwicklung Thüringens
2012 wurde Schlöben Bioenergiedorf

www.bioenergiedorf.schloeben.eu

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Raus aus dem Klassenzimmer – ran an die Kläranlage

 



Wasser & Bildung

Raus aus dem Klassenzimmer – ran an die Kläranlage

„Woher kommt das Trinkwasser?“ und „Wie wird das Abwasser wieder sauber?“ Solchen und anderen spannenden Fragen gehen Kinder heute nicht mehr nur im Klassenzimmer nach, sondern direkt vor Ort, gemeinsam mit den regionalen Trink- und Abwasserzweckverbänden. Diese haben längst erkannt, wie wichtig es ist, schon die Jüngsten für das Thema Wasser zu begeistern und machen Wissen hautnah erlebbar. Wie das gelingt, zeigen viele unserer Herausgeber der WASSERZEITUNG mit ihren Projekten für junge Entdecker.

  • Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR

    Foto: Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR

    Seit vielen Jahren bieten wir Klassen Führungen über unsere Anlagen an – die Nachfrage wächst stetig. Der Leiter Betrieb Kläranlage und Kanalnetz ist unser Experte für Kinderfragen. Mit ihm wird die Kläranlage zum Klassenzimmer und so manches Rätsel gelüftet: Was steckt in einer Kläranlage? Wie funktioniert ein Kanalnetz? Auch beim Girls- und Boys-Day sind wir dabei. Unsere Mitarbeiter nehmen sich viel Zeit und zeigen, wie ein Arbeitsalltag bei uns aussieht und was die Branche so spannend macht. Kontakt: info@abwasser-wsf.de oder 03443 337450.

  • ZWA Bad Dürrenberg

    Foto: ZWA Bad Dürrenberg

    Gemeinsam mit dem Elsterfloßgrabenverein gestalten wir jedes Jahr einen Projekttag für die Dritt- und Viertklässler in Großgörschen. Dabei vermitteln wir altersgerecht, woher Trinkwasser kommt, was mit Abwasser passiert und welche Rolle der Elsterfloßgraben spielt. Denn wer früh versteht, wie wertvoll Wasser ist, geht später bewusster damit um. Außerdem öffnen wir regelmäßig unsere Kläranlagen in Großgörschen und Bad Dürrenberg für Schulklassen aus dem Verbandsgebiet. Kontakt: info@zwa-badduerrenberg.de oder 03462 54250.

  • WAZV Saalkreis

    Foto: WAZV Saalkreis

    Unser Schulpraktikant Elias Bieler hat einen Blick hinter unsere Kulissen geworfen – ein Auszug aus seinen Worten: „Die Woche hat mir sehr gefallen, weil mir gezeigt wurde, wie das Abwasser transportiert wird und wohin. Mir wurden die Abwasserpumpwerke gezeigt und wie sie funktionieren. Ich habe geholfen, Kanäle mit einer Nebelmaschine zu suchen – wir waren erfolgreich. Mir gefällt es hier sehr, weil alle lustig und nett sind.“ Neben Führungen durch unsere Kläranlage bieten wir auch Schulpraktika an. Kontakt: info@wazv-saalkreis.de oder 034606-3600.

  • Der Praktikumsbericht fällt durchweg positiv aus.
    Foto: WAZV Saalkreis

WAZV „Bode-Wipper“

Foto: WAZV „Bode-Wipper“

Zum 111. Jahrestag unseres Wasserturms in Groß Börnecke feierten wir 2024 ein großes Wasserfest mit Führungen für Groß und Klein. Dabei sammelten wir Spenden für einen Trinkbrunnen der Kita „Sonnenschein“, der im Dezember 2024 eingeweiht wurde und die Kinder noch heute begeistert. Darüber hinaus bieten wir Besichtigungen unserer Kläranlage an und öffnen unsere Tore auch zum Girls- und Boys-Day. Wir möchten jungen Menschen das Thema Wasser und uns als attraktiven Arbeitgeber näherbringen. Kontakt: info@bode-wipper.de oder 03925 92570.

  • VKWA Salzwedel

    Foto: freepik/aleksandarlittlewolf

    Mit den umliegenden Schulen stehen wir regelmäßig in Kontakt und öffnen unsere Tore für Führungen auf der Kläranlage Salzwedel. Anschaulich und altersgerecht erklären wir die Technologie der Abwasserbehandlung – denn wir möchten alle Kinder gleichermaßen abholen. Manchmal folgt auf eine Führung sogar eine Anfrage für ein Schulpraktikum oder eine Azubi-Bewerbung, das freut uns natürlich besonders! Auch unser Wasserwerk lässt sich besichtigen. Kontakt: info@vkwa-salzwedel.de oder 03901 844333.

