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Die „PFAS-Situation“ im MAWV-Versorgungsgebiet

Sicher, kontrolliert und mit Weitblick

Die Belastung mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) stellt seit einiger Zeit eine anspruchsvolle Aufgabe für die Trinkwasserversorgung im Einzugsbereich des Wasserwerks Eichwalde dar. Für den Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) bedeutete dies von Anfang an: rechtzeitig handeln, bevor rechtliche Grenzwerte in Kraft treten.

„Wir haben unseren Kurs schon lange vor der Neufassung der Trinkwasserverordnung ausgerichtet“, sagt Verbandsvorsteherin Susanne Bley. „Rückblickend war das absolut richtig. Heute können wir belegen, dass wir die neuen PFAS-Grenzwerte für 2026 nicht nur einhalten, sondern deutlich unterschreiten.“

Regelmäßige Messungen im Wasserwerk Eichwalde bestätigen diesen Erfolg: Seit der Inbetriebnahme der Re-Infiltrationsanlage in Berlin-Schmöckwitz im August 2025 sind die PFAS-Werte sofort gesunken. Die Summe aus 20 PFAS-Verbindungen (PFAS-20) liegt aktuell bei rund 14 ng/l – deutlich unter dem ab dem 12. Januar 2026 geltenden Grenzwert von 100 ng/l. Die PFAS-4-Konzentration befindet sich mit deutlich unter 20 ng/l ebenfalls im unbedenklichen Bereich. „Die Re-Infiltrationsanlage fördert belastetes Grundwasser gezielt aus sogenannten Quarantäne-Brunnen und führt es kontrolliert zurück in bereits betroffene Bodenschichten. Dieses Verfahren stabilisiert die Schadstofffahne und verhindert, dass belastetes Wasser die zentrale Trinkwasserversorgung beeinträchtigt“, erklärt die MAWV-Chefin.

Die Re-Infiltrationsanlage sei ein gutes Beispiel dafür, wie technisches Know-how und behördliche Verantwortung zusammenspielen. Der MAWV gehe mit seiner transparenten Informationspolitik voran – das schaffe Vertrauen.

Langfristige Ziele und weitere Maßnahmen

Für den Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband ist der gegenwärtige Stand zwar ein großer Meilenstein, aber noch kein Endpunkt. „Ohne Abreinigung geht es nicht – der Schaden wird noch sehr lange spürbar sein. Ziel des MAWV ist es nicht, den Schaden zu beseitigen. Ziel ist es, dass Wasser unserer Brunnen vollständig für die Trinkwasser-Versorgung unserer Kunden nutzen zu können. Die Grenzwerte werden auch jetzt dauerhaft eingehalten“, hebt Susanne Bley hervor. Damit verbunden ist auch, dass das geförderte Brunnenwasser vollständig für die Trinkwasseraufbereitung nutzbar ist, ohne das Wasserwerk durch Quarantäne-Brunnen im Betriebsregime einzuschränken.

Derzeit läuft weiterhin die fachliche Planung einer hydraulischen Sicherung mit Sicherungsbrunnen und einer Grundwasserreinigungsanlage. Dafür ist die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt zuständig, die Kosten von etwa 2 Millionen Euro veranschlagt hat. Die Errichtung der Sicherungsbrunnen ist für 2026/2027 vorgesehen.