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Hotline 033203 345-200

Die MWA-Notfallnummer ist nicht für jedes Wasserproblem zuständig

Braunes Wasser aus dem Hahn, plötzlich zu wenig Druck auf der Leitung oder eine Toilette, die nicht mehr abläuft – Störungen rund ums Wasser kommen meist unerwartet. In solchen Momenten greifen viele Menschen sofort zum Telefon und wählen die Notfallnummer der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH (MWA). Schließlich ist dort rund um die Uhr jemand erreichbar.

Grafik: SPREE-PR/Schulze

Doch nicht immer ist der Wasserversorger tatsächlich zuständig. „Unsere Verantwortung endet am Hauptwasserzähler beziehungsweise am Übergabeschacht kurz hinter der Grundstücksgrenze“, erklärt Thomas Steiger, Vorarbeiter im Bereich Trinkwasser. Alles, was dahinter liegt, gehört zur Hausinstallation – und damit zum Verantwortungsbereich des Eigentümers.

Wenn der Schaden im Haus entsteht

Besonders dramatisch wird es, wenn plötzlich der Keller unter Wasser steht. Mehrmals im Jahr kommt es im Betriebsgebiet der MWA zu solchen Einsätzen. Häufig wird zunächst die Feuerwehr alarmiert, die das Wasser abpumpt und mögliche Gefahren durch Strom oder Gas ausschließt. Erst danach lässt sich die Ursache feststellen. „In vielen Fällen liegt das Problem innerhalb des Hauses — etwa an einer defekten Leitung oder alten Installationen“, berichtet Steiger.

Beim Trinkwasser lässt sich die Zuständigkeit meist schnell bestimmen: Tritt eine Leckage vor dem Hauptwasserzähler auf, kümmert sich der Versorger. Befindet sich der Schaden dahinter, also in Richtung Hausinstallation, sollte der Eigentümer zunächst den Wasserzulauf am Absperrhahn schnellstmöglich stoppen und anschließend ein Installationsunternehmen mit der Behebung der Störung beauftragen.

Bei Abwasserproblemen kann ein Blick in den Übergabeschacht helfen, der sich in der Regel 1 m hinter der Grundstücksgrenze befindet. „Steht im Schacht kein Wasser, dürfte das Problem in der Hausinstallation liegen“, so Steiger. „Ist der Schacht dagegen voll Wasser, das nicht abfließen kann, liegt vermutlich eine Störung im Abwasserkanalnetz vor und die MWA ist gefragt.“

Falsche Dinge im Kanal führen häufig zu Störungen

Die meisten Störungen im öffentlichen Abwassernetz entstehen nicht durch Verschleiß, sondern durch falsche Nutzung. Besonders betroffen sind die Pumpwerke. „Nur zu oft wird unsere Technik von Gegenständen gestört, die so gar nicht in den Kanal gehören“, sagt Steiger. „Am verheerendsten sind Verzopfungen von Dutzenden reißfesten Feuchttüchern.“ Solche Ablagerungen können Pumpen blockieren und im schlimmsten Fall zu Rückstau oder Ausfällen führen.

Notfallnummer nur für Störungen im öffentlichen Netz

Die Notfallnummer der MWA ist ausschließlich für Störungen im öffentlichen Ver- und Entsorgungsnetz vorgesehen. Wird der Versorger zu einem Schaden gerufen, der sich in der Hausinstallation befindet, wird dieser nicht durch die MWA-Kollegen behoben und die Kosten für die Anfahrt können in Rechnung gestellt werden. „Unsere Notfallnummer ist rund um die Uhr besetzt, damit wir bei echten Störungen schnell helfen können“, betont Steiger. „Wenn wir jedoch zu Einsätzen gerufen werden, für die wir nicht zuständig sind, fehlen diese Ressourcen dort, wo sie wirklich gebraucht werden.“

Unser Appell an alle Haushalte: Nutzen Sie die Notfallnummer bitte nur dann, wenn tatsächlich eine Störung im öffentlichen Netz vermutet wird. So stellen Sie sicher, dass im Ernstfall schnell Hilfe dort ankommt, wo sie wirklich notwendig ist.

Austausch alter Leitungen?

Hausanschlüsse, die vor der Wende errichtet wurden, gelten heute als potenziell kritisch, da damals Materialien verwendet wurden, die nicht unbegrenzt haltbar sind. Anschlüsse aus der Zeit ab etwa 1990 entsprechen in der Regel den heutigen Sicherheitsstandards. Wer sein Haus und die Leitungen regelmäßig im Blick behält, kann Schäden oft frühzeitig vermeiden. Wenn die MWA im Straßenbereich Hauptleitungen erneuert, wird auch der jeweilige Hausanschluss geprüft. Bei Bedarf erhalten Eigentümer eine Empfehlung zum Austausch.

Was passiert bei der MWA, wenn ich eine Störung melde?

➊ Zu den üblichen, werktäglichen Bürozeiten (07:00 bis 15:30 Uhr) nimmt zum Beispiel Stefan Matzel im Bereich Technik/Produktion am Unternehmenssitz in Kleinmachnow die eingehenden Störungsmeldungen entgegen. Er muss mit seinen Nachfragen herausfinden, wie dramatisch die Situation ist und ob die Zuständigkeit zur Störungsbehebung tatsächlich bei der MWA liegt. Nachts, am Wochenende und feiertags nimmt ein Bereitschaftsingenieur die Notrufe an.

➋ Legen alle Indizien nahe, dass die MWA umgehend eingreifen muss, übergibt Stefan Matzel die Informationen an die Monteure für Trink- bzw. Schmutzwasser. Beide Bereiche haben streng getrennte Einsatzteams und -fahrzeug, denn Schmutzwasserhavarien sind keimbelastet. Thomas Steiger (r.) ist Vorarbeiter im Trinkwasser-Rohrnetz. Er übernimmt den neuen Auftrag und macht sich umgehend auf den Weg.

➌ Der Einsatzwagen steht jederzeit – komplett ausgestattet – zur Abfahrt bereit. Zunächst macht sich nur ein Monteur auf den Weg, während der doppelt besetzten Bereitschaft kann jederzeit ein Kollege hinzugerufen werden.

Achtung: Liegt der Schaden in der Hausinstallation, wird dieser von den MWA-Kollegen NICHT behoben und die Anfahrt kostenpflichtig. Die MWA kümmert sich ausschließlich um Schäden an ihren Netzen.

➍ Gibt es eine Leckage und der Nachfluss des Wassers muss gestoppt werden, wird der Hausanschluss von der Hauptversorgungsleitung „abgeschiebert“, das heißt, ein weiteres Austreten von Wasser wird unterbunden. Je nach Dramatik der Situation wird die Tiefbaubereitschaft (Vertragsfirmen) alarmiert oder die Reparatur am nächsten Tag vorgenommen.

Fotos (4): SPREE-PR/Arbeit