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Die Toilette ist keine Mülltonne

Kennen Sie das? Nach dem Essen bleiben ein paar Nudeln übrig. Der Griff zur Toilette wirkt bequem – einmal spülen und weg. Welche Folgen das haben kann, zeigte sich kürzlich auf der Kläranlage in Wulfersdorf und in der Wittstocker Altstadt.

Kleine Reste? Große Folgen! Haben Fette und Essensreste Kanäle erst einmal zugesetzt, ist eine Menge Einsatz gefragt, um die Verstopfung zu beseitigen. So wie hier, am 10. Mai in Wittstock. Foto: WAV Wittstock

Dort staunten die Mitarbeiter der Kläranlage nicht schlecht, was sich alles im Spiralrechen angesammelt hat: Kartoffeln, Oliven, Paprika und viele andere Essensreste. „Das hat in der Toilette nichts zu suchen“, unterstreicht der Abwassermeister Thomas Hirthe.

Aus gutem Grund: Alles, was dort hinuntergespült wird, landet erst im Kanalnetz und später auf der Kläranlage – und kann an beiden Stellen erheblichen Schaden anrichten. Besonders Fett, Soßen oder stärkehaltige Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln und Nudeln können sich festsetzen und mit der Zeit dicke Ablagerungen bilden. Ergebnis: Das Wasser fließt schlechter ab, Rohre verstopfen, und im schlimmsten Fall kommt es zu Rückstau im Haus oder auf der Straße.

So geschehen am 10. Mai in Wittstock. An jenem Sonntag wurden die Kollegen vom Bereitschaftsdienst zu einem verstopften Kanal im Bereich Auf der Freiheit/Burgstraße/Kyritzer Straße gerufen. „Bei einem Hauseigentümer hatte sich das Schmutzwasser bereits zurückgestaut und ist im Keller ausgetreten. Ursache für die Verstopfung waren große Fett–ablagerungen im Kanal, die zwei Tage lang sehr aufwendig aus dem Kanal herausgespült werden mussten“, erläutert Andy Thierbach. „Das kostet Energie, Zeit und Geld.“ Kosten, die am Ende alle Kunden tragen.

Was gehört wohin? Essensreste: Biotonne oder Kompost.  Flüssige Fette: in einem Behälter sammeln oder im Restmüll entsorgen. Medikamente: Restmüll Feuchttücher: Restmüll Hygieneartikel wie Damenbinden: Restmüll Farben, Lacke: Sondermüll/Schadstoffmobil Zigaretten: Restmüll

Anlagen wie Spiralrechen sind dafür gebaut, Abwasser zu reinigen, nicht Küchenabfälle zu verarbeiten. Foto: WAV Wittstock

Hinzu kommt auch noch ein anderes Problem, das viele nicht sehen: Essensreste locken Ratten an! „In der Kanalisation finden die Tiere dadurch eine ideale Nahrungsquelle. Auch deshalb gehören Essensreste und Fette nicht in den Ausguss oder die Toilette!“

Die Verstopfung in Wittstock zeigt auch, wie wichtig eine Rückstausicherung ist: Sie verhindert, dass angestautes Abwasser zurück ins Gebäude drängt und Räume im Keller oder Souterrain unter Wasser setzt. „Wir empfehlen daher allen Hauseigentümern, die Räume unterhalb der Rückstauebene haben, auf eine entsprechende Sicherung zu achten. In der Regel kann sie auch nachgerüstet werden.“