Zukunft unter der Erde
Was unter der Erde passiert, ist für die meisten Menschen unsichtbar. Für die Bauabteilung des Wasser- und Abwasserverbandes gehört es zum Alltag.

Max Kaping (l.) und Sven Deventer begleiten Baustellenprojekte vom WAV. Foto: WAV Rathenow
Ob neue Trinkwasserleitungen, Abwasserkanäle oder die Erneuerung bestehender Netze: Hinter jeder Baumaßnahme stehen Planung, Abstimmung und die Begleitung der Arbeiten vor Ort. Verantwortlich dafür sind Bauleiter Sven Deventer, der seit elf Jahren beim WAV arbeitet, und sein Kollege Max Kaping, der derzeit ein duales Studium absolviert. „Unsere Aufgabe ist es, die Baustellen des Verbandes zu begleiten, zu koordinieren und letztlich auch abzusichern“, erklärt Sven Deventer. Der WAV tritt dabei in der Regel als Auftraggeber auf. Die eigentliche Bauüberwachung übernimmt häufig ein Ingenieurbüro. Planung, Koordination und die Einhaltung der Vorgaben bleiben jedoch beim Verband.
Abwechslungsreich zwischen Büro und Baustelle
Fast jedes Jahr kommen neue Maßnahmen hinzu. „Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich und bietet eine gute Mischung zwischen Außeneinsatz und Büro“, beschreibt Sven Deventer den Reiz seiner Arbeit. Zudem habe man mit vielen verschiedenen Persönlichkeiten zu tun, egal ob mit Kunden, Auftragnehmern oder Behörden. Auch technisch gleicht kaum ein Projekt dem anderen. „Es gibt selten nur eine Lösung“, sagt Max Kaping. Ob eine Leitung klassisch im offenen Graben verlegt wird oder ein gesteuerter Rohrvortrieb zum Einsatz kommt, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Welche Lösung technisch sinnvoll und zugleich wirtschaftlich ist, muss bei jedem Projekt neu bewertet werden. Technisch anspruchsvoll seien aus Sicht von Sven Deventer vor allem Projekte, die unter Tage stattfänden und trotzdem wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden müssten.
Heute planen für die nächsten Jahrzehnte
Der Blick der Bauabteilung reicht weit über die aktuelle Baustelle hinaus. Leitungen und Kanäle werden für Jahrzehnte ausgelegt. „Ein Kanal soll 50 bis 100 Jahre funktionieren. Deshalb müssen wir heute schon überlegen, wie sich das Verbandsgebiet künftig entwickelt.“ Bevölkerungsentwicklung, Gewerbeansiedlungen und der zu erwartende Wasserverbrauch spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Art des anfallenden Abwassers. Nicht jede Herausforderung ist allerdings technischer Natur. Der Umgang mit Menschen könne ebenfalls anspruchsvoll sein, weiß Sven Deventer, etwa wenn Hintergründe und Zusammenhänge nicht bekannt sind. Für seinen jungen Kollegen Kaping liegt gerade in der langfristigen Wirkung seiner Arbeit die Motivation: „Bauen heißt für mich, etwas für die Zukunft zu schaffen. Wir legen die Grundlage für eine sichere Wasserver- und Abwasserentsorgung. Das ist eine Infrastruktur, auf die alle Menschen im Verbandsgebiet jeden Tag angewiesen sind.“