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Author: wz_admin

Der MAWV kann Wasser!

 




Foto: Burkhard Fritz

KOMMENTAR

Der MAWV kann Wasser!

Ein Slogan, der so einfach klingt – aber dahinter steckt harte Arbeit für komplexe Themen. Der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband nimmt seine Verantwortung für unser erstes und wichtigstes Lebensmittel ernst. Die novellierten Grenzwerte für PFAS, die ab 2026 und 2028 gelten, hat der MAWV bereits seit längerer Zeit im Blick und Maßnahmen in Angriff genommen, um die Werte einzuhalten. Relevant für unser Wasser sind dabei zwar „erst“ die Werte ab 2028 – nichtsdestotrotz kümmert sich der kommunale Verband vorausschauend und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger schon jetzt.

Die gemessene PFAS-Belastung, ausgehend von einem Eintragsereignis am ehemaligen Reifenwerk Berlin-Schmöckwitz, ist kontrollier- und steuerbar – bis das Land Berlin als Verantwortlicher eine langfristige und dauerhafte Grundreinigung am Ursprung der PFAS-Fahne durchzuführen hat, deren Planung gerade in Auftrag gegeben wurde.

Mittels Re-Infiltration separiert der MAWV das belastete Wasser vom Trinkwassernetz und sorgt dafür, dass die zukünftigen Messwerte schon jetzt deutlich besser eingehalten werden. Daher ist festzuhalten: Der Zweckverband ist leistungsfähig! Und er hat wieder einmal gezeigt, dass er pragmatisch und verlässlich Lösungen für Herausforderungen wie diese findet.

An dieser Stelle also eine ausdrückliche Anerkennung für die Tätigkeit des MAWV vor Ort, seine Transparenz und sein Verantwortungsbewusstsein. Wir sind dankbar für die offene, konstruktive Zusammenarbeit.

Jörg Jenoch,
Bürgermeister der Gemeinde Eichwalde

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Drei Kubikmeter Trinkwasser stillten den Durst von Hunderten Kehlen

 




TRINKWASSERBAR ZUM 650. GEBURTSTAG VON SCHÖNEFELD AM 19. JULI

Drei Kubikmeter Trinkwasser stillten den Durst von Hunderten Kehlen

Der Trinkwasserver- und Abwasserentsorger aus Königs Wusterhausen feierte mit seiner Trinkwasserbar den 650. Geburtstag von Schönefeld am 19. Juli mit.

Ein fröhliches Gemeinde-Geburtstags-Fest für die gesamte Familie – mit mongolischer Kultur und MAWV-Trinkwasser: Chiara Schwede und Melina Schniegler-Dagge (rechts) an der „Gänsewein“-Bar.

Foto: MAWV

Die Gemeinde beging das Jubiläum und ihre 27-jährige Freundschaft mit Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei, mit einem deutsch-mongolischen Fest im Bayangol-Park. Von 10 bis 19 Uhr waren traditionelle Spiele, typische Kultur des Landes, Bogenschießen, das Geschicklichkeitsspiel Schagai und der mongolische Ringkampf Bökh zu erleben. An alle Durstigen – Besucher, Darsteller und Sportler – schenkten Chiara Schwede und Melina Schniegler-Dagge vom Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband aus Königs Wusterhausen kostenlos das Lebensmittel Nr. 1 aus. „Insgesamt drei Kubikmeter sind durch viele trockene Kehlen geflossen“, resümiert Chiara Schwede.

Nicht zu übersehen – das Hinweis- und Einladungsschild zum Gemeindegeburtstag.

Foto: MAWV

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Lernen macht durstig – bald gibts Wasser gegen trockene Kehlen

 




TRINKWASSERSPENDER FÜR GRUNDSCHULEN IN SCHÖNEFELD UND BESTENSEE

Lernen macht durstig – bald gibts Wasser gegen trockene Kehlen

Die Ludwig-Witthöft-Oberschule in Wildau bekam als erste ihren Trinkwasserspender – im Februar 2023.

Seitdem haben etliche Bildungseinrichtungen im Verbandsgebiet ihren „Zapfhahn“ erhalten. „Um den Genuss und Gebrauch des klimafreundlichen Energiespenders Wasser zu fördern“, erklärt Verbandsvorsteherin Susanne Bley, selbst passionierte Trinkwasser-Genießerin.

Die nächsten Mädchen und Jungen, die innerhalb der „Initiative Trinkwasserspender an Schulen“ ihre „Quelle“ in den Variationen „still“, „medium“ und „sprudel“ erhalten werden, sind die in der Paul-Maar-Grundschule in Schönefeld und in der Grundschule in Bestensee.
Übrigens inklusive einer Erstausstattung von bruchfesten, hitzebeständigen, geschmacks- und geruchsneutralen Trinkwasserflaschen.

Freut euch jetzt schon drauf!

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Herbstspülung

 




DIE TERMINE DER HERBSTSPÜLUNGEN 2025

Wann in Ihrem Wohnort und gegebenenfalls Ihrer Straße gespült wird?

Der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband informiert Sie in seiner erschienenen WASSERZEITUNG, auf seiner Website und in diesem E-Paper über die Termine und Zeiten der Leitungsspülungen.

