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Mit realistischem Blick



Editorial

Mit realistischem Blick

Liebe Leserinnen und Leser,

offen, ehrlich und zukunfts­orientiert wollen wir sein. Was den ZWA und die AöR eint, ist der Blick auf unsere Bestandsanlagen. Damit sind kilometerlange Rohre und komplexe Technik gemeint, die jeden Tag in den Verbandsgebieten genutzt werden. Für uns alle und für zukünftige Generationen müssen wir den eingeschlagenen Weg der Sanierung konsequent weitergehen.

Dazu müssen wir den Blick auf die Finanzen lenken. Oberste Priorität hat die qualitativ und quantitativ sichere Ver- und Entsorgung, ohne dabei die Bezahlbarkeit aus dem Blick zu verlieren. Was uns außerdem eint: Das Geld, was wir einnehmen, fließt direkt in die Infrastruktur. Profit dürfen wir als kommunale Betriebe nicht erzielen. Um effektiver zu arbeiten, ist ein weiteres gemeinsames Ziel, die Verwaltung zu optimieren. Neue Softwaresysteme bieten dafür die Grundlage. Mit unserer Erfahrung, mit Bedacht, Zuversicht und Engagement für alle anstehenden Aufgaben gehen wir ins nächste Jahr.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit,
frohe Weihnachten und kommen Sie gut ins neue Jahr!

Ihr Franz-Xaver Kunert, Verbandsgeschäftsführer des ZWA Bad Dürrenberg

Foto: SFotoloft Erfurt

Ihr Mario Pöschmann, Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels – AöR

Foto: SPREE-PR/Wolf

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Wasserwirtschaft im europäischen Fokus



Wasserwirtschaft im europäischen Fokus

Am 15. und 16. September 2025 fand die diesjährige Jahrestagung der European Union of Water Management Associations, kurz EUWMA, in Hamburg statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Deutschen Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft e. V. (DBVW).

Gemeinsam stark für eine zukunftsfähige europäische Wasserwirtschaft: Die Teilnehmer der EUWMA-Jahrestagung kamen u. a. aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, aus Portugal und Deutschland.

Foto: EUWMA

Mit der Übergabe der EUWMA-Präsidentschaft von Fenareg, einem öffentlich-rechtlichen Verband für Wassermanagement aus Portugal, an den DBVW-Präsidenten Franz-Xaver Kunert rücken nun für ein Jahr die Themen der deutschen Wasserwirtschaft in den Mittelpunkt.
Im Zentrum der Gespräche in Hamburg standen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im europäischen Wassermanagement, darunter die anhaltende Trockenheit, der Gewässerschutz und damit die dringend benötigte Herstellerverantwortung. Aber auch Infrastrukturfragen und die europäische Förderpolitik wurden diskutiert.

Franz-Xaver Kunert übernahm die EUWMA-Präsidentschaft.

Foto: EUWMA

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Der ZWA rückt den Bestandserhalt des Trink- und Abwassernetzes in den Fokus



Für jetzt und für die Zukunft

Der ZWA rückt den Bestandserhalt des Trink- und Abwassernetzes in den Fokus

Wir alle nutzen tagtäglich die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Eine Selbstverständlichkeit. Erst, wenn etwas defekt ist, wird bemerkt, was dahintersteckt: ein komplexes Netz aus Leitungen, Aufbereitungsanlagen, Pumpstationen oder umfassender Kläranlagentechnik. Nicht nur oberirdisch, sondern vor allem im Erdreich liegen Millionenwerte.

Versorgungssicherheit: Im Juli 2025 gab es umfangreiche Baumaßnahmen am Trinkwassernetz nahe Friedensdorf. In Folge eines Bauprojektes der Deutschen Bahn kam es zu einer Havarie. Über 60 Jahre alte Leitungen wurden daraufhin vom ZWA erneuert.

Foto: ZWA/Kunert

Dieses System, das bereits seit Jahrzehnten vorhanden ist, muss nicht nur gepflegt, sondern auch saniert werden. Passiert dies nicht, bricht es irgendwann zusammen. Ein Szenario, das keiner will.