  • AZV Wipper-Schlenze

    Foto: AZV Wipper-Schlenze

    Von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule – bei uns sind alle willkommen. Regelmäßig besuchen Schulklassen unsere Kläranlage und erfahren, wie die vielen Rädchen des Wasserkreislaufs ineinandergreifen. Wir versammeln die Klasse im Konferenzraum und klären gemeinsam den Weg des Abwassers vom Entstehungsort bis zur Kläranlage – was passiert dort mechanisch, chemisch und biologisch? Im Anschluss geht es mit unserem Abwassermeister auf eine Führung über die Kläranlage. Kontakt: info@azv-wipper-schlenze.de oder 03476 800990.

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Sondervermögen: Regionale Trink- und Abwasserzweckverbände schlagen Alarm: „Wir bekommen keinen Cent!“

 



Daseinsvorsorge

Sondervermögen: Zweckverbände schlagen Alarm!

Unverzichtbar für die Versorgung – unsichtbar im Sondervermögen: die regionalen Trink- und Abwasserzweckverbände.

Fotos: SPREE-PR/Petsch (li.); Gückel (re.), WAZV „Bode-Wipper“ (mi.)

Es ist das größte Investitionspaket, das die Bundesregierung bisher geschnürt hat: Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Es umfasst eine Kreditermächtigung von 500 Milliarden Euro. Davon gehen 100 Milliarden Euro an die Länder und ihre Kommunen, Sachsen-Anhalt erhält einen Anteil von 2,61 Milliarden Euro. Ein Investitionsschwerpunkt soll auf Wasserversorgung und Klimaanpassung liegen.

Und die regionalen Trink- und Abwasserzweckverbände? Sie gehen offenbar leer aus, obwohl sanierungsbedürftige Leitungen, Netzausbau und verschärfte Reinigungsvorschriften des Abwassers große Finanzierungen verlangen. Was die Zweckverbände konkret fordern – die WASSERZEITUNG hat nachgefragt.

Das Stimmungsbild ist eindeutig: Die befragten Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der Trink- und Abwasserzweckverbände in Sachsen-Anhalt blicken mit Sorge auf eine wachsende Reinvestitionslücke. Mario Pöschmann, Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR, fasst die Erwartungen an das Bundesvorhaben ernüchtert zusammen: „Das Ziel, mit dem Sondervermögen den Investitionsstau in vielen Infrastrukturbereichen zu beseitigen, sieht auf dem Papier gut aus. Große Projekte werden davon auch profitieren. Wir ‚kleinen‘ Verbände haben jedoch keinen Einfluss und gehen leer aus.“

Was das konkret bedeutet, erklärt Andreas Beyer, Geschäftsführer des WAZV „Bode-Wipper“: „Von den 2,61 Milliarden Euro, die an das Land Sachsen-Anhalt ausgeschüttet werden, erhalten wir regionalen Aufgabenträger keinen Cent.“

Dabei ist der Investitionsstau in der Wasserinfrastruktur längst keine abstrakte Zahl mehr.

Veraltete Leitungen zwingen Verbände zu teuren Erneuerungen.
Foto: WAZV „Bode-Wipper“


„Leider kommt die Infrastruktur, die keiner sieht, weil sie im Erdreich liegt, immer viel zu kurz.”

Bianka Wittenbecher
WAZV Saalkreis

Allein der WAZV Saalkreis beziffert seinen Bedarf an Investitionen im dreistelligen Millionenbereich: „Wir verfügen über ein Versorgungskonzept, das Trinkwassersicherheit, Resilienz und Energieoptimierung langfristig sichern soll. Doch ohne zusätzliche Mittel ist dieses Generationsprojekt nicht finanzierbar”, sagt Bianka Wittenbecher, Geschäftsführerin des WAZV Saalkreis.

Auch die Abwasserbranche steht unter Druck: Gesetzliche Vorgaben wie die EU-Kommunalabwasserrichtlinie, kurz KARL, verpflichtet die Versorgungsunternehmen zur energetischen Optimierung ihrer Kläranlagen – Ausgaben, die zwingend anstehen.

Mittel fließen an den Verbänden vorbei

Eine bittere Pille – und dennoch zeigen die Ver- und Entsorger auch Verständnis. Dass sie leer ausgehen, liege nicht am mangelnden Willen der Gemeinden, erklärt Franz-Xaver Kunert, Geschäftsführer des ZWA Bad Dürrenberg, und analysiert das Dilemma nüchtern: „Das liegt nicht an Böswilligkeit der Kommunen, sondern daran, dass sie die Gelder schlicht für ihre eigene Infrastruktur benötigen.“ Tatsächlich kämpfen viele Mitgliedskommunen selbst mit leeren Kassen.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das Stephan Sterzik, Verbandsgeschäftsführer des AZV Wipper-Schlenze benennt: „Da ein Verband mehrere Kommunen versorgt, wäre eine faire Lösung nur möglich, wenn alle Mitgliedsgemeinden ihrem Verband gemeinsam Mittel bereitstellen würden.“ Dass dies geschieht, hält er für unrealistisch, da die Kommunen sonst selbst kaum Investitionen tätigen könnten.