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Interview mit der neuen Verbandsvorsteherin des MAWV Susanne Bley

 




EXKLUSIV-Interview mit der neuen Verbandsvorsteherin des MAWV Susanne Bley

„Vertrauen wächst mit jedem Gespräch.”

Seit einem halben Jahr ist Susanne Bley Verbandsvorsteherin des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes. Die studierte Betriebswirtin bringt umfassende Erfahrungen aus der Wasserwirtschaft mit. Zuletzt war sie Kaufmännische Leiterin bei der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH (MWA). Mit der Märkischen WASSERZEITUNG sprach sie über Verantwortung, Vertrauen und Versorgungssicherheit, aber auch darüber, warum Geduld ein unterschätzter Erfolgsfaktor ist.

Seit Februar 2025 bedient Susanne Bley die „Stellschrauben“ beim MAWV, einem der einwohnerstärksten Zweckverbände im Land Brandenburg.

Foto: SPREE-PR/Petsch

Frau Bley, Sie kennen die Wasserwirtschaft aus dem Effeff. Was ist das wirklich Neue beim Zweckverband in Königs Wusterhausen?

In meiner vorherigen Position war ich Teil des Führungsteams, doch die Gesamtverantwortung lag beim Geschäftsführer. Heute liegt diese Verantwortung bei mir – das ist ein bedeutender Perspektivwechsel. Ich leite nun einen Verband, der wiederum von einer Betriebsführungsgesellschaft unterstützt wird. Früher war ich auf der Dienstleisterseite. Diese neue Sichtweise ist bereichernd, manchmal auch herausfordernd, eröffnet aber viele Gestaltungsmöglichkeiten. Die Schuhe sind noch nicht überall eingelaufen, aber das gehört dazu.

Welche Aufgaben standen für Sie zu Beginn im Fokus?

Vertrauen aufbauen – sowohl innerhalb des Teams als auch gegenüber den Mitgliedskommunen. Nach einer herausfordernden Phase war es wichtig, wieder Verlässlichkeit und Orientierung zu schaffen. Dazu habe ich viele Gespräche geführt und versucht, Klarheit und Transparenz in Strukturen und Abläufe zu bringen. So entsteht Schritt für Schritt wieder Vertrauen.

Der MAWV gehört zu den größten kommunalen Verbänden im Land Brandenburg. Sie tragen Verantwortung für die 24/7-Ver- und Entsorgung von etwa 140.000 Menschen. Beeindruckt Sie diese Zahl?

Ja, und sie erdet mich. Hinter dieser Zahl stehen reale Menschen – Familien, Kinder, Unternehmen, Senioren. Diese Dimension macht deutlich, wie zentral unsere Arbeit für das tägliche Leben ist. Unsere Leistung soll möglichst unauffällig im Hintergrund funktionieren – und gerade deshalb ist sie so essentiell. Beeindruckend ist dabei aber nicht nur die Zahl, sondern sind auch die Anstrengungen sowohl meiner Mitarbeitenden als auch der Mitarbeitenden unseres Betriebsführers, die Tag und Nacht für diese Selbstverständlichkeit sorgen.

Welche neuen Impulse oder Visionen bringen Sie für den MAWV mit?

Ich möchte den Verband als aktiven Gestalter der Daseinsvorsorge sehen. Die Herausforderungen – vom Klimawandel über Ressourcenknappheit bis zur Digitalisierung – sind groß. Aber sie bieten auch Chancen. Ich setze auf mehr Beteiligung, klare und offene Kommunikation und darauf, Nachhaltigkeit in allen Entscheidungen konsequent mitzudenken.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die kommenden Jahre?

Der Spagat zwischen Klimawandel, demografischem Wandel und knappen Ressourcen wird uns alle beschäftigen. Entscheidend ist, dass wir langfristig und über regionale Grenzen hinaus denken, um die Wasserversorgung nicht nur zuverlässig, sondern auch resilient zu gestalten – also so, dass sie sich neuen Anforderungen und Standards flexibel anpassen kann.

Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit den Mitgliedskommunen?

Für mich ist die Zusammenarbeit geprägt von Partnerschaft und Augenhöhe. Das heißt erstmal zuhören, Bedarfe ernst nehmen und dann gemeinsam Lösungen entwickeln. Ich bin überzeugt, dass nur so tragfähige Ergebnisse entstehen, wenn wir miteinander arbeiten, nicht nebeneinander.

Der langjährige Chef der DNWAB Heinz Düpow sagte einmal: „Man muss einem Wasserwerk schon von draußen ansehen, dass drinnen das Lebensmittel Nr. 1 produziert wird.“ Inwieweit sind Sie schon mit den Anlagen und Netzen des MAWV vertraut?

Ich habe mir bisher erst wenige Anlagen unseres Verbandes anschauen können, aber jedes Mal bin ich beeindruckt von der Sauberkeit und der Sorgfalt, mit der sie gepflegt werden. Die Leitungen – gern als das „Gold unter der Straße“ bezeichnet – bekommen im Alltag viel zu wenig Aufmerksamkeit, dabei spürt man ihre Bedeutung erst, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Umso wichtiger ist es, dass wir hier so zuverlässige Strukturen haben. Ich möchte in den kommenden Monaten noch weitere Anlagen besichtigen und freue mich darauf, mir so ein immer umfassenderes Bild machen zu können.

