Wärmeplanung schafft Orientierung
Steigende Energiepreise, unsichere Weltmärkte – die geopolitischen Spannungen rund um den Konflikt im Nahen Osten erinnern daran, wie abhängig Deutschland von globalen Energielieferketten ist. Gleichzeitig läuft im Verbandsgebiet des ZV Wismar ein Prozess, der genau das ändern soll: die kommunale Wärmeplanung für 19 Gemeinden. Verbandsvorsteherin Grit Glanert erläutert, was dahintersteckt und was Kundinnen und Kunden jetzt wissen sollten.
Frau Glanert, viele Menschen hören „kommunale Wärmeplanung“ und denken sofort: Muss ich jetzt meine Heizung tauschen?
Grit Glanert: Das ist das Erste, was ich klarstellen möchte: Nein. Die Wärmeplanung ist kein Zwang. Sie ist eine Landkarte. Sie zeigt, wie die Wärmeversorgung in Ihrer Gemeinde heute aussieht und wo die Reise hingehen könnte. Wer ohnehin irgendwann eine neue Heizung braucht, bekommt damit eine verlässliche Grundlage für die eigene Entscheidung.

Verbandsvorsteherin Grit Glanert treibt die kommunale Wärmeplanung im Verbandsgebiet voran. Foto: ZVWis
Worum geht es dann konkret?
Es geht darum, Klarheit zu schaffen. Wo gibt es heute schon Wärmenetze? Wie heizen die Menschen in unseren Gemeinden? Und wie können wir die Versorgung in Zukunft sicherer und bezahlbarer machen – unabhängig davon, was auf den Weltmärkten passiert? Der ZV Wismar ist seit Jahren Wärmeversorger in der Region. Dieses Wissen bringen wir in den Prozess ein.
Wie läuft das beim ZV Wismar konkret ab?
Bei uns laufen alle Fäden zusammen. Die Veranstaltungen haben zentral bei uns in Lübow stattgefunden. Wir haben Daten zusammengetragen, Akteure zusammengebracht und Informationen bereitgestellt – damit die Planerinnen und Planer ein realistisches Bild bekommen. Schornsteinfeger, Energieversorger, Wohnungsgesellschaften, Unternehmen: Alle haben mitgewirkt. Auch viele Bürgerinnen und Bürger haben sich über eine Online-Umfrage beteiligt – das hat uns sehr gefreut.
Und wie ist der aktuelle Stand?
Für die Stadt Neukloster und die Gemeinden liegen die Planentwürfe vor. Die haben wir kürzlich gemeinsam mit den Gemeinde- und Stadtvertretern im Zweckverband Wismar besprochen. Jetzt folgt die öffentliche Beteiligung, dann können alle Bürgerinnen und Bürger die Pläne einsehen und sich dazu äußern.
Alles Weitere gibt es unter www.zweckverband.trigenius.de.