Fehlende Zuschüsse erhöhen Kostendruck

Dabei wäre der Nutzen für die Bevölkerung unmittelbar spürbar. Denn neue Investitionen bedeuten häufig neue Kredite und die schlagen sich direkt in den Gebühren nieder. Mit Sondermitteln hingegen könnten Verbände Kredite abbauen, neue Verschuldung vermeiden und trotzdem gezielt in die Infrastruktur investieren. Stephan Sterzik vom AZV Wipper-Schlenze betont: „Jede Maßnahme zur Verwendung solcher Mittel würde sich gebührenmindernd auswirken und käme damit allen Bürgern im Verbandsgebiet gleichermaßen zugute.” Mit anderen Worten: Jeder Euro, der bei den regionalen Verbänden ankommt, kommt letztlich bei den Bürgerinnen und Bürgern an.

Laut und sichtbar bleiben

Die Ver- und Entsorger geben sich nicht geschlagen. Franz-Xaver Kunert vom ZWA Bad Dürrenberg formuliert die gemeinsame Haltung klar: „Unsere Aufgabe wird sein, gegenüber dem Land laut zu bleiben. Hier müssen die Mittel auch an uns fließen – bestenfalls genauso unbürokratisch wie über die Kommunen.” Andere Trink- und Abwasserzweckverbände bleiben skeptisch: „Es ist zu befürchten, dass nach der Förderung von Maßnahmen im Landesinteresse – etwa der Reaktivierung des Wasserwerks Beesen in Halle (Saale) – kaum noch Mittel für die Zweckverbände übrigbleiben“, sagt Bianka Wittenbecher vom WAZV Saalkreis.

„Unser Versorgungsnetz gehört zum nachhaltigsten Anlagevermögen in Deutschland – es darf nicht vergessen werden.”

Franz-Xaver Kunert
ZWA Bad Dürrenberg


Das Sondervermögen auf einen Blick

  • 500 Mrd. Euro Gesamtvolumen, verteilt auf 12 Jahre
  • davon 100 Mrd. Euro an Länder und Kommunen
  • Die Verteilung regelt das Länder- und Kommunal-Infrastruktur­finanzierungs­gesetz (LuKIFG)
  • Berechnungsgrundlage: Steueraufkommen und Einwohnerzahl pro Bundesland
  • Sachsen-Anhalts Anteil: 2,61 Mrd. Euro
  • 1,6 Mrd. Euro direkt an die Kommunen
  • 1 Mrd. Euro verwaltet das Land – verteilt auf die Ministerien
  • Ein Investitionsschwerpunkt: Wasserversorgung und Klimaanpassung

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„Ich kann vom Wasser nicht genug bekommen“

 



Sachsen-Anhalt

„Ich kann vom Wasser nicht genug bekommen“

Rainer Mellies ist echter Ostfriese und der neue Präsident des Wasserverbandstages Bremen, Niedersachen und Sachsen-Anhalt. Ein Gespräch über viele Termine, die Kraft des Wassers und den Ostfriesentee. Und über die Biotonne.

Rainer Mellies ist seit Oktober 2025 neuer Präsident des Wasserverbandstages e. V. Bremen,

Niedersachsen, Sachsen-Anhalt.
Foto: WVT

Herr Mellies, Wasserwirtschaftler aus Sachsen-Anhalt sagten mir, mit Ihnen wäre ein lockeres Interview möglich.

Das wollen wir mal sehen. Aber ich glaube, das bekommen wir schon hin. Ehrlich gesagt habe ich noch nicht so viele Interviews gegeben. Ich gebe mein Bestes.

Meine erste Frage lautet: Sind Sie ein echter Ostfriese?

Ja, ich bin ein echter Ostfriese. Ich bin im Landkreis Aurich geboren und aufgewachsen. Ich trinke liebend gern den ganzen Tag lang meinen Ostfriesentee, der darf ruhig stark sein und länger auf dem Stövchen stehen. Soviel Schwarztee, aber der Körper arrangiert sich damit. Nur von Kaffee nach sechzehn Uhr kann ich nicht schlafen.

Sie haben in Paderborn Technischen Umweltschutz studiert und bevor Sie zur Wasserwirtschaft kamen, ging es 1997nach Berlin. War das Ihre Idee?

Nach dem Studium 1996 habe ich vier Jahre lang in einem Ingenieurbüro in Kassel gearbeitet. Ich war damals der jüngste, unverheiratete Ingenieur. Und wenn es um Projekte, die weit weg waren ging, schauten immer alle auf mich. Und so ging ich für fast zwei Jahre nach Berlin. Wir hatten 1995 das Konzept zur Einführung der Biotonne in Berlin erarbeitet. Nun ging es um die Öffentlichkeitsarbeit. Es war eine sehr spannende Aufgabe und auch sehr emotional.

