Skip to main content
Investition

Verband baut alte Kläranlage zurück

Der Zweckverband steht in diesem Jahr vor Investitionen von insgesamt knapp 36 Millionen Euro. Der Großteil davon entfällt auf die Sanierung oder den Neubau von Leitungen und Anlagen. Manchmal steckt hinter den einzelnen Posten aber auch ein Rückbau. Ein Beispiel ist die alte Kläranlage in Bansin.

Die beiden Speicherbecken und das dazugehörige Pumpwerk haben ihre Zeit schon lange hinter sich. Von hier aus wurde einst das Abwasser zur Verrieselung auf den Feldern in den Raum Benz/Sellin gepumpt. Jetzt werden die Anlagen zurückgebaut. Foto: ZV Usedom

Aus alt macht neu: Das gilt auch an der Kläranlage in Zinnowitz. Ihre Erweiterung liegt im Zeitplan und ist ebenfalls Teil des Investitionsplans für 2026. Foto: ZV Usedom

Wenn Jana Hardt den Investitionsplan für 2026 aufruft, dann steckt darin eine Menge Zukunft: Die Kläranlage in Zinnowitz wappnet sich einer Erweiterung vor zunehmenden Abwassermengen. Orte wie Gothen oder Stolpe sollen Schritt für Schritt ans Abwassernetz angeschlossen werden. Netze für Trink- und Abwasser werden neu geordnet, neue Überleitungen errichtet. Um nur einige Beispiele zu nennen. „Im Bereich Trinkwasser planen wir Investitionen von 10,2 Millionen Euro. Im Bereich Abwasser liegen wir bei rund 25,6 Millionen Euro“, so die Sachbearbeiterin für Planung und Investition.

An manchen Stellen bedeutet investieren dabei auch: auf Vergangenes zu blicken. Zum Beispiel auf die alte Kläranlage in Bansin. Sie ist längst außer Betrieb. Das Abwasser, das hier anfiel, fließt seit 2011 über eine Druckleitung zur Kläranlage nach Swinemünde. Auf dem Gelände in Bansin erinnern bis heute noch kleine Gebäude, ehemalige Becken und Teiche an frühere Zeiten. „Ein Drittel des Geländes befindet sich auf einem Grundstück der Forst. Dieses Grundstück werden wir komplett räumen. Es geht dann an die Forst zurück und soll renaturiert werden.“ Das Grundstück des Zweckverbands wird neu eingezäunt. „Alle Becken, Kammern, Schächte und Hohlräume werden sorgsam und fachgerecht verfüllt.“ Die Gebäude werden auf beiden Grundstücken komplett zurück gebaut.

Nun holt sich die Natur das Areal Stück für Stück zurück. Die Maßstäbe dafür legt ein artenschutzrechtliches Gutachten fest. Dazu hat ein zertifizierter Sachverständiger viele Wochen lang untersucht, welche Tiere auf dem Areal ihren Lebensraum haben. Im Ergebnis muss der Verband dafür sorgen, dass diese Lebensräume erhalten bleiben bzw. nach dem Rückbau wieder hergestellt werden. „Zu den Naturschutzauflagen gehören zum Beispiel eine Jagdkanzel für Fledermäuse, eine Hecke für die Dorngrasmücke, ein Ersatzlaichgewässer für Teichfrösche sowie Steinhaufen für Eidechsen“, zählt Jana Hardt auf. Alles in allem ist der Rückbau mit 600.000 Euro im Investitionsplan eingepreist. Eine Investition, die sich zwar auf die Arbeit des Verbands in der Vergangenheit bezieht, im Hinblick auf Natur- und Umweltschutz aber ein Beitrag für die Zukunft ist.

Für 2026 listet der Investitionsplan beim Trink- und Abwasser zusammen knapp 60 Maßnahmen auf. Bei manchen beginnt der Verband erst einmal mit der Planung, andere sind schon mitten in der Bauausführung. Eine Übersicht mit Beispielen für aktuelle Vorhaben finden Sie in nebenstehender Tabelle.