Netz erneuern, Kosten steuern
Frisches Wasser, zu jeder Zeit, das ist für uns alle selbstverständlich. Doch wie bleibt diese Versorgung auch in Zukunft sicher und bezahlbar? Das ist eine Frage, vor der auch der WZV steht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf seinem Trink- und Abwassernetz.

Das Trink- und Abwassernetz ist ein weit verzweigter Schatz unter der Erde und zusammen fast 1.000 Kilometer lang. Diese Infrastruktur ist über Jahrzehnte gewachsen und essentiell für die kommunale Daseinsvorsorge. Einige Teile des Netzes nähern sich jedoch schrittweise dem Ende ihrer technischen Nutzungsdauer. „Der Erneuerungsbedarf ist absehbar“, sagt David Schacht.
Der Verbandsgeschäftsführer und sein Team stehen dabei in gewisser Weise vor der Quadratur des Kreises: Die Anforderungen an Qualität, Umwelt- und Gewässerschutz steigen. Die Kosten für Baumaterial und Bauleistungen auch. Fördermittel sind seit Jahren rückläufig. „Wir sind also immer mehr auf Eigenkapital angewiesen.“ All das in Einklang miteinander zu bringen, sei ein großes Spannungsfeld.
Der Verband arbeitet deshalb an einer Investitionsstrategie. Ein wichtiges Kriterium dabei: die Kontinuität der Investitionen. Notwendige Erneuerungen aufzuschieben, verlagere Lasten in die Zukunft. „Das wäre nicht generationengerecht!“

David Schacht betont, dass der Verband seit Jahren kontinuierlich investiere. Er sagt aber auch: „Das ist noch nicht genug, um enkelgerecht in unsere Anlagen zu finanzieren.“ Dazu müssten die Erneuerungsraten schrittweise steigen. Das jährliche Investitionsbudget für Trink- und Abwasser lag bisher bei jeweils zwei Millionen Euro. „Das ist eng gesteckt.“ Der Verband arbeitet deshalb auch mit Krediten. „Aktuell haben wir Verbindlichkeiten von zirka 31 Millionen Euro.“ In diesem Punkt gegenzusteuern sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf Enkelgerechtigkeit.
Die Herausforderungen sind also groß. David Schacht weiß aber auch um die Expertise in seinem Haus, um Kollegen wie Peter Dammann, den Leiter des Bereichs Entwicklung und Investition, Planungsingenieur
Ronald Richter und Christiane Ehlers, Sachbearbeiterin für Investitionsvorbereitung. „Mit ihnen verfügen wir über das nötige Know-how, um zukunftsgerechte Entscheidungen zu treffen.“
Dass all dies nicht ohne Auswirkungen auf Gebühren bleiben kann, daraus macht David Schacht keinen Hehl. „Niedrige Entgelte waren und sind nie ein Zeichen von nachhaltiger, realistischer und generationengerechter Wirtschaftlichkeit. Ganz im Gegenteil.“