Das Trinkwasserverbundsystem ist die physische „Verknüpfung“ zu den Nachbarverbänden, gewissermaßen die Lebensversicherung für den steten Fluss des Lebenselixiers. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Gesellschaftern der DNWAB?

Wir befinden uns noch in einer Phase des gegenseitigen Kennenlernens. Aber ich erlebe die Kooperation als offen, konstruktiv und vertrauensvoll. Es gibt bereits erste gemeinsame Erfolge. Wichtig ist mir: Wir reden miteinander – auch über kritische Themen. Nur so können wir wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Entscheidungen treffen.

Wenn Sie dem Verband eine Eigenschaft „schenken“ könnten, welche wäre das – und warum gerade diese?

Geduld. Weil Veränderungen Zeit brauchen – und nur, wenn wir uns diese Zeit nehmen, können aus guten Ideen nachhaltige Entwicklungen werden.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine Sache im Verbandsgebiet sofort ändern, unabhängig von Budget und Bürokratie – was wäre das?

Ich würde unsere gesamte Wasser- und Abwasserinfrastruktur sofort klima- und zukunftsfest machen: digital vernetzt, ressourcenschonend, sozial ausgewogen.

Wie nah ist Ihnen das Element Wasser privat?

Wasser erdet mich und erfüllt mich mit Ehrfurcht – es ist lebensnotwendig und zugleich eine große Quelle der Ruhe. Ob beim Schwimmen in einem unserer wunderschönen Seen in der Umgebung oder bei einem Spaziergang an der stürmischen Ostsee im Herbst: Wasser hilft mir immer, den Kopf freizubekommen. Und ganz alltäglich begleitet es mich als begeisterte Leitungswassertrinkerin. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich Trinkwasser regional schmecken kann – und ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt Wasser in Flaschen gekauft habe.

Was sollten die Bürgerinnen und Bürger über Sie wissen, das nicht im Lebenslauf steht?

Ich bin jemand, der gelernt hat, zu reflektieren und sich selbst zu hinterfragen – weil mir ehrliche Zusammenarbeit wichtig ist. Ich glaube fest daran, dass wirklich gute Entscheidungen selten im Alleingang entstehen, sondern im Miteinander. Gleichzeitig habe ich Freude an dem, was ich tue, und gehe dabei gern meinen eigenen Weg. Für mich heißt das nicht, die Ernsthaftigkeit infrage zu stellen, sondern die Freiheit zu nutzen, eingefahrene Regeln auch einmal anders zu denken.

Vielen Dank für das Gespräch. 

Zur Person – Susanne Bley

  • Geboren in Dresden, aufgewachsen in Wildau
  • Zwei erwachsene Kinder (21 und 17)
  • Wohnhaft im Verbandsgebiet des MAWV
  • Einstimmig gewählt zur Verbandsvorsteherin am 17. Oktober 2024, im Amt seit 1. Februar 2025
  • Studium: Diplom-Betriebswirtin (BA Berlin, Abschluss 2000), Master General Management (HWR Berlin, Abschluss 2022, Note 1,7); Masterarbeit zu Nachhaltigkeit bei kommunalen Wasserversorgern
  • Beruflich: Start als Prüfungsassistentin, dann Accountant in der Privatwirtschaft, später Controllerin bei Transparency International; ab 2014 bei der MWA GmbH – zuletzt Kaufmännische Leiterin und Prokuristin

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Vor-Ort-Termin im Wasserwerk Eichwalde bei der Inbetriebnahme der Anlage

 




Re-Infiltrationsanlage gegen PFAS-belastetes Grundwasser ging in Betrieb

Vor-Ort-Termin im Wasserwerk Eichwalde bei der Inbetriebnahme der Anlage

Mit Verantwortung, Transparenz und technischer Innovation begegnet der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) der Herausforderung in der Region. Beim Vor-Ort-Termin informierte der Verband Mitte August die Bürgermeister Jörg Jenoch (Eichwalde) und Markus Mücke (Schulzendorf) über den aktuellen Stand der Maßnahmen und die nächsten Schritte im Kampf gegen die Altlast. Die Märkische WASSERZEITUNG war dabei.

  • MAWV-Ingenieur Gustav Lemke (2. v. l.) und Verbandsvorsteherin Susanne Bley erklärten beim Vor-Ort-Termin am 14. August die Funktionsweise der Anlage – direkt an der Infiltrationsstrecke im Schmöckwitzer Waldstück. Hier – an der Ursprungsstelle – wird das PFAS-belastete Wasser wieder in den Untergrund eingebracht und bleibt damit im Kreislauf. Die Bürgermeister Jörg Jenoch (Eichwalde) und Markus Mücke (Schulzendorf; rechts) zeigten sich mit dieser technischen Lösung und dem frühzeitigen Handeln des MAWV sehr zufrieden.
    Fotos (3): SPREE-PR/Petsch

