Herausgeber: LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG   • Ausgabe Cottbus

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Mit der Eigenproduktion von Strom und dem Einsatz effizientester Prozesstechnik konnte die LWG den Stromeinkauf für die Kläranlage in Cottbus in den vergangenen Jahren maßgeblich reduzieren – nahezu auf Null. Foto: LWG/Röwer

Neue Serie: Die LWG und der Strukturwandel in der Lausitz (Teil 2)

LWG-Kläranlage Cottbus ist Lausitzer Energie-Pionier

Wenn die Lausitz in den kommenden Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel bewältigen wird, bedeutet das nicht, dass die gesamte regionale Wirtschaft auf „links“ gedreht wird. Eines wird mit Sicherheit unverändert bleiben: die verlässliche Daseinsvorsorge, wie zum Beispiel von der LWG für Trink- und Abwasser. Um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden, unterliegen allerdings auch alle Dienstleistungen steter Veränderung: Der Strukturwandel erfordert Anpassung an Bedürfnisse, flexible Services und ständige Verbesserung.

Hinter dem englischen Wort „Benchmarking“ verbirgt sich ein wertvolles Analyseinstrument der Wirtschaft. Der – im Kern – Kennzahlenvergleich ist ein hervorragendes Instrument für Aufgabenträger, ihre Leistungsfähigkeit im brancheninternen Vergleich zu bestimmen. Unternehmen der Trinkwasserversorgung und der Abwasserbeseitigung stellen sich auch in Brandenburg regelmäßig (freiwillig!) auf den Prüfstand. „Es geht nicht nur darum, den aktuellen Stand der Dinge zu analysieren“, erläutert Jonas Krause, der technische Leiter der LWG. „Wir können im Vergleich mit anderen auch die eigenen Potenziale besser wahrnehmen und voneinander lernen!“

Top Energieverbrauch
Struktur, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Qualität, Sicherheit und Kundenservice – all diese Kriterien werden beim Benchmarking bewertet. Und die aktuellen Ergebnisse für die LWG zeigen: „Wir spielen in der märkischen Siedlungswasserwirtschaft ganz vorne mit. Das erfüllt uns wirklich mit Stolz und Freude“, so der Technikchef. Einige Werte stechen dem aufmerksamen Branchenkenner dabei besonders ins Auge und sind Lohn für das Engagement aller Kolleg:innen. Beispiel Energieverbrauch bei der stromintensiven Abwasserbeseitigung. „Mit unserem Kanalnetz und den Kläranlagen, darunter in Cottbus die größte kommunal betriebene Anlage Brandenburgs, liegen wir im Energieverbrauch unter dem landesweiten Durchschnitt“, so Jonas Krause.

Kaum Strom von „außen“
Um den Energiebezug aus öffentlichen Netzen unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so gering wie irgend möglich zu halten, investiert die LWG seit Jahren und kann auch dadurch die Auswirkungen der extremen Energiekostensteigerung auf die Produktion von Trinkwasser und die Behandlung von Abwasser besser abfedern als andere Unternehmen. „Der durchschnittliche Jahresverbrauch der Cottbuser Kläranlage liegt bei 3,5 Gigawattstunden. Das entspricht der Abnahme von ca. 1.100 Haushalten“, präsentiert der technische Leiter beeindruckende Zahlen – und kann dies noch toppen. „Unser Eigenversorgungsgrad für elektrische Energie lag jedoch in den Jahren 2020 und 2021 bei sage und schreibe 94 Prozent. Wir sind auf dem Weg zum Selbstversorger im Abwasserbereich!“ Möglich wird dies in Cottbus durch zwei Blockheizkraftwerke, in denen eigenerzeugtes Klärgas Strom und Wärme produziert.