Abwasser selbst klären?!
Bei einem Anschlussgrad von fast 90 Prozent wird der größte Teil des anfallenden Schmutzwassers im Verbandsgebiet zentral entsorgt. Über ein umfassendes Leitungssystem gelangt die Fracht schließlich in eines der fünf Klärwerke des Verbandes, um dort technisch aufwendig und von fachkundiger Hand begleitet vor der Überleitung in öffentliche Fließgewässer gereinigt zu werden.

Das Team der Klärwerker des HWAZ sorgt rund um die Uhr dafür, dass im Verbandsgebiet anfallendes Schmutzwasser wieder gereinigt wird. Foto: SPREE-PR/Gückel
Für Grundstückseigentümer im dünn besiedelten, ländlichen Raum, ohne geplanten Anschluss an die zentrale Abwasserentsorgung, kann eine Kleinkläranlage (KKA) eine sinnvolle Alternative zur abflusslosen Grube sein. Und zwar dann, wenn ein Grundstück neu bebaut oder eine vorhandene Grube saniert beziehungsweise modernisiert werden soll. Kleinkläranlagen, die das häusliche Abwasser gleich vor Ort reinigen, können dort Sinn ergeben, wo dezentral entsorgt wird und wo künftig kein Abwasserkanal geplant ist.
Was sind Kleinkläranlagen?
KKA sind effiziente und umweltfreundliche Mini-Klärwerke für Abwassermengen, die im privaten Bereich anfallen. Sie können täglich bis zu acht Kubikmeter Abwasser aufbereiten, in lokale Gewässer einleiten beziehungsweise auf dem eigenen Grundstück versickern lassen. Zu beachten ist, dass sie im Allgemeinen nicht in Trinkwasserschutzzonen eingebaut werden dürfen, Ausnahmen unterliegen entsprechenden Bedingungen.
Wie funktionieren sie?
Das Abwasser aus Dusche, WC und Co. fließt im Gefälle durch ein Rohrsystem zur Kleinkläranlage auf dem Grundstück. In einem ersten Reinigungsschritt (Vorklärung) werden Grobstoffe wie WC-Papier zurückgehalten. Der dabei entstehende sogenannte Fäkalschlamm muss regelmäßig abgefahren werden. In der nachfolgenden (biologischen) Reinigungsstufe wird das Abwasser – je nachdem, welche Technologie die Kleinkläranlage nutzt – in Kammern oder einem Pflanzenbeet biologisch gereinigt.
Bei Kammersystemen wird das geklärte Abwasser in einer Nachklärphase beziehungsweise in einer Sedimentationskammer vom Belebtschlamm (den guten Bakterien, die das Abwasser reinigen) getrennt. Anschließend kann das gereinigte Abwasser in ein Gewässer eingeleitet oder auf dem eigenen Grundstück versickert werden. Die Nutzung als Brauchwasser für die Bewässerung des eigenen Gartens ist nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Der anfallende Schlamm aus der Vorklärung und ggf. dem Reaktor muss bedarfsgerecht vom HWAZ abgeholt werden. Gut zu wissen: Die meisten Kleinkläranlagenbetreiber benötigen eine einzige Entsorgung pro Kalenderjahr.

