Wasserfassung Hohensee-Zemitz: tief gebohrt für sicheres Trinkwasser
Keine Aufbereitungsanlage. Sauberes Trinkwasser kommt direkt aus dem Boden. Der Zweckverband betreibt dafür vier Wasserfassungen mit 14 Brunnen. Einer davon ist jetzt nach 37 Jahren Betrieb komplett erneuert worden.

Für den Ersatzbrunnen 27 in der Wasserfassung Hohensee-Zemitz arbeitet sich die Brunnenbaumaschine bis in 67 Meter Tiefe vor. Foto: ZV Festland Wolgast
Brunnen 27 stammt aus dem Jahr 1989. Jahrzehntelang hat er in der Wasserfassung Hohensee-Zemitz täglich rund 300 Kubikmeter Rohwasser gefördert, genug für rund 2.000 Menschen. Im vergangenen Jahr versagte die Filterstrecke. Eine Reparatur war nicht möglich, wenn der Schaden in mehr als 40 Metern Tiefe sitzt. Also musste ein neuer Brunnen her.
Der Ersatzbrunnen wurde auf demselben Grundstück gebohrt direkt neben dem Altbrunnen. Die Bohrung reicht bis in 67 Meter Tiefe. Ab rund 26 Metern beginnt die wasserführende Schicht: ein grauer pleistozäner Mittelsand, der hier seit der jüngsten Eiszeit das Grundwasser speichert. Die Filterstrecke des neuen Brunnens sitzt zwischen 46 und 58 Metern Tiefe. Gefördert wird dasselbe Wasser wie zuvor, aus dem gleichen Grundwasserleiter.
Fünf Brunnen in einer Staffel
Warum reicht ein einzelner Brunnen nicht aus? Die Antwort liegt in der Geologie. Die Grundwasserleiter in der Region sind zwar relativ gut geschützt, aber nicht besonders mächtig. Die sandige Schicht, aus der das Wasser entnommen wird, ist in ihrer Ausdehnung begrenzt. Wer eine Pumpe betreibt, senkt den Grundwasserspiegel in einem kegelförmigen Bereich rund um den Brunnen ab. Dieser Absenktrichter begrenzt, wie viel Wasser pro Stunde entnommen werden kann. Würde man zu viel pumpen, zöge die Pumpe irgendwann Luft statt Wasser. Deshalb arbeiten in der Wasserfassung Hohensee-Zemitz fünf Brunnen gemeinsam in einer Staffel.
Der neue Brunnen 27 ist mit einem modernen Wickeldrahtfilter aus Edelstahl ausgestattet. Zusätzlich entstand eine Vorfeldmessstelle, die mögliche Veränderungen im Grundwasserzulauf frühzeitig erkennt. Die Fördermenge liegt bei rund 30 Kubikmetern pro Stunde. Während der gesamten Bauzeit sprangen andere Brunnen des Verbandes ein. Kein Haushalt musste auf Wasser verzichten.