Rainer Mellies am Deich in Ostfriesland.
Foto: DSA

Ihr Projekt hatte auch mit der Wiedervereinigung zu tun.

Für die Öffentlichkeitsarbeit für die Berliner Stadtreinigung hatten wir damals mehr als 120 Mitarbeiter gesucht, die an den Haustüren klingeln und den Bewohnern erklären, wie die Biotonne funktioniert. Ein riesiges Projekt. Insgesamt waren es 1,2 Millionen Hausbesuche. Wir konnten Mitarbeiter über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gewinnen und bei uns bewarben sich viele Menschen, die es nach der Wende schwer hatten, die sogenannten Wendeverlierer. Ich erfuhr damals viel über die persönlichen Schicksale, über Sorgen und Nöte der Ostdeutschen. Das hat mich sehr bewegt.

Später sind Sie wieder zurück in Ihre Heimat, nach Ostfriesland. Seit vielen Jahren sind Sie in der Siedlungswasserwirtschaft tätig. Sie sind Oberdeich- und Obersielrichter bei der Deich- und Sielacht Norderland, einem kommunalen Verband in der Stadt Norden. Für was sind Sie verantwortlich?

Hier oben an der Nordsee herrscht Ebbe und Flut. Im schlimmsten Falle gibt es Sturmfluten. Einfach gesagt: Wir behalten von früh bis spät das Wasser im Blick. Wir, damit meine ich insgesamt 14 Verbandsmitarbeiter. Die Binnenwasserstände werden übers sogenannte Sielen, über kontrollierte Entwässerung, geregelt. Das Wasser wird in einem großen Speicherbecken zwischengespeichert und von da aus wieder ins Meer abgelassen. Dieses Sielen ist normerweise zweimal pro Tag möglich, immer dann, wenn der Wasserstand in der Nordsee niedriger ist als unser Binnenwasserstand. Wenn das Sielen nicht möglich ist, pumpen wir das Wasser mit unseren Pumpen Richtung Nordsee.

In diesem Zusammenhang werden Sie auch manchmal „der Deichgraf“ genannt. Mögen Sie diesen Titel?

Hier im Norden haben wir die Bezeichnung Oberdeichrichter und so stelle ich mich den Leuten auch vor. Ich halte ab und zu Vorträge und da fällt dann schon mal das Wort Deichgraf. Ich mag die Bezeichnung, wenn sie am Rande kommt und mit einem Lächeln gesagt wird.

Wir gehen noch mal ein Stück zurück in ihrer Biografie. Zu Ihrer Kindheit und Jugend. Wie sind Sie eigentlich zum Thema Wasser gekommen?

Ganz wesentlich daran beteiligt war mein Vater. Wir hatten immer Landwirtschaft, unser Hof ist in Leybuchtpolder, es ist geologisch gesehen das jüngste Dorf Deutschlands, das letzte eingedeichte Stück Land, was besiedelt wurde. Die Ortschaft wurde 1954 gegründet, man hatte damals Mitarbeiter für den Deichbau und später Siedler gesucht. Mein Vater und mein Opa, vertrieben aus Ostpreußen, suchten ein neues Zuhause und so haben sie sich für die Deicharbeiten gemeldet und später auf die Siedlerstelle beworben, Glück gehabt und diese per Losverfahren bekommen. Somit entstand in unserer Familie der Bezug zum Deich, zur Landwirtschaft und zum Wasser. Unser Stück Land ist dem Wasser abgerungen geworden. Alles wirtschaften ging natürlich nur mit ordentlicher Entwässerung. Alles, was stattfand, hatte mit Wasser zu tun: der neue Deich, der Schutz vor Hochwasser, die Sturmfluten und der ertragreiche Marschboden. Ich war der dritte von vier Söhnen. Mein Vater kam irgendwann auf die Idee, dass ich doch mal ein Praktikum auf der Kläranlage in unserer Region machen könnte. Also ging es direkt nach meinem Abitur dorthin. Ich wollte erst Landwirtschaft mit Schwerpunkt Umweltschutz studieren, doch dann bin ich an die Technische Universität Paderborn gegangen, an den Standort Höxter und studierte mit Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft.

Sie sind seit vielen Jahren in der Verbandsarbeit. Können Sie das Wort Wasser noch hören?

