Skip to main content

Trinkwasser von Ihrem Wasserverband:

Eine gute Wahl gegen den Durst

Es liefert dem Körper wichtige Flüssigkeit, ist kalorienfrei und enthält, je nach Region, wertvolle Mineralstoffe: unser Leitungswasser ist ein hochwertiges Lebensmittel, das in Deutschland strengen Kontrollen unterliegt und regelmäßig auf seine Qualität geprüft wird.

Viel Wasser trinken heißt es auch in diesem Sommer, Leitungswasser ist eine gesunde Erfrischung. Im Unterschied zu Brunnenwasser wird das Wasser aus dem Hahn sorgfältig überprüft und muss vor der Nutzung viele Grenzwerte einhalten. Foto: SPREE-PR/Wolf

Frisches Leitungswasser ist deutlich günstiger als Mineralwasser. Ein Liter Leitungswasser kostet mit Grundgebühren circa einen Cent während ein Liter Mineralwasser je nach Marke und Angebot meist zwischen 30 Cent und einen Euro kostet. Damit ist Mineralwasser wesentlich teurer als Leitungswasser.
Trinkwasser aus der Leitung ist umweltfreundlich, da keine Plastikflaschen benötigt und lange Transportwege vermieden werden. Dann gibt es aber noch das Brunnenwasser. Dieses wird manchmal in privaten Haushalten zum Gießen, für die Toilettenspülung und zum Wäschewaschen genutzt. In der Landwirtschaft und in Gartenbaubetrieben kommt es beim Bewässern zum Einsatz. In einigen Fällen dient es aber auch zur Trinkwasserversorgung. Doch hier lauert die Gefahr, denn Brunnenwasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede und die Experten kommen zu Wort.

Trinkwasser im Vergleich zu Brunnenwasser – Wo liegen die Unterschiede?

Fakten zum Trinkwasser

Trinkwasser ist Wasser, das die Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung erfüllt. Es darf keine gesundheitsschädlichen Stoffe oder Keime in bedenklichen Mengen enthalten. Trinkwasser kann stammen aus: Grundwasser, Quellen, Uferfiltrat, Talsperren, aufbereitetem Oberflächenwasser. Es wird von Ihrem Wasserversorger aufbereitet und überwacht.

Fakten zum Brunnenwasser

Brunnenwasser ist Grundwasser, das über einen künstlichen Schacht oder Bohrungen an die Oberfläche gefördert wird. Es wird oft nicht regelmäßig kontrolliert und ist nicht automatisch Trinkwasser. Erst wenn das Brunnenwasser die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt, gilt es rechtlich als Trinkwasser. Brunnenwasser kann Belastungen enthalten, z. B.: Bakterien (u. a. durch Tierkot), Nitrat aus Landwirtschaft, ­Eisen oder Mangan, Pestizid­rückstände oder andere Schadstoffe. Ob Brunnenwasser als Trinkwasser geeignet ist, lässt sich nur durch eine Laboranalyse feststellen.

Trinkwasser wird streng kontrolliert. Das sagt der Laborexperte:

„Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV)…

…gibt vor, in einem Versorgungsgebiet zwischen 90 und ca. 130 Parameter mit Grenzwertbewertung in einem mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Rhythmus und in einer definierten Anzahl pro Jahr zu untersuchen. Die Spannweite ist abhängig von der Anzahl untersuchter Pflanzenschutzmittel sowie deren Metabolite bzw. Abbauprodukte in einem Wasserversorgungsgebiet. Für die Öffentlichkeit interessante Parameter sind seit vielen Jahren Coliforme Bakterien, Blei, Legionellen; gegenwärtig die neue Parametergruppe PFAS (künstliche Industriechemikalien mit extremer Langlebigkeit). Mit der Novellierung der TrinkwV im Jahr 2023 sind neue Qualitätsparameter wie z. B. Chlorit, Chlorat, Halogenessigsäuren, Bisphenol A, PFAS, somatische Coliphagen und Microcystin-LR verpflichtend zu untersuchen. Es kam zu einer Verschärfung bei den Grenzwerten für Blei, Chrom und Arsen. Die Einführung der Risikobewertung und des Risikomanagements für die komplette Versorgungskette vom Einzugsgebiet bis zur Übergabestelle an den Verbraucher muss bis 2029 abgeschlossen sein und mit den Wasserbehörden und Gesundheitsämtern abgestimmt werden. Je nach Parameterauswahl kann eine Analyse von der reinen Analytik, über die Auswertung bis zum Endergebnis einschließlich aller Qualitätssicherungsmaßnahmen von einem Tag für einige wenige mikrobiologische Parameter bis zu 14 Tage für einen vollständigen Parametersatz nach TrinkwV an Arbeitszeit beanspruchen.“

Dr. René Frömmichen
Dr. René Frömmichen, Leiter Trinkwasser­labor der Trinkwasserversorgung ­Magde­burg GmbH/zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstelle ­Sachsen-Anhalt Foto: privat

Das sagen die kommunalen ­Wasserversorger:

„Der WAZV ‚Bode-Wipper‘ bezieht durchschnittlich 2,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr von der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH aus der Colbitz-Letzlinger Heide. Rund 15.900 Haushalte werden von uns beliefert. Beim Thema Brunnenwasser ist es ein offenes Geheimnis, dass es Grundstückseigentümer gibt, die Eigenversorgungsanlagen haben und nutzen. Werden damit aber abwasserrelevante Einrichtungen genutzt, z. B. WC-Spülung, Dusche oder Waschmaschine, sind diese Mengen separat zu erfassen und Gebühren zu entrichten. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um eine Abgabenhinterziehung und Gebühren müssen nachberechnet werden.“

Andreas Beyer
Andreas Beyer,­ Verbands­geschäftsführer des WAZV „Bode-Wipper“ Foto: WAZV

„Der WAZV ‚Elbe-Elster-Jessen‘ gewinnt das Trinkwasser für rund 9.500 Haushalte aus Grundwasser. Dieses wird in den drei Wasserwerken des Verbandes in Jessen, Groß Naundorf und Mark Zwuschen aufbereitet. Leider gab es im Jahr 2025 Irritationen bei den Bürgern nach Pressemeldungen zur Analyse von Brunnenwasser bei Grundstücksbesitzern in der Region: Eine bundesweit agierende unabhängige Gewässerschutz-Initiative hatte Brunnenwasser auf Rückstände untersucht. Hier wurden leider falsche Rückschlüsse auf die Qualität von Grundwasser gezogen und Menschen verunsichert. Trinkwasser von uns regionalen Versorgern hat immer beste Qualität.“

Thomas Giffey
Thomas Giffey, Verbandsgeschäftsführer des WAZV ­„Elbe-Elster Jessen“ Foto: SPREE-PR/Petsch

Für die Bereitstellung von frischem Trinkwasser arbeiten alle kommunalen Wasserversorger tagtäglich unter anderem mit diesen Vorschriften: Trinkwasser­verordnung, EU-Trinkwasserrichtlinie, Infektionsschutzgesetz, Landeswassergesetz, außerdem mit einer Reihe von DIN-Normen, z. B.: DIN EN ISO 5667