Beim Zukunftstag 2025 in die Praxis geschnuppert – und „angebissen“
Wie läuft das mit der Wasserförderung und Abwasserreinigung? Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es beim regionalen Wasserver- und Abwasserentsorger? Am 3. April, zum 23. Zukunftstag in Brandenburg, bekamen Felicitas Bothin (13) und Max Peschel (16) einen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
„Echt spannend“, meinte Felicitas danach. „Ich habe mir vorher noch nie Gedanken darüber gemacht, wie das funktioniert. Es ist so selbstverständlich.“ Der Tag war ein voller Erfolg – aber auch anstrengend. „Ja, unsere Aufgabenbereiche sind vielfältig, da kommt keine Langeweile auf“, unterstreicht MAWV-Projektleiter Nick Amlang, der die beiden „Tages-Praktikanten“ mit auf eine der Baustellen des Zweckverbandes nahm. „Praxisnahe Einblicke verdeutlichen am besten, was alles zu unseren Jobs gehört“, so Amlang.
„Wir möchten jungen Menschen zeigen, welche Karrieremöglichkeiten die Wasserwirtschaft bietet und ihnen Impulse für ihre berufliche Zukunft geben“, begründet Verbandsvorsteherin Susanne Bley das Engagement. Auch im kommenden Jahr will der kommunale Zweckverband am Zukunftstag potenziellem Berufsnachwuchs die Bedeutung der Daseinsvorsorge und die Vorteile eines Jobs in einem kommunalen Betrieb anschaulich und interessant vermitteln.
Max hat sofort „angebissen“: Er beginnt im September eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der DNWAB. Hier konnte er am Zukunftstag in den Arbeitsalltag hineinschnuppern.
Ein abwechslungsreicher Tag wartete auf Felicitas Bothin und Max Peschel – mit diesen Tätigkeiten.
Quelle: MAWV
Exakt gezählt: 2.389 Besucher ließen sich vom durchwachsenen Wetter am 6. Juni nicht abhalten. Sie kamen zum 17. Kinderwassertag ins Wasserwerk Ludwigsfelde, um das Lebensmittel Nr. 1 zu feiern.
Dabei konnten die Knirpse und ihre Begleitungen unter anderem erleben, wie die Fachleute Rohrbrüche beheben, Wasserstände in Brunnen messen, mit Spezialkameras durch Schmutzwasserrohre fahren und was alles getan werden muss, damit Trinkwasser wie selbstverständlich und jederzeit zu Hause aus dem Hahn sprudelt. Beliebt waren aber auch das Schlauchlabyrinth, Soccerdarts, Wassermemory, die spannenden Wasserspiele und Experimente sowie vieles mehr rund um das Lebenselixier.
Selbstverständlich war auch in diesem Jahr für das leibliche Wohl gesorgt: Neben kostenlosem frisch gezapftem Wasser von der Trinkwasserbar gab es beispielsweise Bratwurst, vegetarische Buletten, Eis und Softgetränke zu familienfreundlichen Preisen.
Mit allen Sinnen genießen Kinder und Erwachsene das Element Wasser.
Die veranstaltenden Zweckverbände WARL Ludwigsfelde, MAWV Königs Wusterhausen, WAZ Blankenfelde-Mahlow und ihre Betriebsführerin DNWAB bedanken sich bei allen Beteiligten und freuen sich schon aufs nächste Jahr. Vom WARL-Verbandsvorsteher Christian Gibmeier gibts ein extra Dankeschön ans Aufräum-Team vom Ludwigsfelder Handballclub e. V.
Frisches Trinkwasser wie hier von der Trinkwasserbar löscht den Durst am besten.
Die zwei staunen nicht schlecht, wie schmutziges Wasser nach und nach saubergefiltert wird.
An vielen Ständen stillen DNWAB-Fachleute den Wissensdurst der Mädchen und Jungen.
Seit vielen Jahren unterstützen Schüler:innen der Klassenstufen 10 und 11 vom Marie-Curie-Gymnasium Ludwigsfelde die veranstaltenden Verbände – diese danken in diesem Jahr 80 engagierten Jugendlichen und sechs Lehrkräften sehr herzlich für deren Einsatz.
Wem gelingt es am schnellsten, das Wasserschlauchchaos zu entwirren?
