Skip to main content

Gemeinsam für die Zukunft unseres Wassers

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Von links: Jörg Schulze, Leitung des KZWW, mit Prof. Dr. Armin Willingmann, Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle GmbH und Dr. Ulf-Marten Schmieder, Leitung des KZWW, bei der Sitzung des neu gegründeten Beirats im Januar 2024.

Foto: Markus Scholz

Wasserwirtschaft aktuell

Gemeinsam für die Zukunft unseres Wassers

Starkes Netzwerk im Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft vereint: Alles über die Ziele, Herausforderungen und Aufgabengebiete der neuen Austauschplattform.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und eine begrenzte Ressource, die in der Bereitstellung und Bewirtschaftung viele Herausforderungen mit sich bringt, auch im Hinblick auf den Klimawandel. Um innovative Lösungen zu entwickeln, wurde 2023 das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft (KZWW) am Technologie Weinberg Campus in Halle gegründet. Die Aufgabe der Wasserwirtschaft ist es, die Ressource Wasser im Rahmen der staatlichen kommunalen Daseinsvorsorge nachhaltig zu bewirtschaften und den Menschen verfügbar zu machen. Um dies auch in Zukunft zu ermöglichen, hat es sich das KZWW zum Ziel gesetzt, alle relevanten Akteure der Wasserwirtschaft im mitteldeutschen Raum zu vernetzen sowie eine Kooperationsplattform zu erschaffen. Gemeinsam sollen innovative, nachhaltige, ökologische und ökonomische Wasserstrategien anhand konkreter Modellprojekte entwickelt und umgesetzt werden.

Viele Herausforderungen

Durch den fortschreitenden Klimawandel und damit verbundene Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, Starkregen und Hochwasser steht die Wasserwirtschaft vor enormen Herausforderungen. Aber auch die Schädigung der Ökosysteme und die steigenden Anforderungen an die Bereitstellung des Trink- und Industriewassers sowie an die Abwasserbehandlung verlangen nach einem zukunftsfähigen Wassermanagement. Dabei sollen wasser- und energiewirtschaftliche Aspekte verbunden sowie enorme Anstrengungen bei der Erneuerung und Substanzwerterhaltung der Trink- und Abwasserinfrastruktur unternommen werden. Hierzu wird es innovative Projekte, Verfahren und Modelle geben. Auch die Entwicklung eines umfassenden Regenwassermanagements in Städten und Gemeinden wird vom KZWW fokussiert.

Die Aufgabengebiete des KZWW

Vor allem die Vernetzung der relevanten Akteure sowie das Ermitteln von möglichen Synergien und Kooperationspotenzialen zählt zu den vielfältigen Aufgaben des KZWW. Daraus erwachsen konkrete Praxisprojekte sowie Ideen für neue Lösungen und Initiativen, die durch das KZWW aktiv begleitet und vorangetrieben werden. Dabei sollen bestehende Lösungsansätze und das Wissen aus der Forschung und Entwicklung in Unternehmen und Start-Ups überführt werden. Eine begleitende Beratung, notwendige Marktforschungsexpertise, die Vermittlung von Technologie- und Infrastruktur sowie branchenspezifische Aus- und Weiterbildung von bestehendem Personal zur Anwendung innovativer Lösungen nehmen hier eine zentrale Rolle ein. Darüber hinaus zählt auch das Setzen neuer Impulse für Produkt-, Technologie und Verfahrensinnovationen zu den Kernaufgaben des KZWW. Aktuell wird eine überregionale Wasserversorgungskonzeption erarbeitet, beginnend in Sachsen-Anhalt. Unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren wird dabei die Entwicklung des Trinkwasserbedarfs der Regionen und Standorte analysiert, um daraus überregionale Empfehlungen zur Gestaltung ableiten zu können.