Da hab ich nie genug davon! Beruflich wie privat. Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, fragt meine Frau immer: Soll ich fahren? Weil ich meistens nach rechts und links in die Gräben schaue, ob da alles in Ordnung ist mit dem Wasserstand. Wenn wir mit dem Rad unterwegs sind, führt der Weg immer erstmal zum Deich. Das Wasser ist immer präsent, genau wie der Blick auf Wetter. Die Fragen lauten täglich: Funktioniert die Entwässerung? Sind wir gut aufgestellt, wenn das Wasser kommt? Was ich besonders toll finde an dieser Arbeit hier oben im Norden: Man denkt nicht in kurzen Zeitsegmenten, alles ist auf Generationen angelegt. Wahlperioden spielen hier oben keine Rolle. Leben findet hier nur statt, wenn die Entwässerung funktioniert und wenn der Deich hält. Der Klimawandel zeigt auch hier oben sein Gesicht: Wir haben immer mehr Wasser im Winter und immer weniger im Sommer.

Sie sind neuer Präsident des Wasserverbandstages Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Was bedeutet Ihnen das?

Es ist eine Mischung aus sehr vielen verschiedenen Emotionen. Ich habe die Nachfolge von Heiko Albers angetreten. Er ist leider viel zu früh verstorben und hinterlässt eine riesige Lücke. Ich kannte ihn gut und habe ihn sehr geschätzt. Er hatte sich unglaublich stark gemacht für die Wasserwirtschaft. Wenn man sich neuen Aufgaben stellt, kommt eine Menge auf einen zu. Die Breite an Themen und die Fläche des Wasserverbandstages sind enorm. Es ist eine große Herausforderung und ich wachse in die Aufgaben hinein. Die Präsidentschaft ist eine ehrenamtliche Aufgabe mit vielen Treffen und Veranstaltungen, zum Beispiel neulich im Ministerium in Sachsen-Anhalt. Ohne das Team des Wasserverbandstages würde es nicht gehen. Wir haben ein Büro in Magdeburg mit dem Geschäftsstellenleiter Frank Hellmann und der Büroleiterin Doreen Markau. Auch in Hannover haben wir einen Sitz und außerdem noch eine Prüfstelle mit insgesamt neun Mitarbeitern.

Was hat Sie motiviert, das Amt zu übernehmen?

Die Verbandsarbeit macht mir nach all meinen Dienstjahren immer noch jeden Tag viel Freude. Das ist meine Lebensaufgabe. Mit dem Wasserverbandstag können wir Interessen bündeln und Signale Richtung Politik senden, immer wieder, gebetsmühlenartig. Wir haben die Möglichkeit, Entwicklungen anzuschieben und richtungsweisend zu sein. Ich sehe auch, mit welcher Energie und Ausdauer die Verbände überall ihren Job machen. Ich treffe beim Wasserverbandstag viele Überzeugungstäter. Wir können etwas bewegen, für jetzt und für künftige Generationen, das ist mein Antrieb. Wir müssen unsere Forderungen immer wieder an den richtigen Stellen platzieren. Es geht um gute Öffentlichkeitsarbeit. Wir brauchen vor allem finanzielle Unterstützung und Fördergelder beim Bestandserhalt des Trink- und Abwassernetzes. Bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind wir hinter der Zeit, wir haben zu geringe Erneuerungsraten von durchschnittlich 0,7 Prozent. Wir können nicht nur schauen, dass die Beiträge stabil bleiben, sondern wir brauchen auch Investitionsstrategien für Erneuerung. Als Präsident bin ich immer wieder Ansprechpartner für Politik und für Interessenverbände.

Wenn Sie drei Wünsche für die Wasserwirtschaft frei hätten, welche wären das?

Erstens: Wir brauchen Fördermittel sowie vergünstigte oder zinslose Darlehn für Investitionen ins Leitungsnetz. Wir können nicht darauf warten, dass unsere Kinder alle Aufgaben übernehmen. Das Zweite ist, auch im Hinblick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, wir brauchen stabile politische Verhältnisse. Nach Wahlen wechseln Ansprechpartner in den Ämtern und wieder dauert dann alles länger. Mein dritter Wunsch: Das immer mehr Menschen feststellen, dass Wasser ein kostbares Gut ist. Da habe ich aber keine Sorge, denn ich sehe bei den Bürgern immer mehr ein positives Umdenken.

Was wollen Sie für Sachsen-Anhalt erreichen?

Es ist einmal das Vorankommen bei der Investitionsstrategie für den Leitungserhalt im Trink- und Abwasser. In der Trinkwasserversorgung drängt sogar noch mehr die Zeit als beim Abwasser. Wir müssen langfristig in eine Erneuerungsrate von zwei Prozent pro Jahr kommen. Klingt wenig, ist aber ein enormer Kraftakt. Man könnte jetzt sagen, ja aber Rohre und Leitungen halten doch über sechzig Jahre. Ich sage: es ist falsch, erst nach 60 Jahren zu sanieren. Wir müssen früher ins Rollen kommen, nach etwa 35 Jahren, denn Planungen und Baumaßnahmen brauchen Zeit und: Geld. Weiterhin möchte ich das Thema Klimawandel im Blick haben: Es geht vor allem um die Wasserrückhaltung in der Fläche und die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und den Schutz des Grundwassers. Was ich in Sachsen-Anhalt großartig finde: Im neuen Wassergesetz wurde der Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung vor anderen Nutzungen verankert. Ich habe auch den Demografiewandel in den ländlichen Regionen im Blick. Wenn sich die Einwohnerzahlen verringern, was bedeutet das dann für die Beitrage und Gebühren, was bedeutet das für die Versorgungslage? Bei allen angesprochenen Themen haben die Verbände sehr gute Vorschläge und Konzepte parat.