Franz-Xaver Kunert, der Verbandsgeschäftsführer des ZWA, bringt es auf den Punkt: „Wir haben viel geschaffen in den letzten Jahrzehnten. Jetzt müssen wir für den Bestands­erhalt Geld in die Hand nehmen.“ Dem ZWA geht es um den realistischen Blick auf das gesamte Trink- und Abwassernetz des Verbandsgebietes, denn dies soll auch für künftige Generationen erhalten werden. „Die Fördermittel sind rückläufig, wir sind immer mehr auf Eigenkapital angewiesen, um das gesamte Netz aufrechtzuerhalten“, so Kunert.

Rohre und Leitungen sind teilweise siebzig bis achtzig Jahre alt, dabei handelt es sich nicht um ein „Phänomen“ des ZWA, sondern dies betrifft alle Ver- und Entsorger in Deutschland, in kleinen sowie in großen Strukturen. Baumaßnahmen für den Erhalt werden immer teurer und das seit Jahren. „Wir müssen die Sanierung in den Fokus rücken. Wir können das nicht auf später verschieben. Diesen Spielraum haben wir nicht. Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Gebühren bis 2050 um mindestens 350% steigen müssten, um die Infrastruktur enkel­gerecht zu erhalten. Darum müssen wir jetzt aktiv vorbauen, um unsere Bürger langfristig nicht zu überlasten“, so Franz-Xaver Kunert.

Geld für die Bestandssanierung bei gleichzeitig bezahlbarer Gebühr: „In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns und müssen dies in unseren Entscheidungen bewusst abwägen“, sagt er weiter. Um für die Zukunft vorzusorgen gibt es die Möglichkeit, das Anlagevermögen nach Wiederbeschaffungszeitwerten abzuschreiben. „Dies ermöglicht es dem Verband, bilanziell Rücklagen für künftige Investitionen zu bilden“, so Kunert. Bereits in der Gebührenkalkulationsperiode 2017–2019 wurde begonnen, die Abschreibung auf Wiederbeschaffungs­zeitwerte einzuführen. 2020 –2022 gab es ­einen Gebührensprung, der für Investitionen nötig war.

Extremer Sanierungsbedarf in 20-30 Jahren: Während in Westdeutschland die Sanierungswelle im Trinkwassernetz bereits rollt, verdeutlicht die Grafik, dass die Verbände in Ostdeutschland ab den 2040er Jahren erheblichen Erneuerungsbedarf in der Infrastruktur haben werden. Das betrifft Trinkwasserleitungen, die nach der Wende errichtet wurden.
Quelle: confideon Unternehmensberatung GmbH, am-tec switzerland ag; ZWA

Das Trinkwassernetz im Visier: Der ZWA versucht extremen Erneuerungsbedarf in den nächsten Jahrzehnten zu umgehen.

Foto: ZWA/Kunert

Jedes Jahr konnte aber bis zu eine Million Euro für die anteilige Finanzierung künftiger Erneuerungsprojekte zurückgestellt werden. „Da wir aber nur aller drei Jahre kalkulieren, holt uns jetzt mit der Gebührenkalkulation 2026-2028 die Abschreibung auf die Wiederbeschaffungszeitwerte ein. Jetzt schlagen die Preissteigerungen, die wir durch Corona und den Beginn des Ukraine-Krieges hatten, deutlich durch“, erläutert Kunert. Versucht wird, finanziell einen Mittelweg zu finden.

Bestimmte Finanzaufstellungen werden genutzt, um eine Dämpfung des Gebührenanstiegs zu schaffen. Ein Beispiel aus der zentralen Schmutzwasserbeseitigung: Derzeit beträgt diese 3,44€/m³. Theoretisch müsste die Gebühr auf 6,60€/m³ steigen, der Verband will in den kommenden Jahren jedoch nur 3,98€/m³ erheben. Diese bilanzielle Anpassung liegt derzeit zur Prüfung bei der Kommunalaufsicht und dem Rechnungsprüfungsamt des Burgenlandkreises.

