Wolgast im Wandel: „Wir bieten viel“
Wolgast hat im Sommer viel zu bieten und plant noch mehr. Bürgermeister Martin Schröter über Stadtentwicklung, die größte Zügelgurtbrücke Europas und die Vision einer Stadt mit eigenem Profil.

Der Baubeginn der Zügelgurtbrücke wurde von Land und Stadt zelebriert als bedeutendes Bauprojekt. Foto: ZV Festland Wolgast
Herr Schröter, was macht Wolgast im Sommer so attraktiv?
Martin Schröter: Wir bieten viel: Die historische Altstadt und unser Stadthafen laden zum Bummeln ein. Es gibt unseren Tierpark und die Hafenfestspiele der Vorpommerschen Landesbühne.
Wolgast ist Stadt der Romantik und Geburtsort von Philipp Otto Runge.
Ja, wir wollen Wolgast als Stadt der Romantik bekannt machen. Die weitgehend original erhaltene historische Altstadt ist ein Alleinstellungsmerkmal. Gäste können die Lebenswelt von Philipp Otto Runge erleben und die Ursprünge der Romantik spüren. 2027 feiern wir den 250. Geburtstag von Runge.

Wolgasts Bürgermeister Martin Schröter. Foto: ZV Festland Wolgast
Und die neue Zügelgurtbrücke über den Peenestrom ist die größte in Europa.
Der Bau ist einer der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Region. Die neue Ortsumgehung und die Brücke werden die Stadt entlasten, die Lebensqualität verbessern.
Der Bau bringt auch Einschränkungen.
Wir wollen die Belastungen so gering wie möglich halten. Die neue kommunale Straße führt den Baustellenverkehr. Die Wohn- und Innenstadtgebiete werden entlastet. Für den öffentlichen Verkehr geben wir die Straße nach Fertigstellung der Brücke frei.
Im Sanierungsgebiet Fischerwiek sehen Gäste schon jetzt, wie sich Wolgast entwickelt.
Ja, das ist ein langfristig angelegtes Stadtentwicklungsprojekt. Wir haben mehrere Straßen grundlegend saniert und mittlerweile einen Sanierungsträger ausgeschrieben, um die kommenden Projekte zu realisieren. Denn wir wollen die Städtebaufördermittel weiterhin optimal einsetzen.
Wie binden Sie die Menschen in den Prozess ein?
Gemeinsam mit dem Sanierungsträger möchten wir die Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Ein gelungener Auftakt war der Tag der Städtebauförderung im Mai. Wir möchten das Formate regelmäßig anbieten und die Menschen in den Entwicklungsprozess einbeziehen.
Wie soll sich Wolgast in den nächsten fünf Jahren entwickeln?
Meine Vision: eine Entlastung durch die Ortsumgehung. Keine Staus. Die Brückenöffnungen sind maritime Highlights. Die Entwicklungen rund um den Energie- und Industriestandort Lubmin wirken sich gut auf unsere Region aus. Die neue Verkehrsanbindung und kürzere Lieferzeiten stärken Unternehmen. Mehr Betriebe siedeln sich an und bestehende wie die Peene-Werft wachsen und schaffen Jobs. Der Hafen etabliert sich stärker für die Naherholung und die maritime Identität. Wir betonen unsere kulturellen Alleinstellungsmerkmale mit Philipp Otto Runge und unserem Tierpark.
Wolgast wird als eigenständiges Reiseziel wahrgenommen. Das sind ambitionierte, aber durchaus realistische Ziele.
Wie sehen Sie die Arbeit des Zweckverbandes als stellvertretender Vorsteher?
Ich freue mich über die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Wir haben viele Projekte erfolgreich umgesetzt. Die Zusammenarbeit spart Zeit, bündelt Kompetenzen und ermöglicht wirtschaftliche Lösungen. Das zeigt das Sanierungsgebiet.

