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Neustart am Trinkwassernetz

Rosenwinkel erhält neue Wasserleitung und Hausanschlüsse / Baubeginn: Mai 2027

Damit Trinkwasser zuverlässig im Haus ankommt, braucht jedes Grundstück einen Hausanschluss. Mancherorts sind die Anschlüsse sehr alt und müssen erneuert werden. Ein Beispiel ist Rosenwinkel.

Trinkwasserleitungen und Hausanschlüsse liegen verborgen unter der Erde. In Rosenwinkel wird dieser unsichtbare Schatz der Wasserversorgung 2027 auf einer Länge von 2,5 Kilometern erneuert. Foto: SPREE PR/Kuska

Ein Hausanschluss verbindet die öffentliche Trinkwasserleitung in der Straße mit dem Haus. Vereinfacht gesagt ist er die Wasserleitung zum Haus. In Rosenwinkel sind die Trinkwasserleitung und viele Hausanschlüsse inzwischen 47 Jahre alt. Das macht sich bemerkbar: „In den vergangenen Jahren kam es hier regelmäßig zu Rohrbrüchen“, berichtet Trinkwassermeister Andy Neumann-Hess.

Um die alten Leitungen zu entlasten, hat der Verband schon 2020/2021 einen Druckreduzierungsschacht errichtet. „Damit haben wir den Wasserdruck im Ortsnetz leicht abgesenkt. Die Zahl der Rohrbrüche ging daraufhin auch deutlich zurück. 2025 häuften sie sich jedoch wieder. Ursache: Die Weichmacher sind nach über 40 Jahren aus den alten PVC-Leitungen entwichen. Die Rohre werden spröde und deutlich anfälliger für Druckschwankungen. Deshalb bekommt Rosenwinkel nun eine neue Trinkwasserleitung.“

Die Grafik zeigt alle Rohrbrüche seit 2019 und wie viele davon auf Hausanschlüsse (HA) entfielen. Stand der Werte für 2026: April. Grafik: SPREE-PR

Individuelle Prüfungen

In diesem Zusammenhang werden auch alle Hausanschlüsse kontrolliert und gegebenenfalls erneuert. Das sorgt unter den Anwohnern für Verunsicherung. Sie fragen sich, welche Kosten nun auf sie zukommen. „Je nach Lage und Aufwand variieren die durchschnittlichen Kosten pro Hausanschluss und können daher nicht pauschal benannt werden.“ Das hat im Wesentlichen zwei Gründe, erläutert Trinkwasser-Technikerin Jennifer Witzschke: „Zum einen schauen wir uns jeden einzelnen Hausanschluss an. Dazu prüfen unser Ingenieur und Trinkwassermeister, wie die Leitung ins Haus eingeführt wird und in welchem Zustand sie sich befindet. Natürlich spielt auch eine Rolle, ob ein Hausanschluss zwischenzeitlich schon einmal erneuert wurde. Erst nach dieser Prüfung wissen wir, wie viele der rund 60 Hausanschlüsse tatsächlich erneuert werden müssen.“

Genaue Zahlen im Frühjahr

Grund zwei ist: „Die Bauleistungen sind noch nicht ausgeschrieben. Deshalb haben wir auch noch keine Angebote dafür. Genaue Summen können wir erst nennen, wenn die Ausschreibung durch ist und die Baumaßnahme startet. Dies wird voraussichtlich erst im zeitigen Frühjahr 2027 sein.“

Derzeit befindet sich die Baumaßnahme in der Planungsphase. Der erste Planungsentwurf soll Ende September vorliegen. Danach erhalten Träger öffentlicher Belange Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Träger öffentlicher Belange sind zum Beispiel die Kommune, Naturschutzbehörden, die Verkehrsbehörde, die Straßenbaulastträger und die Edis. Anschließend wird der Planungsentwurf entsprechend der eingehenden Hinweise überarbeitet. Erst dann können die Bauleistungen ausgeschrieben werden. „Sobald das Ergebnis der Ausschreibung feststeht, wir also konkrete Zahlen kennen, senden wir allen betroffenen Eigentümern ein Schreiben mit einer Kostenannahme zu. Das ist eine Info über die voraussichtlichen Kosten. Ergänzend dazu wird es eine öffentliche Info-Veranstaltung geben. Sowie ein Angebot für individuelle Gespräche.“

Baubeginn soll Mai 2027 sein. „Die Bauzeit wird voraussichtlich rund sechs Monate betragen.“ Andy Thierbach geht davon aus, dass die Baufirmen ihre Leistungen frühestens zum Jahresende 2027 beim Verband abrechnen werden. „Erst nach Prüfung der Schlussrechnung gehen die Kostenbescheide an die Kunden raus.“ Grundlage dafür ist Paragraf 2 der Kostenerstattungssatzung.

Leitungen und Anschlüsse unter der Erde sieht man nicht. 

Deshalb geraten sie schnell in Vergessenheit. Sie gehören jedoch zum Haus wie das Dach, die Heizung oder die Terrasse. 

Der Zweckverband empfiehlt Eigentümern deshalb, auch für Hausanschlüsse langfristig Rücklagen zu bilden. Darüber hinaus rät der WAV, Wasserzähler regelmäßig zu kontrollieren, um etwaige Schäden rechtzeitig zu erkennen. „Dreht sich der Zähler weiter, obwohl im Haus kein Wasser genutzt wird, kann das ein Hinweis auf einen versteckten Rohrbruch – zum Beispiel in der Hausinstallation – sein.“