Was mit bloßen Augen nicht sichtbar ist, entdecken die Kids unterm Mikroskop.
Rohrverbindungen müssen richtig dicht sein. Das zeigen die großen den kleinen Jungs.
Hochkonzentriert führen die Mädchen Experimente mit dem Lebenselixier durch.
der erste Freitag im Juni ist für uns Wasserleute ein besonderer Tag. Auch diesmal hieß es auf dem Gelände des Wasserwerks Ludwigsfelde wieder Kinder + Wasser = Kinderwassertag. Unser „Tag der offenen Tür“ hat eine lange Tradition. Bereits zum 17. Mal begrüßten wir Kita- und Schulkinder sowie alle weiteren am Wasser Interessierten aus der Region zu einem Fest, bei dem man spielerisch in die wundervollen Welten des Wassers eintauchen konnte. Dass dies gelingen konnte, daran haben viele Helferinnen und Helfer ihren Anteil. Selbstverständlich die Pädagogen, die mit ihren Schützlingen vor Ort waren. Aber auch die Schülerinnen und Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums aus Ludwigsfelde, die mit großartigem Einsatz die vielen Stände und Erlebnisecken betreuten. Ein herzliches Dankeschön gilt unseren miteinladenden Partnerverbänden aus Blankenfelde-Mahlow und Königs Wusterhausen. Und ohne die exzellente Unterstützung der vielen Fachleute unserer Betriebsführerin DNWAB wäre die Veranstaltung auch in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Ich bin mir sicher – jedenfalls verrieten das die jauchzenden Rufe und freudestrahlenden Gesichter –, dass alle riesigen Spaß hatten. Und wer weiß, vielleicht sehen wir die eine oder den anderen später einmal wieder – als Praktikanten, Azubi oder Dualstudenten. Denn eins kann ich dem Nachwuchs versichern: Ein Beruf in der Wasserwirtschaft gehört zum Schönsten überhaupt – jeden Tag!
Christian Gibmeier, Verbandsvorsteher des WARL Ludwigsfelde
Ihre Verbrauchsabrechnung Schritt für Schritt erklärt
Wenn sie kommt – ein Mal im Jahr –, wandert wohl auch Ihr erster Blick auf die 9: Unter 9 steht, welchen Betrag Sie bis wann für Trink- und Schmutzwasser überweisen müssen. Auch alles andere auf Ihrem Jahresgebührenbescheid ist einfacher, als es aussieht.
Bitte lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass im Briefkopf „KMS Zossen“ steht – selbstverständlich kommt Ihre Jahresgebührenabrechnung auch von Ihrem Zweckverband, der Sie mit frischem Trinkwasser versorgt und Ihr Schmutzwasser aufbereitet. Die Bescheide und Inhalte der Wasser-Abwasser-Dienstleister sind ähnlich aufgebaut, sodass Ihnen die Erklärungen auf dieser Seite auch bei Ihrer Gebührenabrechnung helfen werden.
In Rietzneuendorf heißt es: Leitung, wechsle dich!
Hier musste der MAWV dringend handeln
Wenn es in Monaten mit Plusgraden nicht gerade einen Starkregen nach dem anderen gibt, dann ist bei Zweckverbänden wie dem MAWV Bauen angesagt – beispielsweise in der Waldstraße in Rietzneuendorf.
Fotos (5): MAWV
Hier tauschte der kommunale Dienstleister eine in die Jahre gekommene AZ-Leitung (Asbest-Zement) aus. „Zwölf Mal war das Rohr in den letzten fünf Jahren gebrochen. Hier mussten wir dringend handeln“, sagten MAWV-Projektleiter Ingolf Thätner und Projektbearbeiter Gustav Lemke, die beide für die Planung der Maßnahme verantwortlich sind. So wurde auf einem etwa 500 Meter langen Teilstück ein neues PE-Rohr (Polyethylen) verlegt. Ingolf Thätner: „Zusätzlich werden insgesamt 30 Trinkwasserhausanschlüsse an das neue Teilstück angeschlossen.“ Die Firma RAKW aus Königs Wusterhausen zeigte sich einmal mehr als guter Partner bei diesem Bauvorhaben. Nach Baustart am 28. April soll die Maßnahme bereits Ende Juli zum Abschluss kommen.
