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Mecklenburg-Vorpommern

Wasserwissen: Geysire, Frösche und ein schwebender Vorhang

„Wow“ und „oh“ – diese Ausrufe begleiten dieses alle drei bis vier Minuten stattfindende Naturereignis auf Island. Wenn das heiße Wasser des Strokkur-Geysirs gut 15 bis 20 Meter in die Höhe schießt, ist die Begeisterung der jährlich etwa 1,5 Millionen Besucher groß. Wie entstehen diese beeindruckenden Fontänen?

Vielerorts auf Island brodelt es. Oberflächennahes Magma erhitzt das Grundwasser. Das führt zu Dampf- und Gasaustritten, deren Wolken in der Landschaft gut sichtbar sind. Bei Geysiren erfolgt der Spannungsabbau besonders eindrucksvoll.
Foto/Montage: canva; SPREE-PR

Voraussetzung für das Entstehen von Geysiren ist ein genau abgestimmtes Zusammenspiel von physikalischen Gesetzen und geologischen Bedingungen. In vulkanischen Gebieten sorgt das Aufeinandertreffen von Wasser und den heißen Schichten für ein Thermalsystem.
Damit sich ein Geysir entwickelt, muss das heiße Reservoir auf eine geologische Besonderheit stoßen: ein verengter Schacht. In diesem steigt die Hitze des Wassers durch die Wärme des Magmas an und zwar deutlich über die 100 Grad, an dem das Element normalerweise vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Der Siedepunkt wird hier mit mehr als 120 Grad deutlich überschritten. Dann fängt es allerdings auch an zu blubbern, die Kettenreaktion wird losgetreten.

Der Druck in dem engen Schacht nimmt zu, die einzelnen Dampfblasen steigen auf, drücken damit einen Teil des Wassers nach oben. Das führt unten zu einem schlagartigen Druckabfall und dazu, dass das heiße Wasser gasförmig wird. Nun gibt es nur einen Weg zum Entweichen: durch die Öffnung an der Erdoberfläche. Der Wasserdampf drückt nach oben und mit ihm das angestaute Wasser. Während oben noch „wow“ und „oh“ ertönen, beginnt unten alles von vorn und das Spiel wiederholt sich.

Nicht nur auf Island lassen sich diese Naturphänomene beobachten. Es gibt sie auch in den USA, Chile oder Neuseeland. Künstlich geht es hingegen in Deutschland zu. Der Geysir Andernach in Rheinland-Pfalz auf einer Halbinsel im Rhein rühmt sich, der höchste Kaltwassergeysir der Welt zu sein. Hier sorgt das Kohlenstoffdioxid im Untergrund in einem vom Menschen gebohrten künstlichen Aufstiegskanal für die alle 15 Minuten entstehende, bis zu 60 Meter hohe Fontäne.

Kleine Hüpfer – große Leistung

Nicht viele Menschen bekommen ihn zu sehen, den nur drei bis fünf Zentimeter großen und unter sechs Gramm schweren Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea). Er ist die kleinste heimische Froschart, der gut getarnte grüne Geselle kann von den meisten unbemerkt Hecken und Bäume hochklettern – und zwar bis zu 20 Meter hoch! Der BUND Baden-Württemberg und der BUND Hessen rücken ihn mit ihrer Wahl zum „Heimlichtuer des Jahres 2026“ in den Fokus. Sie machen damit aufmerksam auf den durch Klimawandel gefährdeten Lebensraum, in den der Mensch darüber hinaus durch das Zerschneiden von Landschaften, intensive Forst- und Landwirtschaft eingreift.

Das Sehvermögen der zu den Amphibien zählenden Tiere untersuchten schwedische Wissenschaftler. Bekannt: Sie können mit ihren großen, runden, seitlich am Kopf sitzenden Augen nach vorn, seitlich und nach hinten sehen. Die neue Erkenntnis: Frösche können extrem gut gucken und scheinen anderen Tieren weit überlegen. Nicht nur könnten sie in extremer Dunkelheit gut sehen, sondern in diesen erschwerten Bedingungen sogar Farben erkennen. Mit Froschperspektive jedoch hat das nichts zu tun. Dieser Begriff beschreibt einen Blickwinkel von unten nach oben – eben als kleiner Froschlurch steil hoch. In der Fotografie (und vielleicht auch aus der Perspektive des Frosches?) erscheinen Motive damit größer und mächtiger.

Physik aus dem 18. Jahrhundert: Der schwebende Vorhang

Duschvorhänge haben ein Eigenleben. In einem Moment hängen sie dekorativ und das restliche Bad vor Spritzwasser sowie den Duschenden vor neugierigen Blicken schützend an ihren Haken. Sobald aber das warme Wasser aus dem Brausenkopf an der Wand oder Decke fließt, geht er auf Wanderschaft – und zwar in Richtung des nassen Körpers. Des Rätsels Lösung: der Bernoulli-Effekt, benannt nach dem Schweizer Mathematiker und Physiker, der im 18. Jahrhundert auch den Unterdruck erforschte. Daniel Bernoulli stellte einen Zusammenhang zwischen zunehmender Strömung und abnehmendem Druck her. Demnach üben schnell strömende Flüssigkeiten einen geringeren Druck auf ihre Umgebung aus, als Ausgleich fließt Luft aus den nicht-bewegten Regionen nach.

In der Dusche bringt das herabfallende Wasser die Luft darunter in Schwung – der Druck im vom Vorhang abgegrenzten Bereich sinkt. Von außen wirkt der „normale“ Luftdruck, sodass sich der Vorhang Richtung Strahl bewegt. Verstärkend kommt die Thermik hinzu, warme Luft strömt nach oben und kalte rückt nach. Außerdem erzeugen die auf dem Wannenrand zerplatzenden Wassertropfen Wirbel und erhöhen damit den Unterdruck weiter.

Wer am Körper klebende Duschvorhänge nicht mag, stellt sich möglichst weit von ihnen weg. Abhilfe schaffen aber auch kleine Gewichte am Vorhang; oder diesen etwas geöffnet zu lassen.