Gebündelte Interessen

Zu den Arbeitskreisen des Kompetenz-Netzwerks gehören mittlerweile über 60 Interessenvertreter aus Industrie, Landwirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wasserwirtschaft. Auch die Wasser- und Abwasserzweckverbände wirken aktiv darin mit. Gemeinsam bearbeiten sie wasserwirtschaftliche Themen, bereiten Projekte vor und setzen sie um. Zu den zentralen Themen gehören die Energieeffizienz, klimaresistente Städte, anthropogene Spurenstoffe sowie Schwammstadtkonzepte. Wertvolle Impulse erhält das Netzwerk dabei von Matthias Lux, der Vorsitzender der Geschäftsleitung der Stadtwerke Halle GmbH ist, und von einem Beirat, der sich aus Persönlichkeiten der Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung zusammensetzt. Beiratsvorsitzender
ist Prof. Dr. Armin Willingmann, Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt. Ein effizientes Netzwerk mit erfahrenen Experten – damit ist Sachsen-Anhalt für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft gewappnet.

  • Silvio Rockstroh, Leiter Regionalwerk Leuna

    Foto: Silvio Rockstroh

    „Wir erhoffen uns vom Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft nachhaltige Strategien zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität, insbesondere durch die Verunreinigung durch Industriechemikalien und Medikamente sowie eine kontinuierliche und krisensichere Bereitstellung des Trinkwassers.“

  • Franz-Xaver Kunert, Verbandsgeschäftsführer des ZWA Bad Dürrenberg

    Foto: SPREE-PR/Wolf

    „Vom KZWW erhoffe ich mir vor allem Stärke aus Gemeinschaft. Ich selbst bin Mitglied der Arbeitsgruppe Substanzwerterhaltung. Nur in vereinter Kraft werden die wasserwirtschaftlich relevanten Interessenvertreter drängenden Fragen der Zukunft effiziente Lösungen zuführen können.“

  • Mario Pöschmann, Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR

    Foto: SPREE-PR/Wolf

    „Ich begrüße, dass sich das KZWW den steigenden Herausforderungen der Wasserwirtschaft widmet. Davon können wir als AöR u.a. bei einer möglichen 4. Reinigungsstufe profitieren, aber auch die Stadt Weißenfels bei dem Thema ‚Schwammstadt‘: bei einem Wissenstransfer und als Modellstadt.“
  • Stephan Sterzik, Verbandsgeschäftsführer des AZV Wipper-Schlenze

    Foto: Sven Gückel

    „Die Arbeit des KZWW könnte für uns beim Regenwassermanagement und der Elimination von Arzneimittelrückständen und Spurenstoffen im Abwasser relevant sein. Die Hochschule Magdeburg unterstützt uns aktuell mit dem KZWW bei der Umsetzung der neuen Phosphor-Grenzwerte-Bestimmungen.“

Zurück zur Startseite

Continue reading

Überholspur genutzt

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Michael Bedla, Vorsitzender der Verbandsversammlung des ZWA Bad Dürrenberg.

Foto: Egbert Schmidt

Editorial

Überholspur genutzt

Ganz klar: Die Derivatgeschäfte hatten dem ZWA lange Zeit Negativschlagzeilen bereitet. Der Verband hat Großes geleistet und kann nun positiv in die Zukunft blicken.

Die Derivatgeschäfte hatten dem ZWA Bad Dürrenberg lange Zeit Negativschlagzeilen beschert. Es steht außer Frage, dass dieses Kapitel dem Verband nicht zugutekam. Was in den letzten Jahren geleistet wurde, war kräftezehrend, aber notwendig, denn transparent und akribisch wurden juristische Unklarheiten sowie strafrechtliche Maßnahmen aufgearbeitet. Der ZWA ist wieder im Zeitplan und kann sich auf Zukünftiges fokussieren.

Zurück zur Startseite

Continue reading

Feier mit doppeltem Anlass

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Blicken auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück: Michael Bedla, Vorsitzender der Verbandsversammlung (links) und Franz-Xaver Kunert, Geschäftsführer des ZWA (rechts) verabschieden Dietmar Goblirsch nach 25 Jahren Tätigkeit in der Verbandsversammlung.

