Wasserschwingungen für alle Sinne
Wasserwerk der LWG wird zum Kultursalon
Nach dem Thema „Freundschaft“ 2025 widmet sich der Kultursalon Cottbus in diesem Jahr dem „Wasser“. Es betreffe uns schließlich alle, sagen die Organisatorinnen im Interview (siehe unten) – als Lebensgrundlage, als Erinnerungsort, als Zukunftsthema. Mit diesem Anliegen stieß der Verein bei der LWG sofort auf offene Ohren.

Aglaja Sprengel (r.), Pianistin und Vorstandsmitglied des Kultursalons Cottbus. Christine Geiszler ist darstellende Künstlerin und für außergewöhnliche Bleistift-Zeichnungen bekannt.
Foto: Sarah Richter
Das Rauschen von Wasser zählt zu den ersten Sinneseindrücken, die ein Mensch im Mutterleib erlebt. Uns allen ist das Element bestens vertraut. Dennoch schafft es der Kultursalon mit seinem diesjährigen Programm, neue Perspektiven auf das Lebenselixier zu eröffnen. Sind Sie neugierig, offen und bereit, sich darauf einzulassen? Dann merken Sie sich den 26. August vor! An diesem Tag erzählen Daan Wilms (Percussion) und Laura Heinecke & Company (Tanz) von der Resonanz des Wassers. Und zwar dort, wo das Lausitzer Wasser das Licht der Welt erblickt: im Wasserwerk Cottbus-Sachsendorf.
Daan Wilms verbindet in seinem Solo-Programm „Water“ tröpfeln, rauschen, fließen und pochen zu einer vielschichtigen Klangwelt und interpretiert diese ursprünglichsten Wahrnehmungen ganz neu. Die Tänzerinnen von Laura Heinecke & Company überschrieben ihre Performance mit „HERTZ“. Ihre meditative Reise trägt die Zyklen des Lebens in sich: Impuls, Wachstum, Erschöpfung und Neugeburt. Zwar ist es bis zur Performance im LWG-Wasserwerk noch ein paar Monate hin, aber bereits am 22. April lädt der Kultursalon Cottbus zur nächsten Veranstaltung unter dem Titel „Von den Geschichten des Wassers“ nach Burg (Spreewald). Und wir wollen, dass Sie diese – und alle anderen der Saison 2026 – auf gar keinen Fall verpassen. Die LWG verlost daher 2✕ 2 Jahreskarten, die für die gesamte, vielfältige Programm-Reihe 2026 gelten.
Wer sich das nicht entgehen lassen will, sendet bitte bis zum 19. April (Einsendeschluss) eine E-Mail mit dem Betreff „Kultursalon WASSER“ an events@lausitzer-wasser.de. Die Glücksfee entscheidet. Wir drücken Ihnen die Daumen und freuen uns auf Ihre Einsendungen.
Wasser verbindet Kultur, Region und Zukunft
Den Kultursalon Cottbus interessiert 2026, was das für die Menschen bedeutet. In den Veranstaltungen an bewusst gewählten „Wasserorten“ verbinden sich künstlerische Beiträge mit fachlichen Impulsen. Mehr haben uns die Gründerinnen des Kultursalon Cottbus e. V., Christine Geiszler und Aglaja Sprengel, erzählt.
Woraus ergab sich das diesjährige Thema „Wasser“?
Christine Geiszler: Unsere Jahresthemen entstehen über einen längeren Zeitraum hinweg. Wir sprechen viel darüber, was uns künstlerisch, gesellschaftlich und persönlich beschäftigt. Dabei haben wir verschiedene Ideen diskutiert – bis das Wort „Wasser“ fiel. Da war sofort klar: Das ist unser Thema.
Wasser fasziniert uns künstlerisch schon lange. Es gibt großartige Gedichte, Literatur, Musikstücke, Gemälde und Tanzarbeiten, die sich mit Wasser auseinandersetzen. Gleichzeitig ist Wasser ein hochaktuelles gesellschaftliches Thema. Es betrifft Klima, Umwelt, Ressourcen – und ganz konkret unsere Region.
Welche Rolle spielt Wasser in der Kunst – auch in der zeitgenössischen?
Aglaja Sprengel: Wasser ist in allen Epochen ein starkes Motiv. Es ist fließend, wandelbar, kann sanft oder zerstörerisch sein, leise oder gewaltig. Diese Vielschichtigkeit macht es für die Kunst so spannend. In der Musik gibt es seit Jahrhunderten Kompositionen, die Wasser darstellen oder symbolisch nutzen. In der Gegenwart sehen wir viele experimentelle Ansätze: Choreografen beschäftigen sich mit Bewegungsqualitäten des Wassers, Musiker mit Klangerzeugung durch Wasser, bildende Künstler mit Fragen des Klimawandels. Wir wollen diese Bandbreite sichtbar machen – von klassischer Musik bis zu experimentellen Formaten.
Wie haben Sie die Künstler für das Wasserjahr gefunden?
Christine Geiszler: Zum ersten Mal haben wir einen Open Call ausgeschrieben. Kulturschaffende aller Sparten konnten sich bewerben. Über 70 Projekte wurden eingereicht – das war überwältigend, die Auswahl intensive Arbeit. Wir haben diskutiert, verglichen, kombiniert und uns auch selbst immer wieder gebremst, weil natürlich Zeit und Budget Grenzen setzen. Wichtig war uns eine gute Mischung: regionale Künstler ebenso wie Gäste aus ganz Deutschland, Newcomer neben etablierten Namen, klassische Musik ebenso wie experimentelle Formate. Erstmals haben wir auch Vereinsmitglieder und unser Helferteam in die Auswahl einbezogen.
Gibt es besondere Höhepunkte im Programm 2026?
Aglaja Sprengel: Ja, mehrere. Die Performance im LWG-Wasserwerk, ein interdisziplinärer Abend an der BTU, ein Konzert im Park Branitz, Veranstaltungen im Hütten- und Fischereimuseum Peitz – und im November ein besonderer Abschlussabend in der Lagune, bei dem Konzert und Saunanacht verbunden werden. Neu ist, dass alle Veranstaltungen als Themenabende konzipiert sind, die unterschiedliche Kunstformen kombinieren. Wir möchten Wasser nicht nur thematisieren, sondern erlebbar machen.
Kultur zu finanzieren ist nicht einfach. Wer unterstützt den Kultursalon?
Christine Geiszler: Wir sind sehr dankbar für ein breites Netzwerk an Unterstützern. Erstmals erhalten wir Mittel aus dem Projektfonds Kulturplan Lausitz, zusätzlich wieder Förderung durch die Stadt Cottbus. Seit Jahren begleiten uns Partner wie die Sparkasse Spree-Neiße, die Stadtwerke Cottbus, der Förderverein der BTU Cottbus-Senftenberg und die Bürgerstiftung Cottbus. In diesem Jahr freuen wir uns besonders über die Unterstützung der LWG. Zusätzlich haben wir ein Crowdfunding gestartet. Außerdem helfen Supporttickets und viele ehrenamtliche Helfer.
Was wünschen Sie sich vom Publikum für das Wasserjahr?
Aglaja Sprengel: Neugier. Offenheit. Und die Bereitschaft, sich auf neue Perspektiven einzulassen. Wasser betrifft uns alle – als Lebensgrundlage, als Erinnerungsort, als Zukunftsthema. Wenn es uns gelingt, diese verschiedenen Ebenen in einen Dialog zu bringen, dann hat das Kultursalonjahr sein Ziel erreicht.