Hohe Wasserverluste minimieren
Rietzneuendorf gehört wie Staakow und Waldow seit Anfang 2024 zum Versorgungsgebiet des MAWV. In diesen Bereichen verzeichnet der Verband Wasserverluste von bis zu 30 Prozent. Viel zu viel! Ausbleibende Investitionen in den letzten Jahrzehnten hatten vor Ort zu Materialermüdung und einem zunehmend anfälligen Leitungsnetz geführt. So bleibt der Bereich für den MAWV auch in den kommenden Jahren ein Investitionsschwerpunkt. „Intakte Leitungen, Kanäle und Anlagen sind unser wichtigstes Vermögen“, meint MAWV-Technikchef Falko Börnecke. „Sie sichern die Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit dem Lebensmittel Nummer 1.“
Poolwasser? Der MAWV sagt: „Ab in den Kanal damit!“
36 Grad – und es wird noch heißer! Wer dachte kürzlich nicht an die Liedzeile der Berliner Band 2raumwohnung, als wir unter Temperaturen von annähernd 40 Grad ächzten. Sich bei solcher Extremhitze abzukühlen, ist ein Gebot der Vernunft. Beispielsweise im eigenen Pool.
Foto: SPREE-PR/Rasche
Platsch, reingehüpft ins kühlende Nass. In vielen privaten Gärten im Gebiet des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes (MAWV) hat die Badesaison längst begonnen. Ein eigener Pool ist eben was Feines. Doch wohin mit dem Wasser, wenn es gewechselt werden muss? „Poolwasser gilt bei uns grundsätzlich als Abwasser. Es darf auf keinen Fall ins Grundwasser versickert werden“, betont Susanne Bley, Verbandsvorsteherin des MAWV. Denn während der Nutzung des Pools gelangen Verunreinigungen wie Sonnenlotion, Schweiß und Schmutz ins Wasser, Desinfektions- und Algenbekämpfungsmittel kommen zum Einsatz. Diese Zusatzstoffe sichern die Badefreuden. Einerseits. Auf der anderen Seite schaden sie der Umwelt. Beispielsweise schädigen Biozide bereits in niedrigen Konzentrationen Lebewesen im Boden und in Gewässern.
Verbandelte Verantwortung
Poolbesitzer tragen also für die Entsorgung ihres Poolwassers eine besondere Verantwortung. Diesem Umweltgedanken fühlt sich auch der Zweckverband aus Königs Wusterhausen verpflichtet. „Wir sehen uns in erster Linie als Umweltschützer – das praktizieren wir tagtäglich“, sagt Susanne Bley. Eine verbandelte Verantwortung gewissermaßen. Insofern steht der Schutz von Pflanzen und Tieren, des Bodens und Grundwassers im Vordergrund. Der MAWV rät deshalb: Ab in den Kanal mit dem Poolwasser. Sollte kein Grundstücksanschluss an die öffentliche Kanalisation vorhanden sein, kann man sich an das zuständige Abfuhrunternehmen wenden. Diese Firmen transportieren das Poolabwasser in eine der Fäkalannahmen und stellen dafür einen Nachweis über die Abfuhr aus.
Und auch das gilt: Unbehandeltes Wasser darf zur Gartenbewässerung genutzt werden – mit Ausnahme in den Wasserschutzgebieten. Susanne Bley konkreter: „Hier ist eine Verrieselung grundsätzlich verboten!“
Für die Einleitung von Poolwasser ins Grundwasser oder in ein Oberflächengewässer ist eine wasserrechtliche Erlaubnis Pflicht. Diese Einwilligung kann nur erteilt werden, wenn das Poolwasser vorher von einem anerkannten Labor analysiert und seine Verträglichkeit gegenüber der Wasserbehörde nachgewiesen wurde. Ohne diese Erlaubnis wird die Beseitigung von behandeltem Poolwasser ins Grundwasser als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet.
Das Ampelprinzip lässt sich bestens nutzen, um auf die jeweilige Situation bei der Trinkwasserversorgung hinzuweisen
Die MAWV-Trinkwasserampel stand in den vergangenen Wochen bereits mehrfach auf Dunkelrot. „Es gab insgesamt viel zu wenig Regen in diesem Jahr, weshalb vor allem Gärten und Rasen gewässert wurden sowie Tiere und Landwirtschaft mehr Wasser brauchten als sonst“, nennt MAWV-Verbandsvorsteherin Susanne Bley die wichtigsten Gründe. Die teilweise anhaltende Hitze tat ihr Übriges.
