Notwendige Preisanpassungen im Tarifgebiet A
Alle zwei Jahre nimmt der HWAZ seine Gebühren für Trink- und Abwasser unter die Lupe. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten muss nun eine Anpassung vorgenommen werden. Ausgenommen davon ist der Bereich Winkel (Tarifgebiet B), wo bereits Anpassungen vorgenommen wurden. Für alle anderen Kunden bedeutet das: Seit Juli gelten neue Mengengebühren.

Das Trinkwasser vom HWAZ bleibt der perfekte Durstlöscher. Seine Qualität auf höchstem Niveau zu garantieren, darauf zielen die steten Investitionen des Verbandes. Foto: SPREE-PR/Petsch
Wie verändern sich die Gebühren fürs Trinkwasser?
Ein Kubikmeter kostete bisher 1,03 Euro (brutto). Seit Juli sind es 1,44 Euro (brutto). Die Grundgebühren blieben unverändert.
Was kostet zentral entsorgtes Schmutzwasser?
Hier stiegen die Gebühren von 2,91 auf 3,49 Euro pro Kubikmeter. Die Grundgebühren blieben auch in der Schmutzwassersparte unverändert.
Was kostet dezentral entsorgtes Schmutzwasser?
„Wer eine Sammelgrube hat, zahlt seit Juli 2026 deutlich mehr“, sagt der Verbandsleiter Tino Schmidt: Hier stiegen die Gebühren von 6,61 Euro auf 10,51 Euro je Kubikmeter. Für Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen stieg der Betrag auf 74,83 Euro je Kubikmeter.
Warum steigen die Gebühren?
Maßgeblich für diese Kalkulation sind die Einnahmen und Ausgaben aus dem Wirtschaftsplan. Die Einnahmen ergeben sich vordergründig aus den verkauften Mengen. Beispiele für Ausgaben sind Kosten geplanter Investitionen, Abschreibungen, Personalkosten sowie für den Betrieb von Netzen und Anlagen, Wartungen und Reparaturen. „Dieser Bereich ist nach wie vor von vielen Kostensteigerungen geprägt“, unterstreicht Tino Schmidt, der Verbandsleiter des Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes.
Ein anderer Punkt sind Nachkalkulationen. „Alle Preise und Gebühren werden auf Basis von Kalkulationen ermittelt, sind also Prognosen, ausgehend von den jeweils aktuellen Gegebenheiten.
Wie hoch Einnahmen und Ausgaben tatsächlich sind, ergibt sich erst im Nachhinein über die jeweiligen Jahresabschlüsse.“ Der Verband ist deshalb für jedes Jahr zu einer Nachkalkulation verpflichtet. „Diese weist zum Beispiel im Bereich Trinkwasser für die Jahre 2022 und 2023 eine Unterdeckung – also ein Minus – von rund 147.000 Euro aus. Im Schmutzwasserbereich fiel die Unterdeckung deutlicher aus, hier ergab sich für 2022/23 ein Minus von rund 424.000 Euro.“ Ursache dafür sind Kostensteigerungen, die seinerzeit in dieser Höhe nicht eingepreist wurden.
Als Wasserverband muss der HWAZ nach dem Prinzip der Kostendeckung arbeiten: Die Einnahmen aus den Wasserpreisen und Abwassergebühren müssen die Kosten für die entsprechenden Leistungen decken. Es geht also nicht darum, Gewinne zu erzielen, sondern die tatsächlichen Kosten dauerhaft zu finanzieren. Der Verband erhöht nicht, um mehr einzunehmen, sondern weil die Kosten für eine sichere und zuverlässige Wasserver- und Schmutzwasserentsorgung teils deutlich gestiegen sind und dies durch die bisherigen Preise nicht mehr zu decken ist.
„Uns ist bewusst, dass eine Preis- und Gebührenerh.hung für unsere Kundinnen und Kunden eine zusätzliche Belastung bedeutet. Deshalb haben wir die Entwicklung der Kosten sorgfältig geprüft und passen ausschließlich die Mengenpreise an. Die Grundgebühren bleiben unverändert.“ erläutert Tino Schmidt. „Unser Ziel bleibt klar: Trinkwasser in bester Qualität bereitzustellen und Schmutzwasser zuverlässig und umweltgerecht zu entsorgen – heute und auch für kommende Generationen.“