Ein Abfedern der Gebühren soll vor allem der Generation entgegenkommen, die schon einmal einen Beitrag für ihre Schmutzwasserinfrastruktur, nämlich den Erschließungsbeitrag, bereits bezahlt hat. Der ZWA will grundsätzlich dennoch jedes Jahr einen festen Betrag für Erneuerungsmaßnahmen zurückstellen, doch einfach wird das nicht. „Unser Appell geht an die Politik. Wir brauchen nicht nur für die Neuerschließung oder für Energieeinsparungen im Trink- und Abwasserbereich Fördermittel, sondern auch für den Erhalt der bestehenden Infrastruktur“, mahnt Kunert.

Vorläufiger Entwurf der Gebühren für die Kalkulationsperiode 2026-2028. Die vorletzte Tabellenspalte zeigt die Gebühr, die eigentlich veranschlagt werden müsste. Alle Werte benötigen noch die Zustimmung durch Kommunalaufsicht und Rechnungsprüfungsamt.
Quelle: ZWA

Der Verband hofft, dass Gelder aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes fließen. „Wir haben im Trinkwasserbereich eine Erneuerungsrate von 1–1,5 Prozent, Ziel wären eigentlich zwei bis drei Prozent. Zwei Prozent bedeutet, jede Leitung wird 50 Jahre alt, 1,5% bedeutet eben nur noch 75 Jahre und da wird’s schon schwierig. Allein die 1,5% sind ein enormer Kraftakt. Wir müssen alle gemeinsam auf dem Weg bleiben, mehr zu tun“, sagt der Verbandsgeschäftsführer. Der ZWA hat die Bestandssanierung im Blick, damit in naher Zukunft die Region vor einer massiven Sanierungs- und Kostenwelle verschont bleibt.

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Weltwassertag in unserem Verbandsgebiet

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




In Kötzschau fanden am 26.3. ein Projekttag für Grundschüler und die 4. Elsterfloßgrabenkonferenz statt.
Fotos (2): ZWA

Weltwassertag in unserem Verbandsgebiet

„Imm´r ä weng Wosser unner´m Scheit“!

Zum Tag des Wassers hieß es wieder für viele Mädchen und Jungen der Grundschule „Thomas Müntzer“ in Kötzschau: Raus zum Elsterfloßgraben, denn dort hatten die Mitglieder des Fördervereins Elsterfloßgraben e. V. viele Flößerhaken am Ufer festgemacht.

Auch in diesem Jahr erfuhren die Kids jede Menge Spannendes über die Tradition des Scheitholzflößens, was früher für viele Menschen vor allem eins hieß: Schwerste Arbeit. Doch nicht nur das spielte bei dem Projekttag, den auch der ZWA aktiv unterstützt, eine Rolle: Viele Details zur Natur und zur Bedeutung des Elsterfloßgrabens wurden erklärt.

Für die Mitglieder des Fördervereins und alle Interessierten fand am Nachmittag die 4. Elsterfloßgrabenkonferenz und die öffentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins in der Gaststätte „Zur Mühle“, statt. Im Mittelpunkt standen die Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit in der Region und die Sicherung des technischen Denkmals Elsterfloßgraben. Der Förderverein setzt sich seit Ende 2009 dafür ein, das technische Denkmal „Elsterfloßgraben“, ein künstlich angelegtes Fließgewässer, in den Ländern Thüringen, Sachsen- Anhalt und Sachsen in seiner gesamten Schönheit und ingenieurtechnischen Einzigartigkeit wiederherzustellen und zu erhalten.

www.elsterflossgraben.com

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Leistungen auf dem Prüfstand

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Zum Abschluss des Kennzahlenvergleichs Abwasser gab es am 6. März 2025 in Magdeburg die Teilnehmerurkunde. Mit dabei: (v.l.) Anja Keßler-Wölfer, Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Verband kommunaler Unternehmen e. V., Frank Hellmann, Geschäftsstellenleiter Wasserverbandstag e. V. Sachsen-Anhalt, Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch, Vorsitzender des DWA-Landesverbandes Nord-Ost, Martin Dobischok, Technischer Leiter des ZWA, Franz-Xaver Kunert, Verbandsgeschäftsführer sowie Prof. Dr. Armin Willingmann, Umweltminister des Landes Sachsen-Anhalt.