Von der Stadt Norden bis nach Magdeburg sind es über 400 Kilometer. Welche Kontakte entstehen gerade nach Sachsen-Anhalt?

Der Tag der Wasserwirtschaft in Magdeburg 2025 war ein guter Auftakttermin für mich. Ich hatte auch einen sehr guten Austausch mit Staatssekretär Dr. Steffen Eichner im Ministerium und viele weitere Gespräche mit Politikern und Verbänden. Mein Stellvertreter, Achim Grossmann sowie Franz-Xaver Kunert vom Vorstand des Wasserverbandstages und Mario Pöschmann von der Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR unterstützen mich sehr.

Das Gebiet des Wasserverbandstages ist mit Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt riesig. Sie sind seit Oktober 2025 im Amt. Was konnten Sie von Sachsen-Anhalt schon kennenlernen?

Ich bin ganz ehrlich. Aktuell ist es für mich so: Anreise, Abreise, Termine und weiter. Ich denke, dies wird mit der Zeit anders und ich freue mich darauf, Sachsen-Anhalt und seine Menschen sowie viele Wasserverbände näher kennenzulernen. In diesem Jahr haben wir die zweitätige Vorstandsitzung in Quedlinburg, da möchte ich vor und nach der Tagung auf jeden Fall rechts und links schauen. Aber ich kenne zum Beispiel Wernigerode gut.

Für den Wasserverbandstag sind sie viel unterwegs, wenn Sie wieder nach Hause, nach Ostfriesland kommen, was tut Ihnen dann gut?

Wenn ich mit dem Rad am Deich entlangfahre oder zu den Feldern, gemeinsam mit meiner Frau. Und dann sind da noch die Spaziergänge mit unserer Labradorhündin Funny. Jeden Abend zur gleichen Zeit steht sie da und fordert ihre Runde ein. Sie ist schon dreizehn Jahre alt, die Strecken mit ihr werden kürzer, aber den Weg bis zum Deich, den schafft sie noch!

Vielen Dank, Herr Mellies, für das Interview.

Das Gespräch führte WASSERZEITUNGs-Redakteurin Ulrike Wolf.

Steckbrief Rainer Mellies
„Kein Deich, kein Land, kein Leben“
  • 57 Jahre alt, lebt im Landkreis Aurich, ist verheiratet und hat drei Söhne
  • Studium an der TU Paderborn, Standort Höxter und Abschluss als Dipl. Ing. FH Technischer Umweltschutz, Schwerpunkt: Siedlungswasserwirtschaft und Abfallwirtschaft
  • 4 Jahre Ingenieurbüro IGW Witzenhausen, Abfallwirtschaftskonzepte und Einführung der Biotonne
  • Berater für die Landwirtschaft Ostfriesland: Schwerpunkt Nährstoffmanagement und Biogasanlagen
  • Ab 2010 Sielrichter, Vorstand und Verbandsvorsteher im Entwässerungsverband Norden
  • Ab 2021 im Ausschuss und Prüfungsausschuss des Wasserverbandstages e. V.
  • Seit 2025 Oberdeich- und Obersielrichter, nach Fusion Entwässerungsverband Norden und Deichacht Norden zur Deich- und Sielacht Norderland
  • Seit 10.10.2025 Präsident des WVT e.V. Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt

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Was wächst denn da …?

 



Frische Ernte aus Gemüseresten ganz leicht

Was wächst denn da …?

Eben noch schnell etwas knackigen Salat und Kräuter zum Abendessen ernten? Genau das Richtige in der kalten Jahreszeit! Dafür nur kurz zur Fensterbank gehen und die vitaminreichen Blätter pflücken … Moment. Salaternten im Frühjahr auf einer Fensterbank? Genau! Denn wer Lust auf etwas eigenes Gemüse hat, muss nicht bis zum Sommer warten.

Ob Wohnung, Balkon oder Garten: Nachwachsende Gemüsereste gedeihen mit Licht und Wärme überall.