  • MAWV-Ingenieur Gustav Lemke (2. v. l.) und Verbandsvorsteherin Susanne Bley erklärten beim Vor-Ort-Termin am 14. August die Funktionsweise der Anlage – direkt an der Infiltrationsstrecke im Schmöckwitzer Waldstück. Hier – an der Ursprungsstelle – wird das PFAS-belastete Wasser wieder in den Untergrund eingebracht und bleibt damit im Kreislauf. Die Bürgermeister Jörg Jenoch (Eichwalde) und Markus Mücke (Schulzendorf; rechts) zeigten sich mit dieser technischen Lösung und dem frühzeitigen Handeln des MAWV sehr zufrieden.
    Fotos (3): SPREE-PR/Petsch

Kernstück der vorgestellten Maßnahmen ist eine neue Re-Infiltrationsanlage, die nahe des ehemaligen Reifenwerks in Schmöckwitz errichtet wurde – dem Ursprung der sogenannten „PFAS-Fahne“. Ziel ist es, das belastete Grundwasser kontrolliert in Bewegung zu halten und vom übrigen Trinkwasserreservoir dauerhaft zu trennen. Durch diese technische Lösung wird die PFAS-Belastung nicht nur effizient isoliert, sondern bleibt auch jederzeit sichtbar, messbar und kontrollierbar. Zwei „Quarantäne-Brunnen“ (Brunnen 27 und 2) am Wasserwerk sind gezielt vom regulären Netz abgekoppelt worden.

Über eine 550 Meter lange Rohrleitung – teils oberirdisch entlang der Godbersenstraße – wird das belastete Wasser kontinuierlich in einen Kreislauf eingespeist, der eine Ausbreitung in tiefere Grundwasserschichten verhindert. Die sogenannte Infiltration erfolgt bis zu einer Tiefe von neun Metern mit einer Durchflussrate von 40 Kubikmetern pro Stunde.

Diese Maßnahme dient sowohl dem unmittelbaren Schutz des Trinkwassers als auch der dauerhaften Beobachtbarkeit der Schadstofffahne. Susanne Bley, Verbandsvorsteherin des MAWV, sieht in dieser Lösung einen entscheidenden Fortschritt: „Die Trennung der PFAS-belasteten Wasserführung vom restlichen Netz erlaubt uns eine lückenlose Überwachung. Schon die nächsten Messwerte im September sollten eine deutliche Verbesserung zeigen.“

Leistungsfähig, pragmatisch, verlässlich – der kommunale Vorteil

Gerade im Umgang mit komplexen Umweltrisiken zeigt sich der besondere Wert kommunaler Wasserverbände. Der MAWV hat frühzeitig gehandelt – weit vor dem Inkrafttreten verschärfter Grenzwerte in den Jahren 2026 bzw. 2028. Die schnelle und durchdachte Reaktion auf eine diffuse Gefährdungssituation unterstreicht die Vorteile regionaler Trägerschaft: kurze Entscheidungswege, tiefe Ortskenntnis und ein hohes Maß an öffentlichem Verantwortungsbewusstsein. Eichwaldes Bürgermeister Jörg Jenoch betonte bei seinem Besuch vor Ort: „Der MAWV zeigt, dass kommunale Infrastrukturträger auch bei hochkomplexen Herausforderungen handlungsfähig und verlässlich sind. Mein großer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier mit Weitsicht und Engagement zum Schutz unseres wichtigsten Lebensmittels agieren: dem Trinkwasser.“ (siehe auch Kommentar auf der Startseite).

Vorausschauendes Monitoring und transparente Kommunikation

Der MAWV kontrolliert die PFAS-Belastung regelmäßig an zehn definierten Messpunkten im Gebiet. Ein engmaschiges Monitoring wird aktuell gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben weiterentwickelt. Ziel soll es sein, tagesaktuelle Messungen und schnelle Reaktionen zu ermöglichen. Zusätzlich wurden Filteranlagen zur Entfernung von Eisen und Mangan installiert, um die langfristige Stabilität der technischen Infrastruktur zu gewährleisten. Bemerkenswert ist auch der sensible Umgang mit Natur- und Artenschutz: Um die Brutzeiten heimischer Vogelarten nicht zu stören, wurden lärmintensive Arbeiten im Wald gezielt in eine störungsarme Zeit gelegt – ein Beispiel für vorbildliche Planung über das rein Technische hinaus.

Bis zur Inbetriebnahme einer vollständigen Grundwasserreinigung hat der MAWV mit der Re-Infiltrationsanlage eine praktikable, funktionierende Zwischenlösung gefunden. Doch die langfristige Sanierung liegt in der Zuständigkeit des Landes Berlin. Als Verursacher des Schadens ist nun der Senat gefordert, seiner Verantwortung gerecht zu werden und die gesetzlich geforderten Grenzwerte sicherzustellen.

Die MWZ bleibt am Thema dran.

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Ausflugstipps mit und ohne Volldampf

 



Brandenburg

Ausflugstipps mit und ohne Volldampf

Brandenburg ist Eisenbahnland: Wo früher das Pfeifen von Dampfloks die nächsten Warenlieferungen anzeigte, ist die dicke weiß-graue Dampfwolke heute pure Eisenbahnromantik. Wir von der WASSERZEITUNG haben uns auf die Schienen begeben und Ausflugstipps für Sie gesammelt.