Foto: ZWA

Leistungen auf dem Prüfstand

Der landesweite Kennzahlenvergleich des Landes Sachsen-Anhalt fand in diesem Jahr wieder statt – ein wichtiger Termin für die Trink- und Abwasserverbände in Sachsen-Anhalt. Auch der ZWA Bad-Dürrenberg war dabei.

Der ZWA beteiligt sich seit vielen Jahren regelmäßig am landesweiten Kennzahlenvergleich – dies ist ein Leistungsvergleich der Trink- und Abwasserzweckverbände des Landes Sachsen-Anhalt untereinander. Alle Aufgabenträger präsentierten transparent ihren aktuellen Leistungsstand im Zusammenhang mit den Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanälen, mit der Reinigungsleistung von Kläranlagen und den Sanierungsraten. Die Teilnahme am Kennzahlenvergleich ist eine Voraussetzung, um Fördergelder für Bauprojekte beantragen zu können.

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Nachhaltig investieren

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg





Franz-Xaver Kunert, Verbandsgeschäftsführer des ZWA Bad Dürrenberg (oben)
Foto: SFotoloft Erfurt
Mario Pöschmann, Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR
Foto: SPREE-PR/Wolf

Editorial

Nachhaltig investieren

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

geht es Ihnen auch so? Das neue Jahr hat gefühlt erst begonnen und schon ist Ostern wieder vorbei. Und auch wir von der AöR und dem ZWA sind schon wieder mittendrin. Der Wirtschaftsplan des ZWA ist beschlossen und die Baumaßnahmen laufen schon in vollen Zügen. Dabei geht es um nachhaltige Lösungen für das Trink- und Abwasser sowie um Energieeinsparungen. Kostensparend, sinnvoll und mit Bedacht müssen wir in die Zukunft investieren – zentrale Themen, die beim ZWA und der AöR tagtäglich auf dem Programm stehen.

Neben einem neuen hochtechnischen TV-Fahrzeug für den Einsatz in der Kanalisation hat die AöR mithilfe von Fördermitteln einen neuen Bandeindicker angeschafft, dieser spart nicht nur Strom- , sondern auch Personalkosten. Zudem sagen wir herzlich willkommen zu den neuen Kollegen der IT und der kaufmännischen Abteilung.

Viel Freude beim Lesen und eine schöne Frühlingszeit!

Ihr Franz-Xaver Kunert,
Verbandsgeschäftsführer des ZWA Bad Dürrenberg
Ihr Mario Pöschmann,
Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels – AöR

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Schweßwitz Grüne Aue

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Nach Fertigstellung fand die Übergabe am 28.3.2025 statt.

Fotos (2): ZWA

Anspruchsvolle Baumaßnahme: In der Straße ‚Grüne Aue‘ waren aufgrund herausfordernder Bedingungen wie hoch anstehendem Grundwasser zahlreiche Gutachten erforderlich.

Schweßwitz Grüne Aue: herausforderndes Bauprojekt ist abgeschlossen

Die Straße „Grüne Aue“ ist grundhaft ausgebaut, die barrierefreie Bushaltestelle steht, die Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung sowie das Trinkwassernetz sind erneuert.

Der ZWA verlegte mehr als 300 Meter Schmutzwasserkanal, 9 Schachtbauwerke wurden eingesetzt und 17 Grundstücke ans Abwassernetz angeschlossen. Auch ehemalige Bürgermeisterkanäle wurden erweitert, sodass Regenwasser in die Gewässergräben abfließen kann. Für die bessere Trinkwasserversorgung hieß es: Alte Hauptleitungen raus, neue Kunststoffleitungen in die Erde. Fast 300 Meter wurden verlegt. Im Rahmen des Bauprojektes gab es einige Herausforderungen: Zusätzliche Gutachten mussten erstellt werden.

