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Regen intelligent genutzt

Neues Rückhaltebecken in Ströbitz

Bei starkem Regen kam die Kanalisation im Stadtteil Ströbitz lange an ihre Grenzen. Grund dafür ist unter anderem, dass der Ströbitzer Landgraben nur begrenzt Wassermengen aufnehmen kann. Nun schafft ein neues Rückhaltebecken Abhilfe. Gebaut wird es von der LWG im Auftrag der Stadt Cottbus.

Der neuralgische Punkt befand sich lange in der Ströbitzer Hauptstraße. „Hier ist der tiefste Punkt des umliegenden Geländes von knapp 40 Hektar Fläche“, erläutert LWG-Projektleiter Alexander Wolf, „insofern kommt es hier zur Überflutung, wenn alle andere Abflüsse – darunter der Stauraumkanal in der Straße – keinen Niederschlag mehr aufnehmen können.“
Für eine Entspannung der Lage sorgt nun bald ein Regenrückhaltebecken unter dem Bolzplatz an der Hans-Sachs-Straße. „Das Becken besteht aus mehreren Kunststoff-Rigolenboxen, die ein Speichervolumen von 520 m³ ermöglichen“, so der Projektleiter und rechnet um: „Das sind weit über 3.000 Badewannenfüllungen.“

Für die Arbeiten an der Hans-Sachs-Straße musste zunächst ein gewaltiger Aushub von 2.400 m3 Erdreich aus der Baugrube entfernt werden. In die Grube wurden dann die großen Speicher verbaut. Foto: LWG

Das rund zwei Meter tief liegende, knapp 1,30 m hohe Speicherbecken ist gegenüber dem Erdreich absolut wasserdicht. Sein wertvoller Inhalt kann zukünftig in Trockenphasen für die Bewässerung städtischer Grünflächen entnommen werden. „Eine intelligente Steuerung wird dafür sorgen, dass ein Teil des Speichervolumens für das nächste Niederschlagsereignis wieder zur Verfügung steht“, so Alexander Wolf. Mit dem Becken in Ströbitz geht die LWG einen weiteren Schritt in Richtung „Schwammstadt“ Cottbus: Regenwasser wird gezielt zurückgehalten, statt ungenutzt abzufließen. Das schützt bei Starkregen, verbessert das Mikroklima – und macht die Stadt fit für die Zukunft.

Das Projekt wird durch Fördermittel des Landes Brandenburg unterstützt. Grundlage ist die Richtlinie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in der öffentlichen Abwasserbeseitigung (Abwasser-WRRL 2024). Die Förderung beträgt rund eine halbe Million Euro.