Drei Fragen an:
Potsdams Umwelt-Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch

Umwelt-Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch im August am Wasserwerk Tettau. Foto: seenluft24
Welchen Stellenwert hat das Thema „Trinkwasser“ für Ihren Arbeitsbereich?
Das Thema Wasser hat sich in den zurückliegenden Jahren als die zentrale und zugleich schwierigste Frage bei der notwendigen Anpassung an die Folgen des Klimawandels herauskristallisiert. Hieran knüpfen sich vielfältige Interessen und Nutzungsansprüche, zwischen denen stets aufs Neue abzuwägen ist. Die Vorrangstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung zu stärken, ist hierbei ein Kernanliegen, das wir Schritt für Schritt umsetzen wollen; so auch im Zuge der anstehenden Wasserrechtsnovelle. Zugleich müssen wir bereits heute damit beginnen, vorausschauend Lösungswege zu finden, für die womöglich erst in den kommenden Jahrzehnten der konkrete Bedarf eintritt. Je entschiedener die Wasserversorger diese Herausforderung annehmen, umso besser wird auch die Umsetzung erforderlicher Maßnahmen gelingen.
Welche Eindrücke haben Sie vom Besuch des WAL-Wasserwerkes in Tettau mitgenommen?
Das Wasserwerk Tettau hat mich mit seinen modernen Anlagen beeindruckt und einmal mehr vor Augen geführt, welche Komplexität sich hinter dem Gesamtsystem der öffentlichen Trinkwasserversorgung verbirgt: Schließlich wird hier 365 Tage im Jahr rund um die Uhr eine Leistung für die Allgemeinheit erbracht, über die beim täglichen Griff zum Wasserhahn kaum jemand nachdenkt, weil eine zuverlässige und sicher verfügbare Wasserversorgung als selbstverständlich wahrgenommen wird.
Wie bewerten Sie Groß-Investitionen, wie sie derzeit vom WAL im länderübergreifenden Trinkwasserverbund Lausitzer Revier umgesetzt werden?
Die Trinkwasserversorgung der gesamten Region war und ist über viele Jahrzehnte eng mit dem Bergbau verbunden. Auch heute, wo es gilt, den Strukturwandel in der Lausitz zu ermöglichen und Voraussetzungen für eine Lausitz nach dem Bergbau zu schaffen, halten die Wasserversorger mit den notwendigen Veränderungen Schritt. Besonders hervorheben ist, dass dieses anspruchsvolle Vorhaben auf Grundlage der kommunalen Zusammenarbeit entwickelt und umgesetzt wird. An dem entstehenden Verbundsystem beteiligen sich vier sächsische und zwei brandenburgische Wasserversorger. Sie werden neben den mehr als 200.000 Einwohnern auch bedeutsame Industrie- und Gewerbestandorte versorgt, so u.a. die BASF, den Industriepark Schwarze Pumpe oder die Großmolkerei Leppersdorf. Ich gehe davon aus, dass zukünftig regionale Verbundsysteme auch in anderen Teilen des Landes einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung leisten werden.