Foto/Blindfeld
Zusätzlich zum Ampelsignalrot weist dann eine Tafel beim Öffnen der Homepage darauf hin, dass die öffentlichen Anlagen zur Wasserversorgung an ihrer Belastungsgrenze laufen und temporäre Druckmangelerscheinungen auftreten können – vor allem in geografisch höher liegenden Regionen sowie in Mahlow, Großziethen und Blankenfelde.
Während anderswo bereits Bewässerungsverbote ausgesprochen wurden, appelliert der MAWV an die Vernunft und bittet Sie eindringlich, in den Trinkwasser-Spitzenabnahmezeiten – zwischen 7 und 11 sowie 15 und 22 Uhr – weder Rasen noch Pflanzen zu gießen oder den Pool zu befüllen. Das Lebensmittel Nr. 1 wird gebraucht für die lebensnotwendige Nutzung: zum Trinken, Kochen, Wäschewaschen, Duschen und Toilette spülen.
Die wichtigsten Fragen zur Trinkwasserampel
Wie und wo erfährt man, welche Farbe die Ampel gerade zeigt?
Die tagesaktuelle Ampelphase kann auf der Startseite der MAWV-Website abgefragt werden. In der Rubrik Aktuelles sind die entsprechenden Regeln und Empfehlungen nachzulesen. Alarmiert die Ampel mit Rot, informieren zusätzlich die regionalen Medien. Sollte der Trinkwassernotstand eintreten, schalten sich die Behörden mit entsprechenden Durchsagen ein.
Was ist bei roter Ampelphase zu beachten?
Ein rotes Trinkwasserampelsignal bedeutet Alarmstufe hoch. Jetzt ist der Trinkwasserverbrauch dringend zu reduzieren. Das bestkontrollierte Lebensmittel darf nur noch äußerst sparsam verwendet werden und auch nur noch da, wo es wirklich notwendig ist. Garten- und Rasenbewässerung gehören nicht dazu! Auch die Poolbefüllung muss warten, Reinigungsarbeiten mit Wasser im Freien sind tabu. Selbst die Trinkwasserentnahme aus Standrohren ist zu unterlassen.
Was ist bei gelber Ampelphase zu beachten?
Hier sollte der Trinkwasserverbrauch reduziert werden. Das heißt: Verwenden Sie Trinkwasser sparsam und nur, wo es notwendig ist. Das gilt ebenso fürs Pflanzengießen im Garten. Hier bieten sich Zeitschaltuhren an, die nachts für Bewässerung sorgen. Bei gelber Ampelphase bitten wir außerdem, Rasenflächen nicht mehr zu gießen. Bitte verwenden Sie auch kein Trinkwasser zum Befüllen von Pools, zur Fahrzeugwäsche oder Terrassenreinigung.
Steht die MAWV-Wasserampel auf Grün, gelten keine Wassergebrauchseinschränkungen.
Nach der roten Ampelphase kommt der Trinkwassernotstand …
Der tritt ein, wenn die Wasserförderung durch den MAWV für den Bedarf an Wasser zu Spitzenzeiten nicht mehr ausreicht. Der notwendige und gewohnte Versorgungsdruck kann dann nicht mehr aufrechterhalten werden. Trinkwasser steht bei Wassernotstand nur noch für den Menschen zur Verfügung – zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege. Bewässerungen, Berieseln, Kühlen oder Reinigen mit Trinkwasser sind untersagt und können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden.
Letztlich soll die Trinkwasserampel beim bewussten Umgang mit der Ressource Trinkwasser unterstützen. Sie gibt Tipps, was in Trockenzeiten den Wassernotstand vermeidet und Lebenselixier spart.
NEUE RE-INFILTRATIONSANLAGE GEGEN PFAS-BELASTETES GRUNDWASSER
Mehrere Partner arbeiten mit dem MAWV an dieser Sicherungsmaßnahme
Das größte (und damit wichtigste) Wasserwerk des MAWV steht in Eichwalde. Seit 113 Jahren wird an diesem Standort das Lebensmittel Nummer 1 – unser Trinkwasser – in erstklassiger Qualität gefördert. Zwischen 2005 und 2009 kam es im Reifenwerk Schmöckwitz in unmittelbarer Nähe zum Wasserwerk zu mehreren Bränden. Dabei freigesetzte per- und polyfluorierte Alkylverbindungen aus den eingesetzten Löschschäumen, kurz PFAS, bedrohen nun das Grundwasser (die MWZ berichtete in der Frühjahrsausgabe).