Auch aufgrund des komplizierten Baugrundes war es nötig, von der ursprünglichen Ausführungsplanung abzuweichen. „Relativ hoch anstehendes Grundwasser musste gesammelt und abgeleitet werden“, erklärt ZWA-Ingenieur Steffen Land. Fragen zum Deckenschluss der Straße konnten gemeinsam mit der Stadt Lützen geklärt werden. „Lützen war für uns ein zuverlässiger Projektpartner“, sagt ZWA-Verbandsgeschäftsführer Franz-Xaver Kunert.

Die Stadt schaffte finanzielle Mittel für die bereits in Planung gegangene Bushaltestelle. Die Gesamtbaukosten: mehr als 1 Mio. Euro. „Unser Dank gilt den Bürgern, die die zeitliche Verlängerung der Baumaßnahmen durchgehalten haben. Danke auch an die Stadträte von Lützen. Wir haben gemeinsam ein städtebaulich wertvolles Projekt umgesetzt “, sagt Verbandsgeschäftsführer Kunert.

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Die wasserwirtschaftliche Zeitenwende meistern

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Blick über die Saale: Die Planungen für die neuen Verbindungsleitungen zur Kläranlage Bad Dürrenberg stehen auf dem Programm.

Foto: ZWA
Grafiken: freepik / macrovector; rawpixel.com; juicy_fish

Der ZWA setzt auch in 2025 auf nachhaltige Investitionen

„Die wasser­wirtschaftliche Zeiten­wende meistern“

Schon längst sind die Projekte, die im diesjährigen Wirtschaftsplan des ZWA notiert sind, in der Umsetzung. Weit im Voraus wurde das Aufgabenpaket für 2025 geschnürt,
gemeinsam mit den Bauämtern der Gemeinden, beschlossen von der Verbandsversammlung. Zu den einzelnen Punkten der Vorhaben war
die WASSERZEITUNG im Gespräch mit dem Verbandsgeschäftsführer Franz-Xaver
Kunert sowie dem Technischen Leiter, Martin Dobischok.

Millionen für Strukturerhalt, Netzoptimierung und Versorgungssicherheit

In die Bereiche Schmutzwasserentsorgung werden ca. 5,1 Mio. Euro und in die Niederschlagswasserbeseitigung 2,5 Mio. Euro investiert. Für Erneuerungen im Trinkwasser stehen 3,6 Mio. Euro zur Verfügung. Geplant wird immer mit drei Finanzierungssäulen:

1. Fördermittel

2. Erschließungsbeiträge und Zuschüsse Dritter (Stadt, Land, Bund), die als Baulastträger agieren

3. Eigenmittel des ZWA


Die Fördermittel von Land und Bund werden zunehmend weniger. Die Eigenmittelsäule wird leider immer größer, das bedeutet am Ende die Aufnahme von Krediten, die auf dem Verband lasten.“

— Franz-Xaver Kunert, Verbandsgeschäftsführer des ZWA Bad Dürrenberg
Foto: Fotoloft-Erfurt/ Träger


Über das Haushaltsjahr hinaus

„Angefangene Projekte aus 2024 werden wir in 2025 abschließen. Dafür wurden per Ermächtigungsübertragung aus 2024 mehr als 3,96 Mio. Euro ins Jahr 2025 übertragen.“

— Martin Dobischok, Technischer Leiter ZWA
Foto: SPREE-PR/ Wolf

Projekte im Trinkwasser

„Wir gehen proaktiv in die Erneuerung und dritteln das Budget.“

— Franz-Xaver Kunert

Ein wichtiges Ziel: Die Neugestaltung der Gebäude und Flächen der Abteilung Trinkwasser. „In diesem Jahr startet der erste Bauabschnitt, der zweite Teil erfolgt in 2026“, erklärt Martin Dobischok. Das zweite Drittel an Investitionsmitteln geht in die Erneuerung der Bestandsanlagen für die Versorgungssicherheit der Bürger, wie zum Beispiel in Röcken.