Foto: ZWA Bad Dürrenberg

Neue Amtszeit und Abschied bei der Verbandsversammlung des ZWA

Feier mit doppeltem Anlass

In der letzten Verbandsversammlung war einiges los: Franz-Xaver Kunert, Geschäftsführer des ZWA wurde wiedergewählt und ein langjähriges Mitglied der Versammlung wurde feierlich verabschiedet.

Am 03.04. 24 gab es gleich zwei Feierlichkeiten für den ZWA Bad Dürrenberg: Franz-Xaver Kunert wurde als Verbandsgeschäftsführer des ZWA in der Verbandsversammlung wiedergewählt. Die Verbandsmitglieder stimmten für eine erneute Amtszeit, die am 01. 08. 2024 fortgesetzt wird. Michael Bedla, Vorsitzender der Verbandsversammlung gratulierte: Wir freuen uns sehr, Herrn Kunert weiterhin an unserer Seite zu wissen. Mit ihm hat der ZWA einen kompetenten und zuverlässigen Geschäftsführer.“ Mit den Feierlichkeiten aber noch nicht genug: Dietmar Goblirsch wurde bei dieser Gelegenheit feierlich verabschiedet. Seit 1999 war er dauerhaft in der Verbandsversammlung, zuletzt als Stellvertreter, tätig. Der ZWA sagt: Danke!

Zurück zur Startseite

Continue reading

Digitalisierung läuft

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Alt gegen neu: in verschiedenen Orten des Verbandsgebietes werden Funkzähler eingebaut.
Foto: SPREE-PR/Wolf

Der ZWA stellt Schritt für Schritt auf Funkzähler um

Digitalisierung läuft

An einem Montagmorgen im April. ZWA-Mitarbeiter Ronny Wolf legt los: Hier, in einem Wohnhaus in Spergau, baut er an diesem Tag Funkzähler ein.

„Alle Ventile müssen dazu geschlossen sein, die Plombe wird gebrochen, Dichtungen werden getauscht und der Funkzähler eingebaut“, erklärt Wolf. In Sachen Funkzähler-Umrüstung will der Verband nach dem erfolgreichen Testlauf in diesem Jahr weitermachen. Bereits in 2023 wurden für den Testbetrieb 87 Geräte in Oebles-Schlechtewitz eingebaut. Weil das gut funktionierte, gingen dort die Funkzähler nun in den Dauerbetrieb.

In diesem Jahr kommen fast 590 Funkzähler hinzu, in Spergau und im Bad Dürrenberger Ortsteil Vesta. „Innerhalb von wenigen Wochen werden die bisherigen Wasserzähler gegen die modernen Funkzähler ausgetauscht“, so Wolf.

Datenermittlung im Vorbeifahren

„Die neuen Geräte sparen Zeit und Arbeitskraft, denn für das Ablesen der Funkzähler benötigen wir nur wenige Minuten“, fasst Verbandsgeschäftsführer Franz-Xaver Kunert zusammen. Ein ZWA-Mitarbeiter erfasst sozusagen im Vorbeifahren am Haus – ausgestattet mit entsprechender Technik – anonym Zählernummer, Zählerstand sowie Status- und Fehlermeldungen. Im Verwaltungssitz des ZWA, im „Turm“ werden die Daten zugeordnet. Mit den herkömmlichen Wasserzählern lief es so ab: Von den rund 6.000 Zählern des Verbandsgebietes konnten im Durchschnitt pro Jahr nur 1.000 von ZWA-Mitarbeitern abgelesen werden. Die anderen Kundinnen und Kunden gaben ihren Zählerstand per Ablesekarte bekannt. Eine aufwändige Sache, mit der in den kommenden Jahren möglicherweise Schluss sein könnte, sollten sich die Funkzähler bewähren.

