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Jubiläum

35 Jahre WAV Rathenow – Ein gelungenes Fest

Das Jubiläumsfest im Mai machte die 35-jährige Geschichte des WAV sichtbar, aber auch seine heutige Arbeit und mögliche Perspektiven für junge Leute in der Region.

Mitarbeiter und Gäste des WAV Rathenow und auch die Vertreter und Vertreterinnen der Verbandsmitglieder und Politik waren der Einladung zum Fest von WAV-Geschäftsführer Björn Jelinski gefolgt. Fotos: WAV Rathenow; SPREE-PR/Leue

35 Jahre Wasser- und Abwasserverband Rathenow sind mehr als eine Zahl. Beim Jubiläumsfest am 8. Mai 2026 im Optikpark Rathenow stand deshalb nicht nur die Geschichte des Verbandes im Mittelpunkt, sondern vor allem der persönliche Austausch mit den Menschen aus der Region. Bürgerinnen und Bürger, Kundinnen und Kunden, Familien und Jugendliche nutzten die Gelegenheit, den WAV einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. WAV-Geschäftsführer Björn Jelinski zeigte sich mit dem Verlauf des Festes zufrieden und bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:  „Ihr Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Jubiläum in so positiver Erinnerung bleibt.“ An verschiedenen Informationsständen konnten die Besucher einen Blick auf die Arbeit werfen, die sonst meist im Verborgenen stattfindet.

Wie kommt das Trinkwasser eigentlich bis ins Haus? Wie ist das Rohrnetz aufgebaut? Und was passiert, bevor aus dem Wasserhahn sauberes Trinkwasser läuft? Anschaulich wurde gezeigt, wie das Wasser über Hauptleitungen und Hausanschlüsse bis ins Gebäude gelangt. Auch das Verschweißen von Rohren konnten die Besucher „live“ beobachten.

Für Patrick Zabel, Vorarbeiter im Trinkwasserbereich, waren vor allem die Gespräche mit den Besuchern interessant. Viele junge Leute im Alter von 14 bis 16 Jahren kamen gemeinsam mit ihren Eltern und informierten sich über Praktika, Ausbildungsmöglichkeiten und die verschiedenen Tätigkeiten beim WAV.  „Ich dachte eigentlich, es würden eher ältere Leute kommen. Aber nein, es waren viele junge Leute vor Ort und sie zeigten echtes Interesse.“

Auch der Abwasserbereich zog zahlreiche Neugierige an. Tim Behrendt, der Vorarbeiter im Abwasserbereich, präsentierte gemeinsam mit seinen Kollegen den Spülwagen des WAV. An einem Plexiglasrohr konnten die Besucher verfolgen, wie eine Kamera durch eine Kanalhaltung fährt und aus der Ferne gesteuert wird. Besonders die Kinder waren schnell begeistert, weil sie selbst einmal die Joysticks bedienen durften und die Kamera durch das Rohr von A nach B fahren lassen konnten. „Ich bin aus dem Erzählen eigentlich kaum herausgekommen“, beschreibt T. Behrendt seine Vielbeschäftigung an diesem Tag im Nachhinein angenehm überrascht.

Dabei ging es nicht um eine eigens inszenierte Vorführung für die Besucher, vor allem Familien und Anwohner aus Rathenow. Gezeigt wurde vielmehr die Technik, die die Mitarbeiter des WAV täglich einsetzen. „Das ist ja tatsächlich unsere alltägliche Arbeit. Die Kollegen, die im Kanal unterwegs sind, reinigen die Leitungen, fahren mit der Kamera durch und machen eine Bestandsaufnahme.“ Normalerweise finde diese Arbeit weitgehend unter der Erde statt und bleibe für die Öffentlichkeit unsichtbar. Durch die Präsentation konnten viele Besucher erstmals nachvollziehen, was hinter den orangefarbenen Fahrzeugen steckt, die sie sonst nur im Stadtverkehr sehen.

Auch beim Thema Wasserverbrauch gab es einige Aha-Momente. Wie viel Wasser ein Mensch durchschnittlich pro Tag verbraucht? Da herrschte oft völlige Unklarheit. Zwölf volle Wassereimer verdeutlichten das Ergebnis: rund 120 Liter. Viele Besucher schätzten ihren Verbrauch zunächst deutlich niedriger ein. Erst beim Zusammenzählen von Duschen, Waschmaschine, Toilettenspülung, Kochen und Trinken wurde deutlich, wie schnell sich die einzelnen Mengen addieren. Neben Informationen und Technik gab es Mitmachaktionen und Spiele für Kinder und Erwachsene, Verpflegung und Gelegenheit zum Verweilen. So blieb es an den Ständen nicht bei kurzen Blicken: Es wurde gefragt, erklärt, ausprobiert und diskutiert.

Für den WAV war das Jubiläumsfest zugleich eine Gelegenheit, die eigene Arbeit und die beruflichen Möglichkeiten im Verband vorzustellen. Schülerinnen und Schüler können beim WAV unter anderem zweiwöchige Praktika absolvieren, häufig in der 8. oder 9. Klasse. Dabei gehe es nicht allein um gute Schulnoten, erklärte Patrick Zabel. Entscheidend seien auch praktisches Interesse und die Bereitschaft, mit anzupacken. Die Nachfrage nach Praktikumsplätzen sei entsprechend groß. Das Jubiläumsfest machte damit nicht nur die 35-jährige Geschichte des WAV sichtbar, sondern auch seine heutige Arbeit und mögliche Perspektiven für junge Menschen in der Region.