Das Geld liegt im Boden
Rohre rosten, Leitungen altern, Pumpen verschleißen. Was niemand sieht, kostet trotzdem viel Geld. Beim ZV Wismar stecken 76 Prozent des gesamten Anlagevermögens im Trinkwasserbereich unter der Erde, im Abwasserbereich sind es 65 Prozent. Das ist kein Problem. Es ist die Realität jeder modernen Wasserversorgung. Entscheidend ist, wie konsequent in dieses unsichtbare Vermögen investiert wird.

Der imposante Bau des Abwasserpumpwerks in Proseken. Foto: ZVWis
Bundesweit liegt die sogenannte Netzerneuerungsrate, also der Anteil des Leitungsnetzes, der pro Jahr erneuert wird, bei durchschnittlich 0,4 Prozent. Der ZV Wismar liegt deutlich darüber. Im Trinkwasserbereich wurden in der Vergangenheit im Mittel 1,13 Prozent des Netzes pro Jahr erneuert. Für die kommenden zehn Jahre sind sogar 2,3 Prozent pro Jahr geplant. Das 784 Kilometer lange Trinkwassernetz und das 471 Kilometer lange Schmutzwasserkanalnetz werden Jahr für Jahr systematisch instand gehalten. Nicht reaktiv, wenn etwas bricht, sondern planmäßig und kontinuierlich.
Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet
Seit der Gründung des ZV Wismar im Jahr 1991 bis 2023 wurden im Trinkwasserbereich rund 54 Millionen Euro Anlagevermögen aufgebaut, im Schmutzwasserbereich sogar rund 106 Millionen Euro. Zahlen, die zeigen: Hier wurde nicht am falschen Ende gespart.
Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) schätzt, dass deutschlandweit zwischen 2025 und 2044 rund 10 Milliarden Euro in die Erhaltung von Ver- und Entsorgungsstrukturen investiert werden müssen. Das entspricht etwa 10.000 Euro pro Kopf über diesen Zeitraum. Auch beim ZV Wismar sind in den kommenden Jahrzehnten umfangreiche Investitionen notwendig.
Die Strategie dabei ist klar: Investitionen verstetigen, Substanz erhalten, Gebühren perspektivisch auskömmlich für unsere Kundinnen und Kunden halten – unabhängig von kurzfristigen politischen Vorgaben. Dafür arbeitet der Zweckverband Wismar eng mit den Verbandsmitgliedern zusammen, informiert transparent und bindet sie frühzeitig in konzeptionelle Planungen und Vorhaben ein. Denn die Zukunft der Wasserver- und -entsorgung lässt sich nur gemeinsam zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger gestalten.