Funkzählerdaten werden mobil erfasst.
Foto: SPREE-PR/Wolf

Wasserverlusten auf der Spur

Funkzähler arbeiten sehr genau. Per Ultraschall wird der Durchfluss ermittelt. Defekte in den Leitungen können zügiger bemerkt und behoben werden. „Geplant ist, dass am Ortseingang ein Funkzähler registriert, wie viel Wasser in die Ortschaft läuft. Mit der Übersicht der Daten der einzelnen Funkzähler können wir so Wasserverluste besser aufspüren“ ,erklärt Kunert. Bisherige Wasserzähler, sogenannte Nassläufer, sowie Funkzähler haben eine Eichfrist von sechs Jahren. Nassläufer müssen danach aufgrund des mechanischen Verschleißes meist ausgetauscht werden, Funkzähler haben laut Hersteller eine längere Lebensdauer, dies verspricht eine hohe Wirtschaftlichkeit. Doch erst nach der 6-jährigen Frist und dem Testlauf wird sich zeigen, ob diese Versprechen gehalten werden können und welche Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Zurück zur Startseite

Continue reading

Aufholjagd bei den Jahresabschlüssen

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




ZWA-Verbandsgeschäftsführer Franz-Xaver Kunert.
Foto: Fotoloft-Erfurt/Träger

Der ZWA kommt bei den ausstehenden Jahresabschlüssen gut voran

Aufholjagd bei den Jahresabschlüssen

Aufholjagd bei den Jahres­abschlüssen

Es war ein Kraftakt für den ZWA Bad Dürrenberg: In den letzten Ausgaben der WASSERZEITUNG wurde bereits über die interne und rechtliche Aufarbeitung in Bezug auf die Derivatgeschäfte aus früheren Verbandszeiten berichtet.

Der Hintergrund: Sowohl der ZWA als auch der AZV Saale-Rippachtal hatten in den Jahren 1999 bis 2011 zahlreiche Zinsderivate abgeschlossen, um nicht mehr Zinsen auf laufende Kredite zahlen zu müssen. Der Landesrechnungshof Sachsen-Anhalt hatte 2017 in den Jahresabschlüssen des ZWA rechtliche Unsicherheiten bezüglich der Derivatgeschäfte angemahnt.

Nun konnte die Aufarbeitung der Thematik Derivate – auch in Abstimmung mit der Kommunalaufsichtsbehörde – fast abgeschlossen werden. „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Lediglich ein Rechtsstreit zu zwei nicht spekulativen Derivaten des ehemaligen AZV Saale-Rippachtal steht noch aus“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Franz-Xaver Kunert. Zahlreiche Jahresabschlüsse mussten nachgeholt werden. „Den Jahresabschluss von 2017 konnten wir bereits in 2022 vollständig abschließen. In 2023 wurden die Jahresabschlüsse von 2018 und 2019 geprüft und von der Verbandsversammlung beschlossen“, sagt Kunert. Auch externe Wirtschaftsprüfer gaben ihre Bestätigung.

Erst vor Kurzem – im April 2024 – wurde der Jahresabschluss 2020 von der Verbandsversammlung angenommen, mit einem Jahresgewinn von gut 1,44 Mio. Euro. Davon wurde ein Betrag von rund 650.900 € für künftige Investitionen zurückgestellt. „Der Jahresabschluss von 2021 ist derzeit in Prüfung. Wir werden voraussichtlich einen Jahresgewinn von rund 1,37 Mio Euro notieren. Vom tatsächlichen Gewinn werden vermutlich für Investitionen rund 792.000 Euro reserviert“, so der Verbandsgeschäftsführer.

Auch in diesem Jahr setzt sich der Zahlenmarathon fort: In 2024 stehen nun planmäßig die Abschlüsse für 2022 und 2023 zur Prüfung an. „Ab dem nächsten Jahr wird es leichter. Der Verband wird wieder gemäß Kommunalrecht im üblichen Rhythmus sein. Der Jahresabschluss für 2024 erfolgt damit in 2025“, sagt Kunert.