Foto: SPREE-PR/Swoboda

Regrow (wörtlich übersetzt: wieder nachwachsen) verspricht neue Ernte aus Gemüseresten. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Beim Kochen entstehen ohnehin Bioabfälle. Statt sie wegzuwerfen, können viele Gemüsereste wiederverwertet und angebaut werden – und dass zu jeder Jahreszeit. So vermeiden Sie Biomüll und haben immer frische Zutaten parat. Regrow ist für jedermann, für Alt und Jung geeignet. Besonders für Kinder ist das Anbauprojekt spannend. Sie lernen, woher ihr Essen kommt, und können sich ins Thema Pflanzenkunde einfuchsen. Der Ertrag ist bei vielen Sorten bereits nach wenigen Tagen sichtbar, da macht Gemüseessen doch gleich doppelt Spaß!

Salat & Co. für Einsteiger

Eigentlich können Sie gleich loslegen, denn für den Anfang hat man das meiste in der Regel schon im Haus: Kleine Schüsseln, Deckelgläser in unterschiedlichen Größen und ein sauberes, scharfes Messer werden benötigt. Wichtig ist ein Platz zum Gedeihen mit viel Licht und Wärme, wie eben eine Fensterbank. Wir von der WASSERZEITUNG haben uns in die Gartenarbeit gestürzt und führen Sie in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für Frühlingszwiebeln und Salat durch das Projekt.


Auch Joghurtbecher eignen sich hervorragend als Blumentöpfe.

Foto: SPREE-PR/Swoboda

Triebe eintopfen steigert Ernte

Los geht’s: die Frühlingszwiebel etwa zwei Zentimeter über der Wurzel abschneiden und in ein mit Wasser gefülltes Glas stellen. Das Wasser alle drei Tage austauschen. Nach wenigen Tagen sprießen aus den abgeschnittenen Stängeln hellgrüne Spitzen.

Das Glas mit Wasser nur so hoch befüllen, dass die Triebe nicht bedeckt sind.
Foto: SPREE-PR/Swoboda


Das sind bereits die nachwachsenden Triebe, die Sie ernten können, je nachdem wie hoch die Keimlinge wachsen sollen. Auch nachdem etwas abgeschnitten wurde, kann der Trieb weiter genutzt werden. Dafür einfach wie gehabt Wasser regelmäßig auswechseln oder gegebenenfalls in einen Topf mit frischer Aufzuchterde setzen. Das Gleiche funktioniert auch mit dem Strunk eines Salatkopfs. Etwa zwei Zentimeter darüber abschneiden und in ein Wasserglas stellen. Am besten die äußeren Blätter entfernen, sodass nur noch das „Herz“ im Nass steht. Nach wenigen Tagen treiben erste Blättchen in der Mitte aus. Diese können bereits geerntet oder nach zwei Wochen im Topf mit Anzuchterde eingepflanzt werden. Nur mäßig gießen, sonst verdirbt die Pflanzenpracht. Selbstverständlich wächst so kein komplett neues Gemüse nach, sondern nur die Triebe. Aus Möhren werden keine neuen wachsen, aber die sprießenden, grünen Blätter sind ebenfalls schmackhaft und gesund und eine leckere Zutat für Suppen und Salate.

Auch sind die Ernteerträge aus einem Gewächs überschaubar. Es bietet sich an, gleich mehrere Ableger anzusetzen. Für Regrow eignen sich außerdem noch Gemüsesorten wie Porree, Stangen- und Knollensellerie, Fenchel, Wurzelpetersilie oder Rote Bete.

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Besser durch enge Zusammenarbeit

 



15 Jahre KOWA SH – eine Erfolgsgeschichte

Besser durch enge Zusammenarbeit

Am 11. November 2011 kamen Vertreter aus zehn kommunalen Wasserverbänden zusammen, um eine neue Arbeitsgemeinschaft zu gründen: die Kooperationsgemeinschaft kommunaler Wasser- und Abwasserverbände Schleswig-Holstein, kurz: KOWA SH. Aus Anlass des Jubiläumsjahres sprachen wir mit Michael Schoop, Geschäftsführer des Wasserverbandes Norderdithmarschen. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern.

Eine Herzensangelegenheit – die kommunalen Wasserunternehmen setzen sich für das Wohl des Lebenselixiers gemeinsam ein.
Fotos: SPREE-PR/Galda, Petsch

WASSERZEITUNG: Wofür ist die KOWA SH angetreten?

Michael Schoop: Wir wollen der kommunalen Wasserwirtschaft eine Stimme geben, und das ganz regional für Schleswig-Holstein.

Wofür steht die KOWA SH ein?

Wir stehen für eine stabile und qualitativ hochwertige Wasserver- und Abwasserentsorgung ein. Damit das so bleibt, sind wir im Kontakt mit Gremien, Behörden, Ministerien, Entscheidungsträgern und machen uns stark für das Wasser und Abwasser. Uns ist es wichtig, einen rechtlichen, wirtschaftlichen und langfristig berechenbaren Rahmen für unsere Arbeit zu schaffen.

Was bedeutet das konkret?