Montage: canva
„Zum ersten Mal wurden solche PFAS-Verbindungen, damals noch PFC, im Jahr 2011 festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt und bis zur Novellierung der aktuellen Trinkwasserverordnung lagen die Konzentrationen einzelner PFAS-Verbindungen weit unter den Maßnahme- und Leitwerten des Umweltbundsamtes“, sagt MAWV-Technikchef Falko Börnecke im Gespräch mit der WASSERZEITUNG. In die novellierte Trinkwasserverordnung vom 20. Juni 2023 wurden Stoffe der PFAS-Gruppe erstmalig und mit Grenzwerten aufgenommen. Dabei tritt der Grenzwert für die Summe von 20 ausgewählten PFAS-Einzelstoffen (PFAS 20) zum 12. Januar 2026 und die Summe von vier ausgewählten Einzelstoffen aus der Gruppe PFAS 20 (PFAS 4) zum 12. Januar 2028 in Kraft.
Ohne geeignete Sicherungsmaßnahmen kann der zukünftige Grenzwert für PFAS 4 bei der Trinkwassergewinnung im Wasserwerk Eichwalde nicht eingehalten werden.
Re-infiltrationsanlage für die Wasserfassung Eichwalde
Bereits jetzt sind die Sicherungsmaßnahmen des MAWV umfangreich. So wird aktuell durch die Anpassung der Fördermenge und die gezielte Förderung von mit PFAS belastetem Grundwasser aus einzelnen Brunnen das Risiko einer PFAS-Belastung weiterer Brunnen eingedämmt. Zusätzlich entschied sich der Verband für eine weitere Sicherungsmaßnahme: den Bau einer temporären Re-infiltrationsanlage. „Damit soll ab Mitte August das PFAS-haltige Wasser aus den belasteten Förderbrunnen auf den schadstoffbelasteten Bereich des ehemaligen Reifenwerkgeländes abgeleitet und dort in die Oberfläche infiltriert werden“, erklärt Falko Börnecke. „So kann der MAWV trotz PFAS-Belastung bei der Trinkwasserförderung im Wasserwerk Eichwalde bereits jetzt, einige Jahre im Vorfeld, die vom Gesetzgeber geforderten Parameter bei den PFAS-Grenzwerten einhalten“, verdeutlicht er die Überlegungen des kommunalen Zweckverbandes – siehe hierzu auch den Info-Kasten „GUT ZU WISSEN“.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Land Berlin
Alles passiert in enger Absprache mit dem Land Berlin. Denn der Senat ist für die Beseitigung der PFAS-Belastung verantwortlich. Federführend ist dabei die Altlastenbehörde des Landes Berlin, die sich wiederum mit diversen Aufgabenträgern wie der unteren Naturschutzbehörde oder dem Forstamt abstimmt. „Es ist ein vertrauensvolles Miteinander“, betont Börnecke, „alle Seiten sind daran interessiert, dass wir dieses Umweltproblem lösen.“ So baut das Land Berlin im kommenden Jahr Sicherungsbrunnen und eine Grundwasserreinigungsanlage. Weiterhin wird ein Grundwassermessstellennetz zur Überwachung und zur Kontrolle aller eingeleiteten Sicherungsmaßnahmen errichtet. Anschließend erfolgt eine umfassende Schadenserkundung auf den PFAS-belasteten Flächen des ehemaligen Reifenwerkes.
Die Märkische WASSERZEITUNG bleibt am Thema dran und wird regelmäßig über die Fortschritte im und am Wasserwerk Eichwalde berichten.