„Hier müssen wir handeln. In zahlreichen Ortslagen gab es Rohrbrüche sowie einen Defekt am Hauptsammler. Im Gebiet Röcken soll der Leitungsverlauf optimiert werden. Auch der Wasserdruck wird sich verbessern“, so Dobischok. Möglicherweise stehen langwierige Projekte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn an. Bei Friedensdorf will die DB eine marode Brücke zu einem sieben Meter hohen Damm umbauen. Damit herrschen andere statische Verhältnisse auf den 60 Jahre alten Trinkwasserleitungen. Diese müssen ausgetauscht werden. Ein nicht weniger komplexes Projekt, bei dem die Deutsche Bahn dabei ist, wird in Kreypau bei Leuna sein. Hier werden Trinkwasserrohre neben einer Bahnbrücke ausgewechselt. Das letzte Bugdet-Drittel geht in die Netzerneuerung. Dazu gehören unter anderem die Installation von Funkzählern und viele Neuanschlüsse von Grundstücken.


Die Pläne fürs Abwasser

„Wir wollen neue Verbindungsleitungen schaffen, Anlagen reduzieren und ­effektiver gestalten.“

— Franz-Xaver Kunert

Die Containerkläranlagen in Muschwitz und Söhesten werden künftig außer Betrieb genommen. Neue Verbindungsleitungen z. B. zur Kläranlage nach Bad Dürrenberg müssen geschaffen werden. „Außerdem treffen wir Vorbereitungen für die Überleitung des Abwassers von Wengelsdorf nach Bad Dürrenberg“, sagt Martin Dobischok. Auch die Kläranlage Wengelsdorf wird stillgelegt, doch was bleibt, wird eine mechanische Grobreinigungsanlage sein: Bei Starkregenereignissen wird Abwasser zwischengespeichert, grob gereinigt und zur Kläranlage nach Bad Dürrenberg gepumpt.

Thema Neuanschlüsse: Zahlreiche Grundstücke, wie in Teuchern, Obernessa oder im Leunaer Ortsteil Zöschen werden für insgesamt rund 1 Mio. Euro ans Abwassernetz angeschlossen.

Ein ganz besonderes Projekt sind zwei Dosierstationen am Kanalnetz von Großkorbetha und Wölkau. Die Geruchsbelästigungen aus dem Kanal sollen für die Anwohner langfristig reduziert werden. „Das Abwasser aus dem südlichen Teil des Verbandsgebietes wird über Großkorbetha nach Wengelsdorf über zahlreiche Pumpstationen geleitet – eine lange Strecke. Dies führt zu Faulungsprozessen. Die eingesetzten Aktivkohlefilter müssen zu oft ausgetauscht werden, das ist nicht nur teuer, sondern auch nicht nachhaltig“, erläutert Dobischok. In den Mess- und Dosieranlagen in Dehlitz und Friedensdorf werden nun Wasserwerksschlamm oder ein eisenhaltiges Fällmittel dosiert. Damit startet die Abwasserreinigung bereits im Kanal.

Stichwort langfristig: Um Energie einzusparen, setzt der ZWA weiterhin auf Effizienzmaßnahmen für alle Kläranlagen. Ein Großprojekt: Die Ultrafiltration und das Ankurbeln der Hochlastfaulung in Bad Dürrenberg. Auch in den Ortschaften wird sich viel tun: „Wir planen insgesamt zehn Maßnahmen, um das Abwasserbeseitigungskonzept weiter umzusetzen und Grundstücke zum Beispiel in Leuna, Teuchern und Hohenmölsen anzuschließen“, erklärt Kunert.


Niederschlagswasser: Fairness für Gebührenreduktion

„Für dieses Jahr steht eine Flächenvalidierung bei Grundstücken an. Wir wollen prüfen: Sind alle Flächen, die an die Niederschlagswasserbeseitigung angeschlossen sind, auch tatsächlich beim ZWA gemeldet?“, so Martin Dobischok. „Die Bürger, die ehrlich sind, müssen für diejenigen mitbezahlen, die illegal einleiten. Es geht uns um Fairness“, ergänzt Kunert. Denn je mehr Grundstücke angemeldet sind, um so geringer fällt die Niederschlagswassergebühr aus. Anhand von GPS-Daten, Luftbildern und dem ZWA-Geoinformationssystem wer-
den Dachflächen, Hofflächen und Rasenflächen neu ermittelt.