Zurück zur Startseite

Continue reading

Der Naturerbewald Blankenburg im Harz

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Gemeinsam machen sie sich stark für den Naturschutz: Ulrich Jabin und Dr. Nele Herkt.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

Ein geschützter Ort für Tiere und Pflanzen

Der Naturerbewald Blankenburg im Harz

„Kuckuck“ ertönt es beim Drücken der Türglocke. „Bei uns ruft der Kuckuck und nicht die Klingel“, sagt Dr. Nele Herkt beim Öffnen des Tors lachend. Sie ist Geschäftsführerin der SUNK, der Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt. Diese hat seit letztem Jahr ihre Außenstelle im Schloss Blankenburg, mitten im Naturerbewald, im Harz. Was diesen Wald so besonders macht und wie Tiere dort besonders geschützt werden, erklären Dr. Nele Herkt und Ulrich Jabin, Leiter des Naturerbewaldes.

Frau Dr. Herkt, als Geschäftsführerin der SUNK sind Sie und Ihr Team verantwortlich für den Naturerbewald, ein Nationales Naturerbe in Sachsen-Anhalt. Was macht den Naturerbewald in Ihren Augen so einzigartig?

Dr. N. Herkt: Der Naturerbewald ist unglaublich vielseitig: Unter anderem haben wir ganz unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, dichte Mischbaumbestände, Waldwiesen, Feuchtbiotope und Bergstollen. Tiere, die ihre Lebensräume in ganz Deutschland haben, findet man hier konzentriert im Naturerbewald: darunter besonders und streng geschützte Tierarten wie Feuersalamander und verschiedene Fledermausarten.

Ein Relikt aus der Bergbauzeit: Der Sägemühlenteich wurde ursprünglich als Wasservorrat für den Erzabbau angelegt und ist heute
ein wichtiges Feuchtbiotop.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

Die Waldfläche war bis in die 2000er hinein geprägt von menschlicher Beeinflussung, darunter jahrhundertelanger Bergbau und forstliche Bewirtschaftung. Seither hat sich ökologisch einiges getan. Wie findet der Wald zurück zu seinen „natürlichen Wurzeln“?

Dr. N. Herkt: Im Naturerbewald ist Prozessschutz angesagt, d. h. wir greifen so wenig wie möglich in die Natur ein. Etwa 75% des Areals wird sich selbst überlassen. Prozessschutz funktioniert aber nicht auf allen Flächen: Beispielsweise Waldwiesen und Eichenbestände brauchen Pflege, um artenreiche Biotope zu bleiben. Bäume, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssten, werden bei uns, wenn möglich, nur soweit gekürzt, dass ein Hochstubben verbleibt. Dieses „Hochhaus“ bietet seltenen Tieren dann weiterhin Lebensraum.

Wo besteht noch Handlungsbedarf und was sind zukünftige Projekte?

U. Jabin: Wir haben einen Entwicklungsplan entworfen, in dem festgehalten wurde, welche Maßnahmen noch notwendig sind: Wasserspeicherung ist ein wichtiges Thema für uns. Wir führen Renaturierungsmaßnahmen an kleinen Bächen und Teichen durch. Denn im Zuge des immer wärmer werdenden Klimas ist es wichtig, Wasser in der Fläche zu halten, um den feuchten Lebensraum von Amphibien zu schützen.

Das Buschwindröschen ist typisch für Naturerbewald.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

„Die Imposante“ ist eine über 300 Jahre alte Eiche. Auch wenn sie kein lebender Baum mehr ist, bietet sie immer noch vielen geschützten Tierarten wie dem Hirschkäfer Lebensraum.
Foto: SPREE-PR/Swoboda

Der Wald bietet rund um das Schloss Blankenburg ein Rad- und Wanderwegenetz. Gibt es barrierefreie Waldwege?

Dr. N. Herkt: Viele Wege sind vom Untergrund her gut passierbar, allerdings gibt es immer wieder Steigungen. Eine kleine Spazierrunde ist auf jeden Fall möglich, wie zum Beispiel rund um das Kloster Michaelstein. In der Gaststätte im Klostergrund wird leckerer regionaler Fisch angeboten.

Der Naturerbewald ist ein Zufluchtsort für viele geschützte Tierarten. Welche Schutzmaßnahmen werden ergriffen, um die Lebensräume der Tiere zu erhalten?