GUT ZU WISSEN
Geht es um potenzielle Gefahren für unser Lebensmittel Nummer 1, so fällt immer häufiger das Stichwort PFAS. Was steckt dahinter? Die PFAS-Stoffe werden in der Umwelt unter normalen Bedingungen kaum oder nur in sehr geringem Maße abgebaut. Deshalb nennt man sie auch Ewigkeits-Chemikalien. Um den Kontakt mit PFAS kommt jedoch niemand herum; die wasser-, fett- und schmutzabweisenden Chemikalien sind schlicht überall in unserem Alltag präsent – in Verpackungsmaterial, Kleidung oder Bratpfannen. Auch die Aufnahme von PFAS über Nahrungsmittel ist erheblich. Der Gesetzgeber hat das gravierende Problem längst erkannt und reagiert, denn PFAS können bereits in niedrigen Konzentrationen problematisch sein. Die neue Trinkwasserverordnung hat Grenzwerte für PFAS eingeführt, die in zwei Stufen ab dem 12. Januar 2026 und 12. Januar 2028 gelten. Der erste Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter (μg/l) gilt für die Summe von 20 bestimmten PFAS-Substanzen. Später werden die vier wichtigsten PFAS-Substanzen einem noch strengeren Grenzwert von 0,02 μg/l unterliegen.
Im Schulterschluss gegen Wasserverluste: Versorger und Verbraucher können gemeinsam etwas tun
Einmal von Berlin nach Peking! Das ist in etwa die Strecke des Wasserrohrnetzes im Betriebsführungsgebiet der Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft (DNWAB). Aktuell summiert sich die Länge der Trinkwasserversorgungs- und Hausanschlussleitungen auf exakt 7.508 Kilometer.
Sie sichern die Qualität des Trinkwassers, zählen aber zu den Wasserverlusten: Leitungsspülungen. Betriebsführer DNWAB führt sie im Frühjahr und im Herbst durch. Foto: SPREE-PR/Petsch
Angesichts solcher Ausmaße verwundert es nicht, dass ein Teil des Trinkwassers auf seinem Weg zu den Kundinnen und Kunden verloren geht. Der Fachmann spricht von Wasserverlusten. „Aber die“, sagt Steffen Grünheid im Gespräch mit der Märkischen WASSERZEITUNG, „wollen wir so gering wie möglich halten.“ Der Bereichsleiter Technik sieht aber nicht nur die DNWAB im Auftrag ihrer Zweckverbände in der Pflicht. „Auch jeder Verbraucher sollte seine Hausinstallation im Auge behalten.“ Denn: Steter Tropfen höhlt das Portmonee!
Was sind eigentlich Wasserverluste?
Grünheid: „Die Differenz zwischen der vom Versorger ins Rohrnetz eingespeisten und der von den Kunden abgenommenen Wassermenge bezeichnet man als Wasserverlust.“ Bei der Übernahme der Wasserversorgung durch die Zweckverbände Anfang der 1990er Jahre lag der Verlust im Leitungsnetz noch bei weit über 20 Prozent! „Die großen Investitionen der Verbände in das Trinkwassersystem zahlten sich aus, denn heute bewegen sich die Verluste nur noch zwischen 2 und 8 Prozent.“
Die Ursachen für Wasserverluste sind vielfältig. Experten unterscheiden zwischen scheinbaren und tatsächlichen Verlusten. Scheinbare Wasserverluste entstehen beispielsweise durch den Eigenverbrauch des Versorgers: Rohrnetzspülungen, Neuverlegungen, Druckprüfungen oder auch Behälterreinigungen erfordern Wassermengen für die Funktionstüchtigkeit des Trinkwassernetzes. Hier ist ein genaues Erfassen der beanspruchten Wassermenge ebenso erforderlich wie bei Einsätzen der Feuerwehren. Besonders ärgerlich sind allerdings Verluste anderer Art: nämlich widerrechtlich entnommenes, „geklautes“ Wasser. „Dieser Diebstahl“, so Grünheid, „muss von allen ehrlichen Kunden getragen werden.“ Mängel und Schäden an Rohrleitungen, Armaturen (beispielsweise Hydranten), Behältern und Druckerhöhungsanlagen verursachen die tatsächlichen Wasserverluste. Einfach zu lokalisieren sind dabei Rohrbrüche, die durch Pfützen offensichtlich zu Tage treten. Schwieriger gestaltet sich dies bei verdeckten, unerkannten Leckagen: Haarrisse, korrodierte Leitungen und Verbindungen, undichte Armaturen und Hausanschlüsse. Die DNWAB schränkt durch ständige Überwachungen, beispielsweise durch Geräuschlogger, die Verluste systematisch ein. Grünheid: „Die Kollegen des Rohrnetzes sind aber auch für jeden Hinweis dankbar.“