  • Pollo in der Prignitz

    Diese hübsche Bahn fährt noch immer zwischen Mesendorf und Lindenberg. Der Verein Prignitzer Kleinbahnfreunde Lindenberg e. V., der sich liebevoll um Lok und Museum kümmert, fand in alten Schriften sogar einen Wasserhinweis. Im „Kreisblatt für die Westprignitz“ wurde über die Eröffnungsfahrt am 15. Oktober 1897 berichtet: „ … auf Haltestelle Lindenberg wurde länger Halt gemacht, weil die Lokomotive Wasser einnehmen mußte. Das Wasser wurde durch einen Abessynier-Brunnen in ein Faß und von hier aus in den Dampfkessel befördert …“ Zu den nächsten „Reiseterminen“ gehört die Halloweenfahrt am 31. Oktober. Am Endpunkt der Museumsbahn, in Lindenberg, befindet sich das Kleinbahnmuseum.

    www.pollo.de

  • Eisenbahnmuseum Gramzow

    In der Uckermark sind Eisenbahnfahrzeuge unterschiedlicher Zeiten zu sehen, außerdem Informatives zu Gleisbau, Werkstattwesen, Betriebs- und Verkehrsdienst. Für Kinder gibts eine elektrische Spielbahn. Natürlich können Besucher auch auf historischen Zügen mitfahren, etwa am 26. Oktober zur Halloweenfahrt: einfache Fahrt inklusive Museum 9,50 Euro, ermäßigt 7,75 Euro.

    www.eisenbahnmuseumgramzow.de

  • Parkeisenbahn Cottbus

    An diesem lohnenden Ziel wird zu Kinder- und Familienaktionen rund um historische Dampf- und Dieselloks eingeladen. Sogar ein ICE fährt durch den Park – als Miniaturausgabe. Die Geschichte der Bahn begann in den 1950er Jahren als Pioniereisenbahn. 1995 erlebte sie einen Höhepunkt mit der Bundesgartenschau. Für Familien wird es im Oktober schaurig schön: Am 31. Oktober und 1. November (um 17 Uhr + 22 Uhr gibt es Gruselfahrten – gern mit Lampion und Kostüm – durch den Spukwald zu regulären Fahrpreisen (2 € Eventzuschlag für Erwachsene). 
    Voranmeldungen sind nicht erforderlich!

    www.pe-cottbus.de

  • Buckower Kleinbahn

    Nicht unter Dampf, aber mit Diesel und Strom betrieben, präsentieren sich die Schienenfahrzeuge des Vereins Buckower Kleinbahn in der Märkischen Schweiz. Sie gilt in Brandenburg als einzige elektrisch betriebene Museumseisenbahn mit planmäßigem Betrieb. Fahrtage sind an Wochenenden und Feiertagen. Die „Reise“ dauert nur knapp 15 Minuten (einfache Fahrt: 5 bzw. 2 €). Auch ein Museum lädt Neugierige ein. Übrigens: Sie dürfen „Ehrenlokführer“ sein.

    www.buckower-kleinbahn.de

  • Historischer Lokschuppen Wittenberge

    Weitere Tipps:

    Brandenburgs größtes Eisenbahnmuseum.

    www.dampflok-wittenberge.de

  • Bahnbetriebswerk Luckau Niederlausitzer Eisenbahn e. V.

    Viele Sonderfahrten und Tagestouren, z. B. zu Weihnachtsmärkten.

    www.nlef.de

  • Heidekrautbahn und Museum

    Berliner Eisenbahnfreude e. V. Basdorf bei Wandlitz: größte private Schienenfahrzeugsammlung im Großraum Berlin, u. a. Schienenbus-Rundfahrten.

    www.berliner-eisenbahnfreunde.de

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Die Stepenitz – Brandenburgs „wildester“ Fluss

 



Brandenburg

Die Stepenitz – Brandenburgs „wildester“ Fluss

In weichen Bögen fließt das Wasser durch grüne Auen und Wälder? So, wie es sich einst seinen Weg bahnte. Rund 84 km nach der Quelle im Nordwesten Brandenburgs mündet die Stepenitz bei Wittenberge in die Elbe. WZ-Redakteurin Anne Mücke besuchte das Flüsschen nahe Telschow – aus gutem Grund!

Klein, aber oho! WZ-Redakteurin Anne Mücke präsentiert eine der fleißigen Bachmuscheln aus der Stepenitz. Es gilt: Je mehr dieser Muscheln es in einem Gewässer gibt, desto sauberer sind sie.

Foto: SPREE-PR/Petsch

Vor etwa 3.000 bis 5.000 Jahren, in der sogenannten Bronzezeit, war die Stepenitz eine wichtige Verkehrsader im nördlichen und damals noch sehr unwegbaren Brandenburg. Darauf lässt jedenfalls der Fund eines Königsgrabes und einer großen Versammlungshalle aus dieser Zeit bei Seddin (Gemeinde Groß Pankow) schließen. Vielleicht haben Menschen schon damals den Fluss geformt, um mit ihren Schiffen besser voranzukommen.

Bereits im Mittelalter begradigten Menschen fast jeden Fluss in Brandenburg und versahen ihn mit Wehren, um das Wasser nutzen zu können – für das Betreiben von Mühlrädern oder den Transport von Holz per Floß. Unter Friedrich dem Großen ging es dann zunehmend um die Gewinnung von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Er ließ dafür die umgebenden Auenwälder trockenlegen. Die DDR verstärkte diese naturzerstörende Landgewinnung – mit erheblichen Folgen. Düngemittel aus intensiver Landwirtschaft verunreinigten das Wasser, Tier- und Pflanzenarten starben aus, und bei Hochwasser traten die Flüsse und Bäche in kürzester Zeit über die künstlichen Ufer, bedrohten die umliegenden Ortschaften.