U. Jabin: Das Monitoring, das dauerhafte Überwachen von Artenvorkommen in bestimmten Gebieten, ist eine wichtige Maßnahme, um einen Überblick zu behalten, welche Tier- und Pflanzenarten überhaupt vorkommen. Zudem konzentrieren wir uns auf ein Netz von ausgewiesenen Wanderwegen, damit es auch Ruhezonen für Tiere gibt, an denen keine Besucher vorbeikommen. Zum Erhalt von Tierarten gehört für uns, dass auch manchmal aktiv in die Natur eingegriffen werden muss.

Von Menschenhand gebaut: Der Horst mit kuscheligem Moos soll den Schwarzstorch zurückholen.
Foto: SUNK

Haben Sie dafür ein konkretes Beispiel?

U. Jabin: Seit 30 Jahren nistet am selben Baum ein Schwarzstorch in einem der ältesten Schwarzstorchhorste Sachsen-Anhalts. Nach einem extremen Sturm ist der Horst leider mit seinen Jungen abgestürzt. In Absprache mit Storchexperten haben wir eine Nisthilfe am selben Baum gebaut. Der Schwarzstorch ist sehr ortsgebunden und fliegt am liebsten jedes Jahr dieselbe Niststelle an. Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass er wieder zurückkommt.

Vielen Dank für das Gespräch!
  • Steckbriefe Dr. Nele Herkt und Ulrich Jabin

    Dr. Nele Herkt wurde 1969 in Osnabrück geboren. Sie studierte Forstwissenschaften in Niedersachsen. Sie war auch für die Nachhaltigkeitsabteilung eines großen Konzerns tätig und führte Umweltmanagementsysteme in der Industriebranche ein. Seit 2020 ist sie Geschäftsführerin der SUNK. Ulrich Jabin ist 1983 in Wernigerode geboren. Der gelernte Förster studierte Forstwirtschaft in Göttingen. Als selbstständiger Forstdienstleister war er im Nationalpark Harz tätig. Zuletzt war er beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) in Halberstadt angestellt. Seit 1. Januar 2024 ist er Leiter des Naturerbewalds.

  • Was ist die SUNK?

    SUNK – Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt ist seit 2011 verantwortlich für den Naturerbewald Blankenburg und entstand 1994. Bis 2005 entwickelte sich die heutige SUNK, welche sich die gezielte Förderung von Umweltprojekten in Sachsen-Anhalt zur Aufgabe macht. In diesem Jahr feiert sie 30jähriges Jubiläum. Das „Nationale Naturerbe“ bezeichnet Flächen in Deutschland, die zum Schutz der biologischen Vielfalt gesichert wurden. Zwei Programmtipps für Naturliebhaber: Am 25. Mai findet eine geführte Wanderung und am 8. Juni ein Blühwiesenpicknick statt.

    Mehr Informationen

Zurück zur Startseite

Continue reading

Es darf wieder geknobelt werden!

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Als PDF herunterladen

Winterlicher Denksport

Es darf wieder geknobelt werden!

Liebe Leserinnen und Leser,
dieses Jahr haben wir uns einen neuen Knobelspaß für Sie einfallen lassen. Auf den Zeichnungen sind insgesamt 11 Begriffe versteckt.

Diese sind eng mit den Bereichen Wasser, Geografie, Energie und der winterlichen Jahreszeit verbunden.

Das Lösungswort betrifft uns alle und jeder und jede von uns kann einen kleinen Beitrag dazu leisten.
Viel Spaß beim Rätsel!

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Zu gewinnen gibt es in diesem Jahr:

  1. Platz 100€
  2. Platz 50€
  3. Platz 25€
Bitte verwenden Sie das nachstehende Kontaktformular, um das Lösungswort einzureichen und die Chance auf einen Geldpreis zu erhalten.

