Skip to main content
Wetterextreme: Objektschutz rückt in den Vordergrund

Lokal begrenzt gibt es immer mehr Starkregen: Was tun!?

Die Niederschlagsmengen haben sich in den vergangenen Jahren nicht verändert. Wir stellen allerdings fest: Die Zeiträume, in denen Niederschläge fallen, verändern sich. Es kommt lokal sowie zeitlich begrenzt häufiger zu extremen Niederschlägen. Die WASSERZEITUNG sprach mit Christian Zschiesche, ZV-Geschäftsführer, über die Herausforderungen der Wetterextreme.

Auch auf Starkregen folgt Sonne. Die Erfahrungen und die Zeit sollte man nutzen, um sich für das unweigerliche nächste Mal zu wappnen. Foto: SPREE-PR/Petsch

Sind Ihre Systeme auf Starkregen eingerichtet?

Christian Zschiesche: Der Zweckverband betreibt in Wolgast und in Lassan ein Kanalnetz zur Niederschlagsentwässerung. Wir sind nur für bestimmte Situationen zuständig. Unsere Systeme funktionieren. Das Wasser steht angesichts großer Mengen zwar kurzzeitig auf Straßen und Flächen, es fließt aber rasch ab.

Was können Sie verbessern?

Wir möchten stärker mit Städten, Wasser- und Bodenverbänden zusammenarbeiten. Die Zuständigkeiten sind zweigeteilt. Wir sind zuständig für die Grundstücksentwässerung, die Kommunen für die Straßen und Plätze. In einigen Bereichen leiten wir in Gewässer zweiter Ordnung also Gräben oder kleinere Flüsse ein, deren Unterhaltung den Wasser- und Bodenverbänden obliegt. Für den Ausbau aber sind die Kommunen verantwortlich. Dort wo wir in den Peenestrom entwässern, optimieren wir unser Netz, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist.

Was für Lösungen suchen Sie?

Wir modifizieren unter anderem unsere Regenrückhaltebecken. So wird am Becken in der Bahnhofstraße in Wolgast ein Überlastpumpwerk errichtet. Es gilt, den Grat zwischen Objektschutz und wirtschaftlichem Umbau zu finden. Gemeinsam müssen wir das gesamte Gebiet betrachten und alle Optionen ausschöpfen mit ganzheitlichen Konzepten. Zum Beispiel Gebiete für Ausweichflutungen erschließen, Gräben entflechten und Dämme bauen.

Können sich Grundstückseigentümer schützen?

Sie sollten sogar! Der Objektschutz rückt in den Vordergrund. Kann man versiegelte Flächen vielleicht wieder für Versickerung aufbrechen, sind Rückstausicherungen eingebaut, können oberirdische bauliche Veränderungen das Wasser fernhalten? All das sollten alle Eigentümer prüfen. Hilfreich sind entsiegelte Flächen und Gründächer. Wir beraten gern. Dabei gilt: Bei extremen Starkregen fließt Wasser von Grünflächen ab, wo es sonst versickert. Das führt zu einer Mehrbelastung der Netze.

Wie lautet Ihr Fazit?

Wir müssen uns auf mehr Starkregenereignisse einstellen. Die Zusammenarbeit aller Partnerinnen und Partner sowie das Engagement jedes Einzelnen sind gefragt. Wir werden uns nie hundertprozentig vor Starkregen schützen können.