Personal & Fachkräfte

„Seit vielen Jahren haben wir den Fachkräftemangel und den Generationswechsel im Blick.“

— Franz-Xaver Kunert

Der ZWA punktet in allen Fachbereichen mit einer Personaldecke aus erfahrenen sowie jungen Mitarbeitern, aus gelernten Fachkräften, aber auch aus Quereinsteigern. In diesem Jahr sollen drei neue Mitarbeiter eingestellt werden. Auch eine Social Media Kampagne hilft, junge Fachkräfte zu gewinnen.

ZWA und Zukunft

„Der geplante Kläranlagenumschluss ist aus betriebs-wirtschaftlicher Sicht sehr spannend, auch im Hinblick auf die 4. Reinigungsstufe, die in der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie gefordert wird.“

— Martin Dobischok

„Ich bin davon überzeugt, dass der zentrale Abwasseranschluss für die Umwelt und für den individuellen Geldbeutel das Beste ist. Eine Herzensangelegenheit ist mir, dass wir die wasserwirtschaftliche Zeitenwende meistern – wir sind mittendrin: Von der Erschließung hin zur Erneuerung. Nicht nur neue Anlagen sollten gebaut werden, sondern auch der derzeitige Bestand muss für nachfolgende Generationen ausgerichtet werden.“

— Franz-Xaver Kunert

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Neue Schmutz- und Regenwasserkanäle

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Bei der offiziellen Übergabe in Obernessa am 14.3.2025 mit dabei: (v. links) Steffen Rümmler, Projektleiter Firma Hiestro, Kathrin Nürnberg vom Ingenieurbüro Steinbacher Consult, Adelheid Lukas, Ortsbürgermeisterin von Obernessa, Verbandsgeschäftsführer Franz-Xaver Kunert sowie Lars Weidner, Bauamtsleiter der Stadt Teuchern.

Foto: ZWA

Pegauer Straße, Teuchern, Ortsteil Obernessa

Neue Schmutz- und Regenwasserkanäle

Das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Teuchern und des ZWA Bad Dürrenberg ist abgeschlossen: Zahlreiche Grundstücke wurden an das zentrale Abwassernetz angeschlossen und ein neuer Schmutzwasserkanal erweitert die Abwasserbeseitigungsanlage.

Von Juli 2023 bis Mai 2024 wurde durch den ZWA ein fast 350 Meter langer Schmutzwasserkanal zur Erweiterung der Abwasserbeseitigungsanlage errichtet. Der bestehende Bürgermeisterkanal wurde außer Betrieb genommen. Im Rahmen des Projektes wurden 16 Grundstücke erstmalig an die zentrale Abwasserbeseitigung angeschlossen. Die Baukosten für den Schmutzwasserkanal belaufen sich auf ca. 410.000 Euro. Die Stadt Teuchern errichtete im Zuge des Straßenausbaues einen notwendigen Regenwasserkanal, welcher in die Bewirtschaftung des ZWA übergehen wird. Die Kosten für den Regenwasserkanal sowie für den Deckenschluss belaufen sich anteilig für den ZWA auf 125.000 Euro.

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Danke fürs Mitmachen!

Zweckverband für Wasser­versorgung und Abwasser­beseitigung Bad Dürrenberg




Danke fürs Mitmachen!

In unserer vorherigen Winterausgabe 2024 konnte wieder fleißig geknobelt werden. Viele Einsendungen per Email und per Post erreichten uns.

In unserer Winterausgabe 2024 durfte wieder fleißig gerätselt werden. Das Lösungswort hieß LEBKUCHEN. Die Gewinner sind:

  • 1. Monika Thieme, Bad Dürrenberg (Wassersprudler)
  • 2. Familie Böttcher, Bad Dürrenberg (Wasserkocher)
  • 3. Norbert Blumentritt, Hohenmölsen (Buchpreis)

18.3.2025: Preisübergabe und ein Besuch im Wasserturm beim ZWA.
Foto: ZWA

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