Altarm nutzbringend reaktiviert

Heute gilt die Stepenitz als einer der wildesten und saubersten Flüsse Brandenburgs. Das liegt auch daran, dass der Mensch ihr nach und nach seine Freiheit zurückgibt und das gewaltsame Korsett zur Begradigung des natürlichen Flussbettes Stück für Stück wieder aufschnürt.

So geschehen in der Prignitz nahe des Ortes Tel-schow. Hier wurde im vergangenen Jahr ein 450 Meter langer Altarm der Stepenitz reaktiviert und der begradigte Teil sozusagen „abgeschnitten“. Jetzt kann der überwiegende Teil des Wassers wieder in großen Schwüngen gemächlich durch die angrenzenden dichten Auenwälder mäandern. Droht Hochwasser, fließt das Wasser auch über den stillgelegten begradigten Abschnitt ab, was die Flutwelle deutlich abmildert.

Eine von vielen positiven Auswirkungen der Fluss-Renaturierung, wie Projektleiter Michael Zauft von der Stiftung „NaturSchutzFonds Brandenburg“ erklärt. Die Stiftung arbeitet seit einigen Jahren an der Reaktivierung des natürlichen Flussbettes der Stepenitz. Zauft verweist auf große Erfolge: „Von der Auenlandschaft, die sich entlang des Altarmes wieder etablieren kann, profitieren viele Pflanzen und Tiere.“ Auch die Bachmuschel gehört dazu.

Eine unverzichtbare Schlüsselart

„Alle sechs Großmuschelarten in Brandenburg gelten als gefährdet, aber die Bachmuschel ist sogar vom Aussterben bedroht – und das europaweit“, sagt Zauft. Deshalb wird die Renaturierung der Stepenitz überwiegend aus EU-Mitteln von „LIFE Bachmuschel“ finanziert, einem Projekt speziell für Fließgewässer und angrenzende Lebensräume. „Die Bachmuschel ist eine sogenannte ‚Schlüsselart’ ,“ führt Michael Zauft aus, „man kann von ihrem Vorkommen und Zustand ablesen, wie es einem Fluss und seiner Umgebung geht, kann Verbindungen zu anderen Dingen herstellen.“ Denn die bis zu zehn Zentimeter große Bachmuschel benötigt nicht nur sauberes Wasser, sondern auch bestimmte Wirtsfische wie das Bachneunauge, die Groppe oder Elritze für ihre Vermehrung. Und je mehr Muscheln es in einem Gewässer gibt, desto sauberer ist es wiederum, denn die Schalentiere filtern feinste organische Schwebeteilchen aus dem Wasser.

„Wenn man also für Arten wie die Bachmuschel etwas macht, indem man zum Beispiel ein Fließgewässer wie die Stepenitz renaturiert, dann tut man gleichzeitig auch etwas für die angrenzenden Lebensräume wie Moore, Feuchtwälder oder Trockenrasen“, resümiert Michael Zauft.

Insofern haben sich die rund 500.000 Euro für die Wiederbelebung des Stepenitz-Altarmes bei Telschow auf jeden Fall rentiert und dazu beigetragen, dass die Stepenitz zur „Flusslandschaft 2024/25“ erklärt wurde.

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Der Schäfer und seine wolligen Weltverbesserer

 



Brandenburg

Der Schäfer und seine wolligen Weltverbesserer

Er weiß, was die Welt im Innersten zusammenhält, denn Jonas Scholz hat Chemie studiert. Doch als er vor sechs Jahren lernen wollte, wie er seinen drei Hausschafen die Wolle scheren kann, hat er seine wirkliche Berufung im Leben gefunden.

Fleißige Mitarbeiter auf vier Klauen: Die Schafe von Jonas Scholz pflegen die Wiese unter dem Solarpark an der südlichen A10.

Foto: SPREE-PR/Krone

„Ella, her!“ Jonas Stimme schallt über die Platten des Solarparks am Rande der A10 zwischen Ludwigsfelde und Dreieck Nuthetal. Mit heraushängender Zunge jagt die dreijährige Border-Collie-Hündin die wolkenweißen Bentheimer Schafe mit den schwarzen Sprenkeln im Gesicht zum Schäfer. Wenig später gucken ihn 100 Augenpaare fragend an. „Fototermin!“ erklärt Jonas Scholz den Tieren, warum er sie beim Grasen gestört hat.

