Welche Bauprojekte für den WAZV „Elbe-Elster-Jessen“ und den WAZV „Bode-Wipper“ für 2026 anstehen
Investitionen für eine sichere Trinkwasserversorgung
Während das Jahr vielerorts noch langsam Fahrt aufnimmt, arbeiten unsere Herausgeber, die Wasser- und Abwasserzweckverbände „Bode-Wipper“ und „Elbe-Elster-Jessen“, bereits intensiv an neuen Vorhaben. In der ersten Ausgabe der WASSERZEITUNG stellen sie ihre Großprojekte im Bereich Trinkwasser für 2026 vor.

Bald rollt der Bagger an: Im Mai soll die komplexeste Baumaßnahme in Jessen starten.
Foto: SPREE-PR/ Gückel

Gleich vier Großprojekte plant der WAZV „Elbe-Elster-Jessen“ für das Jahr 2026. Das umfangreichste davon ist der Neubau einer zentralen Trinkwasserleitung zum Hochbehälter in Jessen. „Das ist die mit Abstand komplexeste Baumaßnahme, die wir in diesem Jahr umsetzen werden“, sagt WAZV-Geschäftsführer Thomas Giffey. Die neue Hauptleitung wird in insgesamt sieben Bauabschnitten verlegt. Der erste Abschnitt ist für den Zeitraum von Mai bis Ende November 2026 vorgesehen. „Das ist ein echter Kraftakt, der eine sehr sorgfältige Planung erfordert“, betont Thomas Giffey. „Unser Ziel ist es, die weiteren Bauabschnitte möglichst zügig umzusetzen, damit sich die Bauzeiten nicht unnötig in die Länge ziehen.“ Nach der Verlegung und Inbetriebnahme der neuen Trinkwasserleitung wird die bestehende Altleitung außer Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Auch in der Weinbergsiedlung stehen Arbeiten an: Dort werden die Trinkwasserleitungen erneuert. „Für die Bauarbeiten ist vor allem der enge Bauraum auf dem Mittelweg eine Herausforderung“, erklärt der Verbandsgeschäftsführer. Zusätzlich werden im Ortsteil Leipa rund 525 Meter Trinkwasserleitung sowie 28 Hausanschlüsse neu verlegt.

Mit der Verlegung einer neuen Verbindungsleitung zwischen Axien und Prettin wird die Versorgungssicherheit erhöht.
Foto: SPREE-PR/ Gückel
Versorgungssicherheit stärken
Darüber hinaus ist der Neubau einer Verbindungsleitung zwischen Axien und Prettin geplant, insgesamt 3.900 Meter. Einschränkungen für Anwohner sind hier nicht zu erwarten. „Mit dieser Maßnahme erhöhen wir gezielt die Versorgungssicherheit“, erklärt Giffey. Denn im Falle eines Leitungsschadens können wir so schneller reagieren und die Trinkwasserversorgung stabil halten.“ Alle geplanten Baumaßnahmen dienen der langfristigen Instandhaltung und Modernisierung der Infrastruktur. „Unser Ziel ist es, eine zuverlässige und sichere Wasserversorgung auch für die kommenden Jahre zu gewährleisten“, fasst WAZV-Geschäftsführer Thomas Giffey zusammen.
Für den WAZV „Bode-Wipper“ ist es ein Mammutprojekt, das bereits im vorherigen Jahr gestartet ist: die Baumaßnahme an der Ortsdurchfahrt L 72 in Neundorf. Die WASSERZEITUNG berichtete darüber in der Februar-Ausgabe 2025. Nach elf Monaten zieht WAZV-Geschäftsführer Andreas Beyer eine Zwischenbilanz.
Die Gemeinschaftsmaßnahme zwischen dem WAZV, der Stadt Staßfurt und der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB) umfasst unter anderem die Verlegung von 2.570 Meter Trinkwasserleitungen und die Installation von rund 90 Hausanschlüssen. „Es handelt sich um eines der größten zusammenhängenden Bauprojekte der vergangenen Jahre für unseren Verband“, sagt Andreas Beyer. Eine große Herausforderung ist der eng getaktete Zeitplan.
Eine unerwartete Schwierigkeit trat im Bauabschnitt zwischen Ortseingang Neundorf und der Rathmannsdorfer Straße auf. Dort wurden beim Neubau der Straßenentwässerung mehr Straßeneinläufe realisiert als ursprünglich vorhanden waren. Dadurch würde mehr Regenwasser in den Mischwasserkanal gelangen, der für diese Wassermengen nicht ausreichend dimensioniert wäre. In der Folge mussten vier Haltungen des Kanals ausgetauscht werden. Die Kosten übernimmt der LSBB. Dadurch entstand ein Zeitverzug von rund vier Wochen. Um die Erreichbarkeit für Anwohner und Gewerbetreibende zu verbessern, wurde der aktuelle Bauabschnitt nochmals unterteilt. „Wir befinden uns hier etwa bei der Hälfte des Abschnitts“, so Beyer.
Bauprojekt erfordert Flexibilität
Trotz dieser Herausforderung fällt das Gesamtfazit positiv aus. „Gemeinschaftsmaßnahmen erfordern immer Kompromisse, aber insgesamt verlief und verläuft die Zusammenarbeit mit der LSBB wie auch mit dem Ingenieurbüro und der Baufirma sehr gut“, betont Andreas Beyer. Finanziell ist das Bauprojekt bisher wesentlich günstiger als die Kalkulation ergeben hat. „Das wirkt sich für uns leider nicht nur positiv aus“, sagt Beyer und erklärt: „Aufgrund des günstigeren Ausschreibungsergebnisses dürfen wir rund 400.000 Euro an Fördermitteln nicht abrufen. Umso unverständlicher ist es für uns, dass eine andere, bereits zugesagte Maßnahme vom Land mit dem Hinweis auf fehlende Mittel nicht gefördert wird.“

Trotz unerwarteter Schwierigkeiten konnte der WAZV den ersten Bauabschnitt in Neundorf erfolgreich abschließen.
Foto: WAZV „Bode-Wipper”

Aufgrund der Baumaßnahmen ist die Ortsdurchfahrt Neundorf weiterhin gesperrt.
Foto: SPREE-PR/Wolf