Oder senden Sie Ihre Lösung per Post an: 

Spree-Presse und PR-Büro GmbH

Gutenbergplatz 5, 04103 Leipzig

oder per E-Mail an: winterraetsel@spree-pr.com

    Zurück zur Startseite

    Continue reading

    Bad Dürrenberg Landesgartenschau 2024

    Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




    Bad Dürrenberg Landesgartenschau 2024

    TIPP

    Im kommenden Jahr findet in Bad Dürrenberg die Landesgartenschau statt. Hierzu startet am 06.11.2023 der Vorverkauf von Dauerkarten zu Early-Bird Preisen (Frühbucher-Rabatt).

    Zurück zur Startseite

    Continue reading

    ZWA Bad Dürrenberg beteiligt sich am landesweiten Kennzahlenvergleich

    Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




    Foto: PublicDomainPictures

    Wirtschaftlichkeit und Kundenservice auf dem Prüfstand

    ZWA Bad Dürrenberg beteiligt sich am landes­weiten Kennzahlen­vergleich

    Regelmäßig vergleichen sich die Trink- und Abwasserverbände Sachsen-Anhalts im Rahmen eines Benchmarkings. Dabei werden die Punkte Sicherheit, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Kundenservice sowie Optimierungsmöglichkeiten unter die Lupe genommen. Im Betrachtungsjahr 2021 ging es ums Abwasser, um Zahlen und Fakten aus der Abwasserableitung und Abwasserbehandlung. Das Ergebnis: Insgesamt 20 Aufgabenträger hatten am Vergleich teilgenommen. Sie repräsentieren etwa 36 Prozent der Bevölkerung von Sachsen-Anhalt. Im Bericht wurden auch die enormen Preissteigerungen in der Schmutzwasserentsorgung durch drastisch gestiegene Strom-, Kraftstoff- und Baupreise diskutiert. Der Vergleich wird von der Confideon Unternehmensberatung GmbH durchgeführt.

    Hier finden Sie weitere Infos.

    Zurück zur Startseite

    Continue reading

    Von Theorie und Wirklichkeit

    Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




    Pfiffige Lösungen: Steffen Gess von der Amiblu Germany GmbH (li.) sowie Marvin Klapproth (Mitte) und Niklas Zimmermann von THE PAULY GROUP GmbH stellten bei den Magdeburger Abwassertagen innovative Rohrsysteme sowie Lösungen zur ökologischen Entwässerung von Klärschlamm vor.
    Foto: SPREE-PR/Wolf

    32. MAGDEBURGER ABWASSERTAGE

    Von Theorie und Wirklichkeit

    Abwasserverbände fordern eine praxistaugliche Neugestaltung der EU-Kommunalabwasser­richtline

    Viele Vorträge waren am 7. September im Tagungssaal des Hotels Ratswaage bereits gehalten worden. Beim sperrig klingenden Thema „Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie“ ruckelten sich einige Teilnehmer auf ihren Stühlen zurecht und meldeten sich zu Wort, nachdem Christof Mainz vom Bundesumweltministerium einen Überblick über den Stand der EU-Beratungen zur Neugestaltung der Richtline gab.

    Das Thema erhitzt die Gemüter. Ein Teilnehmer sprach von einem Skandal, was die EU-Pläne noch mit der Wirklichkeit zu tun hätten? Ein Verbandschef stellte die Frage, wo das Geld herkommen soll? Andere meinten, es müsse gelingen, irgendwie, für alle EU-Länder – zum Schutz der Umwelt. Worum geht es? Es geht um die künftige Reinigung von Abwasser, um eine Regelung für alle EU-Mitgliedsstaaten. Die Pläne der EU sind vielschichtig. Zum Beispiel sollen die Grenzwerte von Phosphor und Stickstoff des gereinigten Abwassers, das aus der Kläranlage in die Flüsse geleitet wird, verschärft werden. Es geht um eine vierte Reinigungsstufe für Kläranlagen ab 100.000 Einwohnerwerten und darum, wie Gewässer vor gefährlichen Stoffen geschützt werden sollen. Ein Beispiel: Der in vielen Schmerzmitteln enthaltene Wirkstoff Diclofenac kann in Kläranlagen derzeit nur teilweise eliminiert werden, bereits in niedrigen Konzentrationen schädigt dieser die Tierwelt in Gewässern. Für eine zusätzliche Reinigungsstufe sollen nun die Verursacher, vor allem die Pharmaindustrie und die chemische Industrie die Kosten tragen. Laut EU soll es dazu erst einmal einen Hersteller-Finanztopf geben. Die kommunalen Abwasserverbände sehen sich vor Mammutaufgaben: Wer zahlt den Umbau von Kläranlagen? Wie sollen die Gebühren der Kunden bei hohen Investitionen niedrig bleiben? Von einer Gebührenerhöhung von 2,3 % ist die Rede, doch Andreas Beyer, Verbandschef des WAZV „Bode-Wipper“, schüttelt den Kopf. „Das ist völlig unrealistisch“, sagt er. Beim Thema Eigenstromerzeugung gibt es weitere Probleme: Es fehlt nicht nur Geld, sondern schlichtweg der Platz für Photovoltaik auf den Anlagen und das Personal sowieso.

