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Mecklenburg-Vorpommern

Neues GIS: zentral entwickelt – gemeinsam nutzbar

Fünf Zweckverbände in MV leisteten Pionierarbeit. Der ZV Grevesmühlen war federführend in einem Projekt zur Schaffung eines zentralen Geografischen Informationssystems (GIS). Ziel war es, dieses auf Basis einer frei verfügbaren Software so zu gestalten, dass es zukünftig von vielen Kollegen und Partnern flexibel und möglichst kostengünstig genutzt werden kann. Durch die Gemeinschaft, die zudem digitale Souveränität vom internationalen Markt erlangt, ist jeder Einzelne effizienter als zuvor.

Grevesmühlens Verbandsvorsteherin Sandra Boldt konnte sich auf die Entwicklungsarbeit ihrer GIS-Spezialisten Ronald Henneberg (r.) und Uwe Wendorf verlassen.
Foto:ZVG

Der Zweckverband Grevesmühlen begann bereits vor 25 Jahren mit dem Aufbau eines GIS, seit 2008 ist dies nach der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung die dritte Verbandsaufgabe. „Wir wollten das zentrale GIS mit neuer Technologie in die Breite bringen“, sagt Verbandsvorsteherin Sandra Boldt.
Roland Grösch von der Koordinierungsstelle E-Government MV erklärt die Bedeutung eines GIS: „Durch die Darstellung von Straßen, Beleuchtungen, Abflüssen, Parkbänken oder dem Versorgungssystem auf digitalen Karten können Maßnahmen zur Unterhaltung, Reinigung, Reparatur und Neubeschaffung effizienter organisiert und durchgeführt werden. Sie sind damit ein Grundstein für eine moderne Verwaltung.“

In Wasserunternehmen liegt der Fokus auf präzisen, schnell verfügbaren und aktualisierbaren Informationen zu Leitungen und Anlagen. Kommerzielle Software wird zunehmend unberechenbar und teuer, weshalb sich der ZV Grevesmühlen mit Open-Source-Alternativen (also frei verfügbarer Software) befasste. Jedes der mehr als 30 Wasserunternehmen der KOWA (Kooperationsgemeinschaft Wasser und Abwasser MV e. V.) stand vor ähnlichen Herausforderungen. Sandra Boldt sagt darum: „Es ist wirtschaftlich unsinnig, wenn jeder für sich kämpft.“ Roland Grösch ergänzt: „Der Zweckverband Grevesmühlen hat es geschafft, sich als Kompetenzträger zu etablieren.“ Gute Voraussetzungen für ein Projekt, das somit in Schwerin Gehör fand.

Freie Software,gute Grundlage

Koordinator Roland Grösch erklärt die Entscheidung des Lenkungsausschusses E-Government für das Vorhaben: „Der Zweckverband Grevesmühlen führt seit Jahren das Anlagevermögen seiner Mitgliedskommunen in einem georeferenzierten Datenbestand. Die aufgebaute Open-Source-Infrastruktur und das Know-how eignen sich besonders zur Nachnutzung in anderen Verwaltungen.“ Auch Aspekte digitaler Souveränität sowie erfolgreich umgesetzte Digitalisierungsprojekte überzeugten. „Zudem ist der Verband ein tatkräftiger Akteur im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung in MV mit einem funktionierenden Netzwerk. Dazu gehört unter anderem die langjährige Kooperation mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg im Geoinformationsbereich.“

Im Juli 2024 startete das Projekt mit dem Zweckverband Grevesmühlen als Vertragspartner, dem ZV KÜHLUNG in Bad Doberan als Entwicklungspartner und den Verbänden mit Sitz in Wismar, Ludwigslust und Stavenhagen als Projektpartner. Sandra Boldt zeigt sich zuversichtlich: „Wir werden das System pünktlich zum Juni 2026 fertig umgesetzt haben. Dann steht eine zentrale Lösung und kann mit eigenen Daten gefüllt werden.“ Bereits jetzt gebe es Interessenten außerhalb des Projektes, unter anderem das Amt Neukloster-Warin signalisierte Bedarf.