Ausbildung mit Zukunft
Fachkräfte – sie werden auch in der Wasserwirtschaft händeringend gesucht. Der WAV geht deshalb seit vielen Jahren einen konsequenten Weg: Er bildet selbst Nachwuchs aus.

Während seiner Ausbildung erhält Ole tiefe Einblicke in die Technik hinter der Abwasserentsorgung – so wie hier, an der Trommel für die Klärschlamm-Zentrifuge. Foto: SPREE PR/Kuska
Wussten Sie, dass in Ihrer Abwasserentsorgung eine Menge Handarbeit steckt? Für Ole Kappel gehört sie – neben dem Labor – zu den schönsten Seiten seiner Ausbildung zum Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung. Ole steht in einer Halle auf der Kläranlage Wittstock. Vor ihm liegt der Trommeldeckel. Er ist Teil einer Zentrifuge, die den anfallenden Klärschlamm eindickt und entwässert. Damit die Zentrifuge reibungslos arbeitet, wird sie alle zwei Jahre auseinandergebaut und gereinigt. Oles Aufgabe dabei: mit einem Spachtel Wasserstein und Verockerungen lösen. „Später kommt noch ein Kärcher zum Einsatz.“
Ole ist einer von aktuell zwei Azubis: Im Trinkwasserbereich bildet der Verband einen weiteren Lehrling zum Umwelttechnologen für Wasserversorgung aus. Beide starten im Sommer bereits ins dritte Lehrjahr. „Im August kommt im Trinkwasser noch ein neuer Auszubildender hinzu“, sagt Verbandsgeschäftsführer Andy Thierbach.
Die Ausbildungen dauern jeweils drei Jahre und finden beim WAV, an der Berufsschule in Schwedt und in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum in Neubrandenburg statt.
Stellt man sich das Ausbildungskonzept des Verbands bildlich vor, so gleicht jede Lehrstelle einem Puzzleteil. Es sind Teile, die genau in die Lücken passen, die in den kommenden Jahren im Gesamtbild entstehen, weil Mitarbeiter altersbedingt aus dem Team ausscheiden. „Wir bilden nach konkretem Bedarf aus.“
Neben der klassischen Ausbildung bietet der Zweckverband jungen Leuten auch einen akademischen Weg an: den dualen Studiengang Siedlungswasserwirtschaft. Das ist ein Bachelorstudium an der Fachhochschule Potsdam. Es bereitet Studierende darauf vor, wasserwirtschaftliche Bauvorhaben im Umfeld von Siedlungen zu planen und umzusetzen. Ob es dafür Interessenten gibt, das hat der Verband vorab über ein sogenanntes Interessensbekundungsverfahren ausgelotet. „Im Moment befinden wir uns mitten in der Bewerbungsphase“, sagt Andy Thierbach. Ein Ergebnis stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. Studienbeginn wäre 2027/28. „Vorher müsste der angehende Student ein vergütetes Vorpraktikum machen.“