Vom Ernährer zum Gärtner

Seit sechs Jahren übt Jonas Scholz einen der ältesten Berufe der Welt aus, er ist Wanderschäfer und Schafzüchter in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Schon vor etwa 10.000 Jahren haben Menschen angefangen, Schafe zu halten. „Damals nutzten sie vor allem das Fleisch, die Milch und die Wolle der Tiere“, erzählt der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. „Heute sind sie vor allem Landschaftspfleger.“

Landschaftspfleger mit goldenem Tritt und eisernem Biss

Der Sandboden an der A10 ist mager. Nur mit viel Dünger und Wasser könnte man ihm landwirtschaftliche Erträge abringen. Deshalb ist es schlau, hier die Energie der Sonne zu ernten. Die Wiese unter den riesigen Solarflächen bearbeiten die Gärtner mit vier Klauen. Sie mähen das Grünzeug, Gräser, Kräuter. Jedes Schaf verzehrt täglich etwa fünf Kilo davon. Mit eisernem Biss kürzt es auch die Triebe von Bäumen und Sträuchern. So werden die Paneele nicht überwuchert. In ihrem Fell transportieren die Wolltiere Samen, tragen das wertvolle Gut von Wiese zu Wiese. Die Hinterlassenschaften, etwa 75 Kilogramm Dung pro Monat und Schaf, sind ein Festmahl für Insekten. Mit goldenem Tritt arbeiten die Tiere den Dung gleich in den Boden ein. Durch die Schafe wurde die Wiese im Solarpark ein vielfältiges Ökosystem.

Ein 365-Tage-Job

Auf den ersten Blick wirkt die Arbeit des jungen Schäfers idyllisch. „Ich muss jeden Tag raus, nach den Tieren sehen und mit ihnen weiterziehen. Egal, ob es 30 Grad im Schatten sind oder aus Eimern regnet, ob Weihnachten ist oder Geburtstag.“ Wenn ein Tier krank oder verletzt ist, kümmert er sich. Der Schäfer checkt täglich alle Zäune, um dem Wolf keine Chance zu bieten. Vor allem aber muss er Wasser auf die Weiden bringen, im Sommer sogar sehr viel Wasser. „Die Wiesen sind dieses Jahr nicht saftig, sondern eher Heu. Entsprechend groß ist der Durst der Tiere.” Statt drei Kubikmeter Trinkwasser bringt Jonas Scholz an trockenen Tagen sechs Kubikmeter. Das heißt, sechs Mal Nachschub holen. Da die dürren Weiden weniger nahrhaft sind, müssen die Schafe öfter umziehen. Das heißt, ständig neue Koppeln einrichten.

Vom Frieden grasender Schafe

Etwa 500 Schafe hat Jonas Scholz, die meisten von ihnen sind ehemalige Mutterschafe. „Solange sie noch einen Zahn haben und laufen können, dürfen sie auf Deponien und auf wertvollen ökologischen Flächen im Naturpark Nuthe-Nieplitz grasen oder Brandschutzschneisen in Wäldern freifressen.“ Für seine Umweltarbeit bekommt der Schäfer Gelder aus verschiedenen Förderprogrammen von Brandenburg, in die auch Mittel der Europäischen Union und des Bundes fließen. Diese Gelder machen es möglich, dass es in Brandenburg über 300 Schäfer, darunter 70 hauptberufliche, mit 80.000 Schafen und Ziegen gibt. Seit 2024 ist Jonas Scholz Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg e. V. Gerade macht er eine Ausbildung zum Schäfermeister. Neben der Landschaftspflege züchtet er Gotlandschafe. „Wenn ich mein Tagwerk geschafft habe und die Tiere friedlich fressen, dann bin ich zufrieden. Deshalb bin ich so gerne Schäfer.“

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Starkregen fordert die Wasserwirtschaft heraus

 



Brandenburg

Starkregen fordert die Wasserwirtschaft heraus

Worin das Kritische in „kritischer Infrastruktur“ besteht, machen uns extreme Wetterereignisse schnell deutlich. Beispiel Starkregen. Hier muss schnell gehandelt werden, bevor das Problem in den Kommunen buchstäblich „überläuft“. Im günstigsten aller Fälle landet nur ein Bruchteil der Regenmassen auf einer Kläranlage. Sie werden anderswo dringend benötigt.

Viel wichtiger als ein Schirm über der Kläranlage wäre es, Regenwasser von den Abwasserkanälen fernzuhalten.

Montage: SPREE-PR/Schulze; SPREE-PR/Petsch (Foto)

Bevor uns ein heißer August mit dem Feriensommer verwöhnte, mussten alle Sonnen- und Badehungrigen eine dunkel-feuchte Phase überstehen. Mutter Natur jedoch war’s hingegen recht. Der Deutsche Wetterdienst bilanzierte für Juli durchschnittliche 135 Liter Regen pro Quadratmeter, wohingegen der „Sollwert“ für den Ferienmonat gerade bei 54 Litern liegt. Was diese Zahlen nicht offenbaren: In Teilen unseres Bundeslandes fielen die gewaltigen Niederschlagsmengen an gerade einer Handvoll Tagen.

Ein Tag im Ausnahmezustand

Auch nördlich von Berlin beginnt Montag, der 21. Juli, in tiefem Wolkengrau. Dann öffnet Petrus alle Schleusen. „Innerhalb weniger Stunden fielen in unserem Verbandsgebiet sage und schreibe 70 Liter Regen pro Quadratmeter“, erinnert sich NWA-Verbandsvorsteher Matthias Kunde an das Extremereignis. „Da unsere Pumpwerke lediglich für den Abtransport der häuslichen Schmutzwässer dimensioniert sind, konnten sie die in die Gullys einströmenden Wassermassen gar nicht schnell genug weiterleiten.“ Die Folge: Die Kanäle liefen nicht nur voll, sondern teilweise über. In einem Kraftakt bringen die Niederbarnimer Kollegen ihre Anlagen wieder in Gang, reinigen Kanalschächte und Tauchpumpen. So schnell geraten die erfahrenen Kollegen bei den kommunalen Zweckverbänden eben nichts aus dem Takt. Sie wissen: Die Entsorgungssicherheit muss in Windeseile wiederhergestellt werden. Immerhin war die Situation von einem Katastrophenfall noch einiges entfernt.