Wenn Leitungen und Armaturen regelmäßig auf Herz und Nieren geprüft werden, lassen sich unnötige Wasserverluste vermeiden. Foto: SPREE-PR/Galda
Regelmäßig Wasserzähler kontrollieren
Damit die gelieferte Wassermenge immer korrekt erfasst wird, wechselt die DNWAB turnusmäßig den Wasserzähler aus. „Hausinstallation und Wasserzähler sollten alle Kunden aber auch selbst überprüfen“, empfiehlt der Experte. „Einfach alle Entnahmestellen im Haus schließen. Läuft dann noch der Zähler, muss eine Zapfstelle undicht oder ein Leck in der Hausanlage sein.“ Bei tropfenden Wasserhähnen entsteht nur ein „kleiner“ Schaden durch eine erhöhte Wasserrechnung. Rohrbrüche im Haus oder in einer Leitung im Freien können jedoch erheblichen Wasserschaden am Inventar und Gebäude verschulden. Achtung: Für solche Schäden im und am Haus haftet der Kunde selbst. Ein erhöhter Wasserverbrauch kann jedoch auch andere Ursachen haben. Beispielsweise bei undichten Ablaufsicherungen bei Heizungsanlagen, bei Leckstellen in verdeckt verlegten Leitungen, zum Beispiel im Fußboden, oder in Leitungen, die zur Garage oder in den Garten führen. An ungeschützten Rohrleitungen und Wasserzählern entstehen hin und wieder Frostschäden.
Deshalb: Im eigenen Interesse sollte jeder Kunde seine Hausinstallation regelmäßig prüfen und überwachen. Bei Schäden und Leckagen sollte immer der Installateur gerufen werden. Hierbei gilt, dass nur durch die Zweckverbände beziehungsweise die DNWAB konzessionierte Installationsbetriebe Arbeiten an der Hausinstallation ausführen dürfen. Verbindungen mit anderen Trinkwasseranlagen sind nicht erlaubt. „Beim Kauf von Armaturen, Geräten und Werkstoffen sollte unbedingt auf das DIN/DVGW-Prüfzeichen geachtet werden“, so Steffen Grünheid abschließend.
Die weltweit zu beobachtende Beschleunigung des Abschmelzens von Gletschern ist ein unübersehbarer Beweis für die Folgen des fortschreitenden Temperaturanstiegs, der vor allem durch klimaschädliche Emissionen forciert wird. Mit dem Abschmelzen der Eismassen gerät ein wichtiges Element zum Erhalt unserer Süßwasservorräte aus dem Gleichgewicht und kann nach wissenschaftlichen Einschätzungen weltweit die Trinkwasserversorgung von rund 2 Milliarden Menschen gefährden. Der Klimawandel führt nicht nur zum Rückzug von Gletschern, er wirkt sich auf den Wasserhaushalt in allen Regionen aus.
Daher erforscht der DVGW in seinem „Zukunftsprogramm Wasser“ u. a. die Entwicklung des gesamten Wasserbedarfes und des Wasserdargebotes in Deutschland bis zum Jahr 2100. Damit wird eine Orientierung für langfristige wasserwirtschaftliche Planungen ermöglicht.
Für Brandenburg weisen verschiedene Klimaszenarien deutliche Temperaturanstiege auf, die zu einem höheren Wasserbedarf führen werden, insbesondere in der Landwirtschaft. Die ebenfalls prognostizierte Verlagerung der Niederschläge in das Winterhalbjahr kann zwar zu einer Zunahme der Grundwasserneubildung führen, fraglich ist aber, ob dadurch der steigende Wasserbedarf kompensiert werden kann. Daher wird für Berlin und Brandenburg eine gemeinsame Strategie zur Wasserversorgung erarbeitet, sodass auch unter veränderten Klimabedingungen eine sichere Versorgung unter Berücksichtigung des Schutzes von Natur und Umwelt gewährleistet werden kann. Die dafür erforderlichen Investitionen stellen eine neue Herausforderung dar, die ein gut abgestimmtes Handeln aller Beteiligten erfordert.
Ralf Wittmann, DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V., Landesgruppe Berlin/Brandenburg