Herausgeber: LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG   • Ausgabe Cottbus

Hier in der LWG-Lehrwerkstatt wird Tina Ruben in den kommenden Monaten reichlich Gelegenheit zur Arbeit mit Metall bekommen. Neben ihr (v. l.): Leiter Lehrausbildung Jörg Lange (LWG), Sebastian Scholz von den Städtischen Werken Spremberg und Tinas Chef Dietmar Seidel, Verbandsvorsteher des WAV Westniederlausitz aus Doberlug-Kirchhain. Foto: SPREE-PR/Gückel

Neue Serie: „Die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG und der Strukturwandel“

Kompetenz aus der Lausitz für die Lausitz

Die Lehrwerkstatt der LWG ist schon heute der wichtigste Ausbilder für Anlagenmechaniker in Brandenburg. Und der Bedarf an handwerklichen Fachkräften wächst. Gleich vier weitere Unternehmen senden dieses Jahr ihre Azubis nach Cottbus. Dies gibt Rückenwind für das im Aufbau befindliche Wasserwirtschaftliche Bildungszentrum, das in wenigen Jahren die Lehrwerkstatt auf ein neues, noch höheres Niveau heben soll.

Tina Ruben ist 16 Jahre alt und in Finsterwalde zu Hause. Ihr Vater arbeitet im Bereich Abwasser des WAV Westniederlausitz im benachbarten Doberlug-Kirchhain. „Ich habe ihn beim Bereitschaftsdienst öfter begleitet“, erzählt sie uns, „und weil mir das gefallen hat, später in den Ferien beim Verband gearbeitet und ein Praktikum absolviert.“ Nach dem Motto „Wie der Vater, so die Tochter“ steht ihr Berufswunsch schnell fest: Die handwerklich begabte Schülerin will auch in die Wasserwirtschaft!
Auf die technischen Lektionen in der LWG-Lehrwerkstatt freut sie sich besonders. „Metallbearbeitung ‚greift‘ mich, Metall ist super“, gesteht die begeisterte Motorradfahrerin und -Schrauberin. Und sie fügt noch einen weiteren Pluspunkt ihrer Ausbildung hinzu: „Ich kann in der Lausitz bleiben und auch meinen Judo-Sport weiter betreiben. Mein Bewegungsdrang ist wirklich groß!“, schmunzelt Tina. Weitere Qualifizierungen nach der Lehre kann sich die Auszubildende gut vorstellen, will dann aber erstmal ein paar Jahre in der Praxis arbeiten.

Gemeinsam Nachwuchs gewinnen

Schulabgänger wie Tina Ruben machen Corina Reifenstein sehr glücklich. Die Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus bezeichnet Jugendliche, die einen gewerblich-technischen Beruf erlernen, als DIE Macher ­– sie realisierten den Strukturwandel in der Lausitz. „Der Fachkräftebedarf in diesen Berufen ist riesig. Jeder junge Mensch, der im Handwerk einen Beruf erlernt, hat eine glänzende Zukunft mit Karrierechancen vor sich“, prophezeit Corina Reifenstein und lobt das Ausbildungsengagement der LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG als herausragend und beispielhaft. „Aber auch die Kooperation mit anderen Betrieben in der Region. Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Cottbus schätzt die Zusammenarbeit bei der Schweißausbildung der Lehrlinge sehr.“ Auch ein gemeinsames Engagement zur Nachwuchsgewinnung in gewerblich-technischen Berufen wäre für die Handwerkskammer-Präsidentin wünschenswert. 

Ausbildung auf Stand der Technik

Dabei muss man nicht bei Null anfangen. „Zwischen den Aufgabenträgern der Brandenburger Siedlungswasserwirtschaft hat sich ein vertrauensvoller und partnerschaftlicher Erfahrungsaustausch bis hin zur konkreten Zusammenarbeit entwickelt“, schaut Maik Hauptvogel, Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda (WAVE), auf die vergangenen Jahrzehnte. Auch die Niederlausitzer nutzen das Know-how des regionalen Ver- und Entsorgungsbetriebes LWG mit seiner Lehrwerkstatt. „Für eine erfolgreiche Ausbildung ist der Praxisbezug unerlässlich, um die Fachkräfte von morgen für unser anspruchsvolles Aufgabenspektrum heranzuziehen.“ Eine eigene Lehrwerkstatt, die alle Lehrinhalte vollumfänglich praxisbezogen vermittelt, wäre für den WAVE allein nicht zu stemmen. Deshalb geht auch sein Azubi zum „Anlagenmechaniker im Bereich Trinkwasserversorgung“ zur LWG nach Cottbus. „Der Kontakt zum Heimatbetrieb ist dabei jederzeit gegeben, eine solide Ausbildung auf dem Stand der Technik gewiss“, so Maik Hauptvogel. 

Perspektiven für Lausitz und Lausitzer

Die Städtische Werke Spremberg (Lausitz) GmbH blickt bereits auf 20 Jahre Ausbildungskooperation mit der LWG zurück. „Die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG gilt seit langem in der Branche als Garant einer soliden und qualitativ hochwertigen Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Über viele  Jahre hinweg stellt die LWG den Jahrgangsbesten“, zählt SWS-Ausbildungsleiter Sebastian Scholz auf, der auch selbst in den Genuss dieser Kooperation kam. „Alle bisherigen Auszubildenden absolvierten mit besten Ergebnissen ihre Ausbildung und stehen heute erfolgreich im Arbeitsleben.“ Scholz weiß, dass die Ausbildungssuche durch Strukturwandel und Fachkräftemangel schwerer geworden ist. „Sich frühzeitig am Markt zu positionieren, Wege der Aus- und Weiterbildung aufzuzeigen, spielt eine übergeordnete Rolle.“ Es gehe bei der Ausbildung der Fachkräfte von morgen darum, Perspektiven für und in der Heimatregion zu schaffen.