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WENN INDUSTRIETAUCHER IM FAULTURM VERSCHWINDEN

Mit 66 Kilo, da fängt die Arbeit an, …

Tauchen – das riecht nach Urlaub, Sonne, Meer, Korallenriffen und bunten Fischen. Die Spezialtaucher der TauchService Naue GmbH „beschnuppern“ ganz andere Einsatzorte. Einer davon war kürzlich der 16 Meter hohe Faulturm auf der Kläranlage Elsterwerda.

Stellen Sie sich vor, Sie steigen in schwarz-grauen, 38 Grad warmen Faulschlamm, in dem Sie keine Sicht haben. Und Sie wissen, es sind die Reste der Abwasseraufbereitung … „Ja, und?“, schmunzelt Felix Zanker, „unser Taucheranzug ist komplett gasdicht und hat einen festen Tauchhelm. Da kann uns egal sein, was so um uns herumschwimmt und mit welcher Duftnote.“ Inklusive Spezialausrüstung wiegt die Arbeitskleidung der Unterwasser-Fachkraft rund 66 Kilo.

Ein Faulturm ist kein gewöhnlicher Behälter. Hier entwickelt sich unter anderem Faulgas, das vor allem aus Methan und Kohlendioxid besteht und auch giftigen Schwefelwasserstoff enthalten kann. Deshalb werden vor und während des Einsatzes Art und Konzentration vorhandener Gase kontrolliert und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen durchgeführt.

Warum Taucheinsätze?

Der entscheidende Vorteil: „Die Arbeiten können weitgehend während des laufenden Betriebes erfolgen. Der Faulturm muss dafür nicht komplett stillgelegt, geleert und aufwendig getrocknet werden“, begründet Sylvio Graf, der Technische Leiter des Verbandes.

Lausitzer WASSERZEITUNG und E-Paper haben die Taucher bei ihrem Berufsalltag begleitet. 84 Stufen – und die Tauch-Crew hat das Dach des Einsatzortes erreicht. Am Boden des Faulturms müssen abgelagerter Sand und Klärschlamm beseitigt werden.
Dmitry Bereza schiebt die Rückstände zum Saugschlauch. Dessen Ende führt in einen Container, in dem das Gemisch für den Abtransport gesammelt wird.
Während des Tauchgangs hält Team-Mitglied Denis Mirau ständigen Kontakt zum Taucher, einem Mitarbeiter mit Luftdruckaggregat am Fuße des Faulturms und zwei Kollegen am Einstieg.
Während sich der Taucher mühsam aus dem Anzug pellt, berät sich WAVE-Technikchef Sylvio Graf mit einem seiner Kollegen: Das Rührwerk muss von hartnäckigen Verzopfungen befreit werden, die Tauch-Crew wird also noch einmal gebraucht.

Fotos (4): WAVE/Jopien