Klein, aber nicht fein – Mikroplastik ist fast überall
Sie befinden sich in der Luft, im Wasser und in den Böden – Kunststoffpartikel mit einem Umfang kleiner als 5 mm, auch Mikroplastik genannt. Zahlreiche Studien belegen, dass ihre Konzentration in unserer Umwelt teilweise alarmierend ist. Doch was ist Mikroplastik und wo kommt es her? Was wissen wir über seine Folgen für Mensch und Umwelt?
Der Mensch fügt der Umwelt viele Leiden zu. Auch die “Verpestung” mit Mikroplastik schadet Mensch und Tier gleichsam auf immense Weise.
Dennoch sollte man nichts unversucht lassen, der weiteren Ausbreitung von Mikroplastik entgegenzusteuern.
Grafik: SPREE-PR/Schulze
Seit den 1950er Jahren ist der weltweite Verbrauch von Kunststoff rapide gestiegen, in der Industrie wird er als Granulat für die Herstellung unzähliger Produkte und Verpackungen genutzt. Aber: Kunststoff wird von der Natur nicht abgebaut. Er zerfällt durch Witterungsverhältnisse in immer feinere Teilchen – in sogenanntes sekundäres Mikroplastik. Wird Mikroplastik aufgrund seiner Eigenschaften gezielt verarbeitet, dann ist von primärem Mikroplastik die Rede. In der Kosmetikindustrie kommt es aufgrund seiner Reibungseigenschaften als feines Granulat in Zahnpasta oder Peelings zum Einsatz und landet nach der Nutzung direkt in unserem Abwasser. Der Großteil der weltweiten Mikroplastik-Emission gelangt über Umwege in die Natur: durch Plastikflaschen, Medizinprodukte, als Reifen- und Schuhabrieb oder beim Waschen synthetischer Textilien.
Kein Entrinnen
Im September 2023 hat die EU den Zusatz von primärem Mikroplastik in vielen Produkten, wie zum Beispiel Kosmetika, losem Glitter, Spielzeug, stark beschränkt. Mittlerweile wurde Mikroplastik in allen Regionen und allen Ökosystemen der Erde nachgewiesen, in zahlreichen Lebensmitteln, Getränken, sogar in menschlichen und tierischen Organen und Geweben. Wir nehmen es über die Luft auf, über Getränke und Lebensmittel. Noch fehlt es laut Bundesumweltamt an gesicherten Daten, wie viel Mikroplastik Menschen genau aufnehmen. Klar ist aber, dass es mittlerweile in fast allen menschlichen Organen und Geweben nachweisbar ist.
Helfen Sie mit!
Was können die Abwasserentsorger tun? Untersuchungen zeigen, dass Klärwerke zwar weit über 90 Prozent des Mikroplastiks, aber eben nicht alles aus dem Abwasser filtern können. Es kommt also auch hier auf jeden Einzelnen an! Als Verbraucher kann man wieder mehr auf Glasflaschen und Einmachgläser setzen, Stoffbeutel statt Tüten nutzen und so Plastikmüll reduzieren. Das ist nicht neu, das haben wir früher schon hinbekommen.
Eines ist aber klar: Ohne eine gesamtgesellschaftliche Strategie, an der sich vor allem auch Industrie und Wirtschaft beteiligen, wird man der Problematik nicht Herr werden. Bisher stehen die Abwasserentsorger, und damit die Kommunen, allein mit dem Problem da – und auch mit den Kosten. Am Ende zahlt der Bürger die Rechnung im doppelten Sinne, mit seinem Geld und vielleicht sogar seiner Gesundheit.


