In Kirchdorf wird die Kläranlage energetisch modernisiert
Wer im Sommer nach Kirchdorf auf die Insel Poel fährt, trifft auf eine der beliebtesten Küstenregionen Mecklenburg-Vorpommerns. An Spitzentagen kommen bis zu 11.000 Tagesgäste, Urlauber, Radfahrer. Was die wenigsten wissen: Damit das Schmutzwasser gereinigt und das saubere Wasser wieder in die Natur zurückgeführt werden kann, arbeitet im Hintergrund eine Kläranlage, die seit dem Jahr 2000 ihren Dienst tut. Jetzt wird sie fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht.

Andy Zimmermann kennt die Kläranlage Kirchdorf als Fachkraft für Abwassertechnik zu allen Jahreszeiten. Foto: ZvWis
Von 2026 bis 2028 saniert der Zweckverband Wismar die Kläranlage Kirchdorf grundlegend. Geplante Investitionssumme: 1,46 Millionen Euro. Das Geld fließt in die Erneuerung zentraler Anlagenteile, damit die Anlage auch künftig zuverlässig arbeitet, egal ob im Hochsommer mit tausenden Gästen oder in den ruhigen Wintermonaten, wenn die Einwohnerzahl auf rund 1.000 Menschen sinkt.
Von Spitzenlast bis Winterruhe
Genau das ist die besondere Herausforderung in Kirchdorf: Die Kläranlage muss einen extremen Belastungswechsel bewältigen. Im Sommer läuft sie auf Hochtouren, im Winter fließt deutlich weniger Abwasser durch die Becken. Für die Bakterien, die im sogenannten SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor – ein Verfahren, bei dem Abwasser in Schüben biologisch gereinigt wird) die Reinigungsarbeit übernehmen, ist das eine echte Herausforderung. Sie brauchen stabile Bedingungen, um effizient zu arbeiten.
Bakterien bei Laune halten
Die Steuerungstechnik der Anlage überwacht rund um die Uhr, dass die Mikroorganismen die richtigen Mengen an Sauerstoff und Nährstoffen bekommen – auch wenn sich die Zulauffrachten von Woche zu Woche drastisch verändern.
Das gereinigte Abwasser wird anschließend so aufbereitet, dass es den gesetzlichen Anforderungen der Abwasserverordnung entspricht und bedenkenlos in die Umwelt eingeleitet werden kann. Für eine Insel wie Poel, die in der Ostsee liegt, ist das kein Detail, sondern eine Grundvoraussetzung für den Tourismus und die Lebensqualität der Einheimischen.
Mit der Sanierung sichert der ZV Wismar nicht nur den laufenden Betrieb. Er investiert in eine Infrastruktur, die man kaum wahrnimmt, aber immer braucht.