Aber was wäre, wenn nicht?

Die Zerstörungskraft von Starkregen wütete in Deutschland selten verheerender als 2021 im Ahrtal. Das Leben war buchstäblich aus den Angeln gehoben und lehrte: Alle Verantwortungsträger – zumal aus dem Bereich der Daseinsvorsorge – müssen bei Extremereignissen so eng wie möglich zusammenarbeiten. Doch der Blick heute in die lokalen Krisenstäbe überrascht Turgut Pencereci, den Geschäftsführer des Landeswasserverbandstages (LWT) Brandenburg. „Weit weniger als die Hälfte unserer Verbandsmitglieder ist entweder bei der jeweiligen Gemeinde oder beim Landkreis mit eingebunden, einige wenige als sogenannte Fachberater.“ Gefragt nach den Gründen für die Abwesenheit vieler kommunaler Wasserzweckverbände hinterlässt die Antwort einen bittersüßen Geschmack. „Offenbar unterstellt man, dass die Aufgabenträger ihre Arbeit gut erledigen und bezieht sie nicht ein“, vermutet Turgut Pencereci und hebt symbolisch den Zeigefinger: „Das kann sich sehr böse rächen, wenn dann doch einmal der Katastrophenfall eintritt.“ Allerdings seien die Ver- und Entsorger sehr gut gewappnet.

Die Chancen, einfach anzufangen

Eine wirksame Entlastung der Kläranlagen von Fremdwasser verlangt nicht nur von den Schmutzwasser-Entsorgern neue Ideen. Trennsysteme, Kreislaufkonzepte, Regenwasser sammeln, biologische Schwammstrukturen – aus dem Noch-Problem „Extremregen“ eine Chance zu machen, dafür plädiert Dr.-Ing.  Grit Bürgow von der TU Berlin. Es würde Innovationen vorantreiben. „Wenn Kommunen ihr Wassermanagement in die Hand nehmen, dann gibt es meines Erachtens einen Dominoeffekt“, ist sich die Referentin für urbane Räume im Klimawandel sicher. „Man muss natürlich immer individuell die eigene Situation abwägen. Aber ich sehe eine riesige Chance darin, einfach mal anzufangen!“ Natürlich müssten alle Kompetenzen an einen Tisch geholt werden, und die Verwaltungen sollten mutig sein. „Es gibt mittlerweile überzeugende Referenzprojekte in Stadt und Land, die positive Kreislauf-, Schwammstadt- und Kosteneffekte zusammenbringen. Von Grauwasserrecycling bis hin zu naturbasierten Systemen können Kommunen diese bausteinartig auf ihre Situation anpassen.“ Ausdrücklich plädiert die Fachfrau für gestalterische Lösungen – mit Grün! „Denken Sie an den Regenwald. Dort versickert das Wasser nicht, es verdunstet über die Pflanzen.“ Angenehmer Nebeneffekt: eine Kühlung in heißen Zeiten.

Wassermanagement: Gemeinsam alles Mögliche tun!

Kommentar

Der in den meisten Brandenburger Regionen so überaus regenreiche Monat Juli hat den sprichwörtlichen „Finger in die Wunde“ gelegt. Denn so manche Kläranlage ächzte unter der teils erheblichen Niederschlagslast. Das Problem: Die meisten Kommunen verfügen über ein Netz sogenannter Mischkanäle. Das heißt, Schmutz- und Regenwasser fließen gemeinsam gen Aufbereitung. Insofern lässt sich ein Teil von Petrus’ Gaben auf den Kläranlagen kaum vermeiden. Aber das muss nicht so bleiben! Zunehmend bauen Entsorgungsunternehmen an besonders sensiblen Stellen sogenannte Aquastop-Systeme in Gullys ein, um das Einfließen von Regenwasser automatisiert zu verhindern. Außerdem können, nein müssen, alle Grundstücksbesitzer ebenso das Ihrige tun, um Niederschläge vom Entsorgungssystem fernzuhalten: das Abfließen von Regen auf öffentliche Straßen und Wege konsequent unterbinden. Dies sehen die Satzungen der Abwasserbetriebe übrigens auch grundsätzlich so vor. Aber Theorie und Praxis … Regen muss versickern können! Die Natur braucht ihn „oberirdisch“ genauso wie die Grundwasserleiter im Untergrund. Zisternen, Regentonnen, wasserdurchlässige Bepflasterung und das Grundstück begrenzende Kantensteine sind ein unverzichtbares Erfordernis. Beim Regen-Management sitzen wir alle im selben Boot – mit gemeinsamem existentiellen Interesse!

Dipl.-Ing. Gerd Weber,
Geschäftsführer FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH

Foto: Bernd Geller

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