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Vom Schülerpraktikanten zum Kanalinspekteur

Hervorragende Entwicklungs­möglichkeiten für engagierte OWA-Einsteiger

Vom Schülerpraktikanten zum Kanalinspekteur wird man nicht von heute auf morgen. Mit Engagement, Durchhaltevermögen und einer guten Nachwuchsförderung des Arbeitgebers ist das aber schon in jungen Jahren möglich. Ben Wardelmann gelang seine berufliche Erfolgsgeschichte bei der OWA.

Falkensee, Mai 2026: Im Einsatzfahrzeug in der Elbeallee hat der junge Kanalinspekteur Ben Wardelmann vor einem breiten Monitor Platz genommen. Gerade noch hat er auf der Straße vorsichtig eine kleine fahrbare Kamera an einer Seilwinde im Kanalschacht versenkt. Vor dem Monitor lotst er nun mit einem Joystick die kleine Hightech-Kamera durch den Abwasserkanal. Meter für Meter bewegt sie sich vorwärts. Kleine Wasserrinnsale können dem Gefährt nichts anhaben. Hochkonzentriert steuert der 21 Jahre junge Falkenseer das unterirdische Kamerafahrzeug und verfolgt die Live-Bilder aus dem Kanal. Hin und wieder stoppt er die Fahrt, schwenkt die 360-Grad-Kamera in alle Richtungen und erfasst den Kanalzustand.

Solide Ausbildung als Fundament

Während die Kamera Bilder überträgt, erzählt Ben Wardelmann von seinem Werdegang.

„Schon während meiner Schulzeit habe ich ein längeres Praktikum bei der OWA im Bereich Abwasser absolviert.“ Der Schüler fand Gefallen an den praktischen Tätigkeiten, an der Technik und dem Unternehmen. Folgerichtig bewarb er sich mit dem Realschulabschluss bei dem Falkenseer Wasserver- und Abwasserentsorger um einen Ausbildungsplatz zum Anlagenmechaniker für Rohrsystemtechnik. Dreieinhalb Jahre dauerte die universal ausgelegte Ausbildung, die umfassende Fertigkeiten zu industriellen Rohrleitungen und technischen Anlagen vermittelt. „Zweieinhalb Jahre davon lernte ich bei den Berliner Wasserbetrieben, die in meinem Beruf überbetrieblich ausbilden. Im letzten Ausbildungsjahr wechselte ich wieder zur OWA in den Abwasserbereich.“ Dabei begleitete der Azubi auch den Kanal-Inspektions-Trupp. „Sein Interesse daran war nicht zu übersehen“, sagt Christian Zudock, Bereichsleiter Abwasser bei der OWA. „Für diese Technologie braucht man ein echtes Faible.“ Noch während der Lehre wurde Ben Wardelmann gefragt, ob er einen KI-Lehrgang absolvieren möchte. KI steht in diesem Fall für Kanalinspektion.

Es ist die Verbindung aus moderner Technik und praktischer Arbeit, die den jungen Facharbeiter Ben Wardelmann an seiner Arbeit begeistert. Foto: SPREE-PR/Petsch

Im Anschluss Spezialisierung

Aber erst musste die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden. Das war im Februar dieses Jahres der Fall und der junge Facharbeiter wurde nahtlos von der OWA übernommen. Im April konnte er direkt den KI-Lehrgang anschließen. Die kompakte Schulung vermittelt das theoretische und praktische Know-how, Kanalsysteme entsprechend europäischer und deutscher Normen sowie baufachlicher Richtlinien zu erfassen und zu beurteilen.

Im Mai war es soweit: Mit dem frischen „KI-Pass“ arbeitet Ben Wardelmann als Kanalinspekteur bei der OWA und führt eigenverantwortlich Kamerabefahrungen durch.

So wie heute in der Elbeallee. Der Kanal unter der Straße aus dem Jahr 2005 sieht auf den ersten Metern noch mustergültig aus. Das liegt auch daran, dass der Abschnitt vorher vom Saug- und Spülfahrzeug mit Hochdruck gereinigt wurde. „Die Abwasserkanäle werden nicht nur vor jeder TV-Inspektion, sondern ebenfalls in einem festen Turnus gespült“, erklärt Ben Wardelmann.  „Wenn wir mit der Kamera reinfahren, müssen die Kollegen vorher immer spülen, damit Ablagerungen vor allem von der Kanalsohle entfernt werden und ich einen möglichst freien Blick auf die Kanalsubstanz habe.”

Hindernis im Kanal

In der Elbeallee handelt es sich um einen außerplanmäßigen Einsatz. Anwohner meldeten der OWA mehrfach Verstopfungen. Der Grund dafür taucht jetzt auf dem Monitor auf: massiver Wurzeleinwuchs an einer Hausanschlussleitung. Die Kamera muss abrupt stoppen, Wurzeln versperren fast den gesamten Kanal. Das dichte Wurzelgeflecht behinderte auch immer wieder das Abwasser.

Wie geht es nun weiter? „Die Abteilungsleitung und ein Techniker werden den Schaden bewerten“, erklärt der Kanalinspekteur.  „Wahrscheinlich ist die Wurzel durch den Hausanschluss eingewachsen. Der muss dann repariert oder ausgetauscht werden.“

Ben Wardelmann macht seine Arbeit Spaß, mit der Kamerabefahrung hat er seine berufliche Bestimmung gefunden.  „Ich kann mir gerade nichts anderes vorstellen.“

Was ihm bei der OWA noch gefällt? „Das Arbeitsklima und die netten Kollegen. Und dass die
Wasserbranche wichtig und sicher ist. Trink- und Abwasser wird es immer geben.”