    Die Mitglieder der DWA, der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V., richteten bei den Magdeburger Abwassertagen eine klare Botschaft gen Politik: Bei der Neuausrichtung der Kommunalabwasserrichtlinie muss nachgebessert werden. Aber auch Klärschlammbeseitigung, Phosphorrückgewinnung, Energieneutralität und die Nationale Wasserstrategie sind Themen der Branche. Ein aufrüttelnder Appell kam von Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch, dem DWA-Landesverbandsvorsitzenden: „Wir müssen für den Gewässerschutz kämpfen, denn 90 Prozent der Gewässer hierzulande sind in keinem guten Zustand.“

    • Sind sich einig: Die EU-Pläne zur Neu-ausrichtung der Kommunalabwasserrichtline sind nur schwer in die Praxis umzusetzen: (v. l.) Mario Pöschmann, Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR, Achim Grossmann, Verbands­geschäftsführer Abwasserverband Haldensleben „Untere Ohre“ sowie Andreas Beyer, Verbandschef des WAZV „Bode-Wipper“ beim Austausch in Magdeburg.

    • Prof. Dr. Uli Paetzel, Präsident der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA): „Austausch und Netzwerkbildung sind entscheidend für eine zukunftsorientierte Praxis in der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Wir von der DWA veranstalten mehrere hundert Tagungen und Weiterbildungen pro Jahr, um die Fach- und Führungskräfte der Branche zusammenzubringen.“
    • Für eine bessere Belüftung und gegen Gulli-Geruch: WAZ-Redakteurin Franziska Swoboda (rechts) lässt sich von Daniel Jehring von der UNITECHNICS KG aus Schwerin ein wartungsarmes Geruchsdämpfungssystem für Kanalschächte erklären. Im Inneren der Schachtabdeckung befindet sich ein
      neuartiges Filtermaterial aus Zellkunststoff. Dessen Reinigung erfolgt schlicht und einfach mit… Wasser!
    • Ralf Schüler, Geschäftsführer DWA Landesverband Nord-Ost: „Die Magdeburger Abwassertage haben sich als Branchentreff seit der Wende etabliert und sprechen vor allem Technische Leiter, Abwassermeister sowie Planer und Verbandschefs von Abwasserbetrieben an. Es geht um neue Technologien in der Abwassertechnik, Umweltschutz sowie Energiegewinnung und um das Zukunftsthema Wasserstoff.“

    Die Themen der 32. Abwassertagung am 7. und 8. September 2023 im Überblick

    • • Neue Kommunalabwasserrichtlinie
      • Sicherstellung der Abwasserentsorgung bei Stromausfall
      • Schadstoffe aus Regen- und Mischwasserkanälen
      • Innovationen zur Klärschlammbeseitigung
      • Technische Überwachung von Rohrleitungen

    • • Umgang mit Schadstoffen in der Ostsee
      • Wasserstoffgewinnung aus Schlammwasser
      • Optimaler Betrieb von Kläranlagen
      • Abwasserwärmenutzung

    Zurück zur Startseite

    Continue reading