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2021–2025: 25,3 Millionen Euro in Netze und Anlagen investiert

Schwierige Rahmen­bedingungen – gemeinsam stark die Herausforderung­en gemeistert

Anlass des Gespräches mit Geschäftsführer Frank Lehmann ist das 35. Gründungsjubiläum des Zweckverbandes KÜHLUNG. Aber allein in den vergangenen fünf Jahren war so viel los, dass er sich auf diese konzentriert. Das Wasserunternehmen stand vor denselben Herausforderungen wie die Menschen in der Region.

Zwei Millionen Euro kostete die 2022 errichtete neue Zentrifuge auf der Kläranlage Bad Doberan. Sie sorgt dafür, dass die Kosten für den Transport des übrigen Klärschlamms reduziert werden konnten. Foto: SPREE-PR/Galda

WASSERZEITUNG: Was waren die großen Themen der vergangenen fünf Jahre für den Verband?

Frank Lehmann: Genau wie unsere Kundinnen und Kunden mussten wir die Corona-Pandemie meistern. Diese hat die Arbeitswelt sehr verändert. Die anhaltende Energiekrise sowie stark gestiegene Bau- und Materialkosten erhöhten den Preisdruck. Der Klimawandel mit längeren Trockenperioden und häufigeren Starkregen führen zu einem Umdenken sowohl in der Wasserversorgung als auch im Umgang mit Niederschlagswasser. Digitalisierung, Fachkräftemangel – all das ist der Rahmen, in dem wir uns bewegen. Gemeinsam ist es uns als Team gelungen, gut durch die Zeit zu kommen, unsere Arbeit zuverlässig und in bester Qualität zu erledigen – zum Wohl unserer Kundinnen und Kunden.

Wasser duldet keinen Stillstand. Leitungen müssen gewartet, erneuert und ergänzt werden, Anlagen auf gutem technischem Stand sein. Welche Investitionen sichern das?

Zu den wichtigsten Maßnahmen der vergangenen fünf Jahre zählen: der Rück- und Neubau des Trinkwasserbehälters in Hohenfelde, die Sanierung am Hochbehälter Schwaan, die zusätzlichen Filter in den Wasserwerken Krempin und aktuell in Teßmannsdorf. Zudem haben wir an mehreren Standorten neue Brunnen errichtet. All das sind wichtige Investitionen in eine sichere Versorgung mit Trinkwasser. In den nächsten Jahren wird weiter kräftig gebaut – wichtig für die Qualität und Menge.

Am Anfang der Wasserversorgung stehen die Brunnen. In den vergangenen fünf Jahren hat der Verband vier Neubauten errichtet. Weitere drei sind in den nächsten beiden Jahren geplant. Foto: ZVK

Im heißen Sommer war viel von Sparzwängen und Verboten zu hören. Wie ist die Lage im Zweckverband KÜHLUNG?

Der Verbrauch lag in den vergangenen fünf Jahren recht stabil zwischen 3.815.000 und 3.886.000 Kubikmetern. Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Ressource Grundwasser in unserem Verbandsgebiet in ausreichender Menge vorhanden ist. Dennoch gilt, was wir schon sagten, bevor die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher wurden: Geht sorgsam und bewusst mit Trinkwasser um! An heißen Tagen mittags den Rasen sprengen – das ist nicht mehr zeitgemäß.

Wie begegnen Sie den zunehmenden extremen Starkregenereignissen?

Das Netz ist nicht dafür ausgelegt und kann es aus finanziellen Aspekten auch nicht sein. In Bad Doberan haben wir an einem Knotenpunkt investiert und diesen entschärft. Wir arbeiten in Kühlungsborn und Neubukow an Entwässerungskonzepten mit anschließender Maßnahmenliste. Aber der Fokus hat sich verschoben auf Objektschutz. Jeder einzelne ist gefragt: Hebeeinrichtungen, Rückstauklappen, Flächen entsiegeln für Versickerungsoptionen. Wir beraten dazu auf unserer Homepage, per Flyer und auf Veranstaltungen. Die Anstrengungen haben sich vielerorts ausgezahlt: Der Starkregen in diesem Sommer hat viel weniger Schäden angerichtet als ein vergleichbares Ereignis 2019.

Sie erwähnten die Energiekrise, wie beeinflusst diese Ihr Arbeiten?

Wasser fördern, aufbereiten, verteilen ist ein energieintensiver Prozess. Ähnlich die Ableitung und Aufbereitung des Abwassers. Um so besser, dass wir seit diesem Jahr die Kläranlage Bad Doberan energieautark betreiben. Unsere Anstrengungen in die Energienutzung aus dem Klärschlamm zahlen sich aus, ein wichtiger Kostenfaktor! Außerdem amortisieren sich Photovoltaikanlagen viel schneller und erzeugen auf den Dächern unserer Anlagen zudem Strom genau dort, wo wir ihn dringend brauchen. Acht Anlagen laufen bereits, weitere sind in Planung.

Energieautarke Anlage in Bad Doberan, was sind weitere Meilensteine im Abwasserbereich?

Mit Blick auf Effizienz, Energieverbrauch und Kapazität haben wir auf etlichen Anlagen Technik erneuert und ergänzt. In Kröpelin wurde die Kläranlage großflächig umgebaut, um die Verfahrenstechnik zu optimieren. An anderen Stellen, zum Beispiel in Moitin, Krempin und Hanstorf, haben wir aus wirtschaftlichen Gründen die Kläranlagen stillgelegt und leiten das Abwasser in größere Anlagen ein. In den nächsten fünf Jahren haben wir das in Retschow und Reinshagen ebenfalls geplant.