Es geht um den Wissens-, Ideen- und Erfahrungsaustausch zu allen Themen der Wasserver- und Abwasserentsorgung. Darüber hinaus vertreten wir unsere politischen Interessen im Rahmen gemeinsamer Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben insbesondere auf Landesebene. Ein gemeinsamer Einkauf, die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen sowie ein Benchmarking (Branchenvergleich/Kennzahlenvergleich) bilden den Fokus unserer Gemeinschaft.

Welche Tragweite hat die KOWA SH?

Heute besteht die KOWA aus zwölf Mitgliedsverbänden, die 40 Prozent aller Gemeinden in Schleswig-Holstein mit Trinkwasser versorgen und in 13 Prozent der Gemeinden für die Abwasserbeseitigung zuständig sind. Wir liefern 34 Millionen Kubikmeter frisches Trinkwasser zu den Menschen in der Region und entsorgen dabei jedes Jahr 7 Millionen Kubikmeter Abwasser.

Das „KO“ in Ihrem Kürzel ist ein wichtiger Fingerzeig …

Auf jeden Fall! Kommunal. Wir sind überzeugt davon, dass das Wasser nur dort richtig aufgehoben ist, in den Händen der Städte und Gemeinden, die wiederum eigens dafür Wasserverbände gegründet haben. Es sollte bei Wasser nicht um Profit gehen, sondern so wie wir das tun, um nachhaltiges Arbeiten nach dem Kostendeckungsprinzip. Die Einnahmen und Ausgaben müssen sich die Waage halten, es geht ausdrücklich nicht um kurzfristige Rendite.

Foto: SPREE-PR/Galda



Die Kommunikation nach außen scheint klar. Wie sieht es mit der Kommunikation nach innen aus?

Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte! „Wir treffen uns mehrfach im Jahr persönlich. Da erfolgt ein Austausch auf Augenhöhe, von dem alle profitieren. Der persönliche Kontakt „wie macht ihr dies oder das“, „wo habt ihr Schwierigkeiten?“, „welche Lösungsansätze gibt es?“, „was kann man gemeinsam umsetzen?“ – dieser regelmäßige Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer ist sehr bereichernd und bringt alle Mitglieder im Land voran. Und wenn es schnell gehen muss, bringt eine schnelle E-mail alle auf den gleichen Stand.

Wo soll die Reise hingehen?

Unser gemeinsames Bestreben ist immer darauf ausgerichtet, die Wasserwirtschaft zu stärken und dabei nachhaltige Ressourcennutzung und Umweltschutz unter einen Hut zu bekommen.

Was haben die Kunden von diesem Engagement?

Starke Partner vor Ort, die kostendeckend handeln und ihre Arbeit immer weiter optimieren. Wir wollen die Qualität sichern und das Preis-Leistungs-Verhältnis stabil halten – und das nicht zum Selbstzweck, sondern natürlich im Sinne aller Kundinnen und Kunden!

Vielen Dank für das Gespräch!

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Ab ans Wasser!

 



Sachsen-Anhalt

Ab ans Wasser!

Mit den Tipps vom Blauen Band Sachsen-Anhalt lassen sich Frühling und Sommer bestens genießen.

Die Elbe ist Deutschlands zweitlängster Fluss und durchfließt Sachsen-Anhalt auf einerLänge von knapp 300 Kilometern. Viel Natur und Geschichte lassen sich an Ufern und in den Städten entdecken.

Foto: Blaues Band Sachsen-Anhalt

Sie paddeln oder radeln gern? Sie möchten mit der Familie eine gemütliche Schifffahrt machen oder lieber ganz sportlich per Wasserski maximalen Fahrspaß erleben? Per Rad entspannt den Fluss entlang? Da haben wir was für Sie…

Das Gewässernetz von Sachsen-Anhalt verbindet Mitteldeutschland mit Berlin/Brandenburg, Prag, Polen und der Nord- und Ostsee. Seit der Gründung des Blauen Bandes Sachsen-Anhalt im Jahre 2002 bietet der Verein auf seinen Webseiten www.blaues-band.de und www.blauesband.de zahlreiche Tipps, Landschaft und Wasser zu genießen. Kerngebiet ist die Elbe mit ihren wichtigsten Nebenflüssen Saale und Unstrut sowie der Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal. Aber auch Angebote an vielen weiteren Flüssen wie der Bode und Mulde oder an den Seen, wie dem Arendsee, dem Geiseltalsee oder dem Löderburger See gehören dazu. Sachsen-Anhalt hat wunderschöne und einzigartige Wasserwege und es gibt für Groß und Klein jede Menge zu entdecken.

Das Blaue Band gibt zahlreiche Tipps für Paddeltouren, Verleihstationen, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten. Auch Literaturtipps finden sich auf den Internetseiten.
Quelle: Blaues Band Sachsen-Anhalt

Flüsse aktiv genießen: Die Karte zeigt Freizeit- und Sportmöglichkeiten.
Quelle: Blaues Band Sachsen-Anhalt

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